Spätzünder

Sodeli. Quasi als Kontrastprogramm zum alltäglichen Wahnsinn, der die offizielle, bundesdeutsche Öffentlichkeit befallen hat (im Gegensatz zur inoffiziellen Öffentlichkeit, die sich mit Abscheu und Entsetzen von jedweder hysterischen Sensations- und Panikmache in den Medien abwendet), gibt es hier nun einen kleinen Artikel über eines dieser ganz arg schrecklichen Killerspiele.

Vor kurzem habe ich mich noch darüber beklagt, dass es für meinen Geschmack keine vernünftigen Shooter mehr gibt. Das aktuelle Angebot wäre mir zu taktiklastig, zu sehr auf Pseudo-Realismus getrimmt, der sinnfreie, unbeschwerte Ballerspass käme zu kurz. Nun, was das aktuelle Angebot betrifft, so stimmt das auch fast. Zwar ist mit „NecroVision“ ein potentieller Zeitvertreiber in Aussicht, der Rest (Crysis, Call of Dingenskirchen usw.) ist mir aber zu realistisch, zu wenig arcade-ig oder aber derart bockelschwer (wie zB. Alpha Prime), dass ich keine fünf Meter ohne Godmode überlebe.

Doch man hatte mich auf „Timeshift“ aufmerksam gemacht. Ein Underdog vom Feinsten. Zwar auch nicht gerade einfach, aber zumindest motivierend genug, dass man lernt die diversen Timesuit-Feature passend einzusetzen.

Weiterhin könnte ich natürlich zum x-ten Male „Prey“ spielen. Wird nie langweilig, sieht trotz Doom3-Flair immer noch klasse aus und wo kotzt einem die Spielfigur schonmal per Skriptereignis wortwörtlich vor die Füße? Abgesehen davon, dass Prey der einzige Shooter der letzten Jahre war, den ich auf Anhieb komplett ohne Codes oder Trainer durchgespielt habe. Will schon was heißen anbetrachts meiner nachlassenden Muße. Oder ich könnte erneut Cate Archer befummeln. Oder, hmmm, was haben wir denn da …

Beim Stöbern in der Softwaregruft bin ich doch tatsächlich auf „Quake 4“ gestoßen. Das letzte Mal habe ich das Spiel angefressen und verärgert von der Festplatte gelöscht, weil ich es satt hatte, von einer Skriptratefalle in die nächste zu tappen, weil ich nicht die Gedanken des Leveldesigners lesen konnte und permanent falsch stand, oder das Falsche getan habe oder (mal wieder) nicht wusste, dass ich einen bestimmten Kampf erst ernsthaft führen muss, um ihn dann doch geplanterweise zu verlieren. Hassfresse!!

Doch das ist nun eine Weile her. Neue Hardware steht auch zur Verfügung, warum also nicht …

Und ich muss sagen, verzichtet man endlich darauf Quake 4 spielen zu wollen, wie es der Gamedesigner geplant hat und ballert sich mit tatkräftiger Unterstützung des „Undying“-Cheats lustig durch die Level … das macht LAUNE!






Man fragt sich, warum dieser Titel seinerzeit allenfalls nur lauwarm und nicht gerade begeistert von den Fans aufgenommen wurde. Das Gameplay ist reichhaltig und abwechslungsreich, die Optik ist (wie bei Prey), trotz Doom-LookAlike-Technik, beeindruckend anzuschauen …

Vielleicht war es der Name. Vielleicht hätte man das Spiel „not-Quake“ nennen müssen. Denn mit den ruhmreichen Vorgänger teilt es nur den Namen und das Setting. Das Gameplay jedoch … würde ich ohne Cheats spielen, würde das schnell, wie bei allen aktuellen Shootern, in das übliche, langsam vortastende Kleinklein mit zT. heftig austeilenden Gegnern ausarten. Zuviel Skriptereignisse, zuviel Dialoge, zuviel Story, zuviel Handlungskorsett und ein zu arbeitslastiges Gameplay. Erst mit Cheats spielt sich Quake 4 so, wie sich der direkte Vorgänger mit der Nummer Zwei gespielt hat. Schnell und fetzig! Ach ja, und so mich mein Gedächtnis nicht im Stich lässt, hat man früher bei ID auch auf viel blödes Plattformgehopse oder Enviromental Hazards verzichtet. Ballern war angesagt. Und nur das. Vielleicht ist Quake 4 deswegen ein wenig in der Versenkung verschwunden. Für die Q3-Fans war der Multiplayer ein Witz und für die Strogg/Q2-Fans zuviel modernes Kroppzeugs im Gameplay.

Egal, ich tippe in der Konsole den Cheatcode ein und habe jede Menge Spass. Besser spät als nie!

