5 Millionen

Dead Space 3 bietet dem Interessenten nichts grundsätzlich neues, was einen enormen Entwicklungsaufwand erfordern würde. Für Dead Space 3 verwendet EA die gleichen Tools, die man schon für die Vorgänger verwendet hat, das Team ist eingearbeitet und ist vertraut mit den Tools, kann schneller und effizienter Ergebnisse liefern. Die Graphik-Engine ist eine Eigenentwicklung, es fallen keine Lizenzkosten an. Dead Space 3 kann günstig und schnell produziert werden, ohne Abstriche bei den Produktionswerten zu machen.

Und trotzdem heißt es seitens EA, wenn Dead Space 3 nicht mindestens 5 Mio. verkaufte Einheiten erreicht, war es das mit Serie. Fünf Millionen Minimumumsatz. 5 Millionen. Was ist das für ein Wahnsinn!

Das kann drei Dinge bedeuten:

1. Die internen Produktionenbedingungen bei EA sind so derart katastrophal, dass man nicht mehr in der Lage ist Spiele mit einem vertretbaren Budget zu entwickeln.

2. Dead Space 3 muss die durch andere Spiele verursachten Einnahmeausfälle ausgleichen.

3. Eine ganz üble Kombination aus 1. und 2.

Ich vermute letzteres.

Die zunehmende Marktkonzentration und Übersättigung des Marktes für AAA-Titel erfordert enorme Marketingkosten, um auch nur akzeptable Umsatzzahlen zu erreichen. Gleichzeitig drückt dieser Marketingaufwand (man munkelt, Activision verbrät für jeden neuen CoD-Teil um die 100 (!) Millionen Dollar an Werbekosten) natürlich enorm auf den Gewinn. Was für uns als ein erfolgreiches Spiele-Franchise erscheint, kann daher nur eine mittelprächtige schwarze Zahl am Ende der Bilanz sein und nicht das ungemein profitable Produkt, welches wir uns Laien so vorstellen. Ein Flop schmerzt daher umso mehr, kann das kommerziell besser laufende Spiel nicht mehr in dem Maße die Verluste durch andere Titel ausgleichen, wie das früher noch der Fall war.

Ja, aber CoD läuft doch klasse und schaut man in die Bilanzen, wirft Blizzard jedes Jahr immense Gewinne ab?

Natürlich. Und doch versucht Vivendi einen Käufer für Activision-Blizzard zu finden. Weil man bei Vivendi offenbar zu dem Schluß gekommen ist am Ende der Fahnenstange angekommen zu sein. Weil der Spiele-Markt nach deren Auffassung kein weiteres Wachstum mehr zulässt. Weil er gesättigt ist. Durch und durch. Nicht einmal die kommende neue Konsolengeneration scheint entsprechende Wachstumsphantasien erzeugen zu können. Nicht einmal mehr das.

EA dreht nur noch auf hohem Niveau Geld durch, es bleibt nicht viel hängen. THQ’s Dasein auf Erden kann man mittlerweile in Monaten ausdrücken. ActiBlizz ist am Endpunkt des kommerziellen Wachstums angekommen, was für nicht wenige Investoren gleichbedeutend mit einem Ende ihres Investments ist. Bei Sony musste man Leute entlassen und Nintendo muss mittlerweile Prozesse gegen Anbieter von DS-Cards führen, um die Investoren mit Aktionismus zu beeindrucken, wenn schon die aktuellen Zahlen nicht mehr viel hergeben. Das ist nicht mehr profitabel und gesund, es ist ein Zeichen für Geschäftsmodelle, die nicht mehr so wirklich funktionieren.

Ob es zu einem Crash wie weiland 1983 kommt, als quasi über Nacht Atari und der Rest der damaligen Anbieter implodierten, das wird sich noch herausstellen. Ich denke eher, dass es zu jeder Menge Fusionen und Übernahmen kommen wird, so dass am Ende maximal zwei, drei Anbieter den kompletten AAA-Markt abdecken werden. Aber nicht mehr mit den irren Gewinnen der Vergangenheit, mit jährlich zweistelligen Wachstumsraten, sondern auf hohem Niveau stagnierend. Sollten die Majors jedoch versuchen mit immensem Aufwand im Bereich der Mobil-Plattformen die Boom-Zeit der letzten zehn Jahre zu wiederholen, DANN wird es zu einem Crash kommen, denn der Mobil-Bereich ist nicht in der Lage dauerhaft diese erforderlichen Umsatzzahlen zu generieren. Das WIRD floppen. Gewaltig.

