Reviews, wie ich sie mir wünsche

Nicht, dass ich das Online-Portal 4Players für der Weisheit letzten Schluss halte.

Nicht, dass ich zu den sogenannten „Jörg Luibl“-Jüngern zähle, die anbetenderweise an jedem Wort hängen, welches der Großmeister von sich gibt.

Aber …

Aber man lese diese beiden Reviews. Ein Test zu „Die Sims 2: Apartment-Tiere“ für den DS und einen Test zu „Stalker – Clear Sky„.

Hier wird nicht rumgepienst und hier wird nicht weichgespült. Hier wird ganz subjektiv und ohne auch nur den Hauch einer Bemühung Konsens erzielen zu wollen, einfach frisch von der Leber abgelästert. So richtig in die Vollen.

YESSS!

Ich weiß, das gefällt dem kleinen Schweinehund in mir. Wenn so richtig auf jegliche politische Korrektheit geschissen wird und der Autor des Artikels die Schleussen seines Herzens weit, weit öffnet und die Finger auf dem Keyboard seinen Gefühlen folgen. Zu sagen, was einem auf die Seele drückt, was man aber sonst aus diversen Gründen runterschluckt und doch die üblichen Huschelkuschelglücksbärchi-Sätze verwendet.

*rotzkotzbrech*

Es gibt eine Zeitschrift, die ich vor einer Weile angefangen habe regelmäßig zu kaufen. Elffreunde. Eine Fußball-Magazin. Dort wird über Fußball so geschrieben, wie ich mir wünsche, dass man über Computerspiele schreibt. Rotzig. Kotzig. Subjektiv. Frech und sich gar nicht bemühend, es irgendjemandem recht zu machen. Mein Lieblingsverein, der Karlsruher SC, wird in diesem Magazin gerne runtergemacht und die Chefredakteure beflügelt eine seltsame Liebe zu Arminia Bielefeld. Gott weiß warum. Ich mag dieses Magazin trotzdem. Oder gerade deswegen. Keine Ahnung. Egal. Was ich eigentlich sagen wollte …

Ich wünsche mir mehr dieser 4Players-Schreibe. Rotzig. Kotzig. Subjektiv. Auch wenn sie Drakensang runtergemacht haben.

Scheiss drauf …

23 Kommentare zu „Reviews, wie ich sie mir wünsche

  1. Naja, subjektivere Reviews wirst du dir doch wohl nicht wünschen ;-)Dann könnte es ja so bleiben wie es ist, mit den werbefinanzierten Zeitschriften *hust hust*.

  2. Nachtrag…ich vermisse aber auch die Schreibe mancher Magazine von „früher“. Da gabs dann auch %-Wertungen, aber auch noch unterschiedliche Wertungskästen von 2 Redakteuren mit ihren subjektiven Meinungen.Aber was Computer angeht bin ich wohl eh in den 90ern hängen geblieben. 😉

  3. Das waren zwei wirklich gute und kreative Reviews. Das erinnert an die Reviews der ASM von schlechten Spielen welche in einem ähnlichen Stil geschrieben worden sind. ASM waren halt noch goldene Zeiten. Manfred Kleimann, der obligatorische Zerriss-Review in jedem Heft, Space Rat und viele Leserbriefe.

  4. „Nicht, dass ich zu den sogenannten „Jörg Luibl“-Jüngern zähle, die anbetenderweise an jedem Wort hängen, welches der Großmeister von sich gibt.“Mist. Ich fuehle mich ertappt [und dabei lese ich 4Players nicht mal regelmaessig].

  5. Ich hab grundsätzlich nichts gegen emozionale Artikel wie bei Stalker:CS, aber, ein sogenanntes Online Gaming Magazin wie 4players die damit ihr Brot erwirtschaften, und eine grosse Leserschaft bedienen, sollten für meinen Geschmack doch etwas objektiver an die Sache rangehen, oder besser gesagt wenn Kritik angebracht ist diese besser beschreiben und erklären als in Flamegschreibsel zu verenden, wie jetzt, wo für mich der Einduck entsteht das diese Art der Kritik Mittel zum Zweck ist, denn so gewinnt man Leser. Immer Kontra gegen alles, wie dein Blog, nur das die damit Kohle machen. Und diesen Eindruck hinterlässt 4p leider inzwischen bei mir.

