Comic rex

Mit einer der Gründe, warum ich seit dem Sommer nicht mehr wirklich viel Zeit mit Zocken verbringe, liegt nicht unbedingt im traditionell miesen Software-Angebot in den Auslagen der Geschäfte und Download-Portale, sondern liegt neben diversen Real-Life-Geschichten insbesondere in der Existenz eines ganz spezifischen Programmes.

Denn im Laufe der Jahre haben sich so etliche PDFs und CBRs auf meiner Festplatte angesammelt, die ich mangels eines vernünftigen Leseprogrammes fast als nutzlose Relikte einer vergangenen Jäger- & Sammler-Epoche abgehakt hatte. Viele Heftromane (alte, längst verflossene Serien wie zB. Die Terranauten oder Mythor oder das digitale Äquivalent zu meiner im Elternhaus vor sich hin gammelnden PerryRhodan-Sammlung), etliche Marvel-Comics und etliche SF- und Fantasy-Romane, die ich eines fernen Tages endlich im angelsächsischen Original lesen wollte.

Beinahe abgehakt, weil ich mit keinem der vorhandenen PDF- und CBR-Reader zufrieden war. Beinahe abgehakt und gelöscht, weil ich aus lauter Frust begonnen hatte vor allem alte Heft-Serien antiquarisch zu besorgen, was aber auch nicht unbedingt eine preiswerte Lösung ist, wenn man selbige komplett und in gutem Zustand haben möchte.

Doch dann, ja dann … ein Lichtschein am Horizont, ein Leuchtturm in der finstren Nacht, ein Erlösung bringender Heilsbote in der Diaspora der niederdrückenden und trüben eBook-Welt.

ComicRack

Zugegeben, vielleicht doch nicht das beste Programm der Welt, aber nach meiner bescheidenen Meinung der bislang beste Versuch Bücher und Comics am Bildschirm zu lesen. Leider (noch) nicht Opensource, aber kostenlos. Wer will, mag auch gerne spenden.

All die fünf Milliarden Funktionen zur bibliophilen Verwaltung einer umfangreichen eBook-Sammlung oder Einrichtung eines eigenen Dokumenten-Servers, damit man selbst und eingeladene Gäste auch fern ab der heimischen USB-Platte auf Dokumente zugreifen können, kümmern mich nicht großartig. Wer sowas mag, bekommt ein dickes Feature-Paket, welches kaum Wünsche offenlässt.

Mich persönlich interessiert nur, wie bequem ich am Bildschirm lesen, respektive blättern kann und wie angenehm fürs Auge Dokumente auf dem Bildschirm angezeigt werden. Und auch hier werde ich mit vielen Features geradezu erschlagen. Etliche Zoom-Funktionen, Seitenumblätter-Modi, Seitenanzeige-Optionen, einfache automatische und manuelle Bookmark-Verwaltung. Um auch aktuelle PDFs lesen zu können, muss man zwar zuerst GPL Ghostscript installieren, sonst aber beherrscht ComicRack weitestgehend alles, was da draussen als eBook-Format im weiteren Sinne betrachtet wird.

Und nun sitze ich vor dem Bildschirm und lese, anstatt interaktiv nach Achievements zu grinden, weil all die Feature- und Options-Vielfalt funktioniert. Ich kann ComicRack so lange einstellen, respektive an ihm herumfrickeln, bis ich zufrieden bin. Dann beschäftige ich mich nicht mehr mit dem Programm, sondern dann lese ich, gerade WEIL ich mich nicht mehr mit dem Programm beschäftigen muss. ComicRack tritt in den Hintergrund und der Inhalt füllt mein Blickfeld und mein Bewusstsein.

So muss das sein und nicht anders.

11 Kommentare zu „Comic rex

  1. PDFs und CBRs sind für mich auch der Hauptgrund, warum das IPad auf meiner Einkaufsliste relativ weit oben steht. Aber solange reicht Comicrack mir auch. 🙂

  2. Ich kenn‘ noch CDisplay umd MMCE. Können aber afaik keine pdfs anzeigen, dafür laden sie schnell und brauchen kaum Resourcen, mann kann auch sehr viel konfigurieren, wenn auch nicht grad auf intuitivem Wege.
    ComicRack läuft auf alten Mühlen halt etwas zäh und kann ein simples Gemüt like me mit seiner Featurevielfalt ziemlich erschlagen. Sonst is‘ super.

  3. @ Thema

    Danke für den Tipp! Habe zwar ein paar Comics auf dem PC, aber bisher hat es mir nicht wirklich Spass gemacht die mit dem Adobe Reader zu lesen. Werd da mal reinschauen.

    @ Terrance

    Hatte am WE bei meinem Bruder die Möglichkeit mal das IPad aus der Nähe zu betrachten. Für Comics gibt es wohl mehrere Apps (mein Bruder hatte 2 installiert) mit denen man rumspielen kann. Kurz gesagt lässt sich damit ein Comic mmn fast so gut wie im Original lesen. Man hat z.B. auch die Möglichkeit auf einzelne Panels zu zoomen und dann vom Einen zum Anderen zu blättern. „Des basst scho“, sagen die Franken wohl dazu. Was nicht passt ist das viele der angebotenen Marvel-Hefte z.B. für 1,29$ über den Äther gehen. Ich weiss zwar nicht genau wie teuer die Papierausgaben in den USA sind, allerdings finde ich persönlich das etwas happig, zumal fast nur aktuelles Zeug und keine Klassiker, wie Spiderman 1 etc, geboten werden.

    Hat irgendwer da vielleicht noch ein paar mehr Erfahrungen?

    Gruß
    Frank

  4. @Frank: Naja, mir geht’s hauptsächlich darum, meine gesammelten CBRs und PDFs zu lesen. Auf meinem iPod touch z.B. nutze ich ComicZeal. Im Querformat ist alles gut lesbar, aber wäre schon schöner, wenn man alles auf einer Seite hat. 🙂

  5. Ein reguläres Marvelheft kostet zwischen 2,99$ und 3,99$. Von daher sind die Digitalausgaben schon wirklich nennenswert günstiger.

  6. @ Terrance

    Ich denke für den Verwendungszweck würde das IPad wohl reichen. Display ist sehr scharf, Helligkeit ist gut und es ist grade so handlich dass man es bspw. auch mit einer Hand halten kann oder abends im Bett nutzt. Wie es da in Hinsicht DRM und Kopierschutzmeschanismen ausschaut weiss ich allerdings nicht, das von meinem Bruder hatte eh einen „Gefängnisausbruch“ hinter sich.

    @ Themios

    Wenn die Preise für die Printvarianten so sind, dann passt der Onlinepreis wohl. Mir persönlich sind da aber dennoch die Papierausgaben lieber (genauso wie bei Spielen und Filmen), als Sammler will man schließlich was in der Hand haben. Eine Alternative wäre es aber allemal wenn man die teils sündteuren Ersthefte in digitaler Form erwerben könnte, aber eben das kann man leider (noch) nicht.

    Gruß
    Frank

  7. ComicRack benutze ich auch seit einiger Zeit. Sehr hübsches Programm mit Apple-Feeling, zumindest in Sachen Komfort ^^
    Es frisst nur ordentlich Rechenleistung, z.B. im Vergleich zu CDisplay (sowas merkt man besonders auf langsameren Rechner).

  8. Nenn mir mal einen größeren Wirtschaftsbereich, wo nicht Investoren bzw. deren Platitüden-Meinung die Produkte bestimmen (simpler/gleichförmiger/“sicherer“/schlechter etc… machen, als sie seien müssten).

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