Linktip: The Awesome History of 3D Graphics

Ja, „Awesome“! Kein anderes Wort beschreibt die Entwicklungsgeschichte der 3D-Beschleuniger und Gaming-Graphikkarten besser und treffender. Zumindest für alternde, angegraute Nerds wie mich, denen beim Durchklicken dieser Rückschau nostalgische Erinnerungsschauer den Rücken hinablaufen.

Jaja, liebe Kinder, so war das damals, als Onkel Harzzach viel, viel, fast schon zuviel Geld ausgab, um …

· zuerst auf Basis einer ATI Mach GT selbige mit einer Voodoo 1 zu verzieren, mir dann …

· nicht viel später eine Matrox G200 zulegte, zu der sich bald zwei Voodoo 2 gesellten, dieses Paket …

· darauf von einer Voodoo 3 abgelöst wurde (nie war Ultima 9 schneller und schöner), wobei …

· ich aber kurz darauf Geschmack an 32bit-Rendering fand, was den Kauf einer GeForce 2 MX 64 unumgänglich machte. Abeglöst wurde diese von …

· einer GeForce 4 Ti 4600, die leider auf Grund einer mangelhaften Beschichtung mit Leiterpaste (mir fiel der Kühler beim Ausbauen der Karte fast schon von alleine entgegen) sehr schnell den kläglichen Hitzetod starb. Aber passend nur wenige Wochen nach Ablauf der Garantie. Also …

· griff ich mit einer GeForce FX 5900 so richtig in die Vollen, war dies doch die immer noch teuerste Graphikarte, die ich mir jemals gekauft hatte. Nicht nur deswegen, auch auf Grund ihrer phantastischen Leistung war dies auch die Karte in meinem Besitz mit der längsten Lebensdauer. Doch irgendwann war auch hier das Ende der Fahnenstange erreicht und …

· ich griff zur letzten AGP-Karte, die NVIDIA anbot, zu einer GeForce 7800 GT. Eine feine Karte, die auch jetzt noch friedlich vor sich hinwerkeln würde, wenn nicht zu Anfang des Jahres der alte Rechner die Grätsche hingelegt hätte und ich dank des neuen Industriestandards PCI-Express dieses feine Stück Hardware nicht mehr verwenden konnte. Es folgte daher …

· meine erste PCIe-Karte, meine erste AMD-Karte, eine ATI HD4850. Ein fast noch feiners Stück Hardware, welches leider massiv unter der Inkompetenz der AMD-Geschäftsführung litt, die scheinbar keine Lust haben, entsprechende Ressourcen in die Treiber-Entwicklung zu stecken. Daher musste ich doch wieder …

· zurück zu NVIDIA, diesmal mit einer GeForce 9800 GTX+. Hardware-technisch ein klitzekleinwenig dem Vorgänger unterlegen, dafür aber mit einigermaßen ausgereiften Treibern.

12 Jahre, von der Voodoo 1 bis hin zur aktuellen GPU, die mir manchmal vorkommen wie hundert Jahre. Soviel ist in dieser Zeit passiert, soviel Neues wurde präsentiert und so schnell war es wieder veraltet und reif für die Müllhalde. Eine wahnwitzige Zeit, in der nicht nur das Hardware-Rennen mich in Atem hielt, denn zeitgleich verschluckte mich die sog. New Economy, trieb mich in rasender Schnelle durch den Reisswolf der Erfahrungen und mich um Jahrzehnte gealtert (und entsprechend weiser und erfahrener) wieder ausspukte.

Wohin mich meine persönliche Reise noch tragen wird, das steht in den Sternen geschrieben, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass diese geradezu irrwitzige Rüstungsspirale, die man im 3D-Bereich in den letzten 12 Jahren hingelegt hat, sich nicht nur langsamer drehen wird, sondern in ein paar Jahren auch zum Stillstand kommen wird. Wenn man Hardware für photo-realistische Graphiken zum bezahlbaren Preis in jedes Wohnzimmer stellen kann, allerspätestens dann kann man diese Rückschau final abschliessen.

