Vorbildlich

Die Spieleindustrie als solche bekommt hier zwar nur wenig freundliches zu hören, doch ab und an, da muss sogar ich Lob verteilen …

Der eine oder andere mag es vielleicht mitbekommen haben oder ist sogar selbst betroffen. Das Adventure „The Abbey“ leidet unter derben A-Bugs und Fehlern, eine QA wurde entweder nicht durchgeführt oder deren Arbeit komplett ignoriert. Publisher Crimson Cow hat zunächst die Auslieferung des Spieles gestoppt, ein erweitertes Neu-Release angekündigt und bietet nun den bisherigen Käufern einen kostenlosen Umtausch an.

Scheisse passiert, Fehler passieren, niemand ist perfekt und Menschen sind keine Maschinen.

Es ist daher vorbildlich, was Crimson Cow hier abziehen, da sie, anstatt sich feige zu verdrücken, zu ihren Fehlern stehen und alles tun, um dem Kunden ein einwandfreies Produkt zu bieten. Ein derartiges Verhalten ist in der Software-Branche selten, sehr selten. Hier herrscht immer noch zu sehr ein Denken, in dem der Kunde nach dem Release der Software (gleichgültig in welchem Zustand) doch bitte zuerst kaufen und dann aber die Fresse halten soll.

Support, wie er zB. von Blizzard für ein Spiel wie Starcraft auch zehn (!) Jahre (!) nach dem Release immer noch geleistet wird, ist die große Ausnahme, welche vor allem die EA-Regel bestätigt, wo Support und Matchmaking-Server immer öfter nach nicht einmal 12 Monaten wieder eingestellt werden. Und wie immer man auch zu Steam stehen mag, bei Valve denkt man zumindest in Punkto Support und Kundenzufriedenheit ebenso langfristig richtig.

Nein, ich werde hier jetzt keine Weltuntergangs-Szenarien für Firmen an die Wand malen, die sich einen Dreck um die Kundschaft kümmern. EA macht das seit Jahren, ohne dass es ernsthafte Auswirkungen auf das Geschäft hat. Klowood wird mit Gothic 4 wieder ein Millionengeschäft machen und selbst ein Crysis Warhead wird seine Käufer finden. Es gibt genügend Leute da draussen, die sich gerne und freiwillig nicht nur einmal verarschen lassen (was jedem irgendwann passieren kann), sondern die sich dauerhaft über den Tisch ziehen lassen wollen. Aber das soll nicht mein Problem sein. Ich kann und will nicht anderen vorschreiben, was diese mit ihrem Geld anfangen.

Ich kann mich nur an zB. dem Krisenmanagement zum The Abbey-Debakel erfreuen. Es geht nämlich auch anders …

4 Kommentare zu „Vorbildlich

  1. Offtopic:Kennt hier zufällig jemand gute Reviewseiten für Pc Spiele?Bin gestern per Zufall aufhttp://www.escapistmagazine.com/videos/view/zero-punctuationgestoßen.Ich lese zwar 4players, gamestar.de einige Spieleblogs etc., schaue mir Gametrailers.com an,aber vernünftige Reviews(die genau meinen Geschmack trefen) sind irgendwie selten zu finden.Gibt es eine Pflichtlinksammlung für Seniorgamer?Ontopic:Meine vermuteten Auswirkungen von Gothic 3 auf Gothic 4:Die Zielgruppe wartet mindestens 1 Monat bis Reviews aus vielen unterschiedlichen Quellen vorhanden sind und selbst dann wird man es vorher per Demo oder per Tauschbörsenkopie einem Langzeit-Bug-MitstreiterKI-Quest-Testunterziehen.Auch Lemminge lernen.Und wer Gothic 4 vorbestellt, wird von mir ausgelacht.

  2. OT: „Die Anbindung an das Internet ist dennoch notwendig, um Mass Effect zu registrieren. Publisher Electronic Arts möchte absolut sichergehen, dass sich die Mehrarbeit, die in die PC-Fassung gesteckt wurde, auch finanziell niederschlägt und hat deswegen beim SecuROM-Kopierschutz nicht gespart. Außerdem mussten wir unter Windows Vista die Benutzerkontensteuerung ausschalten, um das Spiel überhaupt starten zu können.“oh… man…quelle: http://www.golem.de/0806/60325.html

  3. Einige wollen einfach über den Tisch gezogen und metaphorisch rektal entjungfert werden, das ist nicht nur bei Spielen so.Bestes Beispiel Hollywood. Ich bilde mir ein, das der spürbare Qualitätsabfall (pun intended) der letzten Jahre nicht nur subjektives Empfinden als Resultat des Älterwerdens ist. Dennoch. Obwohl sich die meisten Produktionen immer mehr denen von Uwe Boll annähern, obwohl sie alles tun um ihren Kunden den metaphorischen Tritt ins Gemächt zu geben, obwohl man sich im Kino inzwischen fühlt wie in einem Auffanglager für Terroristen – sie machen Rekordgewinne.Warum also Geld in die Minderheit der anspruchsvollen Gamer investieren wenn die Mehrheit eh Scheiße frisst. Und gerade an The Abbey würde ich das nicht festmachen. Denn Standard-Adventurespieler haben in der Regel einen anderen Anspruch, als die Standard-Egoshooterspieler, die einen narkoleptischen Anfall bekommen, wenn sie 45 Sekunden lang niemanden getötet haben,

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