Schein und Sein

Gestern 22.00 (wahrscheinlich MEZ), Cevat Yerli, Crytek CEO:

We need to make an effort to limit piracy but we do not want to limit the experience of our fans.

Zur exakt selben Zeit, überall durch die Röhren des Internets fliessend:

Crysis Warhead MULTi10 CLONEDVD“ – The Game.
paul2.rar“ – The Crack.

Richtig, „paul2.rar“ wird sicherstellen, dass die Experience der Fans nicht ge-limited wird.

;-P

14 Kommentare zu „Schein und Sein

  1. Inzwischen geht es doch gar nicht mehr darum, vor Raubkopien zu schützen. So verbohrt kann kein Manager sein. Das ist nur ein Alibi, um die die wahren Gründe (noch) zu verstecken. Die Einschränkung der Anzahl der Installationen geht allein gegen den Gebrauchtmarkt.

  2. Ich sag mal: erst gegen den Gebrauchtwarenmarkt, dann gegen den Neuwarenmarkt.Und am Ende landen wir bei Pay per use und Pay per minute.

  3. Ja cool und dann kaufen wir iwann nur noch Flatrates für Spiele… Das ist dann der Moment wo wir für Spiele das gleiche Prinzip haben wie bei MMO’s: 50€ für’s Spiel und 10€ pro Monat um’s spielen zu können. EA’s neue Kulanz wird dann sein den ersten Monat gratis spielen zu können… Das wird ein Spaß!

  4. Und mit einer »Flatrate« ist dann der Revenue Stream sichergestellt, solange Leute den Content spielen wollen. Ohne etwas dafür tun zu müssen.Was will man mehr? (als Publisher, die Spieler interessieren nicht)

  5. Eigentlich wollte ich noch viel mehr dazu schreiben. Zum Beispiel über den Niedergang der großen Musik Labels, die glaubten sie könne den Kunden vorschreiben, was diese wie zu konsumieren hätten. Oder zum Beispiel über die aktuelle Finanzkrise, deren Zustandekommen NIEMANDEN überrascht, der sich bereits seit Jahren mit diesem Thema beschäftigt und die ihre Ursache in zuviel dummer Gier hat.Ich gehe fest davon aus, dass EA und andere Publisher die Enteignung und Entrechtung des Kunden noch intensiver voran treiben werden. „Game as a service“ hat schon zu meinen Zeiten die Runde gemacht, der feuchte Traum eines jeden Schlipsträgers, in dem (wie schon gesagt) jede Minute Spielzeit abgerechnet wird. Einmal Leistung erbringen und dann für alle Zeiten ewig abkassieren können.Doch auch hier, Wunsch und Wirklichkeit. Es wird zwar eine Weile dauern, aber auch diese Blase wird platzen. Die Amazon 1-Sternbewertungen haben sich ja innerhalb weniger Wochen als ein sehr gutes Protest-Medium etabliert. Und das ist erst der Anfang. Immer mehr Leute haben sowas von gewaltig die Schnauze voll. Aber wer nicht hören will, DER MUSS FÜHLEN! 🙂

  6. In den Kommentaren bei Flagshipped habe ich diesen interessanten Link hier gesehen:(es geht um den Gebrauchtmarkt für Musik)http://blog.wired.com/music/2007/05/used_cd_sales_l.htmlIch habs dort schon geschrieben, ich finds schlimm wie hier die Existenzen kleiner Gebrauchtwarenhändler zugunsten der Industrie geopfert werden. Ich finds auch erschreckend kurzsichtig von der Industrie ihr eigenes Produkt so zu entwerten. Ich verliere doch komplett das Gefühl, mir etwas gekauft zu haben. Dadurch, daß ich es nichtmal mehr weiterverkaufen darf, stellt es für mich doch gar keinen Wert mehr da. Ich empfinde eine Raubkopie als genauso wertlos, das ist auch der Grund, warum ich mir Originalspiele und -musik überhaupt kaufe. Ich kann wirklich nur inständig hoffen, daß die breite Masse das genauso sieht und der Spuk bald vorbei ist.