Spiele wird es immer geben. Indies werden den Platz der Majors einnehmen und größer werden und sich eines Tages selber in verkrusteten Strukturen wiederfinden, die es ihnen unmöglich macht sich aus eigener Kraft aus dem Sumpf zu ziehen. Firmen kommen und gehen. Geschäftsmodelle kommen und gehen. Gespielt wird immer.

Möge der Crash daher kommen. Schnell und gewaltig. Anstatt dass die Majors langsam dahin siechen und uns mit Krankenhausgeruch und ständigem Gejammere wegen Schwarzkopien und Spielewiederverkauf noch auf Jahre hinaus belästigen.

61 Kommentare zu „5 Millionen

  1. Dead Space 3 soll sich 5 Millionen mal verkaufen?
    Nach dem Gameplayvideo zu urteilen wird das gesteckte Ziel nicht erreicht werden.
    Das Spiel sieht nach einem Mix aus, was bisher in den letzten Jahren an TPS überall er schienen ist, abgeschmeckt mit einer Prise …….MEH.

    ……………………. oder wird das Spiel genau WEGEN den 5Mille so extrem auf „casual“ getrimmt? hmm….

  2. ich glaube ja das die großen publisher die nächsten konsolengenerationen geradezu fürchten, denn wenn diese tatsächlich erheblich leistungsfähiger werden bedeutet das einen imensen anstieg der entwicklungskosten.

    warren spector sprach kürzlich in einem interview davon das „aaa“ titel dann vermutlich bis zu 200 mio. dollar kosten könnten, das ist kaum noch zu refinanzieren.

    ich verstehe auch die komplette ausrichtung der großen publisher auf tripple a titel nicht mehr, nehmen wir z.b. mal das kickstarter projekt „grim dawn“ das wurde und wird im großen und ganzen von gerade mal zwei leuten entwickelt, und das diese leute ihr handwerk verstehen sieht man an dem indirekten vorgänger „titan quest“.

    ich möchte mal behaupten das das spiel bei erscheinen mit einigermaßen vernünftiger promotion locker für 1-2 mio. verkaufter kopien gut ist, damit dürfte der prozentuale gewinn um längen höher sein als bei den meisten großen titeln.

    vielleicht sollte sich so manch ein publisher mal das gute alte sprichwort „kleinvieh macht auch mist“ zu herzen nehmen.

    gruss

  3. Ich kann mich deiner Meinung in vielen Punkten einfach nur anschließen. Ich denke, dass es den Majors über kurz oder lang nicht mehr gelingen wird, ihre (und das kommt ja noch dazu!) oftmals nur noch halbherzig produzierten Titel in genügender Stückzahl an den Mann oder die Frau zu bringen, um durch die von dir genannten Premium-Titel, so erfolgreich sie im einzelnen auch sind, zu einem Ausgleich für die Erfolgsbilanz gelangen zu können. Und was passiert, wenn diese Premium-Titel eingestellt werden? Weder EA noch Activision noch Nintendo oder Sony werden aufhören, Spiele zu produzieren. Sie werden nur voraussichtlich (noch) weniger taugen als jetzt schon. Und dann erinnert mich das wirklich an die Situation, wie wir sie beim großen Videospielcrash gehabt haben.

    Aber du hast es ja schon genannt: Indie-Spiele boomen (in natürlich bescheidenem Maße). Fundraising wird langsam zur Mode. Und mit dem Internet gibt es heute ganz andere Möglichkeiten als Anfang der 80er, für kleine Produzenten, ihre Titel in den Markt zu bringen. Und vielleicht lernen die ja irgendwann mal aus der Geschichte ihrer Branche. Könnte ja sein ;-).

