Gräßlich und grauenvoll

Es ist so grau und dunkel, dass man bei jedem Blick aus dem Fenster heftig gegen aufsteigende Depressionen ankämpfen muss.

Es ist kalt.

Es regnet schon seit gestern Nacht.

Und ich laboriere seit Tagen mit einer blöden Erkältung herum, die ums Verrecken nicht weggehen will. Das einzig gute an der Sache ist die Möglichkeit HomeOffice zu machen und notfalls die Decke über den Kopf zu ziehen, falls es zu schrecklich wird.

Achja, noch eine andere Sache …

Blizzard schickte mir neulich eine Mail, ich möge doch bitte wieder vorbeischauen, man habe mir sieben Tage Spielzeit gutgeschrieben. Hmrpf. Zuerst habe ich die Mail geflissentlich ignoriert, gleich gelöscht. Gestern nachmittag aber … ok, das Wetter ist schrecklich und grau, so richtig läuft die Arbeit auch nicht von der Hand, wenn man viel Kopfarbeit verrichten muss, selbiger aber mit einem undichten Ventil an der Vorderseite versehen ist und im Innernen ein metallverarbeitender Betrieb mit Schmiedehämmern zu Gange ist.

Ja, es hat mich wieder gepackt. Sieben Tage lang. Gut, dass ich Home Office machen kann 🙂

Entscheidend für mein Nachgeben waren all die Änderungen, die Patch 4.0 in Vorbereitung zum Release von “Cataclysm” mit sich gebracht hat. Neben einigen Interface-Änderungen wurden auch die Talentbäume und Gameplay-Mechanismen diverser Klassen schwer überarbeitet. Und … Blizzard spendiert dem Spiel Wasser-Shader.

WoW_Water_Shader

Äusserst hübsche Wasser-Shader. So schön, dass ich am Strand von Sen’Jin erstmal minutenlang wie ein kleines Kind im Wasser herumgeplantscht bin. Blizzard hat es geschafft, überzeugend realistisches Wasser im Comic-Look zu erschaffen, damit es ohne große Brüche zum Rest des Art Designs passt. Auch ne Leistung.

Und wie spielt’s sich so?

Hmmm, casualiger ;-P

Alles noch einfacher, alles noch eingängiger. Ok, zumindest am Anfang des Spieles. Angeblich soll Cataclysm ja mehr schwierigere Herausforderungen für hochstufige Chars bieten, so dass man sich bei Blizzard wohl gedacht hat, den Spieler schneller durch die Level 1-80 zu jagen. Gut, das hat den Vorteil, dass ich meinen Brummschädel nicht zu sehr anstrengen muss und auf der linken Arschbacke durch die ersten 20-30 Level flitze.

Ansonsten ärgere ich mich über haufenweise kleine Bugs und Nicklichkeiten, die wohl im Zuge all der immensen Patcherei der letzten Wochen erschienen sind. Irgendwas funktioniert ständig nicht. Entweder fehlende Sounds oder diverse Hackler und Hänger beim Liftausstieg oder erkleckliche Lags. Derzeit stehe ich zB. in Donnerfels und frage mich, warum ich für die komplette Erkundung von Mulgore kein Achievement bekomme, sehe dann in der Übersicht, dass Donnerfels als “Nicht erkundet” verzeichnet ist. Ah ja …

Aber hey, geschenker Gaul, Maul und so. Sieben Tage für umme WoW zocken geht in Ordnung, ist der Rest des Spieles doch immer noch einem Großteil der Konkurrenz qualitativ um Lichtjahre voraus. Und … ich amüsiere mich prächtig bei den World Events, die das Kommen von Deathwing vorbereiten. Orgrimmar brennt, Donnerfels wird von Luft-Elementaren verwüstet und der neue Anführer der Horde veranstaltet gleich mal eine derbe Hexenjagd nach Kultanhängern, an der ein McCarthy und George Bush. jr. ihre helle Freude gehabt hätten. Razzien, Festnahmen und Folter. Guantanamo im Fantasy-Gewand.

Wie siehst aus? Machste nach Ablauf der sieben Tage weiter?

Die Klassenänderungen machen schon neugierig, so ist das nicht. Und wenn in zwei Wochen Azeroth verwüstet wird, verändert sich nicht nur die Welt, sondern auch viele altbekannte Quest-Strukturen und Levelwege. Andererseits, spiele ich WoW, spiele ich sonst nicht viel anderes, da diese Art MMO schon ein erheblicher Zeitfresser ist. Du sollst kein anderes Spiel neben mir haben!! Oder so ähnlich …

Ich gehe jetzt auf jeden Fall wieder ins Bett, bricht doch scheinbar gleich die Nacht ein, so dunkel und grau ist es gerade draussen. Als ob ich oben auf den Felsen von Donnerfels stehen würde, mich der von Panik erfüllten Bevölkerung anschliesse und aus der Stadt flüchten würde. Bähh! Dreckswetter!

13 Kommentare zu „Gräßlich und grauenvoll

  1. Ja, ganz schrecklicher Zeitfresser, so schrecklich, das ich nicht anfange wenn ich nicht mindestens ne Stunde Zeit habe.

  2. Und täglich grüßt das „Grind-Getier“ !

    Es ist doch eigentlich total bekloppt, diese Art von „Spiel“ .. dieses Zeitfressende, gebetsmühlenartige Ablatschen von Gebieten, Verkloppen von Monstern mittels Druck auf die Tasten 1 – 10 bzw gelegentlichen Mausklicks.
    Das man sich als erwachsener Mensch so einen Blödsinn antut! Hole x von y und bringe es zu z und erhalte 3 Blechmünzen & die „Pantoffeln des Laufburschen“. Zwanzig Stufenaufstiege später, in einem sogenannten „Fortgeschrittenengebiet“: Hole x2 von y2 und bringe es zu z2 und erhalte 3 Kupfermünzen & die „Größeren Pantoffeln des älteren Laufburschen“.

