Die Rettung

EA bröckelt Stück für Stück in Richtung Marke im Besitz anderer Firmen. Ubisoft verzeichnet deutliche Umsatzrückgänge. Bei Activision errichtet man Altäre für das CoD-Franchise, weil ohne dieses Spiel die Lage ebenfalls nicht so rosig aussehen würde. Nintendo muss nach längerer Zeit wieder Verluste hinnehmen. MS erreicht mit der 360 das maximal mögliche Umsatzplateau. Sony kann zwar noch lachen, doch die letztquartaligen Zuwächse an der PS3-Front erinnern angesichts des kollosalen Fehlstarts dieser Hardware eher an den berühmten Tropfen auf den heissen Stein, als an ein gewinnbringendes Geschäftsmodell.

Es sieht nicht gut aus für die lange Jahre so über alle Maßen erfolgsverwöhnte Spieleindustrie.

Wir haben die sog. Finanzkrise mit ihren zT. verheerenden Folgen für die Menschen in den Ländern, die in den letzten 15-20 Jahren exzessiv auf Pump gelebt haben. Was wiederum, in unserer vernetzten, globalisierten Welt auch die Länder betreffen wird, die für sich genommen noch recht gut dastehen.

Dann haben wir allmählich Plateau der Marktdurchdringung für die aktuelle Konsolengeneration erreicht. Der Schweinezyklus ist schwer am rotieren und lässt sich nicht aufhalten. Auch wenn Konsolenhersteller und Publisher die Lebenszeit der aktuellen Generation angesichts der immensen Entwicklungs- und Marketingkosten für Hard- und Software so lange wie nur möglich hinauszögern wollen, so MUSS allerspätestens in zwei, drei Jahren die nächste Generation in den Startlöchern stehen, um den Leuten erneut massig Kohle aus der Tasche zu locken.

Die Publisher leiden darunter, dass das Publikum zwar grundsätzlich nicht mehr so auf Fortsetzungen steht, wie das noch früher der Fall war, neue Marken und Konzepte sich aber erneut als Kassengift erweisen, weil “der Bauer nicht frisst, was er nicht kennt”. Manche Publisher suchen ihr Heil in neuen, wirkungslosen DRM-Systemen, um die Investoren bei Laune zu halten. Und manche von diesen Publishern scheinen tatsächlich zu glauben, man könne damit die Umsätze steigern, in dem man Schwarzkopien verhindert und den Gebrauchtmarkt eindämmt. Da sage noch einer, das Mittelalter sei eine finstere Zeit voller Aberglauben und Unwissen gewesen 🙂

Alles ist ganz arg schrecklich und das Ende der Welt steht bevor. Zumindest für Leute, die mit ihren Firmen jedes Jahr zweistellige Umsatzzuwächse erzielen müssen, da ansonsten kein Nachschub an frischem Geld mehr stattfindet.

Doch halt … ist tatsächlich alles verloren? Nein.

Denn 3D rettet uns! Halleluja! Gloria in excelsis deo!

Und mit 3D ist nicht diese flache Pseudo-3D auf unseren flachen, total langweiligen Flatscreens gemeint, sondern dieses neue, schicke und total aufregende 3D aka Stereoskopische Bilddarstellung. Weil, was Hollywood zumindest mit James Camerons Avatar gelungen ist, dass muss doch auch im Spielebereich funktionieren, nicht wahr?

Was die Majors erneut von der unangenehmen Pflicht entbinden könnte, sich ernsthaft Gedanken um die Weiterentwicklung der Genres zu machen, sich ernsthaft darum zu bemühen, frische Ideen aus dem Indie-Bereich Stück für Stück in ihre eigenen Projekte einfliessen zu lassen oder gar *gasp* einem Entwickler genügend Zeit und kreativen Freiraum zu geben, um die Spieler wieder mit Meilensteinen oder “nur” wunderschönen, spassigen Standardspielen von der Couch zu blasen. Denn mit 3D, da kann man erneut den alten Schrunz in neue Gewänder hüllen und als die Neuerfindung des Rades anpreisen. Denn das ist ja das NEUE, GEILE 3D, welches im Gegensatz zum alten, faden 3D viel, viel besser und toller und geiler ist. Manche nennen dies dann euphemistisch Fortschritt. Was es rein technisch zwar auch ist, aber wie bei jedem technischen Gadget, so muss man in kurzen Abständen nachlegen, weil der Reiz des Neuen schnell verfliegt und die Menschen gelangweilt feststellen, dass der alte Wein auch in neuen Schläuchen doch nur wie alter Wein schmeckt.