  6. Naja, man sollte von einem solchen Entwicklerteam, was sich damit seinen Lebensunterhalt verdient auch erwarten können, dass es gescheite Arbeit abliefert.Wenn man mal die ganzen +++ABSTURZ+++ Stellen überliest, dann ist es ja auch ein ordentlich verfasster Test. Nur wurde hier, wenn auch auf etwas übertriebene Weise, deutlich gemacht, dass dieses Spiel unspielbar ist, sowie der Test unlesbar wird, wenn man die ganze Zeit „+++ABSTURZ+++“ einbaut.Wenn ein solcher Schrott abgeliefert wird, dann haben es die Entwickler auch nicht besser verdient. Und im Fazit wurde ja auch erwähnt, dass es in sauberen Momenten locker eine 70%-Wertung verdient hätte.Ich denke also dass es durchaus mal Zeit wird, Vollpreis-Produkte auch entsprechend abzustrafen, wenn sie für einen Otto-Normal-Spieler nicht spielbar sind. Wenn die Profis das nicht machen, wer dann?

  7. @thomas:>>[…]wie jetzt, wo für mich der Einduck entsteht das diese Art der Kritik Mittel zum Zweck ist, denn so gewinnt man Leser.<<Die Kritikpunkte saugt er sich aber nicht aus den Fingern, um die geifernde Leserschaft zu befriedigen, sondern haben Hand und Fuß. Daß ein harter Schreibstil Leser anzieht, da magst du schon Recht haben, denn sowas schafft Vertrauen. Sobald aber Kritik nur der Kritik wegen geäussert wird, so wie du es unterstellst, und (beispielsweise) ein Qualitätstitel zu unrecht verrissen wird, kehrt sich dieses Vertauen auch schnell wieder ins Gegenteil um und die Leserschaft wandert ab.Wenn du mir einen Bericht zeigst, in dem 4Players zu Unrecht einen Titel verreissen, dann denke ich nochmal über deinen Standpunkt nach. Solange finde ich es aber klasse, was sie da machen.>>[…]emozionale[…]<<Bist du Italiener? ;Dscnr

  8. Auch wenn sie Drakensang runtergemacht haben.Die Drakensang-Wertung von 4P kann ich völlig nachvollziehen. Zumindest mich als Nicht-DSA-Fan motiviert das Ding null und ich stelle mir noch nach Stunden die Frage: »Warum sollte ich das jetzt weiterspielen?«

  9. Wurde der Preis von Drakensang nicht jetzt schon auf 20 Euro reduziert?Gut, muss kein Indiz für die Qualität sein, kommt aber ziemlich früh, IMHO.

  10. Wurde der Preis von Drakensang nicht jetzt schon auf 20 Euro reduziert?Nicht das ich wüßte. Nicht bei Amazon und heute mittag im lokalen Blödmarkt stand es immer noch für den Startpreis im Regal. Wäre auch zu früh, denn Drakensang verkauft sich derzeit noch zu gut für eine Preissenkung.

  11. Fürn Nice Price von 25-30 EUR könnte ich auch mit der Teilvertonung leben, Vollpreis halte ich allerdings für eine derartige Low-Budget-Produktion nicht für angemessen.

  12. @joe:also, drakensang „low budget“ ? naja, ich weiß nicht.. keine ahnung, was du für maßstäbe anlegst…nur weils keinen hohen 2stelligen millionenbetrag gekostet hat, wie vielleich crysis.fehlende vertonung ist ein absolutes manko aus meiner sicht. die laufwege sind zu lang. das spiel ist mir „zu nett“ – ich habe (nicht erst) seit dem witcher andere ansprüche an ein rollenspiel. es ist halt ein spiel für jüngere leute. aber das ist geschmackssache, und deswegen von low budget zu sprechen…immerhin haben sie (ebenfalls meiner meinung nach) das DSA-gefühl einigermaßen eingefangen. und der rest ist höchstens 08/15 rollenspielkost – da muss ich 4players absolut rechtgeben.

