Non-Gaming Interludium XXVII: Terminator Salvation

Ich will es kurz machen …

Ja, ich war vorgewarnt. Ich habe auch extra das Großhirn ausgeschaltet und meine Augen direkt ans Rückenmark angeschlossen. Ich wollte mich auf Grund akuter „Decke fällt auf den Kopf“-Paranoia wirklich nur ins Kino hocken, ein Bierchen trinken und nicht nachdenken. Eigentlich perfekte Vorraussetzungen …

Ok, gut …

Wer ansehnliche Action-Sequenzen sehen möchte, wer haufenweise zT. richtig gut gefilmtes, stylisches Geballer sehen möchte, der sollte sich den vierten Teil des Terminator-Franchises bitte auf DVD ausleihen. Oder sich aus dem Netz ziehen, wenn man gerade nichts besseres zu tun hat. Denn T4 bietet in dieser Hinsicht so einiges für das dann schmale Geld. Da kracht und explodiert und fetzt es, dass der Actionfan durchaus auf seine Kosten kommt. Und würden wir das Jahr 1985 schreiben, als ich T1 mit Speichel aus dem Mundwinkel tropfend im Kino gesehen hatte, ich wäre hellauf begeistert. Heute, im Jahre 2009, bin ich jedoch nicht nur 24 Jahre älter, meine Ansprüche haben sich auch ein wenig gewandelt. Zwar kann ich immer noch Genreperlen wie zB. „Death Race“ in ihrem B-Movie-Status wertschätzen, doch wenn hier die geballte Finanzkraft Hollywoods zusammenkommt und nicht gänzlich unbekannte Schauspieler wie zB. Christian Bale das Lineup bilden … da kann, da DARF ich mehr erwarten.

Da ich versprochen hatte es kurz zu machen, will ich nur anreissen, was mich an diesem Film so massiv ankotzt. Sonst könnte ich seitenweise meinem Frust Luft lassen …

Kurz gesagt, die SecondUnit-Crews und die Effekt-Leute haben ihre Arbeit vorzüglich erledigt. Keine Klagen, großes Lob! Der Film als solches jedoch, all die Elemente, die erstklassig inszenierte Action-Sequenzen erst in einen erzählerischen Kontext bringen, die Arbeit, für die man einen Regisseur engagiert, damit er diesen Zusammenhang herstellt, die hat man leider einer Person übertragen, die nicht wirklich wusste, was sie mit dem Franchise, mit dem Stoff, mit dem ganzen Komplex Schicksal,/Aufbegehren/Zeitreise, der die Terminator-Serie über all die anderen Action-Filme der letzten Jahrzehnte erhoben hatte, überhaupt anfangen soll. Die Dialoge sind gräßlich, die Schauspieler nur belanglose Randerscheinungen, weil sie im Rahmen der Dialoge und der Handlung überhaupt keine Möglichkeit haben, die Geschichte mit Leben zu erfüllen. Es interessiert mich einen feuchten Dreck, was welche Personen/Gruppen warum wie tun. Das Geschehen plätschert einfach an mir vorbei, ich sitze desinteressiert im Kinosessel und fange an ungeduldig mit dem Fuß zu wippen, weil ich mir dringend eine neue Actionsequenz herbeisehne, damit ich mir diese substanzlose Beliebigkeit nicht mehr geben muss.

Es tut fast schon körperlich weh, wenn man mitansehen muss, wie hier das Potential für einen wegweisenden Action-Blockbuster verschenkt wurde. Und ich will gar nicht daran denken, was ein kompetenter Regisseur, was kompetente Drehbuch-Autoren aus diesem Stoff, aus diesem Budget hätten machen können … Himmel, selbst ein Michael Bay hätte daraus mehr machen können als nur eine Show-Veranstaltung für die involvierten Effekte-Firmen. Auch wenn seine Filme nichts weiter als hohle Show-Veranstaltungen per se sind, so funktionieren sie wenigstens in diesem Zusammenhang als perfekte Popcorn-Unterhaltung für Teilzeit-Lobotomiepatienten. T4 jedoch … funktioniert als Film nicht. Überhaupt nicht.