Aber egal. Wollen wir hoffen, dass das NEUE, GEILE 3D die Majors noch eine Weile über Wasser halten wird, damit der Knall danach umso deutlicher und gründlicher ausfällt.

14 Kommentare zu „Die Rettung

  1. Oh nein 3D! Die Filmindustrie ist ja schon jetzt am rotieren, da Pläne vorliegen jeden alten Film in 3D neu
    zu drehen wie z.B. den Weißen Hai(schon wieder in 3D).
    Da kann sich die Spieleindustrie doch nicht abhängen lassen. Frische Ideen,wer braucht die schon?
    Wir können uns scchon jetzt auf Perlen freuen wie:
    Duke Nukem 3D(endlich, der DUKE),in 3D. Die Neuauflage des alten Klassikers(immerhin mit neuen Texturen).
    Ich freu mich schon.

  2. Also nichts gegen 3D, wenn das bei games dann genauso funktioniert wie bei avatar, na dann aber holy moly.
    Dann will ich half live 4 (oder war es 5?)auch in 3D spielen. Für die hardware fang ich jetzt schon mal an zu sparen. Haben! haben! haben!

    Was die leute allerdings davon abhalten sollte, sich die „großen demos“ dann auch wieder zu saugen ist mir nicht so recht klar. Aber evtl. gibts dann für die software dazu auch ein 3D holografisch-kryptografisches sicherheitssystem, unknackbar.
    Spannender als die spiele selbst scheint die entwicklung der spielehersteller und verkäufer zu werden. Und evlt. erwarten uns ja nicht vorraussehbare Ereignisse. Sage nur „Hellgate Resurection“. Hat ja auch keiner mehr dran geglaubt.

  3. Es ist in der Spiele-Industrie ähnlich wie in der Kunst. Zusätzlich kommt erschwerend hinzu, dass Spiele für die Masse konzipiert sein müssen, sonst spülen sie nicht genug Geld in die Kassen. Da man jedoch vorher nicht genau wissen kann, was die Massen begeistert, benutzt man alte Strategien und alte „aufgehübschte“ Produkte. Langeweile des Konsumenten begegnet man mit neuen Kopierschutz und DRM-Maßnahmen, die nur wieder eine neue Bevormundung darstellen. Doch die illegalen Kopien sind nicht oder nicht vollständig an den zurückgehenden Verkaufszahlen schuld.
    Sollen Spiele tatsächlich nicht nur unterhalten, sondern auch eine Form von Kunst sein wie Literatur, Filme, Comics, Musik etc., dann muss sich hier noch eine Menge tun. Ich würde das sehr begrüßen, ich finde die Verquickung des Unterhaltungsaspektes mit der Kunst einfach grandios. Bei Filmen klappt das hervorragend, warum sollte es bei Spielen denn nicht auch funktionieren?
    Spiele sollten uns zum Lachen und Weinen bringen, sie sollten uns überraschen und unterhalten aufgrund ihres Inhaltes und nicht wegen irgendwelcher DRM-Maßnahmen.

  4. Shit, dann kommen SC2 und D3 ja NOCH später.
    Denn so wie es aussieht, scheint Blizzard ja noch der Meinung zu sein, dass der Heilsbringer der Zwang zum permanenten Online sein ist.
    Jedenfalls lese ich in der Battle.net 2.irgendwas Werbebroschüre nur, dass „Jeder Spieler sich einen Starcraft 2 charakter online anlegt“. Von einer Option lese ich da nix.
    (Obschon, bei Games for Windows Live geht’s ja auch – muss man aber wissen und wehe, man installiert das neu. Savegames sind and die id gebunden.)
    Wenn die jetzt also auch noch auf 3D gehen müssen…

  5. Vielleicht ist das ja der Grund, warum Half Life 2 Episode 3 so lange braucht. Da kommt 3D rein.
    (Auf dem Thema kann ich nicht genug herumreiten, ich habe noch die Spinner im Kopf, die das damals verteidigt haben, als ich sagte, das mit den Episoden wird nix!!!)