  4. 200 Millionen Dollar für ein Videospiel!?

    Kann sich außer mir noch jemand an das Tam-Tam erinnern, das erzeugt wurde, als Hollywood-Filme anfingen, ein Budget von 100 Millionen Dollar zu verbraten? The times they are-a changin‘ …

  5. Die Majors können aber nicht mehr „Kleinvieh macht auch Mist“. Kein Major kann mehr ein Spiel wie zB. Sins of Solar Empire für lächerliche 1 Mio. Dollar produzieren, welches laut Aussage von Stardock alle damit verbundenen Kosten mehrfach wieder eingebracht hat.

    EA & Konsorten können nicht mehr „klein“. Nicht einmal mehr in der Masse. Die ganzen Unternehmensstrukturen wurden in den letzten Jahren darauf ausgerichtet mit AAA-Titeln möglichst hohe Umsätze zu erzielen. Man kann nicht einmal kleine, bereits fertiggestellte Indie-Titel ins Programm aufnehmen, weil diese nicht genug Umsatz erzielen, um die damit für EA verbundenen Kosten zu rechtfertigen. Das EA-Indie-Label wird derzeit nur aus Publicity-Gründen geführt. Geld verdient EA dabei nicht. Und wenn, dann bewegt sich das in Größenordnungen, für die dort keiner mehr morgens aufsteht.

    Die Majors stecken in ihrer selbstgestrickten Falle. Größer können sie nur noch durch Aufkäufe und Fusionen werden, weil der Markt gesättigt ist. Kleiner dürfen sie nicht werden, weil ansonsten die Investoren den Stecker ziehen. Catch 22, wie es so schön heißt.

  6. Und was passiert, wenn diese Premium-Titel eingestellt werden?

    Werden sie aber nicht. Es wird weiter AAA-Spiele geben. Aber die werden dann nicht mehr von EA & Konsorten kommen, sondern von Anbietern, die entsprechende Produktionswerte günstig (!) produzieren können.

    Schau Dir zB. mal „Hawken“ an. Basiert auf dem aktuellen UE3-Devkit, wurde von einem kleinen Team von max. 10 Leuten in einem Jahr entwickelt. Unglaubliche Schauwerte! Sieht einfach nur noch fantastisch aus. Astreine Technik, geniales Art Design. Moderne Tools und modernes Software-Projektmanagement und ein großer Haufen Talent & Erfahrung machen das möglich.

    Oder schau Dir Runic Games an. TL1 war ein feines, aber kleines Spielchen. Hat den Jungs aber genug Kohle eingebracht, um die Entwicklung von TL2 zu finanzieren und diverse Geldgeber neugierig zu machen. TL2 ist jetzt kein kleiner Indie-Nischentitel, sondern wird vom Publikum (nicht von Runic wohlgemerkt) mittlerweile als vollwertige (!) Konkurrenz zum Megablockbuster Diablo 3 betrachtet. Lass TL2 gut ankommen und wir haben einen ehem. kleinen Indie, der nun AAA-Spiele produzieren kann. Oder schau Dir Valve an. Oder Bethesda. Das sind Indies, die bereits seit Jahren AAA-Spiele eigenfinanziert produzieren und einen Major nur als zusätzlichen Vertriebskanal nutzen. Oder CD Project, die mit knapp 12 Mio. Dollar ein Spiel (TW2) produziert haben, welches optisch und in Punkto Detailreichtum mit JEDER großen Produktion der Majors mithalten kann. Und CD Project schreibt mit knapp 1.5 Millionen verkauften Exemplaren von TW2 dicke, fette schwarze Zahlen.

    Der Generationswechsel steht uns nicht erst bevor, er hat schon stattgefunden! Das sind die „Majors“ der Zukunft. Beth, Valve, Runic, CD Project. Keine Massenanbieter, die JEDEN Geschmack abdecken, sondern Anbieter, die nur ihr jeweiliges Segment perfekt bedienen. Das ist der Major der Zukunft. Groß in der Nische!

