Wann ist man ein Senior Gamer

Danny hat da eine ganz interessante Frage gestellt. Wann ist man eigentlich ein Senior Gamer?

Es rein am Alter aufzuhängen scheint mir zu naheliegend, zu einfach und vor allem falsch zu sein. Ich habe mich letztlich in einem Forum mit jemandem unterhalten, der zwar an Hand seines Duktus, der Grammatik und Rechtschreibung sehr jung erschien, der Inhalt seiner Worte seinem biologischen Alter (bald 13, wie er stolz verkündete) aber weit, weit voraus war. Andererseits erinnere ich mich mit Schaudern an gesetzte und gestandene Männer, die fast mit Schaum vor dem Mund sich über den Umstand ereiferten, dass man Freelancer nicht mit einem Joystick, sondern lediglich mit einer Maus spielte.

Nein, Senior Gamer ist man eher dann, wenn man einen ganz bestimmten Bewusstseinszustand erreicht hat. Der zwar vielfach direkt mit der Anzahl gelebter Jahre zusammenhängt, aber eben nicht immer automatisch.

Senior Gamer kann man mehr oder minder mit Altersweisheit gleichsetzen. Es ist die Erkenntnis, dass Spiele zwar etwas schönes sind, ein Stück Lebensqualität sind, aber auch „nur“ Spiele sind. Man kann sich immer noch über diverse Dinge aufregen, aber es fehlt dabei das Feuer, dass den „normalen“ Aufreger vom Fanatiker unterscheidet. Als Senior Gamer weiß man sehr genau, was einem gefällt und nicht gefällt, in welchem Spiel man „gut ist und wo man „schlecht“ ist, ohne dass dies gleich persönliche Depressionen auslöst. Es fehlen die großen Absolutismen, das ständige Drängen andere mit der eigenen Meinung missionieren zu müssen. Und ein Senior Gamer hat schon so viele Spiele auf dem Buckel, dass ihn neue Dinge nicht mehr in sekundenschnelle in Extase versetzen. Er freut sich zwar immer noch über den einen oder anderen Titel, aber es ist nicht mehr so wie früher, wie „damals“. Dieses Kribbeln im Bauch, wenn man irgendwo die ersten Screenshots eines neuen Spieles gesehen hat. Der Senior Gamer hat schon zuviele Enttäuschungen erlebt und weiß, dass sich das einstige Spiel des Herzens schnell als keifende Zicke entpuppen kann, die man kurz nach dem Aufwachen nur noch mit Entsetzen anstarren kann, bevor man fluchtartig das Schlafzimmer verlässt.

Und pünktlich, wie bestellt, finde ich auf Krawall einen Artikel, über den Fanboy als solchen, das genaue Gegenteil eines Senior Gamers … nein, das Larvenstadium eines Senior Gamers. Denn wie sich eine Raupe verbissen Blatt um Blatt vorwärtsfrisst, kein Rechts und kein Links kennt, stur nur frisst und frisst und frisst, so ist der Senior Gamer der Schmetterling, der dann nach dem Schlüpfen (respektive Älterwerden) frei von Blüte zu Blüte flattert, sich an der Wiese in ihrer Gesamtheit und all den schönen Blumen freuend, die es da draussen gibt.

Hmm, ok … vielleicht nicht so direkt ein Schmetterling … aber ich hoffe, man versteht worauf ich hinaus will? Oder nicht? Egal! Hauptsache ihr habt da draussen genug gute Spiele, um sich nicht aus lauter Langeweile derartige Gedanken machen zu müssen 😉

*flatter* Euer Harzzach!

3 Kommentare zu „Wann ist man ein Senior Gamer

  1. Verdammt! Nicht nur dass sich meine Schläfen langsam von fast Schwarz ins Graue kehren, jetzt muss ich auch noch feststellen dass ich laut der Charakterisierung schon fast zum alten Eisen gehöre…. und das mit nicht mal ganz 24 Lenzen 😦

  2. Sieh es so … nun hast Du noch min. 76 Jahre Zeit, Dich entspannt und gepflegt an schönen Spielen zu erfreuen 🙂

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