Betrug!

Dungeon Keeper

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Dungeon Keeper 2

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Klassiker im besten Sinne des Wortes. Nicht nur wichtig im damaligen genrehistorischen Kontext, sondern auch heute noch dank des ausgeklügelten, klaren Gameplays und des soliden, durchdachten Interfaces wunderbar spielbar. Keine Knoten in den Fingern, keine Knoten im Hirn und Augenkrebs wegen häßlicher VGA-Pixelei hat man nicht einmal beim Software-Renderer von DK1 zu befürchten.

“Dungeon Keeper” ist ein Name, den man einfach nur in einer Gruppe alter Spielesäcke fallen lassen muss, um sofort eine andächtige Schweigeminute auszulösen. “Dungeon Keeper” ist ein Name, den Gamerherzen schneller schlagen lassen. “Dungeon Keeper” ist mit der einzige Grund, warum ich einem Peter Molyneux immer noch zuerst zuhöre, bevor ich in schallendes Gelächter ausbreche.

Und als ich letztes Jahr erfuhr, dass ein deutsches Studio sich daran machte eine zeitgemäße Fassung dieses Klassikers zu verwirklichen, da wagte ich doch tatsächlich ein klein wenig zu träumen. Ich wollte nicht viel. Ein simples Remake mit schicker Shader-Graphik wäre schon voll auf genug. Und weil ich weiter träumen wollte, habe ich kaum Previews verfolgt, nur ein einziges Video angeschaut. Wollte das Spiel einfach auf mich zukommen lassen.

Vor etwa zwei Wochen kam dann das blitzschnelle Szene-Release, welches ich aber links liegen ließ. Hey, isse Dungeon Keeper-Klon. Bisserl mehr Respekt, ja? Damit nicht genug, spielte ich sogar mit dem Gedanken mir das Spiel blind zu kaufen, ohne die Vollversion vorher anzuschauen, ohne eine Demo abzuwarten. Bauchgefühl und so. Weil, isse Dungeon Keeper und so. Muss gut sein. Kann nur gut sein. Am Wochenende trudelten aber überraschenderweise ein, zwei Stunden Muße in den Sonntagnachmittag, worauf es nur eine Antwort gab … “Dungeons”-Demo ziehen und zocken!

Nach knapp einer Viertelstunde war die Demo wieder de-installiert und meine Wenigkeit ein wenig ernüchtert. Weia!

Unlustiger Humor, verquaste Story und das einzige, was in diesem Machwerk an das große Vorbild erinnerte, waren das Setting und, ähh, das Setting. Helden in den Dungeon locken, sie dort bei Laune zu halten, um sie beim Verlassen des Dungeons umzunieten, weil ich, respektive der Dungeonlord Heisshunger auf Heldenseelen hat, hat mit Dungeon Keeper soviel zu tun wie Transmorphers mit Transformers. Eben nix! Was ja nicht so schlimm wäre, wenn das Gameplay wenigstens spassig wäre. Aber leider habe ich in diesem verworrenen Gameplay-Konzept nichts gefunden, was Spass machen könnte. “Dungeons” macht sogar Unspass.

Schrott! Müll! Schrunz! Weg damit, ins Verlies, Kopf ab, braucht kein Mensch!

Ja, Kalypso Media, das kommt eben davon, wenn man a) das Marketing und die Pressepreviews so aufzieht, dass man zwangsläufig zu dem Eindruck kommen muss, man habe eine Neuauflage von DK vor Augen und b) das eigentliche Spiel selbst für sich genommen nicht einmal sonderlich gut ist.

13 Kommentare zu „Betrug!

  1. Tja, da wären wir beim Thema von gestern: Besser gut kopiert, als schlecht selbst ausgedacht. Gilt nicht nur für die Grafik und den Hintergrund, sondern auch für die Spielmechanik. Habe mich echt drauf gefreut, auf ein unter Win7 64 lauffähiges DK 2,5 mit zeitgemäßer Grafik und Netzwerkfähigkeit.
    Und was isses geworden? Müll, der nur so aussieht, nur so tut, als wärs DK. Aber im Kern isses Müll.

  2. Genau das ist es. Wer sich ein populäres Spiel zum Vorbild nimmt, fährt am besten, wenn er das Vorbild detailgetreu kopiert. Wenn das Team richtig gut ist, also RICHTIG gut ist, schafft man es sogar das bekannte Gameplay sinnvoll und stimmig zu erweitern. Wer neue Ideen hat und diese auch umsetzen möchte, der macht eben etwas neues und fängt nicht an die Namen alter Klassiker in den Mund zu nehmen.