  13. es ist halt ein spiel für jüngere leute.Nein, eben nicht 🙂 Drakensang spricht viele Leute an. Jung wie Alt. Männlein wie Weiblein.“The Witcher“, so gut es sein mag, nervt mich ein wenig damit, dass es im Grunde kein Spiel für Erwachsene ist, sondern durch die düstere Atmosphäre, Sex und Gewalt ein Spiel für junge Leute ist, die sich gerne „Erwachsen“ geben wollen. Ich persönlich habe es SATT, SO DERART SATT, dass man „Unterhaltung für Erwachsene“ auf derartige Lächerlichkeiten und Äusserlichkeiten beschränkt. Da ist ein Final Fantasy, trotz Knuddelgesichter und Zucker-süß-Optik in vielen Handlungsbereichen, Themen und Dialogen sehr viel reifer und erwachsener als diese üblichen Möchtegern-Erwachsenenspiele für pubertierende Jungmannen.

  14. Wenn die letzten Sätze „Ich wünsche mir mehr dieser 4Players-Schreibe. Rotzig. Kotzig. Subjektiv. Auch wenn sie Drakensang runtergemacht haben.“nicht einfach vom Klang und Gefühö her klängen wie „Scheißvieh“ (mein Attribut) F.J.Wagner…..Aber sonst find ich das prima.

  15. Vielleicht sollte ich etwas erwähnen, was ich eigentlich als vorausgesetzt betrachtet hatte …Grundlage solcher rotzigen, kotzigen und subjektiven Reviews sollte immer das Spiel sein. So wie es vorliegt. Nichts hinzu erfinden, nichts weglassen. Boulevardjournalimus a la FJ Wagner brilliert hingegen nur in der Kunst der maßlosen Verzerrung, Weglassung und Verfälschung.Deswegen gibt es ja auch kleine, aber feine Unterschiede zwischen einer Videoreview von Yahtzee und dem Geblöke irgendeines untalentierten Videogame-Nerds auf Youtube.

  16. also, drakensang „low budget“ ? naja, ich weiß nicht.. keine ahnung, was du für maßstäbe anlegst…Schreibst Du doch selbst:fehlende vertonung ist ein absolutes manko aus meiner sicht.Die Vertonung fehlt ja nicht komplett, sondern nur zu 2/3, als wenn irgendwann das Geld alle war für das Studio (war der Synchronsprecher von Bruce Willis vielleicht zu teuer?)laufwege sind zu lang.Timesink muß sein, wie will man sonst auf 70 Stunden Spielzeit kommen?immerhin haben sie (ebenfalls meiner meinung nach) das DSA-gefühl einigermaßen eingefangen.Ich weiß nicht einmal, was dieses ominöse DSA-Gefühl ist. Wenn dieses Spiel angetreten ist, es hervorzurufen, dann hat es entweder kapital versagt oder ich möchte in Zukunft auf das DSA-Gefühl (Story: *gähn*, Steuerung: *ausrast*) möglichst verzichten. ;-)Inzwischen weiß ich, daß man »nur« mindestens 20 Stunden lang grinden soll, dann wird irgendwann die Story besser. Dazu ist mir allerdings meine Zeit zu kostbar. Wenn die komplette erste Hälfte eines Buches eine einzige Länge ist, dann bekommt es keine 73 %, dann wird es verrissen. Bei einem Buch kann man wenigstens noch drüberblättern.Aber dieses F2P-RPG-Feeling ist offenbar genau das, was der Casual-Mainstreammarkt fordert. Denn es verkauft sich ja wie warme Semmeln. Oder liegt es doch nur an der Marke DSA?