    Aaarrrrrgghhh !!!
    Aber was rede ich ? Ich muss eingestehen, ich habe vor einer Woche selbst (wieder) mit HDRO angefangen, wo es jetzt ja umsonst ist… kann man ja mal eben.. *ausredesuch*
    Mein Gott, was haben die ein Potential verschenkt. Fürchterlich, wie stumpf die Missionen sind und wie unverschämt lang zT die Laufwege. Wohl nur, um Zeit zu schinden und man sich nicht so viel ausdenken muss.
    Im Auenland gibt es massig Questen, die nur daraus bestehen, von A zu B zu A zu B zu C zu A zu B zu A zu gehen. Kein Witz, in dieser Reihenfolge und mit dieser Hartnäckigkeit. So soll wohl eine „Geschichte“ erzählt werden von einem Nachbarschaftsstreit oder so ähnlich. Wer fühlt sich als Spieler da nicht verarscht???
    Aber: Monterkloppen ist auch nicht besser…

    Trotzdem tue ich mir das an. Was bin ich bekloppt… Ich hasse den Erfinder dieser Art von „Spiel“.

  3. Das mit dem Wetter geht glaube ich jeden so. Nur das ich den ganzen Tag im Büro sitze solange es hell ist. Winter geht einem echt auf den Sack…..

    Das ist es schön wenn man wenigstens in der Spielewelt etwas Farbe um die Ohren geklatscht bekommt.

  4. Trotzdem tue ich mir das an …

    Die Wege des Herrn sind unergründlich! 🙂

    Nee, es ist einfach das auf schnelle, sofortige Belohnung aufbauende Spielprinzip. Ich mache etwas und nur ein paar Minuten später (oft sehr viel schneller) habe ich in der Regel eine dauerhafte Verbesserung. Mein Char wird stärker oder schneller oder kann besser zaubern oder findet ein neues (besseres) Item oder er holt sich bei einem Trinkwettbewerb ein besonderes Haustier oder, oder, oder.

    Man kann sich perfekt in dieser Welt verlieren und genau das erwarte ich von einem Rollenspiel. Sei es offline oder online. Bei WoW kommt noch hinzu, dass der Grind-Faktor hier relativ gering ausfällt, wenn man kein Interesse an Instanzen oder dem Erlangen irgendwelcher Grind-Achievements hat. Man erspielt sich im Laufe der Wochen und Monate einen wohlhabenden, mächtigen Char, ohne dass es wie Arbeit wirkt. WoW bleibt überwiegend immer noch ein Spiel, auch wenn man es auch dort, wie überall, natürlich übertreiben kann. Aber das ist dann die freie Entscheidung eines jeden.

  5. Sieben Tage Spielzeit für umme – nein wie großzügig. Der Dealer kontaktiert seine trockenen User, natürlich mit verbessertem Stoff: „Mit Wassershadern – knallt jetzt noch stärker. Los, probier mal!“ Natürlich rein zufällig in der üblichen Herbstdepression… 😉

    Da finde ich es nicht schlecht, daß Blizzard mir überhaupt nichts „gutschreiben“ kann, weil ich für die überhaupt nicht existiere. WoW-Accounts wird man wohl zeitlebens nicht mehr los. 😉

    Wo wir gerade beim Thema sind: Übermorgen erscheint GT5.

  6. Ach, habt euch nicht so. Ich zock bei dem Wetter bedeutend lieber als wenns draussen 30° ist. Von mir aus känns bis im nächsten November durchgehend so bleiben.

    Ich bin ohnehin froh, gerade keinen Onlinetitel herumliegen zu haben… frisst auch so schon genug Zeit. Aber Hot Pursuit hat schon nur vom Testvideo aus, gereicht um mich wieder zu Burnout:Paradiese greifen zu lassen. RHAAA!!

    Gute Besserung, übrigens.

  7. WB 🙂 – wie man so schön sagt.
    Und hierzu:

    Und wenn in zwei Wochen Azeroth verwüstet wird, verändert sich nicht nur die Welt, sondern auch viele altbekannte Quest-Strukturen und Levelwege.

    Das passiert bereits morgen mit dem Patch (4.0.3a) der heute in der Nacht aufgespielt wird.

    lg

    Kai

  8. Vor allem verschwinden Portal in Dalaran und Shattrath…

    Das ist hart, noch mehr Zeit nur mit Rumreisen verschwenden.

  9. Hehe, ist denen bei WOW auch aufgefallen, dass die „Helden“ zu schnell aufsteigen? Was tut man dagegen? Mehr Geschichte einbauen?
    Weniger EP pro Monster vergeben?
    NEIN ! Die Reisezeit erhöhen 😀 Feddich !
    Reduziert effektiv die EP / Stunde. Supi 🙂

  10. Oh bööööh. oO

    Eigentlich bin ich nur hier gelandet, weil woanders jemand gehetzt hat, dass Du Inhalte klaust. Dann habe ich mich hier festgelesen.

    Und was lese ich da? 7 Tage freie Spielzeit? Möff! Wieso habe ich die nicht auch erhalten??? Mein Acc lief am 02.11. aus. 🙂

    Ich vermisse WoW erstaunlich wenig, aber sehen würde ich die neuen Gebiete doch ganz gerne mal.

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