    Und was das Thema Sportspiele betrifft … die Lizenzvergeber, FIFA und Konsorten, die wollen ja alle Geld verdienen. Wenn da aber niemand mehr ist, der die horrenden Lizenzforderungen zahlen kann, was passiert dann? Richtig, die Lizenzkosten werden sinken, bis sich wieder ein Käufer findet. Eine Pleite von EA wird daher nicht das Ende diverser Sportspiele sein.

  7. Was denn sonst? 🙂 Deas Space 3 kann niemals 5 Mio. erreichen, wenn es als Horror-Survival-Spiel daherkommt. Die Zielgruppe für diese Art Spiel ist nicht groß genug, um die Bedürfnisse von EA zu befriedigen. Also macht man aus Dead Space einen harmlosen Action-Shooter, weil sich das besser verkauft. Dennoch … 5 Mio. sind höchstwahrscheinlich nicht zu schaffen. Und selbst wenn, der dafür nötige Marketingaufwand senkt ja wieder den Gewinn. EA hat also nix von 5 Mio. verkaufen Einheiten, wenn zum Schluß nur a bisserl Kaffekassengeld übrig bleibt.

  8. 5 Millionen! Das ist so aberwitzig, dass es schon lächerlich ist.

  9. Wenns man böse formuliert, steckt der Teufel darin, daß der Gewinn jedes Jahr sich steigern muss, um die Aktionäre zufrieden zu stellen. Gleichbleibender Gewinn, sei er auch noch so hoch, ist eine Katastrophe für diese. Irgendwann ist halt mal Schluß, nicht nur in der Spielebranche.

    So etwas bricht jeder Firma irgendwann das Genick, leider denkt man als Shareholder nur soweit, wieviel Rendite eine Firma bringt, der Rest wie die Umstände der Firma spielen da weniger eine Rolle.

    Der große Systemcrash wird schon seit Jahren herbeigeredet, der wird eher kommen, wenn die äusseren gesellschaftlichen und politischen Umstände dazu führen, vorher nicht, außer es setzt ein großer Teil der Spielehersteller auf das „Spiele als Service“ Modell, wahrscheinlich wird daß in Form einer Mischung aus Streaming und HTML5 werden.

    PS: Ich habe punkto Spiele ausgesorgt, habe soviele zuhause, daß ich für den Rest meines Lebens ausgesorgt habe. Mein größeres Problem ist es, diese auch in einen spielbaren Zustand (via Emulator etc) zu halten….. als sowas.

  10. Jedenfalls wird Origin schonmal dazu beitragen, daß der PC nicht sonderlich zu den 5 Millionen beitragen wird. 😀 Aber ich habe meine EA-Titel überwiegend von GOG und Steam Sales fürn Kleingeld, daran können die eh nichts verdienen.

  11. Ein Major (z. B. EA) wird mit einem großen Knall untergehen. Danach wird das scheue Kapital sämtliche anderen börsengehandelten AAA-Videospielebuden gnadenlos abverkaufen, selbst wenn sie nichts falsch gemacht haben. Das wird man dann den Video Game Crash 2.0 nennen. 😉

    Wie der schwarze Schwan genau aussehen wird, ist natürlich schwer vorherzusagen. Vielleicht ein Bilanzfälschungsskandal oder ein weltpolitisches Ereignis läßt die Verkaufszahlen eines Megasellers (bspw. CoD) auf 1-10 % einbrechen. Das muß nicht einmal wirtschaftlich bedrohlich sein, aber das Signal, was davon ausgeht, wäre für die ganze fremdkapitalfinanzierte Branche jedenfalls absolut tödlich.

    Daß ein hochemotionales Produkt Videospiel nicht wie Ölförderung funktioniert, haben die „Suits“ nämlich noch nicht kapiert, wie man am Umgang mit den Kunden sieht. Die freuen sich, daß ihre Zielgruppe komplett verblödet und leicht beeinflußbar ist, sehen aber nicht die Gefahr, die genau davon ausgeht. 😀

  12. Dead Space 1 war düster und gruselig, auch wenn der Horror beinahe zu 100 Prozent aus potthässlichen Monstern bestand. Teil 2 war ein Action-Shooter mit hässlichen Monstern, der Gruselanteil war aufgrund ihrer schieren Masse nur noch gering. Und Teil 3 sieht leider so aus, als würde man mehr als je zuvor auf Action setzen. Eine Entwicklung, die wahrscheinlich nur der Geldgier von EA zuzuschreiben ist.

