Populistischer Aktionismus

Bundesrat billigt Verbot von „Killerspielen“ für Jugendliche

Nur so mal nebenbei bemerkt … wie immer wird sich kein Jugendlicher, der diese Spiele haben möchte, von diesen Gesetzesverschärfungen beeindrucken lassen. Okaysoft reibt sich schon seit geraumer Weile in feister Freude die Hände, weil die deutschen Tugend- und Moralwächter ihnen die Kunden scharenweise in den Shop spülen. Und dank P2P und andere Bezugsquellen, die sich nicht um nationale Sperenzchen kümmert, ist der Jugendliche sowieso von den nach billigen Wahlstimmen gierenden Politikern geschützt.

Aber Hauptsache, wir haben mal wieder Tat- und Entschlusskraft bewiesen und gezeigt, dass in Deutschland noch durchregiert weden kann. Zwar nur bei Themen und Bereichen, welche so mit die letzten aller zu behandelnen Probleme darstellen und mit Gesetzen, die von der betroffenen Zielgruppe sowieso mit Leichtigkeit ignoriert werden, aber hey … es geht voran in Schland! 😛

Übrigens, wer als alter Sack jetzt denkt, dass ihn als alten Sack dies doch nichts angehe, da man als alter Sack sowas doch problemlos kaufen kann, den verweise ich gerne auf Plattformen wie zB. Steam, wo man selbst als alter Sack ohne mit der Wimper zu zucken mit kleinen Kindern in einen Topf geworfen wird, nur weil man mit einer deutschen IP daherkommt und so zB. auf diverse Titel von ID verzichten muss oder bei manchen Titeln die Spieldaten zwangseingedeutscht, zwangszensiert werden.

Wenn ich in nächster Zeit wieder etwas Zeit und Muße habe, werde ich mich mit diversen VPN-Anbietern in Schweden oder den USA beschäftigen. Zwar habe ich dann nicht die volle Bandbreite meines Internet-Zuganges, aber ich muss mich dann nicht mehr in diesen Spezialfällen bevormunden lassen, weil die hiesige Bürokratenkaste den üblichen Bockmist produziert.

9 Kommentare zu „Populistischer Aktionismus

  1. Dass die Gesetze für Indizierungen verschärft worden sind, stört mich nichtmal unbedingt. Österreich ist ein schönes Land, da kann man auch ungehindert Spiele bzw. Filme bestellen.www.gamesware.at (Spiele)www.dtm.at (Filme)Mit beiden Shops hab ich bisher nur gute Erfahrung gemacht.Was mich an der neuen Gesetzgebung, vor allem aus der Sicht eines Sammlers, viel mehr ärgert ist die Vergrößerung der Alterskennzeichnung. Sowas stellt man sich doch nicht mehr gern ins Regal…..Aber egal, werden halt von nun an auch „harmlose“ Spiele/Filme im Ausland bestellt….GrußFrank

  2. Tschaa, das ist natürlich eine Maßnahme, die nicht zielführend ist. Aber das scheint in der Politik eh aus der Mode gekommen zu sein. Imo kann man darin höchstens noch Hilflosigkeit sehen, wenn man versucht, diese Handlung der Volksverdreher zu verstenen.Aber prinzipiell ist das ja schon ein Phänomen, das gesellschaftlich diskutiert werden sollte, ja eigentlich muss.Wie verhalten wir uns denn, wenn es virtuelle Welten gibt, die junge, formbare, unreife Kinder und Jugendliche mit einer Mixtur aus Eskapismus, Konsequenzlosigkeit und Erfolgserlebnissen anlocken und immer verführerischer werden.Als ich jung war, hab ich (als meine Eltern im Urlaub waren) auch zwei Rechner über Nullmodem-Kabel zusammen gehängt und darauf tagelang Doom II und Heretic gezockt. Und ich hab von den Gängen geträumt, hab das Geräusch der Schrotflinte vernommen, wenn ich die Augen zu gemacht habe.Klar, das war alles noch verpixelt und hatte auch noch einen dementsprechenden Verfremdungsgrad.Den gibt es heute nur noch rudimentär. GTA IV, WoW und diverse andere Fluchtmöglichkeiten sind schon so anziehend, dass selbst Millionen Erwachsene, denen der Spieltrieb eigentlich schon längst durch die Müh(l)e des täglichen Broterwerbs ausgetrieben sein müsste, diese Flucht antreten.Durchschaubare politische Manöver gilt es zu kritisieren, ohne Frage, aber gerade die Senior Gamer müssen dann auch mal Stellung beziehen, müssen sagen, was gefährlich ist, und was nicht.Von daher würde ich schon deinen Fatalismus (oder positiv ausgedrückt: deine Laisser-faire-Einstellung) kritisieren. Klar bekommen die Kids irgendwie immer solche Spiele, aber ob das uneingeschränkt positiv ist, bezweifle ich stark.Gruß,db