  17. Das „ominöse DSA-Gefühl“ lässt sich für Außenstehende etwas schwer beschreiben. Wahrscheinlich wie das „Star Trek-“ oder „Star Wars-Gefühl“.Ich glaube es gibt einen Begriff, der die Schwelle des Eintauchens in die fiktive Welt beschreibt (level of belief?). Diese Schwelle liegt für Aventurien-Vertraute einfach bei Drakensang sehr niedrig, weil alles stimmig und athmosphärisch, sozusagen „kanon“, übereinstimmend mit dem Rest der Hunderte Seiten DSA-Bücher ist. Hier kann der DSA-Fan eintauchen und losspielen, es entsteht ein wohliges Gefühl und man tritt über in die fantastische Welt.Für mich die ganz große Qualität von Drakensang. Wer sich nicht drauf einlässt oder damit einfach nichts anfangen kann, hat da natürlich ein Manko.Und nichts gegen Arminia Bielefeld 🙂

  18. Ich glaube es gibt einen Begriff, der die Schwelle des Eintauchens in die fiktive Welt beschreibt (level of belief?).Die sogenannte Immersion. Die Star-Wars-Lizenztitel schaffen das auch, wenn man Star Wars _nicht_ kennt – was man von Lucas Arts wohl auch erwarten kann.Diese Schwelle liegt für Aventurien-Vertraute einfach bei Drakensang sehr niedrig, weil alles stimmig und athmosphärisch, sozusagen „kanon“, übereinstimmend mit dem Rest der Hunderte Seiten DSA-Bücher ist.Und für alle anderen versagt es an dieser Stelle kapital. Und wird deswegen zu Recht abgewertet.Was übrigbleibt, ist Gekloppe like WoW (Entwickler: bekanntes MMO ist Vorbild für Drakensang) und absolut infantiler Inhalt. (Entwickler: Das soll auch meine 12jährige Tochter spielen können.) Davon abgesehen, daß deutsche Produktionen offenbar infantil (»kindertauglich«) sein müssen, ist das leider genau die Kombination, die sich glänzend verkauft.Wenn man dann noch von DSA-Kennern liest, daß die Umsetzung der P&P-Regeln, also der eigentliche Kern des RPGs, auch nichts taugt…

  19. Würde ich nicht sagen. Ist zwar keine hochkomplexe Version der Regeln, sprich „dumbed down“, aber immer noch okay, spielbar. Die wirklichen kompletten DSA 4-Regeln einzubauen wäre evtl. etwas utopisch gewesen.Verstehe aber nicht ganz, warum der Einstieg in Aventurien über Drakensang so schwer sein soll…natürlich alles wenn man das „nicht dreistellige Millionenbudget“ bedenkt … ist halt ein deutsches Spiel von einem kleineren Publisher …

  20. Ist zwar keine hochkomplexe Version der Regeln, sprich „dumbed down“, aber immer noch okay, spielbar.Fängt ja schon bei der lächerlichen Charaktererstellung an, die keine ist.Verstehe aber nicht ganz, warum der Einstieg in Aventurien über Drakensang so schwer sein soll…Der Funke springt nicht über. Es fühlt sich für nicht DSA-Vorbelastete an, wie ein x-beliebiges koreanisches Free2Play-mit-Shop-RPG. Mir ist inzwischen bekannt, daß man nicht mit prominenten NPCs gespart hat, um die Fans zu beeindrucken. Das nützt nur Einsteigern, die die Namen nicht kennen, gar nichts.natürlich alles wenn man das „nicht dreistellige Millionenbudget“ bedenkt …Nicht dreistellig, nicht zweistellig, sondern niedrig einstellig. Wie gesagt, Nice Price zum Erscheinungstremin angemessen, Vollpreis aber nicht.

  21. @miltonDie Kritikpunkte saugt er sich aber nicht aus den Fingern, um die geifernde Leserschaft zu befriedigen, sondern haben Hand und Fuß.Und genau das kann ich nicht bestätigen. Stalker CS läuft bei mir zB. in der russischen Originalversion mit dt. Sprachpatch aber _ohne_ jeden Gamepatch, also das ist 1.500 glaub ich, _ohne_ -Abstürze- und ohne Ruckler auf einem _Notebook_ mit einem IntelCore2 Duo T7800, zwei mal 2,60Ghz und 4GB Ram, sovie GeForce8700GT mit vista64 völlig flockig. Also entweder hat 4players Schrott Rechner oder diese werden schlichtweg nur schlecht bedient, sry…

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