  13. KANN denn ein „Major“ groß in der Nische sein? Das widerspricht sich irgendwie… Über kurz oder lang MÜSSEN doch Valve und CD Project zukaufen, sonst wachsen sie nicht weiter, oder ?

    Oder ist der Vorteil von CD Project und Valve nicht viel eher das zweite Standbein?
    Sie haben beide eine Plattform – STEAM / GOG , in der sie fremde Titel verkaufen und bei jedem ein wenig mitverdienen. So lassen sie andere für sich arbeiten an Titeln, die sie selbst vielleicht nicht so gut abdecken können. Meiner Meinung nach ein genialer Schachzug und die EINZIGE Möglichkeit, in den nächsten 5 -10 Jahren zu überleben.

    EA hat den Digitalvertrieb verpennt und ist nur noch ein taumelnder Dinosaurier.

  14. Es ist dann kein Major mehr in heutigen Sinne, dass eine Firma Sportspiele und RPGs und Shooter und DanceDanceFuchtel anbietet, sondern in der gewählten Nische Produktionen abliefert, die heutigen Major-Standards in Punkto Präsentation und Produktionswerte entsprechen. Codemasters könnte zB. sehr gut nur mit erstklassigen Racing-Sims und Arcade-Racern auch noch in zehn Jahren vertreten sein. Weil man hier Leute hat, die wissen, was sie tun. Beth macht OpenWorld-TES bis zum Erbrechen (es sei denn, vorher bricht ihnen das TES MMO das Genick) und Valve verkauft Hüte für Team Fortress bis ans Ende aller Tage. Man konzentriert sich auf den Bereich, in dem man Know-How und Erfahrung hat.

    Und ja, ein eigener, halbwegs populärer Download-Service ist für die Zukunft die halbe Miete. Dann muss man auch nicht mehr mit schmierigen Abmahnanwälten zusammenarbeiten, sondern kann Valve in Punkto Indie-Vertrieb gute und nötige Konkurrenz machen, bevor Gabe mit irgendwelchen Buchhaltern ersetzt wird, die Valve in das künftige Äquivalent von EA verwandeln. Gut, was wahrscheinlich auch so passieren wird, ab einer gewissen Menge Geld, die hier durchgeschleust wird. Bin gespannt, ab die Indies von heute der Falle entgehen, in welche die Musikindustrie, Hollywood und die heutigen Majors getappt sind: Das strategische Geschäft Leuten zu überlassen, die nur Geld zählen können, von sonst aber keinen Plan haben.

  15. EA braucht das Geld. TOR entpuppt sich als Flopp und droht zum Schwarzen Loch zu werden, welches EA das Genick bricht.

  16. Verdienen tut man schon, aber halt nicht genug, um sie vor dem Abgrund zu retten 🙂

    Hätte man den eigenen Back-Katalog halt früher zur Verfügung gestellt, anstatt immer nur darauf gebaut mit dem üblichen Jahresrelease kurzfristige Umsätze zu erzielen … ach, hinterher ist man immer schlauer. Und ja, Origin wirds auch nicht reissen. Der Client-Ansatz ist scheiße, um es mal weniger höflich auszudrücken. Die Leute wollen neben Steam nicht noch einen und noch einen und noch einen Client laufen lassen, die alle zusammen weniger können als Steam mittlerweile bietet. Entweder alles auf Steam oder ganz DRM-frei, wie das GOG.com macht. Origin hat in der jetzigen Form keine Zukunft.