  7. @Milton:Hast Du die Updates dazu gelesen? Scheint mal wieder ein Pseudo-Vorgauckelgesetz ohne Wirkung zu sein, da dies Läden, die offiziell nur als Mittler zwischen Verkäufer und Käufer dienen, nicht betrifft. Auch betrifft dies Online-Shops nicht.Schon blöd, wenn einem der Gesetzgeber so in den Rücken fällt. Arme Musikindustrie, arme, arme MI :)Ich kann wirklich nur inständig hoffen, daß die breite Masse das genauso sieht und der Spuk bald vorbei ist.Bald nicht unbedingt. Die Krise der MI hatte auch einige Jahre gedauert, bis sie offensichtlich wurde. Und die Spielebranche befindet sich derzeit in ihren Goldenen Zeiten. Alles ist möglich, Umsätze wachsen udn wachsen und wachsen. Es mehren sich die Anzeichen, dass die Verantwortlichen immer mehr den Kontakt zur Realität verloren haben, weil das Geld scheinbar einfach so hereinkommt, gleichgültig, was sie tun. Und als Folge dieses Realitätsverlustes werden falsche und schlechte Entscheidungen getroffen, die den unvermeidbaren Consumer Backslash noch mehr anheizen und beschleunigen.Hab Geduld. Wenn bestimmte Publisher und Entwickler diesen Weg gehen wollen, lass sie ziehen. Der Kunde ist zwar sehr geduldig, doch irgendwann bricht auch dieser Krug. Es ist kein Zufall, dass Hollywood letztes Jahr ein Rekordergebnis eingefahren hat, während der Musikmarkt so schrumpft, dass es bald nur noch zwei große Majors geben wird. Hollywood hat es einfach sehr viel besser verstanden den Kunden das zu geben, was die Kunden wollen. Nicht perfekt, zugegeben, aber nicht ganz so plump/doof, wie das die MI seit Jahren zelebriert.Und es gibt keinen Grund, warum dieser Schrumpfprozess (der nur eine Anpassung an den in immens viele kleine Sparten aufgesplitterten Musikmarkt darstellt) nicht noch weitergehen wird.Sprich, dasselbe kann EA und Konsorten auch passieren, wenn der Massenmarkt abgeschöpft ist, sie nicht mehr wachsen können, obwohl ihre ganze Finanzstruktur auf Wachstum ausgelegt ist, und sie nicht mehr in der Lage sind, all die kleinen Nischen zu bedienen, in denen sich andere Firmen längst wunderbar eingerichtet haben.Abgesehen davon, dass die derzeitige Beinahe-Rezession sich in Windeseile in eine richtige Rezession verwandeln kann, mit den entsprechenden FOlgen für den Privatkonsum hauptsächlich in den USA, der in erster Linie nur auf Pump gebaut ist. Und DAS wird EA und Konsorten noch erhebliche Kopfschmerzen bereiten. Die Goldenen Zeiten könnten schneller vorbei sein, als der Spielebranche lieb sein kann.Wie heisst es bei den Chinesen als Fluch: „Mögest Du in interessanten Zeiten leben!“ :)))

  8. „Spore’s DRM ‚Trained Legions of Pirates,‘ says Halpin“http://tinyurl.com/3fyjjoUnd das wollte ich ursprünglich auch noch im Posting erwähnen. Je derber EA DRM verwendet, um so mehr Leute werden zu Tauschbörsen und Cracks getrieben. Ich selbst bin ja ein perfektes Beispiel dafür. Vor zehn Jahren ein Vorzeigekunde gewesen. Jeden Scheiss gekauft. Dann hat es mir eines Tages gereicht und seitdem bilde ich mir durchaus einiges Wissen zum Thema „Filesharing und DRM“ ein … und lerne immer noch jeden Tag etwas neues hinzu.Aber hey, nochmals. Wer nicht hören will, muss fühlen!

  9. ACK, das schlechte Gewissen im Hinblick auf die »scene-enhanced« Demoversionen ist nach dem letzten Reinfall jetzt vollständig verschwunden.Danke Atari. 😉

