Umzugshinweis für Sammler

Beim Einpacken der Sammlung KEINEN, ich wiederhole, KEINEN Gedanken auf das Sammlerobjekt verschwenden, welches man gerade einpackt.

… muss mich gerade mit Gewalt von diversen Perry-Rhodan-Heften lösen.

Denn im Gegensatz zu Spielen, die ich in den Untiefen der Harzzach’schen Software-Gruft gefunden habe, ist ein Buch ganz schnell aufgeschlagen und ganz schnell überfliegt man die eine oder andere Seite und ehe man sich’s versieht, sind einige Stunden ins Land gegangen. Und dann ist da noch der große Karton mit allen den obskuren SF- und Fantasy-Zeitschriften/Fanzines, die ich mir während der 80er und 90er zugelegt hatte. Ich denke, ich werde hier einfach einen Müllsack drumstülpen und zukleben. Bloß nicht reinschauen! Ja nicht reinschauen! Sonst … ahhhh …

Immerhin habe ich meine alten Jahrgänge “PC Games” und “Gamestar” bereits verpackt und in die hinterste Ecke gestellt. Wobei ich bei Schlagzeilen wie “Gothic 3: der neue Oblivion-Killer aus Deutschland!” (Gamestar) schon schwer mit mir kämpfen musste, um nicht kichernd alte Jahrgänge durchzublättern und auf Previews einstiger Genreperlen zu stoßen, bei denen man auf Basis von Screenshots die unglaublichsten Dinge zusammenfabuliert hat, was wiederum eine ausgemachte Spezialität der frühen PC Games war. Genau deswegen schleife ich die alten Magazine auch mit mir rum, anstatt sie wie die alten Spiegels, ohne mit der Wimper zu zucken, dem Altpapier zu übergeben. Es ist sehr lehrreich und unterhaltsam, wenn man fünfzehn, fast zwanzig Jahre alte Artikel über ein Genre liest, in dem sich die Zeit rasend schnell weitergedreht hat. Hach ja, damals … als Savepoints in PC-Spielen noch zu klaren Punktabzügen in der Wertung geführt haben 🙂

30 Kommentare zu „Umzugshinweis für Sammler

  1. Ja, das kenne ich gut. Habe in meiner Sammlung eine PlayTime mit der Nachricht, dass Sony ins Spielegeschäft einsteigen möchte mit der PSX. Dazu geistreicher Kommentar, ob das überhaupt gelingen kann, angesicht der übermächtigen Konkurenz von Nintendo und Sega. (!) Man hat der Sony nicht viele Chancen eingeräumt. Ha,ha…

  2. Jaja, die Pc-Games war auch so ein kapitel bei mir. Ich glaube ab Ausgabe 3 (jedenfalls war ne demo von wales voyage oder so dabei) habe ich alle besessen. Auch wenn ich als Schüler nie Kohle hatte, fürs Heft hats immer gereicht und was dadrin stand war Gesetz.
    Gegen 2005/6 habe ich gutverdienend das Abo gekündigt, da war der Verfall nicht mehr auszublenden.

  3. ach, Gamestar.. bah. Ganz ehrlich, das Blatt war selbst zu Hochzeiten nur mäßig.. ich hatte es sogar 2 Jahre im Abo, nachdem der PC JOKER pleite gegangen ist und die GS die Abonenten quasi übernommen hat. Während ich die alten Joker-Hefte immer noch einmal alle 2 Jahre mit Rührung aus dem Regal nehme, habe die sämtliche GS längst komplett ungerührt der Wiederverwertung zugeführt. Evlt werden sie ja jetzt zu weicherem Klopapier als bisher verarbeitet. Diese Redakteure, Fähnchen im Wind, keine Meinung, kein Rückrat, kein.. ach.. ich könnte mich schon wieder aufregen, was die für einen Müll verzapft haben und dennoch den Anschein von professioneller, seriöser und absolut objektiver Berichterstattung aufrecht erhalten wollten. .. brrrrr. und da wird über die Bild gemeckert – da gibts wenigstens n paar Brüste fürs Geld.

  4. Ich ärgere mich im Nachhinein schon etwas, daß meine ganzen alten ASM Magazine irgendwann beim Ausmisten dem Altpapier Container zum Opfer fielen.
    Rückblickend gäbe es da mit Sicherheit jede Menge zu lachen.