  17. Glaubts wirklich dass DS zum Shooter für Moorhuhnhasser wird ? Kann ich mir nicht vostellen. Um mehr als duchschnittlichen Erfolg zu haben muss das Spiel seinen Charakter beibehalten, never change a winning team und so weiter.
    So dämlich können die Leute doch nicht sein…

    Ausserdem: ich glaube nicht, dass die Gewinne bei den Grossen im eigentlichen Sinne zurückgehen, ist es vielleicht nicht vielmehr so dass sich die Erlöse normalisieren (und früher im Vergleich zu anderen Branchen einfach nur irrsinnig hoch waren) ?
    Wenn man allerdings mit Zahlen von anno 90 die Gewinnerwartung für 2012 herausrechnet könnte man wohl den Eindruck gewinnen dass die Spielewelt bald untergeht.
    Ist natürlich Quatsch, die Goldrausch- Ära ist einfach vorbei.

  18. Leichtbekömmliche Action verkauft sich IMMER besser. EA braucht viel Geld, EA baut DS in einen leichtbekömmlichen Action-Titel um. Damit verliert man zwar manche Alt-Fans, kann aber mehr neue Spieler ansprechen.

    Langfristig zerstört man sich dadurch zwar eigenständige und interessante IPs, die der einzige Schutz der Publisher vor einem plötzlichen Desinteresse der Kundschaft an dem immer gleichen 08/15-Kram sind, aber wen interessiert das, wenn es nur darum geht kurzfristig das Quartalsergebnis zu pushen.

  19. Hoffentlich bricht ihnen bald das genick, die branche hat es nicht anders verdient.
    z.B. kauf ich mir nur noch game of the year editionen, da bekommt man dann ein komplettes spiel, und nicht die basic version wo man alles dazukaufen muss.

    Des weiteren müssten nach so einem crash die neuen firmen mit innovationen trumpfen und nicht mit unsummen an marketing…

  20. Würde ich Sony heißen und hätte ich für günstig Geld ein Everquest 3 entwickeln lassen, ich wäre superduperglücklich.

    Da ich aber nicht Sony heiße, sondern EA und ich auch nicht recht günstig für ein Handvoll Mio. Dollar ein nettes MMÖ’chen habe produzieren lassen, sondern MINDESTENS 150-200 Millionen Dollar in ein offizielles StarWars-MMO gesteckt habe, welches mich zumindest in Schlagweite zum Spitzenreiter WoW bringen sollte (Bioware + Star Wars = WIN!) … es ist nicht so, dass niemand TOR spielt, aber angesichts der Kosten sind geschätze 1 Mio. aktive Spieler bei weitem nicht genug, um dieses Teil auf absehbare Zeit profitabel zu machen.

    Und wenn man, wie Ende Mai geschehen, Leute bei Bioware entlässt, die an TOR mitgearbeitet haben, obwohl man mit Volldampf Endgame-Content bauen sollte, um den anhaltenden Spielerschwund aufzuhalten … das sieht nicht gut aus.

  21. Ich muss dich enttäuschen, aber „nicht unterstützen“ bedeutet, daß man die entsprechenden Spiele weder kauft noch anderweitig besorgt, und nicht diese GoTY Editionen sich zulegt. Da widersprichst du dich etwas.

    Das ist das gleiche Gerede, von „die Firma wird eingehen, wenn sie nicht *mehr* Gewinn macht“. Gewinn und Umsatz macht sie ohnehin, allerdings weniger als es die Besitzer/Aktionäre des Unternehmens wollen. Es bedeutet zwar Personalabau und Kostenreduktion, aber sowas ist noch nicht „die Firma sperrt zu“.

    Blizzard-Activision ist übrigens ein klassisches Beispiel hierzu gerade, um auf die Verkaufsgerüchte anzuspielen. Mit World of Warcraft, Starcraft, Diablo 3, Call of Duty, Tony Hawk, Guitar Hero (rip 2011) und diversen Blockbuster-Filmumsetzungen ist die Firma gut aufgestellt und alles andere als „reif für den Konkurs“. Bei Diablo 3 begründet sich der Hass wohl auch, daß dieser Titel nicht raubkopierbar ist, höchstens als Shard ala Ultima Online.

  22. Tony Hawk ist Schnee von gestern, ein einstiges Mega-Franchise, welches keine Mega-Umsätze mehr bringt. Die Musikspiele sind quasi über Nacht vom Heilsbringer der Branche zum obskuren Nischentitel implodiert.

