Non-Gaming Interludium XIII – Last Exile

Nach all dem Gemotze der letzten Tage heute wieder ein Ausflug in nicht-bespielbare Gefilde …

Es gibt gerade bei Animes eine gewaltige Menge guter Serien. Nichts sonderlich spektakulär, aber meist sehr solide und in der Regel sehr unterhaltsam.

Und dennoch, trotz des mittlerweile sehr hohen Niveaus, gelingt es doch immer wieder einem Ausreisser Höhen zu erklimmen, die danach nur wenige auch nur ansatzweise erreichen können. Einsam die Bahnen um die eisigen Spitzen des Erfolges ziehend, wäre bei Animes zum Beispiel „Neon Genesis Evangelion“ zu nennen. Eine Serie, die das Genre über Jahre hinaus beeinflusst hat und immer noch beeinflusst. Das Blöde dabei ist jedoch, dass angesichts der allgemeinen Fokussierung auf diese einsamen Spitzenreiter manche Serien fast unbeachtet bleiben, die weitaus mehr Aufmerksamkeit verdient hätten.

Einer dieser Underdogs ist für mich „Last Exile“. Eine Serie, die alles beinhaltet und ausdrückt, was mich im Laufe der Jahre an Animes so begeistert hat, was im Laufe der Jahre meine Sehgewohnheiten umgekrempelt hat.

Stell Dir eine Welt vor, inspiriert aus dem Empire-Stil zu Napoleons Zeiten, dem Art Deco der 30er Jahre und einer kleinen Beimischung Steampunk. Stell Dir vor, wie im Morgennebel eines neuen Tages ein Oldtimer-Bugatti die Schnauze aus der Garage streckt, die Motoren aufheulen und der Bugattischnauze der langgestreckte Körper eines kleinen Flugzeuges folgt, welches propeller- und flügellos, die Schwerkraft ignorierend, sich behend in die Luft erhebt. Stell Dir eine Flotte dieser „Vanschiffe“ vor, die mit ihren „Claudia“-Motoren über den Dächern einer kleinen Stadt dahin braust. Stell Dir vor, diese „Schiffe“ übernehmen wie der Pony-Express im Wilden Westen Briefe und Pakete, um diese in Windeseile in die Welt zu tragen. Stell Dir weiterhin eine Schlachtreihe altertümlich erscheinender Dreadnoughts vor, die frei in der Luft schwebend, nach überlieferten Regeln und Traditionen einen strikt reglemetierten Krieg gegen die Dreadnoughts eines anderen Königreiches führen. Und stell Dir über den Vanschiffen und den Dreadnoughts „Die Gilde“ vor, welche technologisch so sehr vorangeschritten ist, dass sie die Menschen als ihr persönliches Spielzeug betrachten. Und dann stelle Dir eine Welt vor, die scheinbar keinen festen Boden kennt. Wo Menschen auf frei schwebenden, künstlich wirkenden Felsen(?)inseln siedeln. Auf denen Wasser das kostbarste und seltenste Gut ist. Eine Welt, die ein gigantischer Luftstrom, ein permanenter Orkan, in zwei Hälften teilt.

Last Exile

Ein moderner Klassiker aus dem Jahr 2003. Mein ganz persönlicher Alltime Favourite. Vor allem wegen diesem Früchtchen hier … 🙂

4 Kommentare zu „Non-Gaming Interludium XIII – Last Exile

  1. So, danke für den Tipp, hat mir echt gut gefallen. Nur eine Frage.Müssen Animes so melancholisch/traurig sein? Oder liegt das an mir, dass ich im Moment leicht depressiv bin?

  2. Nein, das liegt tatsächlich an der Serie. Viele japanische Serien folgen nicht unserem westlichen Happy-End, sondern verwenden gerne ein zwiespältiges oder eben auch melancholisches Ende. Man vermeidet klare Antworten, sondern überlässt es Dir als Zuschauer die Schlussfolgerungen zu ziehen. Denn alles hat seine Berechtigung, Freude und Trauer, Yin und Yang.Da spielt sehr viel die Mentalität und Kultur Japans eine Rolle, die stärker von China beeinflusst wurde, als es den Japanern eigentlich lieb ist 😉

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