  10. Von mir aus kann die gestammte Spieleindustrie mal einen oder zwei Gänge zurückschalten. Kleinere Teams haben ja früher auch gute Spiele entwickelt.Und das Risiko für den Publisher währe auch wesentlich überschaubarer. Muß jeder „Blockbustertitel“ heutzutage ein Budget von 500 Millionen US Dollern haben? Wing Commander 3 hat damals anno Schnee um die 5 Millionen Dollar gekostet, und irgendwie hat keiner geglaubt, das ein Spiel jemals Teurer werden wird. Letztendlich würden die Spiele dadurch günstiger werden, was bedeutet, das man sich das Spiel auch neu kaufen könnte, was dann wiederum bedeutet, das der Publisher mehr von der Kohle des Kunden sieht, anstatt mit einem GTA 4 leben zu müssen, das 8 mal den Besitzer wechselt. Die ganze völlig überladene Bombastgraphik steht mir eh schon irgendwo zum Hals heraus. Deshalb finde ich es ziemlich mutig von z.B. Capcom jetzt Megaman 9 mit Graphik von anno 1986 zu veröffentlichen. Ein Spiel bei den ich auf jeden Fall zugreifen werde (und wo man auch nicht viel falsch machen kann, da es etwa 10€ kosten wird). (Aus Erfahrung glaube ich zu wissen, dass kleinere Entwicklungsteams, die halbwegs eingespielt sind, auch meistens weniger offensichtliche Bugs in den Programmen haben… aber pssst… das ist nur meine Meinung :3).

  11. Von mir aus kann die gestammte Spieleindustrie mal einen oder zwei Gänge zurückschalten.Das kann sie auch. Das wird sie auch tun. Nur … die großen Publisher können das nicht mehr. Dazu sind sie zu groß geworden, dazu sind ihre Verantwortlichen zu sehr im üblichen "Größer-Weiter-Schneller"-Denken gefangen.Ich verweise hier nochmals auf Eidos, die mit 1.5 Mio. verkauften Exemplaren von "Kane&Lynch" unzufrieden sein müssen, weil Entwicklung und Marketing sehr teuer waren. Ich verweise auf erste Stimmen, welche angesichts der immensen Entwicklungs- und Marketingkosten die bislang 8.5 Mio. verkauften/ausgelieferten Exemplare von GTA4, den ausbleibenden Schub auf die Verkäufe von 360 und PS3 und die derzeitigen Absätze von GTA4 nach dem ersten Hype (nur noch Platz 44 in den aktuellen NPD-Charts) als Enttäuschung bezeichnen.Die großen Publisher sind zu groß geworden, ihre Strukturen zu behäbig, die Erwartungen der Investoren zu überzogen. Auf Änderungen im Kundengeschmack können diese Firmen nicht mehr so schnell eingehen wie nötig. Der Erfolg der Wii hat zB. ALLE vollkommen kalt erwischt, was zB. den Mangel an qualitativ hochwertigen Spielen für diese Konsole erklärt. Alle haben sie auf die PS3 und 360 gesetzt und merken nun, dass man hier zwar gutes Geld verdienen kann, aber doch nicht soviel, wie man sich vorher gedacht hat, weil sie auf das falsche Pferd gesetzt haben. Und IMMER NOCH veröffentlichen die großen Publisher die Mehrzahl aller Konsolentitel für 360 und PS3, setzen IMMER NOCH nur auf graphische Verbesserungen statt auf Verbesserungen des Gameplays. Was die Entwicklung natürlich immer teurer macht, aber dummerweise ausser den Hardcore-Zocker sonst niemanden interessiert. Diese Zielgruppe bleibt aber gleich. Sie wächst kaum. Und folglich sinken angesichts steigender Kosten die Profite.Dagegen Stardock, die mit einem geradezu lächerlich winzigen Budget für GalCiv oder Sins (angeblich nur knapp 1 Mio. Dollar für Sins) Profite und Gewinnmargen erzielen, von denen die großen Publisher fast nur noch träumen können. Keine RiesenMegaBlockbuster, sondern ganz gezielt und bewusst für die Nische entwickelt, die zu sich zu ihrer eigenen Überraschung als ziemlich groß herausgestellt hat.

  12. Aber sobald Stardock groß wird, werden sie auch »böse«, da sollte man sich nichts vormachen. Siehe Google.Das ist der natürliche Prozeß.

  13. Zum Thema Musikindustrie:Der Preis wird bestimmt durch Angebot und Nachfrage.Zu lange war man verwöhnt, den Preis selber festlegen zu können…Was Crysis Warhead betrifft, würde ich mir wünschen, das es nicht downloadbar wäre, dann könnte der Chef nicht mehr jammern.Aber wie schon gesagt:englisch „cry“ heisst u.a. „jammern“.Nomen est omen.

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