Ja, es geht ganz offensichtlich dem Ende zu

Während sich Bobby Kotick erneut einen runterholen kann, weil die vorgestern bekanntgegebenen Quartalsergebnisse von Activision erneut alle Rekorde im positiven Sinne brechen, so muss der Blizzard-Zweig dieses Entertainment-Konzerns schlimme Neuigkeiten verkünden.

Haltet Euch fest: World of Warcraft hat nur wenige Monate nach dem Release des Cataclysm-Addons schlappe 600.000 Abonennten verloren!

Jaja. Total schrecklich. WoW ist tot. Spielt sowieso keiner mehr usw. usf.

Jetzt mal abgesehen von den üblichen Hirngrützeausschüttungen in Gamerforen und Gamerblogs *hüstel* , von nicht wirklich überraschenden Abnutzungsserscheinungen in einem lange auf dem Markt befindlichen MMO und von dem üblichen Auf und Ab eines kommerziell betriebenen Dienstes …

… angesichts dieser Meldung hat die GESAMTE Blizzard-Konkurrenz mit Sicherheit nur geseufzt und sich gewünscht, derartige Luxusproblemchen zu haben. World of Warcraft dominiert den MMO-Markt derart stark, dass selbst ein Abwandern von 6 Mio. Abonennten nicht dazu führen würde, dass man wegen Unwirtschaftlichkeit den Spielbetrieb einstellt. Es gibt derzeit 11.4 Mio bezahlte und aktive WoW-Accounts. Viele Konkurrenz-Titel, die mit zT. immensem Aufwand entwickelt wurden, wären froh, sie hätten die Hälfte dieser Spielerbasis. Bei EA würde man mit Sicherheit ruhiger schlafen, wenn man sicher wüsste, dass Biowares schweineteures Abermillionenprojekt „The Old Republic“ dauerhaft 6 Mio. zahlende Spieler anziehen wird. Gleichgültig, wie man zu WoW steht, aber dieses Spiel ist derart populär, dass sogar nach einer offiziellen Abschaltung sich wahrscheinlich mehr Leute auf Freeshard-Servern tummeln werden als in vergleichbaren Spielen der kommerziellen Konkurrenz.

Ein WoW wird erst dann „tot“ sein, wenn es kein Internet mehr gibt. Ich würde sogar sagen, WoW wird eines Tages, wie Schach oder Fußball, losgelöst von den kommerziellen Interessen einer Firma, einfach „da“ sein und gespielt werden können, wie man einfach ein Schachbrett aus dem Regal kramt oder sich mit ein paar Leuten im Stadtpark trifft. „World of Warcraft“ wird eines der wenigen, wenn nicht das einzige Streaming- und Gaming As A Service-Angebot sein, welches den Untergang des ursprünglichen Anbieters überlebt, nicht im Schwarzen Loch der Serverabschaltung verschwindet und somit kulturell und gesellschaftlich relevant sein wird.

Oder auch nicht. Nächstes Jahr geht eh die Welt unter, weil so ein Maya-Priester auf Bill Gates gemacht hatte und dachte, dass das Fortführen des Kalenders bis zu diesem Datum ausreicht und er jetzt keinen Bock mehr hat und lieber mit den anderen Priesterkumpels Maisschnaps saufen möchte.

11 Kommentare zu „Ja, es geht ganz offensichtlich dem Ende zu

  1. Vielleicht hat World of Warcraft die Schneid das Ultima Online unserer Zeit zu werden. Das wird ja auch noch fleissig am Leben erhalten, und gilt als Meilenstein seiner Epoche. Man kann von WoW halten was man will, aber ein Meilenstein ist es auf jedenfall. Ich denke solange es noch Geld einbringt wird es Blizzard auf jedenfall aktiv weiterentwickeln. Frage ist nur, wie lange kann man so ein Produkt am Leben erhalten? Das ist für mich die spannende Frage wie oft sich WoW neu erfinden kann/muss um auch in Zukunft seine Fans zu halten.

    Ich persönliche habe mit dem Grafikstil von WoW nie was anfangen können, deswegen bin ich seit sechs Jahren mit Guild Wars am rummachen 😉

  2. Rekorde im positiven Sinne – nur nicht für die Kunden. Mehr Einheisbrei. Mhh lecker.

  3. South Park hatte es prophezeit:
    „This could be the end of the World… of Warcraft!“

  4. Und zur Feier des Tages gibt es jetzt eine Obama-Versteck-Map für Kaunterstreik.

  5. so ist es, wenns keiner mehr bezahlt gehen die leute auf privatservern zocken, classic, bc, lichking-server gibts genug. guild wars spiele ich gerne, ist kostenlos, läuft geschmeidig ist abwechslungsreich, braucht aber ne menge einarbeitungszeit für seine eigene helden-party. nicht zuletzt wegen der unmengen an fähigkeiten, die man den gruppenmitgliedern zuweist, ein komplexes spiel. die dungeons in „eye of the north“ z.b. sind alleine kaum zu schaffen.

  6. Hallo,

    wenn man den Zahlen trauen darf, dann läuft ein MMO immer noch mit Gewinn wenn es nur 50.000 Leute spielen. Davon dürfte WoW wirklich noch ein ganzes Stück entfernt sein 😉

    mfG

  7. Das kommt darauf an, wie teuer das MMO in der Entwicklung war. EA wird ein TOR mit dauerhaft nur 50.000 Spielern wohl kaum betreiben wollen, will man nicht bis zum St. Nimmerleinstag warten, bis das alles endlich Gewinn abwirft.

  8. Ich würde auch sagen das da einfach ne Menge Faktoren mitspielen, die es unmöglich machen, einen allgemeinen Break-Even-Point zu berechnen. Ab wie viel Spielern wird eigentlich ein MO zum MMO?

  9. Ab 42. Zweiundvierzig ist die Antwort.

    Es wird sicher noch lange dauern bis man WoW offiziell beerdigt. Ich denke es wird auch niemals so etwas wie ein WoW 2 von Schneesturm produziert.
    Genauso wie ich denke das D3 ein Reinfall wird.(tötet desen Ketzer, tötet ihn!)

    GuildWars2 werd ich mir kaufen, weil mich GW +Addons sehr gut unterhalten hat, ich den Leuten zutraue, weiterhin innovativ zu sein und sie sich nicht nur plump selbst kopieren.

  10. Genauso wie ich denke das D3 ein Reinfall wird.(tötet desen Ketzer, tötet ihn!)

    Blizzards Spiele sind so populär, dass man wie bei der CoD-Reihe die Qualität um Größenordnungen nach unten schrauben könnte, die Leute würden immer noch in Scharen angelaufen kommen. D3 kann kein kommerzieller Reinfall werden. Ganz ausgeschlossen. Und die paar Leute, denen die Neuerungen im Gameplay zu falsch, zu wenig oder zu viel sind, die kann Blizzard locker verkraften, solange das Spiel im Kern seines Wesens grundsolide und gut spielbar ist. Wie auch bei SC2, so muss Blizzard mit Diablo 3 das Rad nicht mehr neu erfinden. Die Leute wollen hier einfach nur das Übliche vom Gewohnten in etwas hübscherer Graphik.

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