    Und genau deswegen wurde Vivendi nahegelegt die Spielesparte verkaufen: Es ist viel zu riskant, Vivendi hat andere Sorgen, als sich so einen riskanten Zweig, extrem anfällig für Flops und Pleiten, ans Bein zu hängen. Wenn es läuft, ist gut, aber es kann sehr schnell ganz schlecht laufen und dann hat man nur Schulden am Hals und muss den Laden für billig verramschen. Die Boom-Zeiten sind vorbei.

    Das ist nicht das Ende von ActiBlizz, aber wenn die Boom-Zeiten vorbei sind, gehen die ganzen Heuschrecken und Schlipsträger woanders hin und es haben wieder Leute das Sagen, die mehr Ahnung von der Branche haben, als nur Geld zu zählen.

  23. Guitar Hero ist zu recht eingegangen. Nicht, weil Musik(spiele) generell scheiße wären, nein, weil das gesamte Konzept grundlegend überarbeitet werden musste.
    Herausgekommen ist „Rocksmith“, im Vertrieb von UbiSoft.
    Man schließt seine ECHTE E-Gitarre an die Konsole / PC an und klampft Lieder nach; das geht so weit, bis man sie auswendig spielen kann. Dieses Konzept ist der Hammer, es funktioniert wirklich und ich hoffe, dass sie es noch um weitere Facetten erweitern wie zB eine zweite Gitarre gleichzeitig, vernünftige Gesangsunterstützung…
    Ich zocke Rocksmith nun schon eine Weile und finde es wirklich sowas von genial – deswegen durfte der GHero auch den Alterstod sterben.
    Da hat ActiBlizz eventuell ein wenig gepennt.
    Wobei ich auch der Meinung bin, dass diese Musikspiele eine GOLDGRUBE wären, wenn nur genug verschiedene Songs in den Shops zu kaufen wären.. aber da ist die Auswahl immer reichlich bescheiden…. liegt wohl an der Rechteverwertung.

  24. Die Musikspiele sind nicht wegen mangelnder Songauswahl/DLC-Packages eingegangen, sondern weil die Kunden von einem Tag auf den anderen die Schnauze voll hatten. Es war ein Hype, der zwei Jahre lang die Massen begeistert hat. Dann hat sich die Masse wieder anderen Dingen zugewandt und Musikspiele sind jetzt wieder da, wo sie früher waren: In der kleinen Nische der Leute, die sowas gerne spielen, weil SIE es toll finden und nicht, weil es JEDER toll findet.

    Deswegen soll Vivendi auch ActiBlizz verkaufen. Weil es angesichts der Gesamtlage des Konzerns zu riskant ist, eine tickende Zeitbombe im Portfolio zu haben. Bin schon mal gespannt, ob man einen Käufer findet und wer der Käufer sein wird.

  25. >>Es war ein Hype, der zwei Jahre lang die Massen begeistert hat. Dann hat sich die Masse wieder anderen Dingen zugewandt…<<

    Ich schätze, dass dies nicht nur für hochgehypte Nischengenres, sondern ganz generell für den Spielemarkt gilt. Wie oft haben wir uns schon über die seit Jahren um sich greifende "Konsolifizierung" und "Cashualisierung" beschwert? Es ist ja nichts dagegen einzuwenden, wenn man Spiele massentauglich und auch für Gelegenheitsspieler zugänglicher macht. Aber das funktioniert eben nur bis zu einem gewissen Punkt.

    Man hat zum Beispiel irgendwann bemerkt, AHA, Konsolentitel sind günstiger in der Entwicklung, der Markt ist, vor allem in den USA, recht groß, da ist was zu holen. Also konvertiert man auf Teufel komm raus, ohne auf die Leistungsfähigkeit des PC und die Unterschiede zwischen den Kundengruppen zu achten. Das funktioniert vielleicht eine Weile recht gut, aber inzwischen habe ich doch den Eindruck, dass Schicht im Schacht ist.

    Zum einen weil viele überzeugte PC-Spieler, von denen es, allen Untergangsprophezeiungen zum Trotz, immer mehr als genug gibt, schlichtweg die Nase voll von miesen Portierungen haben.