  5. Das „Alter Sack“-Sein beschränkt sich zumindest auf diesem Blog nicht auf ein gewisses biologisches Alter. Geistige Reife (höhö) ist’s, wonach wir hier streben! Nicht, dass wir sie immer haben, aber wir streben immerhin danach 🙂

  6. Als ich eines Tages angefangen habe Spielezeitschriften zu lesen, habe ich mir gleich (fast) alles geholt, was da beim Zeitschriftenhändler stand. ASM, Power Play, PC Joker usw. usf. Das Rennen hat aber sehr schnell die PC Games gemacht, deren Erstausgabe (zumindest für mein Empfinden) um Größenordnungen seriöser und professioneller wirkte. Der Schreibstil war sachlich, die Redakteure hatten keine „Spitznamen“ und auch sonst war die PC Games frei von dem dümmlich-juvenilen Humor der anderen Magazine.

    Das allerbeste, was ich aber jemals in Deutschland an Printmagazin für den Spielebereich gelesen hatte, das war eine deutsche Lizenzausgabe eines UK-Magazines, dessen Name mir aber ums Verrecken nicht mehr einfallen will. Erstklassige Texte, kein stupides „Stiftung Warentest“-Abklopfen von Neuerscheinungen, RICHTIGER Journalismus. Auch in den deutschen Eigentexten und nicht nur in den Übersetzungen aus dem Englischen. Hat natürlich keine Sau (ausser der meinigen) gekauft und nach wenigen Ausgaben war auch wieder Schluß.

  7. Hehe stimmt, hatte damals auch oft mehrere unterschiedliche Zeitschriften.
    Die ASM ist mir nur deshalb besonders im Gedächtnis geblieben, weil sie durch Zufall mein erstes Heft dieser Art war (gabs in einem Spielebundle als kostenlose Zugabe), und weil die Spiele aller damaligen Plattformen darin besprochen wurden. Hach was habe ich damals die Texte und Screenshots genaustens durchleuchtet, selbst bei Spielen, bei denen ich nicht mal die dazugehörige Hardware hatte 😀
    Englischsprachige Zeitschriften wie die Edge waren mir meist zu teuer und wurden auch nicht überall angeboten.

  8. Ich habe die Werbeprospekte der Spieleindustrie nie gelesen. In den frühen 90ern habe ich mich auf dem Laufenden gehalten, indem ich die Neuerscheinungen selbst „getestet“ habe, dann kam das erste eigene Modem (noch vor der ersten eigenen Wohnung BTW) und Notwendigkeit für toten Baum entfiel völlig. Heute kaufe ich hin und wieder eine Ausgabe wegen der beiliegenden DVD und übergebe sie bereits im Laden dem Altpapier.

  9. Außerdem ist man so alt wie man sich fühlt! Warum zahlt mir der Staat eigentlich keine Rente? Ich bin schon „gefühlte“ 70. Mindestens.

  10. Waerst du alternativ vielleicht daran interessiert sie abzugeben? Ich haette durchaus interesse an aelteren Ausgaben (also ungefaehr bis 1995). Dann koennte ich auch vielleicht endlich mal damit anfangen komplette Hefte fuer kultpower.de einzuscannen.

  11. Ich habe seit Anfang der 90er in der Tat die Playtime im Abo bezogen, bis sie dann eingestellt wurde. Dass dort Spiele für alle (gängigen) Systeme besprichen übte auf mich damals den größten Reiz aus. Sollte beim Nächsten Besuch vielleicht mal auf dem Dachboden meiner Eltern stöbern, ob da noch einige Ausgaben in irgendeiner Ecke liegen. Für ein Schwunzeln sollte die erneute Lektüre doch gut sein. Vielleicht finden sich auch noch einige Ausgaben des Amiga Jokers und anderer Zeitschriften. Habe alles mögliche querbeet gelesen.

    Heute ist mein Interesse an diesen Magazinen erloschen, irgendwie sprechen mich diese bunten und knalligen Titelbilder nicht mehr an. Aus selbigem Grund kaufe ich mir auch den Spiegel nicht mehr. 😉

  12. Ich kann mich auch nicht trennen. Neulich hab ich sogar mal aussortiert, so dass ich von allen Spieolen bei denen ich denke das ich so nochmal spielen würde einen Test oder Preview vertreten habe.