    Alles andere ist Kundenverarsche, wo mit dem bekannten Namen und Setting der schnelle Reihbach gemacht werden soll. Und wenn man sich anschaut, dass das Spiel zumindest in den Steam-Charts recht weit oben eingestiegen ist, scheint die Rechnung aufgegangen zu sein.

  3. Die Gameplayvideos zeigen, dass das Spiel so einfach nix taugt. Was soll das mit der Seelenenergie und dem „bei Laune halten“? Läuft das im Endeffekt darauf hinaus, dass man quasi die ganze Zeit mit dem Lord rumrennt und manuell die Helden killt, wenn sie volle Seelenenergie haben? Wirkt jedenfalls ziemlich öde.
    Ich mein wo steckt dabei die Langzeitmotivation? Und was für ein Genre soll das bitteschön sein?
    Scheint sich ja um einen ziemlhcen Reinfall zu handeln, die Serie ist wohl endgültig tot.

  4. Hab die Vollversion vor ner guten Woche bekommen und es auch nen Abend über gespielt.

    Es hat mich nicht so recht begeistern können zumal ich nach Mission 3 mit Mission 4 begonnen habe, dachte ich zumindest.
    Die Einweisung in Mission 4 kam mir bekannt vor, bis es mir dämmerte….ich Spiele Mission 3 erneut, obwohl doch schon geschafft.
    Zurück in der Missionsauswahl die 4 erneut gestartet und welch Wunder, nach dem Laden startete Mission 3….nach nem Lachanfall der in Tränen endete das Stück von der Platte gefegt und grolle heute noch dem Kalypso Laden, obgleich es ja nen Patch oder sogar mehrere gibt die „mein“ Problem beheben.

    Nur wird das Spiel dadurch besser? Ich denke nicht.

    Achja…der Patch wird nur über den „Dungeon“ integrierten Launcher gezogen, somit errinert mich das an nen Online Knebel auch wenn ich Offline Spielen möchte, wie mir das auf die Nuss geht versteht ihr wohl 😉

    Drum ists mir au Wurscht ob das Spielchen nun SPielbar ist, juckt mich nütmehr – ist es ja eh ein verkorkstes Produkt.

    Gruß

  5. Natürlich tun sie das. Der Name „Dungeon Keeper“ zieht ungemein und wer in Teasern und Trailern und Spielintros derart offensichtlich Bullfrogs DK-Intro zitiert und nachstellt … das muss doch ein tolles Spiel werden, nicht wahr? Weil DK doch auch toll war, nicht wahr?

    Ich nenne das Betrug!

  6. Schon als ich den Trailer mit den saudoof aussehnden Helden gesehen habe (Humor=dumme Fratzen), war mir klar dass es nicht an Dungeon Keeper rankommt.

  7. Es hat keine Hühnerfarm. Was kann ein Dungeon-Spiel ohne Hühnerfarm schon taugen ? Ach, und Horny fehlt auch. Geht ja mal garnicht.

  8. Ich finde das Spiel ehrlich gesagt nicht so schlecht …

    Kein Dungeon Keeper, aber trotzdem ganz nett.

  9. Dungeon Keeper 🙂

    Eines der ersten „dicken“ PC-Games an das ich unvergleichliche Erinnerungen pflege. 1997, da war ich 14 Jahre alt und lag wegen kompliziertem (und idiotischerweise selbstverschuldetem) Armbruchs im Krankenhaus. Krankenhaus per se ist Langeweile pur, im Wald- und Wiesenhospital gibts ja nichtmal nen vernünftigen Kiosk, also hab ich mir damals die Powerplay gekauft. Aufmacher waren Interstate ’76 (einmal gespielt, kräht kein Hahn mehr nach) und – richtig – Dungeon Keeper. Ich hatte zuvor schon von dem tollen (leicht verspäteten) neuen Bullfrog-Siel gehört. Mit Syndicate und Theme Park in guter Erinnerung, kurz nach meinem Krankenhausaufenthalt noch die PC-Player (RIP) mit CD geholt, und den für mich auch heute noch kultigen Test von Mick Schnelle (siehe Youtube) angeschaut. Diablo als Drauf-Klick-Und-Tot-Spiel gefiel mir nie, DK war für mich als damaligen „Ober-Strategen“ einfach DIE Offenbarung.

    Dungeons ist leider/gottseidank aufgrund von wiederholtem Umzug und nun richtig lahmen Inet komplett an mir vorbei gegangen. So wie Du schreibst, ja wirklich zum Glück….

    Gruß
    Frank

  10. Das Einzige was Dungeons wirklich, richtig GUT macht: Es weckt die Lust wieder das Original hervorzukramen -.-

    Und das will bei mir einfach nicht laufen.

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