  3. Aber prinzipiell ist das ja schon ein Phänomen, das gesellschaftlich diskutiert werden sollte, ja eigentlich muss.Richtig. Es muss diskutiert werden, es muss öffentlich werden: Wie geht man damit um. Wie kann man damit umgehen. Auf was sollte man achten. Was ist harmlos, wo sollte man genauer hinschauen.Panikgeschrei, hysterisches Geblubber und sinnlose Schnellschuss-Gesetze sind hier nur kontraproduktiv und fast schädlicher als einfach wegzusehen.Eine Entspannung sehe ich hier erst in frühesten 10-15 Jahren, wenn der Generationswechsel auch allmählich in der Politik stattgefunden hat. Von einem Volksvertreter, der Computer jedoch erst im Laufe seines Abgeordnetenalltags als Schreibmaschinenersatz kennengelernt hat, darf man im Grunde nichts erwarten. Aussitzen und eben im Rahmen dessen, was man selbst tun kann, das Thema öffentlich machen.Von daher würde ich schon deinen Fatalismus (oder positiv ausgedrückt: deine Laisser-faire-Einstellung) kritisieren.Das ist kein Fatalismus und auch Laissez-Faire, sondern Anerkennung der Fakten. Der sog. Jugendschutz, wie vor allem hier in Deutschland in vollem Bürokratie-Ornat geradezu zelebriert wird, ist nichts weiter als ABM für Erwachsene. Ich kann als Minderjähriger ohne größere Probleme an Alkohol, Zigaretten, Pornos usw. usf. kommen. Das Problem besteht jetzt nicht darin, dass man noch schärfere Gesetze verabschieden muss, sondern dass gerade diese Denkhaltung „Der Staat hat sich gefälligst darum zu kümmern“ nur dazu führt, dass man sich nicht mehr um sogar seine eigenen Kinder kümmert. Die Schule hat die Kinder zu erziehen, der Staat hat Verbote auszusprechen … nur damit ich nach einem anstrengenden Arbeitstag endlich meine Ruhe haben kann. Große Vorwürfe möchte ich aber nicht gegen die Eltern ™ erheben, weil viele Eltern von der zunehmenden Komplexität des Alltags schlichtweg überfordert sind. Da ist man froh, wenn die Kinder, früher vor der Glotze, heute vor der Playstation oder dem PC sitzen und Ruhe geben. Was die Kinder dort tun, interssiert nicht.Aber … je jünger die Eltern sind, die ich kenne, desto entspannter geht man dort mit dem Thema „Medienkonsum“ um. Weil man selber damit aufgewachsen ist. Weil man sich aus Mangel an Berührungsängsten mit den Kindern zusammen (!) vor der Glotze oder der Playstation sitzt. So ich zusammen mit meinem Vater früher Filme im TV gesehen habe, die nun wirklich nicht für mein Alter geeignet waren. Alleine habe ich sie nicht angeschaut, zu schrecklich 🙂 Zusammen mit meinem Vater war das aber in Ordnung.Von daher gehe ich in frühestens 10-15 Jahren von einer gewissen Entspannung bei dieser Thematik aus, wenn Computerspiele und all diese virtuellen Welten Alltag geworden sind und viele Leute eigene Erfahrungen damit gemacht haben und nicht mehr auf hysterisches Gekreische von BILD und Hrn. Pfeiffer angewiesen sind, um sich über dieses Thema zu informieren.

  4. Eine Entspannung sehe ich hier erst in frühesten 10-15 Jahren, wenn der Generationswechsel auch allmählich in der Politik stattgefunden hat.Darauf kann man hoffen, aber wenn man sieht, was der Generationswechsel gebracht hat, den die Grünen ins Parlament getragen haben, ist davon auch nicht mehr viel übrig geblieben. Im Zweifel geht es dann halt doch um die Parteilinie und den Listenplatz.Ich kann als Minderjähriger ohne größere Probleme an Alkohol, Zigaretten, Pornos usw. usf. kommen.Die Frage, die sich dann aber doch stellt, ist die, ob das auch gut so ist. Und da sage ich entschieden nein! Und alleine mit der normativen Kraft des Faktischen zu argumentieren, ja, genau das ist für mich Fatalismus.So ich zusammen mit meinem Vater früher Filme im TV gesehen habe, die nun wirklich nicht für mein Alter geeignet waren. Alleine habe ich sie nicht angeschaut, zu schrecklich 🙂 Zusammen mit meinem Vater war das aber in Ordnung.Das ist ja auch völlig in Ordnung. Aber man sollte schon die Kinder und Jugendlichen im Blick behalten, wo eben kein Vater da ist, wo die Familienverhältnisse nicht in Ordnung sind. Wenn die Eltern das im Griff haben, evtl. auch selber Medienkompetenz besitzen hat der Jugendschutz eh nichts zu kamellen, aber ich meine, genau um diese Kinder geht es gar nicht.Die Intention des Jugendschutzes ist doch imo der, dass er den Kindern und Jugendlichen Regeln setzt, die diese eben nicht von ihren Eltern gesetzt bekommen. Und solche Eltern gibt es nicht so wenige, und so wie es momentan ausschaut werden es auch nicht weniger.Klar, was die Politiker da abziehen ist reine Schau, ohne Verständnis für die Sache. Aber blumig in Zukunft zu weisen ist halt auch nicht viel besser;)db