    Ach und: Half Life. Es gibt einen Unterschied zwischen der Halbwertszeit und Halb lebe!
    jaja, *scnr* und so. 😉

  6. Moin!

    Ich hab Avatar nicht gesehen und bin darüber immer froher. Ich hab kein Problem damit, dass überall 3D eingeführt werden muss, denn ich muss es nicht kaufen müssen, denn ich weiß ja so gar nicht wie ach so toll das ist.
    Sollen sie nur. Ohne mich. Baldurs Gate 2 ist immer noch nicht durchgespielt, und befindet sich da auf meinem Regal in bester Gesellschaft.
    3D mag ja toll sein, aber was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß, und kostet auch kein Geld. Halleluja!

  7. Anders gesagt:Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.
    Natürlich bleibt das bei den Spielen optional. So wie es immer noch DX9 Unterstützung gibt, werden die Spiele auch 2D bleiben.
    Physik ist ja auch nur ein Gimmick, weil nur 50% der Zielgruppe mitmachen können. (oder wie auch immer die Ati/Nvidia Verteilung ist)

    Deshalb sollte man aber nicht froh sein, Avatar nicht gesehen zu haben.
    (Eigentlich sollte man auch nicht über Dinge reden, die man nicht kennt/kennen will. ;))

    Man kann über den Film sagen, was man will, aber er zeigt in der Tat, was man mit 3D machen kann, wenn es die Optik unterstützen soll und nicht zum puren Selbstzweck genutzt wird.
    Avatar sieht einfach gut aus, das ist alles.

    Am PC stelle ich mir das allerdings sehr schwer vor, denn ich habe alles – nur keine feste Sitzposition vor dem Monitor.
    Und schon das selbstgebastelte Wiimote Headtracking ist daran gescheitert.

    Warten wir es ab – schlimmer als der Virtual Boy kanns nicht werden.

  8. Naja, 3D wird wohl mehr was für den HW Bereich.

    Es git schon ne ganze Weile iz3d der sich als Treiber einbinden lässt und letzt schon aktuelle Games in 3D spielen lässt.

    Für Kino ist das ein Spektakulum, für den PC nix besonderes.
    Sacred2, Trine(!) Assasins Creed alles eher durch die schwache Rchenleistung begrenzt, aber ansonsten gehts.
    Irgenwie logisch, ein Proggie muss eh die Bilder für ein Auge berechnen, das ist es gar nicht so schwer das für zwei Augen zu tun.
    Gab da nen schönen Artikel von der ct.
    Ich konnte einige Games mit Rotgrün Brille spielen.

  9. ich gucke dann auch mal in meine etwas angestaubte glaskugel und prophezeie :
    3D bringts!
    wirklich! wenn sowohl hard- als auch softwarehersteller an einem strang ziehen, die kopfschmerzgefahr gen 0% drücken und die hard/softwarepreise nicht astronomische höhen erreichen, wirds gekauft wie geschnitten brot.

    denn mich hats schon umgehauen, als ich damals ™ halflife 1 mit shutterbrille von elsa..ich will nicht sagen: gezockt, sondern einfach nur diese intro-zugfahrt genossen habe. wahnsinn. wirklich.
    3d am pc? neuer, besser, kopfschmerzfreier? immer her damit!

  10. Also mir haben die 3D Effekte in Avatar wirklich gut gefallen. Auf dem Nachhauseweg hab ich mir noch überlegt, ob das nicht auch am PC umsetzbar wäre. Ein Doom-Legacy in 3D würd mir erstmal schon reichen, um zu testen ob das am PC die selbe Wirkung wie im Kino hat.

    Wundert mich eh, dass es in der Modding und Open Source Scene noch nichts in 3D gibt. Oder bin ich da einfach nicht auf dem Laufenden?

  11. Für 3D am PC braucht es keine Neuaufgüsse und Rereleases. In so gut wie jedem Titel sind die Tiefeninformationen bereits drin.

  12. Hat man beim echten 3D-rendering (also je ein Bild pro Auge) auf dem PC eigentlich ähnliche Probleme mit Mikrorucklern wie bei SLI/CrossFire? Hierbei kann es ja ebenso zu Unterschieden beim Berechnungsaufwand der beiden Einzelbilder kommen.

  13. Ich bin zwar technisch nicht ganz so versiert, aber ich versuchs mal.
    SLI bzw. Crossfire berechnen die Hälfte eines Bildes die beiden Ergebnisse werden dann zusammengefügt. Wenn aber jetzt 1 Grafikkarte den Film für ein Auge berechnet dürfte es keine Ruckler geben weil ja immer vollständige Bilder berechnet werden nur eben leicht versetzt für die Augen.

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