    Ne Woche später hat meir ein Freund seine alten PC Joker / Powerplay vermacht. ca. 100 Ausgaben.

    Seit die Seiten der führenden Spielemagazine seine News auf die Startseite packt, kaufe ich allerdings gar nicht mehr. höchstens Jahresrückblicke – und das ist vermutlich auch gut so. Vielleicht werde ich bei den E-Zines wieder über ein Abo nachdenken – macht den Umzug wesentlich angenehmer. Wobei die erstaunlich teuer sind stelle ich grad fest. Schweinerei…

  13. Jetz ma echt, Ren Dhark war irgendwie cooler als Rhodan. Most underestimated space-hero ever!!!

  14. „Lösen“ im Sinne von … nicht anfangen zu Lesen beim Verpacken, sondern einfach stur in den Karton legen, den Geruch nach alten Papier ignorieren, Johnny Brucks Coverzeichnungen wegblinzeln 🙂

    Aber bei den Terranauten (die obergeile Öko-Techno-80er-SF-Serie schlechthin), da musste ich wieder reinschauen.

  15. Neben mir im Regal steht die PC Player 4/95 bis 9/2000 und die PC Games 7/2000 bis 6/2005 und ich kämpfe stark mit mir, sie zu entsorgen, weil ich Platz für die Spiele brauche.

    Dieser Artikel und die Kommentare machen die Entscheidung nicht leichter. Mist.

    Und im Keller stehen noch einige Kisten mit der 64’er…!

  16. Meine Spielezeitschriften habe ich nicht entsorgt, weil ich sie von ihrer jeweiligen Erstausgabe an habe. Alles, was ich mir an Zeitschriften „so zwischendrin“ zugelegt habe, ist gestern ins Altpapier gewandert. Hoffe Dir einen möglichen Lösungsansatz gegeben zu haben 🙂

  17. Oha……Sheldon…..Rajesh ….Howard …..Leonard

    Das sind jetzt aber schon astreine Chuck Lorre Dialoge.

    Penny,Penny,Penny,Penny,Penny

    😉

  18. Von Zeit zu Zeit hole ich den Stapel alter Amiga Joker aus dem Regal, ärgere mich dann noch kurz, dass ich nicht mehr von denen aufgehoben habe und verfalle dann ich einen kurzen, aber heftigen Nostalgierausch.

    Sowas wie die Amiga Joker gabs dann leider nie wieder, was aber wohl nicht nur an der Art der Berichterstattung lag (witzig bis brüllend komisch, bunt und dabei ernsthaft informativ), sondern auch daran, dass die Spieleschmieden damals tatsächlich noch auf das Feedback von Magazinen und Spielern reagierten. Also positiv, meine ich und nicht mit der Drohung, Werbung oder den Zugang zu aktuellen Spielen zu beschneiden.

    Klar, so ein Amigaspiel war im Vergleich zu den meisten heutigen Titeln geradezu lächerlich schnell und preiswert zusammengekloppt, aber dafür erreichten dann auch die Gewinne nicht einmal im Ansatz an Geldmaschinen wie „Call of Mutti 14“ heran.
    Und ja, die Produktion eines Spieles ist heute sicherlich komplexer (was dann aber seltsamerweise oft nicht für die Spielmechanik gilt) und schwerer beeinflussbar, als das damals noch der Fall war.

    Aber dann schaue ich mir zB die damalige Berichterstattung zur Entwicklung von Spielen wie Turrican II oder dem Battle Isle Addons an und stelle fest, dass die Macher damals tatsächlich mit Interesse auf Kritik reagierten und sinnvolle Vorschläge oft wirklich im fertigen Spiel umgesetzt wurden. Im Anschluss kehre ich dann in das hier und jetzt zurück, in dem Entwickler ihre Spiele häppchenweise präsentieren, Geheimniskrämerei bis zum Erbrechen betreiben, nur selbst gelieferte geschönte Screenshots zulassen und unangenehme Berichterstattung schon mal wegklagen. Und dann bestelle ich mir erst einmal eine Pizza, weil ich auf nüchternen Magen nicht kotzen kann.