20 Kommentare zu „Linktip: The Awesome History of 3D Graphics

  1. Wenn man sich so anschaut, daß High-End-Grafikkarten mal mit nur einem Slot und ohne Extrastrom auskamen…Ich bin ja mal gespannt, wo sich das obere Limit bei Leistungsaufnahme und Kühlung etabliert. Bei CPUs hat es offenbar der Pentium 4 bei 130 W gesetzt. Da halten sich jetzt eigentlich alle dran (und noch 2001 wurde über den ach so gefräßigen 72W-Athlon Thunderbird 1400 gejammert).Bei Grafikkarten scheint mit 250 W und zwei Slots das Limit noch nicht erreicht zu sein.

  2. Wär das mit der Photorealitischen Grafik für die Graka industrie nicht wie das Wasserstoff Auto für die Benzin Industrie?Ich kann verschwörung riechen 😉

  3. Voodoo?Extra eine Grafikkarte nur für 3D?Ob das was wird?:DViel zu teuer, wer kauft den schon sowas?hehe, damals(TM) war das ja nicht unbedingt ein Selbstverständlichkeit.Überhaupt 3D Schnickschnack, wer braucht das schon?

  4. Am Anfang eine S3 Virge (!), dann auch ne Voodoo 3.Nach Geforce 5600 und Radeon 9800 war dann aber Schluss mit PC.Die Voodoo3 hab ich noch, ne Voodoo 1 hab ich vor kurzem noch mitm Elektroschrott entsorgt. Signal durchgeschleift, was war das für ne grottige Lösung ;)Aber Tomb Raider 1 sah plötzlich besser aus als auf der Playstation 😉

  5. Halleluja!Bevor ich die Voodoo 1 hatte^, dachte ich so für mich: „Jaja, die Industrie verkauft einem was für teuer Geld, was vielleicht ein bischen besser aussieht und etwas schneller arbeitet“Und als ich dann wirklich mal Tomb Raider 2, welches vorher mit 320×230 ruckelig lief mit meiner allerersten Voodoo-Karte gespielt hatte… WOW! Nun flutschte das Spiel mit quasi der doppelten Auflösung irre schnell dahin! Das grenzte damals schon fast an wirkliche Voodoo-Zauberei.Meine zweite Karte war dann schon die Voodoo 3 in der PCI-Variante, die mir auch Jahrelang die Spiele verschönerte. Später griff ich dann zur GeForce 2 MX, dann zur GeForce 4 Ti 4200 (AGP) und schliesslich habe ich mir die Geforce 8800 (PCIe) geholt, die ebenfalls fantastisches leistet.Ich war nie ein grosser ATI-Fan, da ich von Seiten der ATIler immer nur von Problemen in der Unterstützung ihrer Karten hörte. Die Karten mögen technisch brilliant sein, aber was nützt das, wenn manche Titel diese Brillianz nicht wirklich ausgiebig unterstützen.Jaja, was für eine Zeit. Wenn ich daran denke, dass ich mit einer EGA-Karte anfing und was für Grafik heute möglich ist.Aber ich glaube nicht mal, dass sie die Harware-Spirale verlangsamen wird. Nach der fotorealistischen Grafik wird dann wieder Geld in Physik-Karten oder dergleichen gesteckt. Vielleicht kommen ja auch bald die ersten Geruchs-Karten auf den Markt, damit uns Schwertkämpfe in der Kanalisation tatsächlich zum kotzen bringen können. Solange man Geld holen kann, wird die Industrie niemals aufhören, neues zu erfinden.

  6. Ich war etwas langsamer, ich habe erst mit der Voodoo 2 angefangen. Danach waren’s, wenn ich mich richtig erinnere…* Voodoo Banshee* Voodoo 3 3500 TV (auch wenn ich den Tuner nie benutzt habe)* GeForce 4* Radeon X850* GeForce 6800 (Fehlkauf, war nicht wirklich schneller)Dann war länger nix, ich hatte noch ein AGP-Mainboard und wollte nicht alles aufs Mal auswechseln müssen. Ich denke ich war da nicht ganz der einzige, gibt ja scheinbar noch heute Leute die AGP-Karten nachfragen. Jedenfalls hatte ich über ein Jahr lang einen Computer, auf dem ich dank Festplattenproblemen nicht mal neue Software installieren konnte – aber ich spielte ja WoW, da störte mich das nicht.Als ich mein Leben wieder in den Griff bekam:* GeForce 8600 GT (totaler Fehlkauf, ich war so was von neidisch auf die schnelleren Karten und hatte diese hier nur einen Monat)* GeForce 8800 GTUnd jetzt, seit kurzer Zeit, und bin für den Moment ganz glücklich damit: Eine Radeon 4870.Krass ist es ja schon, wie sich die Industrie entwickelt hat. Was heute in 1920×1080 in Echtzeit über meinen Schirm flimmert, sieht deutlich besser aus als das, was vor wenigen Jahren noch ganze Renderfarmen wochenlang beschäftigte. Aber beschweren wollen wir uns ja da nicht wirklich 😛