  5. Eine Frage:wie immer wird sich kein Jugendlicher, der diese Spiele haben möchte, von diesen Gesetzesverschärfungen beeindrucken lassen.Wie passt das hiermit zusammen:wer als alter Sack jetzt denkt, dass ihn als alten Sack dies doch nichts angehe, da man als alter Sack sowas doch problemlos kaufen kann, den verweise ich gerne auf Plattformen wie zB. Steam, wo man selbst als alter Sack ohne mit der Wimper zu zucken mit kleinen Kindern in einen Topf geworfen wird, nur weil man mit einer deutschen IP daherkommt und so zB. auf diverse Titel von ID verzichten muss oder bei manchen Titeln die Spieldaten zwangseingedeutscht, zwangszensiert werden.Willst Du damit sagen, dass Jugendliche keine, Erwachsene aber erhebliche Probleme haben werden, an solche Spiele heranzukommen? Oder schmeißt Du Glauben (Kinder kommen an alles ran) mit Wissen (es wird schwieriger heranzukommen) ebenso populistisch durcheinander?

  6. Wie passt das hiermit zusammen:Ich kann mir als Erwachsener natürlich alle indizierten Medien auf dem selben Wege beschaffen, wie es die Jugendlichen können. Wenn ich diese, für die Jugendlichen indizierten, für mich „erlaubten“ Titel, aber kaufen möchte, sieht es immer schwieriger aus. Beispiel Steam. Und wenn ich kein Englisch kann, kann ich mit ungeschnittenen US-Versionen auch nichts anfangen.Oder das Beispiel Quake 4, wo man auf Grund des „Jugendschutzes“ mit der deutschen Version nur mit Käufern der gleichen Sprachversion online antreten kann.Hier greift der vorgebliche Schutz der Jugend grundlegend in mein Leben als Erwachsener ein.Und spätestens hier hört dann der Spass auf. Über das „Killerargument“ Jugendschutz werde ich als Erwachsener immer stärker bevormundet. Der sog. Jugendschutz in seiner aktuellen Ausprägung ist in meinen Augen nichts weiter als ein Vorwand, um immer stärker das Leben aller Bürger kontrollieren zu wollen. Provider-Sperren wegen jugendgefährdenter Inhalte? Supi, kann man doch auch gleich ein paar andere Server sperren lassen, in dem man sie als „jugendgefährdend“ deklariert.Nicht mißverstehen, absolutes Laissez-Faire und der Verzicht auf jegliche Erziehung ist natürlich auch nicht gerade der Weisheit letzter Schrei, um es freundlich zu formulieren … aber was hier seit einigen Jahren immer stärker in den Vordergrund tritt, hat meiner Meinung nichts mehr Jugendschutz zu tun. Das ist zum einen wahltaktischer Populismus und zum anderen das Ausleben von paranoiden Kontroll-Phantasien!

  7. Das ganze ist zielführend. Denn es geht nämlich gar nicht um Jugendschutz, sondern nur darum, erwachsenen Männern ihre Spielzeuge wegzunehmen.Und wie man an Steam sieht, gelingt das auch.Daß sog. »Killerspiele« immer in einem Zug mit »Pornographie« aufgezählt werden, ist kein Zufall. Die deutsche Staatsideologie des institutionalisierten Feminismus bekämpft nämlich systematisch alles männliche. Und »Killerspiele« gehören natürlich zweifelsfrei dazu.Man braucht sich ja bloß mal anschauen, wie die BPjM und das BMFSFJ strukturiert ist.Da man noch nicht fordern kann, »Killerspiele« für alle zu verbieten, schiebt man den »Jugendschutz« vor. Kinder sind eben ein tolles Totschlagargument.

  8. Ich möcht mal darauf hinweisen, dass am 9. Juni vor 55 Jahren das Gesetz über jugendgefährdende Schriften verabschiedet wurde. Der WDR hat im Rahmen der Sendung ZeitZeichen einen kleinen Rückblick produziert. Zu hören hier als mp3 Datei. Sollte das nicht gehen, einfach http://www.wdr5.de/nachhoeren/zeitzeichen.html aufrufen und den 9. Juni auswählen.

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