Beinahe …

Seit etwa einigen Stunden ist das Remake von „The Secret of Monkey Island“ nun auch für uns dappische Europäer verfügbar, die, wie man letzte Woche am Release der ersten Epsiode von „Tales of Monkey Island“ sehen konnte, aber immer noch besser dran sind als die armen Schweine in den pazifischen Zeitzonen, wo man beim Releasedatum von Spielen US-amerikanischer Entwickler erfahrungsgemäß immer einen Tag hinzu zählen sollte. Ja, die Erde ist rund, dreht sich in einem Zeitraum von ca. 24h einmal um ihre Achse und waren unterschiedliche Zeitzonen früher nur für Naturwissenschaftler von Belang und später noch relevant über den Teich jettende Manager, so sind im Zeitalter des unaufhaltsamen Zusammenwachsen des digitalen Global Villages Zeitzonen mittlerweile Teil unseres Alltages.

Doch ich schweife ab … *hüstel*

Als ich also vorhin neugierigerweise meinen Steam-Client öffnete, um zu sehen, was mich das Remake denn dort kosten würde, wenn ich es kaufen wollte (acht Euro und neunundneunzig Cent), da schwebte mein Finger drei ganze Sekunden über dem Link“Add to Cart“.

Neun Euro sind ja nun nicht so viel. Das ist soviel wie eine Flasche eines guten Tafelweins. Oder wenn ich zum mediterranen Lebensmittelhändler meines Vertrauens gehe, ein ganzer Fünfliter-Bottich mit einem höchst anständigen Vinho Verde, der gekühlt bei diesem Wetter die Abende und Wochenenden sehr erträglich macht. Neun Euro. Dafür könnte ich mir auch zwei neue zusätzliche T-Shirts kaufen, was eigentlich zur Zeit keine schlechte Idee wäre. Oder mir alle Zutaten für eine feine Kartoffel/Zucchini/Hackfleisch-Moussaka besorgen. Hmmm, Hunger!

Drei Sekunden später bewegte sich der Mauszeiger weg vom besagten Link.

Ich kenne Monkey Island 1 nahezu auswendig. Ich habe es zig Mal gespielt. Es gibt nichts mehr neues zu entdecken. Ich kenne alle Gags. Und ich habe MI1 erst letztes Jahr wieder gezockt. Dieses Spiel lebt nicht von Graphik, sondern vom Knobeln und Rätseln, vom sich am Boden kugeln vor Lachen. Und das kann ich mit meinen drei Versionen (deutsch, englisch, englisch mit neu arrangiertem Soundtrack als Audio-Spur) ja jederzeit tun. Was also soll ich mit diesem Remake?

Sprich, diese neun Euro gebe ich dann doch besser für sinnvollere Dinge aus … ein Sieg der Vernunft!

Veröffentlicht in Retro

11 Kommentare zu „Beinahe …

  1. Naja, ich will mal nicht so sein und beglückwünsche dich zu deiner temporären Standhaftigkeit, nur warum, warum bezweifle ich, das dies von Dauer sein wird ;).Wie dem auch sei dieses 5 Liter für 9 € Gesöff, würde ich nicht mal geschenkt haben, das dürfte doch Abbeizer erster Güte sein…

  2. Von der Wega … ein richtig guter Trinkwein, den der Ladeninhaber direkt aus Portugal importiert. Deswegen so günstig.Und nein, ich werde nicht schwach. Keine neuen Rätsel, Gags oder Dialoge … für ein Adventure brauche ich kein optische Überarbeitung.

  3. Würde an deiner Stelle genauso handeln.Bei mir dürfte es mittlerweile >10 Jahre her sein, seit ich Teil 1+2 das letzte mal gespielt habe. Und obwohl ich damals beide Teile auch mehrmals durchgespielt hatte, werde ich mich heute mit Sicherheit nicht mehr an alle Rätsel erinnern können und somit neben dem Nostalgiefeeling auch wieder jede Menge Lacher und Knobelspaß haben.Dazu die technischen Verbesserungen mit der Option auf die alten Grafiken zurückzugreifen, ergeben für mich ein unwiderstehliches Angebot.Einzig und allein hinsichtlich der Steuerung bin ich noch skeptisch und werde einfach mal abwarten, wie sich die Leute so äußern.

  4. Ich werde heute Abend definitiv die knapp 9 € ärmer sein. Wollt eigentlich ja gestern schon zuschlagen, kam aber leider nicht dazu. Bei mir siehts, was das letzte mal MI1 spielen angeht, aber auch wie bei Irok aus, von daher aus meiner Sicht sehr gut investiertes Geld. 🙂

  5. Ich gebe zur Zeit ziemlich viel für so Klein-Klein-Kleinkram aus. Mal hier ein UT 3 im Weekend Deal (ca. 180 Sekunden angespielt und seit dem nicht mehr), mal ein Fate of Atlantis (fesselnd wie damals), mal ein Overlord aus der Grabbelkiste…langsam muss ich mich bremsen, es läppert sich.

  6. War leider nicht so standhaft, obwohl ich das Original dank ScummVM häufiger gespielt habe. Ich konnte aber nach den ersten Tönen des Vorspannes nicht mehr widerstehen.

  7. Gratz! lolHey, fuer 9€ bekommt man auch ein gutes Buch oder eineinhalb Manga… oder eine DVD… hach, diese Moeglichkeiten~

  8. Unsere Kaufkraft ist unsere einzige Waffe.Ich habe Monkey Island damals auch sehr geliebt, ich hasse aber nichts mehr als die seit Jahren bestehende Ideen-Armut in Hollywood und möchte den ungebrochenen Trend zum Remake des Remakes des Klassikers nicht unterstützen.Wers noch nicht kennt: Vinho verde im Sommer kann ich Euch auch empfehlen!

  9. Wenn man sich ansieht, was man bei GOG.COM alles fürn Fünfer ohne DRM bekommt: Warum sollte man da bei Steam fast das doppelte für Remake ausgeben, das jetzt mit Online-Zwang statt Drehscheiben daherkommt?

  10. Vermurkste Steuerung + Steam = Adieu Special EditionGibt doch diese tolle Version mit MI2 Interface und aufgemotzter Musik. Dann werde ich die eben stattdessen spielen.Pech gehabt, LucasArts.

  11. Mann kann sich ja, antestenderweise, einmal die Nachgeladen-Version des Spiels anschauen, die im Sturzbach herumschwimmt…ohne Steam natürlich, einfach nur ein Installer, der RARs entpackt.

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