8 Kommentare zu „Spätzünder

  1. Ich hab mir erst die Orange Box zugelegt und spiele mich gerade das erste Mal durch HL2. (Ja, trotz Steam)Und ich muss sagen, der erste Shooter seit längerem der mir wirklich Spass macht. Ich freu mich auch schon richtig auf die Episoden und Portal.Auch Time Shift steht bereits in den Startlöchern. Mal sehn obs mich genauso begeistern kann wie dich.

  2. Ja, auch wenn HL2 und Episoden so ihre Macken haben, weisen sie aber ein größtenteils flüssiges Gameplay auf. Mein persönlicher Favorit ist hierbei „Canal Route“ mit seiner guten Mischung aus Fahrzeugpassagen, kurzen, knackigen Feuergefechten und einem abwechslungsreichen Levelaufbau. Nie unfair, aber stressig genug, dass ein gewisser Adrenalinpegel erhalten bleibt.

  3. mr archer:ja, nieder mit dem realismus in shootern! sackgasse, das.aber prey … ich habs die ersten, na, so drei stunden lang gemocht. und dann hat es mich nur noch unglaublich angeödet. ich war selten glücklicher beim abspann, es endlich hinter mir zu haben. worans lag wüsste ich auch gerne. vielleicht weil man so beim spielen ahnen konnte, dass sie eigentlich viel mehr geplant hatten und immer mal wieder über die rudimente stolperte, (inkl. im sande verlaufender nebenplots). das tat mir irgendwie weh, glaube ich. und ansonsten, wenn ich mich so vors regal stelle, dann hält für mich im kimme und korn bereich meiner sammlung lediglich riddick meinem ungnädigen blicken stand. aber man wird im alter ja auch ungerechter und hartherziger in seinen urteilen.

  4. mr archer ergänzt noch: die ungnade meint jetzt so die letzten drei, vier jahre. ist schon spät …

  5. Als eingefleischter Quake2-Fan war ich auch von Quake4 enttäuscht. Ich hatte den Eindruck, Q4 hat sich nur ganz oberflächlich am Vorgänger orientiert und viel eher Elemente aus neueren Shootern übernommen. Nichts gegen die Story und die Interaktion mit den Kameraden in Q4, aber man muss nicht um eine Story zu erzählen den Spieler die ganze Zeit an der Leine durchs Spiel zerren. Viel zu restriktiv, viel zu linear das Leveldesign. In Quake2 konnte man schon im allerersten Level drei verschiedene Wege gehen, um von Abschnitt A zu Abschnitt B zu gelangen. In den späteren Levels wurden dann sogar mittels eines Hub-Systems Aufgaben in den unterschiedlcihen Levels miteinandner verknüpft, so dass bereits bekannte Areale wieder besuchen konnte und dort dann wieder neue Bereiche zugänglich gemacht wurden. In Quake4 geht es immer nur geradeaus der Nase nach, immer nur Korridor-Raum-Korridor. So halt wie bei fast jedem FPS nach 2000. In Quake2 gab es hinter jeder zweiten Ecke Secrets zu entdecken, darunter Geheimgänge, Raumkomplexe und sogar komplette Geheimlevels. In Quake4 bestand ein „Secret“ maximal darin, dass man mal unter einer Treppe etwas Muni gefunden hat.Dann die Sache mit den Fahrzeugen… Fahrzeuge schön und gut, passt ja auch zur Militärinvasions-Story, aber man muss sie auch ordentlich umsetzen. In Halo oder auch in Chrome hatte ich sehr viel Spaß mit den Fahrzeugen, weil sie eine vielseitige Ergänzung zum FPS-Gameplay waren. In Quake4 wurde man hingegen quasi einen Abschnitt lang an ein Fahrzeug festgetackert, und musste sich dann stumpf durch weitere ätzend lineare Korridore ballern.Tetz

  6. Hi,Quake 4 war einer der wenigen Titel die ich in den letzten Jahren zum vollen Preis gekauft habe (die UK Version, zwei Tage vor der Indizierung). Ich habe es nicht bereut. Bisher dreimal durchgespielt. Cheats habe ich dabei wenig verwendet; nur wenn ich eine Passage nach drei Versuchen nicht geschafft habe, und das kam nicht so oft vor. Notarget habe ich allerdings öfter geschaltet, weil man nur dann Zeit hat sich die Gegner anzuschauen. Was da an Aufwand getrieben wurde, ist schon erstaunlich. Im normalen Gameplay sieht man das alles gar nicht.Greetings Comrade

  7. Quake 4 war ein tolles Spiel, habe es 2 mal gespielt! Ich fand es es besser als Doom 3.

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