Ja, ich bin sauer …

12 Kommentare zu „Non-Gaming Interludium XXVII: Terminator Salvation

  1. Ich gebe zu bedenken, das der Regisseur zwar alles drehen und sich ein Kopf machen kann, letztendlich der Cutter aber vieles retten und eben auch zerstören kann.Mein ja nur, der R ist nur ein Zünglein an der Waage…Egal, ich werde mir T4 wohl erst ansehen, wen er ins Free-TV kommt, wen ich so zurück denke, ich habe keinen Terminator im Kino gesehen, mhhh.

  2. Richtig, doch der Cutter hat bei den Action-Sequenzen ganze Arbeit geleistet. Er kann jedoch nichts mehr retten, wenn hölzenere Schauspieler, gräßliche Dialoge und eine zusammengestoppelte, unlogische Handlung alles andere runterziehen. Wobei ich den Schauspielern nichts vorwerfe. Wenn man ihnen keine Möglichkeit gibt, ihren Charakteren Tiefe und Glaubwürdigkeit zu verleihen (ja, das geht auch in Actionfilmen), dann können sie auch nichts zeigen.Diese Grütze ist dem Regisseur und den Drehbuchautoren anzulasten

  3. Du beschreibst exakt das Grfühl, was ich in den Matrix-Fortsetzungen hatte. Dan erwartet etwas grosses und bekommt mit wirrer Story verkettete Actionszenen geliefert. Immer wieder traurig.

  4. Schade, mir hat Terminator 1+2 noch richtig Spaß gemacht. Warum ich den 3. Teil nicht mehr sonderlich viel abgewinnen konnte, kann an meinen gestiegenen Alter gelegen haben, oder auch an der nachlassenden Qualität der Reihe.Allerdings bin ich insgesamt sehr enttäuscht, was Hollywood in den letzten Jahren aus dem Actiongenre gemacht hat, nämlich nur noch seelenlos aneinandergereihte sfx-Sequenzen.Ich hätte damals wohl nie gedacht, daß ich das zukünftig einmal sagen werde, aber selbst die Actionstreifen der 90er konnten insgesamt wesentlich mehr überzeugen, als die der letzten Jahre.

  5. Wie gesagt, "Death Race" ist nettes Beispiel dafür, wie man mit begrenzten Mitteln einen unterhaltsamen Action-Film hinbekommt. Die Bourne-Filme sind sehr gute Action-Unterhaltung, sogar ein "Wanted" geht als recht nettes Popcorn-Movie durch. "Ironman" war zB. große Klasse.Man kann in Hollywood schon, wenn man Leute ans Ruder lässt, die wissen, was sie da tun. Nur … bei T4 waren solche Leute nur für die Effekte zuständig.

  6. @ halfnir,musstest Du die Erinnerung an Matrix 2 und 3 wieder hochkochen lassen – ich habe das so gut verdrängen können, verdammt.Als die in Matrix 2 auf ein mal den Rave veranstalteten, dachte ich nur noch wtf o.O – danach war Ende.

  7. …und das, wo McG doch mit den beiden 3 Engel für Charlie-Filmen die Messlatte so hoch gelegt hat (duckundwegrenn').Aber ernsthaft – nach T3 habe ich mit dem Terminator-Franchise im Grunde abgeschlossen, auch die Sarah Connor in Love-Serie hat meine Erwartungshaltung an T4 nicht gerade positiv beeinflusst. Aber hey, auf die neue Futurama-Staffel freue ich mich auch wie Bolle! Die Filme waren zwar super, aber 25 Minuten-Folgen sind genau das richtige Format für Bender und Konsorten.

  8. @ HarzzachDeath Race ging bisher an mir vorbei, aber danke für den Tipp.Stimmt, Bourne fand ich alle 3 ganz passabel und Wanted war auch noch in Ordnung.Ironman hab ich hier schon länger rumliegen und wollte ihn mir zusammen mit Hulk und Batman in einer abendlichen Superhelden Session reinziehen. Gut zu wissen das der was taugt.Danke für die Empfehlungen.

  9. Wobei Ironman eigentlich nur wegen Robert Downey jr. die entsprechende Klasse bekommt. Ohne ihn wäre das nur die übliche Materialschlacht.

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