  7. aber ich spielte ja WoW, da störte mich das nicht..Ich wundere mich eigentlich, warum die Hardware-Industrie noch nicht Blizzard auf theoretischen Umsatzausfall in Milliarden-Dollar-Höhe verklagt hat 🙂

  8. Das ist ja witzig! Wir haben ganz ähnliche Karten und Erfahrungen gehabt!Ich wollte jetzt eigentlich auch so eine nette Aufzählung reinschreiben, aber das wäre viel zu viel.Daher nur meine Lieblings-Episode:Oma gestorben, Geld geerbt, einmal was gegönnt: Geforce 2 Pro gekauft (999DM bei MediaMarkt – man mag es mir verzeihen!). Der Kauf war aber geil: Freitag abend 18 Uhr, Karte musste her -> zu MM gefahren, Packung gegriffen und zur Kasse, lange Schlange, EC-Karte wurde nicht akzeptiert (vermutlich System überlastet), Karte zurückgelegt, zur Bank gefahren, Geld abgehoben (problemlos!), zurück zum MM, Kassensturz, Viertelstunde später dran gekommen ("EC geht wieder!"), Karte bezahlt (so richtig fett langsam 10 Hunnis hingeblättert und eine Mark Wechselgeld bekommen), zuhause richtig schön eingebaut, läuft nicht – Bildschirm schwarz, bis 21 Uhr alles probiert. Auch Sockel geprüft etc. Dann aufgegeben.Nächsten Tag zum MM gefahren – reklamiert ("Wasn' damit?" "Geht nich!" "Is ja teuer, was machen wir denn da?" "Umtauschen, eine habe ich oben stehen sehn!" "Ja, hier hast'nen Beleg, damit gehst dann zur Kasse!")Zack! Nach Hause damit und eingebaut -> Lief! Puh!Drei Tage am Stück gespielt, bis NOLF durch war. Dann gleich nochmal!

  9. Der Moment als ich das erste Mal die Diamond Monster 3D angeschmissen habe war der größte Woah-Effekt nach einer Aufrüstung. Da kam man sich echt vor wie in nem Scifi Film, wie die beigelegten 3d Demos da smooth und pixelfrei abgerauscht sind.

  10. Das ihr euch alle noch so gut an längst vergangene (Grafikkarten-)Zeiten erinnern könnt, finde ich wirklich erstaunlich. Ich kann mich nur noch ganz vage an NVidia TNT, Ati Rage II, Geforce 2 MX(?) und CO erinnern. Aber wirklich gut kann ich mich nur noch an meine ATI 9800 XT erinnern und wie ich mit der und den neuen PC dann Prince of Persia Sands of Time gespielt habe.Vielleicht habe ich in meiner Jugend auch einfach nur viel zu viel gekifft und getrunken und habe deswegen weniger Erinnerungen an die gute alte Grakazeit.^^

  11. Vielleicht habe ich in meiner Jugend auch einfach nur viel zu viel gekifft und getrunken und habe deswegen weniger Erinnerungen an die gute alte Grakazeit..Das liegt nur daran, dass wir picklige Nerds ohne Privatleben waren.Neenee, mir fallen diese Namen nur deswegen noch alle ein, weil ich mir vor einer Weile einen Tag lang den Kopf darüber zerbrochen habe, was ich denn im Laufe der letzten 12 Jahre an Hardware verbaut hatte. God bless Wikipedia 🙂