    Überhaupt… dieser Tage habe ich zum ersten Mal gedacht „Die töten mein Hobby!“. Ich hatte mich mit Steam arrangiert, war bereit bei DRM und miesen Konsolenports ein Auge zuzudrücken, aber irgendwie ist die Luft jetzt echt raus. Ich meine, ich LIEBE Computerspiele. Ich betrachte sie als integralen Bestandteil meines Lebens. Doch inzwischen bin ich als Gamer permament unter Beobachtung, werde ausgepresst bin zum letzten Cent, habe KEINERLEI Rechte mehr und muss mich beschimpfen lassen, weil ich das verkackte lustlose Ende der Mass Effect-Reihe irgendwie nicht so künstlerisch und prall finde oder weil ich es wage, mal ein Spiel gebraucht zu kaufen. Erschwerend kommt hinzu, dass es zB bei Shootern (die ich nunmal so sehr liebe) jeglicher Art sehr schwer ist, noch Spiele zu finden, die mir als reinem Singleplayer überhaupt noch was fürs Geld bieten. Ist ja alles nur noch 3 Stunden lang, aber dafür mit sup0r (!!!111EinsElf) Multiplayer!

    Und selbst bei oldschoolmäßig angehauchten Titeln wie „Hard Reset“ bleibt ein schaler Geschmack zurück. Ich habe mir dieser Tage die „Extended Edition“ gekauft, nur um dann feststellen zu müssen, dass mir ein Starttool aufs Auge gedrückt wird, welches nicht nur ungefragt aufs Netz zugreift, sondern auch das Eröffnen eines Online-Accounts beim deutschen Publisher Kalypso zwingend notwendig macht. Was natürlich nicht mal auf der Packung steht.

    Selbst der Tausch „Grafik und Komplexität“ gegen relative Freiheit auf den Konsolen funktioniert nicht mehr. Mit Onlinepass und Co. hat man hier inzwischen auch Wege gefunden, dem Spieler Fesseln anzulegen. Und wenn ich lese, dass die nächste Xbox-Generation noch nicht einmal ein DVD-Laufwerk besitzen soll und angeblich zwingend online sein muss, bekomme ich schon fast einen Schreikrampf.

    Dabei werfe ich diese asozialen Sitten inzwischen noch nicht einmal den geldgeilen Publishern vor, sondern der Politik, die zwar sonst meint, sich in jeden Lebensbereich einmischen zu müssen, aber den inzwischen fast kriminellen Methoden der Publisher mit seltsamer Indifferenz gegenüberstehen. Und den Vollidioten von Spielern, die selbst dann nicht aufschreien, wenn €A ernsthaft darüber nachdenkt, bei Onlineshootern pro Munitionsclip extra Kohle zu verlangen und die jeden gehypten Scheiss kaufen wie geschnitten Brot und jede Beschneidung der ihrer Rechte auch noch ernsthaft in den Foren verteidigen.

    Ernsthaft, inzwischen denke ich bei fast jedem neuen Spiel nicht mehr über das Spiel selbst nach, sondern darüber, welchen Ärger ich wohl diesmal mit dem neuen Spiel haben werde. So macht das doch keinen Spaß mehr.

  19. Warum denn sofort entsorgen? ^^“ Ich bin mir sicher, es gibt für sowas auch Käufer. Nur als Gedanke.

  20. Na, so ganz unvoreingenommen war der Joker dann aber auch nicht. Spiele von Software 2000 wurden immer sehr wohlwollend ‚getestet‘. Falls du die passende Ausgabe im Hause hast, lies dir mal den Test zu Jonathan durch(waren glaube ich so um die 90%) und dann google mal, wann das Spiel veröffentlicht wurde(dürfte ungefähr zwei Jahre nach dem Test gewesen sein).

  21. Die Zeitung hiess „Edge“ und war vergleichbar mit der GEE. Verstehen sich mehr als Kultur-Magazine und hatten den Vorteil, daß man sich beim Lesen nicht wie ein infantiler Idiot fühlte. Leider gibt es beide nicht mehr.

  22. Oh ja, sehr gerne sogar! Mir hängen die alten dinger sehr am herzen und sie abzugeben ist mir natürlich lieber als wegschmeissen. Wenn du mir sagst wie ich dich kontaktieren kann werd ich mal nachsehen was noch so rumfliegt und ob es auch brauchbar ist.

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