  12. Meine persönliche Historie sieht etwas unspektakulärer aus. Die 2D-Ära verbrachte ich mit Trident und diversen S3-Karten (Trio64 und ViRGE), dann folgte der Einstieg in Hardware-3D:1. Matrox Mystique PCI 4 MB + 3Dfx Voodoo Graphics PCI 4 MB (Diamond Monster 3D)2. ATI Rage IIC AGP 8 MB + 3Dfx Voodoo II PCI 12 MB (Creative Labs)3. nVidia RivaTNT AGP 16 MB (ELSA Erazor II)Die kamen alle vom Gebrauchtmarkt und kosteten fast nichts, da völlig veraltet. Dann kam erstmal lange nichts und weiter ging es mit Neuware:4. nVidia Geforce 6800 AGP 128 MB (Gigabyte GV-N68128DH)5. nVidia Geforce 9600GT PCIe 512 MB (Gigabyte GV-NX96T512HP)Die Ära dazwischen habe ich mitsamt allen zu der Zeit erschienen Games komplett ausgelassen.Die 3Dfx-Relikte habe ich übrigens aufgehoben.

  13. Soviele Nerds :)Das ihr noch wisst wie die Grakas hiessen… ich bin Froh wenn ich die Prozessorgenerationen und einen Teil der Spielehighlights auffe Reihe bekomme…0-86 – Spiele… öhm… Esel auf Strasse.2-86 – Pacman und Co… später dann schon Prince of Persia und so… Parallel gabs da Atari und Amiga (scho in farbe und mit sound)4-86 DX2 66 – Comanche, Doom, Point+Click (jeaha)P1 166 aufwärts – alles mögliche… Erfahrungen die man nicht vergisst.. Siedler, Starcraft, D2, Worms und viel viel mehr…P4 2,4Ghz -WoW, Guildwars, BF, immernoch CS :), usw.C2D : COD4, HG:L, BF2GrußD.

  14. Das wird doch demnächst eh alles überflüssig … (hoffe ich).Wenn das hier:http://www.onlive.com/ sich durchsetzt, braucht man prinzipiell überhaupt keine eigene 3D Karte mehr. Dann spiele ich über Remote auf einem externen Rechner. Feini!

  15. Ach, Onlive.com … das Ding stinkt dreissig Kilometer gegen den Wind nach Investoren-Abzocke a la „Phantom“. Die technischen Hürden, die dabei zu bewältigen sind, sind a) keine Kleinigkeit und b) liegen größtenteils ausserhalb der Kontrolle dieser Firma, da sie nicht in der entsprechenden Versorgung großer Bevölkerungsteile mit Breitband-Internet involviert ist. Zudem diese flächendeckende Versorgung (nicht nur in D-Land) nur mit entsprechender staatlicher Unterstützung gewährleistet werden kann, da für die Netzanbieter hierbei zu wenig Profit herausspringt, DSL in jede Ecke eines Landes zu bringen.

  16. Die Hoffnung stirbt zuletzt :pIch sehe onlive auch mehr als Utopie, als dass ich dran glaube, dass es tatsächlich demnächst kommt.Jaja, dem Harzzach kannse nix vormachen, der kennt sich aus.Aber wäre doch nett!Machste Bielefeld weg (wer braucht die Stadt?) und platzierst da eine Server-Farm, damit alle per Onlive zocken können.Im Winter fährst du dann ins Ex-Bielefeld, weil da wegen der Abwärme der Rechner muntere 30° C sind und kannst schon Sommerurlaub machen und von noch besseren Latenzzeiten profitieren :DUnd die (wie nennst du die immer?) „phösen, phösen“ RaubkopiererPiratenWeltzerstörer haben dann auch weniger Chancen ^^

  17. Und die (wie nennst du die immer?) „phösen, phösen“ RaubkopiererPiratenWeltzerstörer haben dann auch weniger Chancen.In der Theorie schon. Aber zum einen werden auch hier Möglichkeiten gefunden werden, wie man ohne zu zahlen auf die Streaming-Inhalte zugreifen kann und da es, zum anderen, immer noch keinen Beweis dafür gibt, dass Schwarzkopien tatsächlich einen Einfluss (positiv wie auch negativ) auf den Umsatz haben, ist das ein NullSummen-Feature. Die Lösung für ein Problem, das im Grunde gar nicht existiert :)Aber schau mer mal. Speziell Onlive ist für mich nur eine Hypeblase, grundsätzlich spricht aber nichts gegen ein derartiges Inhalte-Streaming. Denkbar ist das schon, so ist es nicht.

  18. Bin ich eigentlich der einzige, der statt ner Voodoo damals eine PowerVR von NEC hatte?Die waren eigentlich super, haben sich aber leider nicht gegen 3dfx durchsetzen können…

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