    Zum anderen, weil es zwischen Konsolen- und PC-Gaming eben doch gewaltige Unterschiede gibt. Ich habe letztes Jahr eine Xbox geschenkt bekommen und bin überrascht, wie viel Spaß ich mit dem Teil habe. Ich gebe es zu – die Gears of War-Reihe rockt die Hütte, Halo macht einen Heidenspaß und Perlen wie Shadows of the Damned oder Dark Souls sind nicht ohne Grund echte Zeitfresser.

    Aber trotzdem bestehen zwischen Konsole und PC einfach riesige Unterschiede. Letztlich ist und bleibt die Konsole eben doch alleine von der Grundphilosophie her "Casual". Richtig festbeissen kann zumindest ich mich nur am PC. Und auch die so wichtige treue Community findet man eigentlich nur hier. Bestes Beispiel sind hier für mich die Spiele von Bethesda. Klar, man kann auf den Konsolenmarkt nicht verzichten und auch hier merkt man, dass der PC darunter zu leiden hat. Man schaue sich nur einmal das grottig-konsolige Inventory in Skyrim an. Aber letztlich weiss man, was man an seinen PC-lern hat und baut auch darauf. Die Moddingszene wird aktiv unterstützt und die Spieler danken es mit Seiten wie FalloutNexus, die vor unglaublichen Mods fast überquillt, was die Spiele noch über Jahre am Leben hält, während der Konsolero schon längst zum über-übernächsten Titel weitergezogen ist.

    Man kann natürlich auch wie Crytek mit Crysis den entgegengesetzten Weg gehen, die Fans des Originals komplett vor den Kopf stoßen und seine Spiele komplett für die Konsole entwickeln. Konsolenspieler fanden Crysis 2 ja bekanntermaßen ganz toll, während das PC-Forum vom ersten Tag an von Beschwerdethreads und allgemeinen "Seriously, WTF?!"-Rufen überquoll, die alle mitsamt der massiven technischen Probleme knallhart ignoriert wurden. Ob sich das auszahlt wird man dann bei Crysis 3 sehen. Auf dem Konsolenmarkt wird sich das ganz sicher wie geschnitten Brot verkaufen, aber wie der PC-Markt nach dem letzten Affront reagiert, wird sich noch zeigen müssen.

    Ich jedenfalls spiele dann lieber noch eine Runde "Hard Reset", da hab ich tausendmal mehr von.

  26. Die Musikspiele sind nicht wegen mangelnder Songauswahl/DLC-Packages eingegangen, sondern weil die Kunden von einem Tag auf den anderen die Schnauze voll hatten.

    Jup. Und das kann nicht nur einem Genre, sondern auch den (Konsolen-)Videospielen insgesamt passieren. BÄM! Plötzlich sind PlayStation und Co so out wie das Tamagotchi.

    Darauf sind die ganzen Multimillionendollarcompanies so überhaupt nicht eingerichtet.

  27. Ob Dead Space oder und besonders Diablo 3 zeigen, woran es bei vielen „neuen“ Spielen hapert:

    austauschbares Spielerlebnis
    plus erschwerter Zugang („…wird ein XY-Konto bei Dingsbumssoft benötigt“ und ähnliche Spässe mehr)
    plus völlig überzogene Preise, teilweise mitverursacht von ebensolchen Sicherheitsmassnahmen.

    Umso schmerzlicher für uns „Alte“ zu sehen wie der ganze Kack trotzdem verkauft wird wie geschnitten Brot- von Leuten die es schon nicht mehr anders kennen…oder denen schon alles egal ist, Pirat hin oder her.

  28. Ein Fluch der Konsumgesellschaft ist es ja leider, dass wir uns immer etwas neues kaufen sollen.
    Kaum hat uns die Werbung überzeugt, den neuesten Hype anzuschaffen, haben sich die Räder schon wieder weitergedreht. Der einzige, der immer wieder neue Spiele kaufen könnte, ist der Senior Gamer mit seinem geregelten Einkommen, der will es aber nicht mehr, da er erst noch die 200 „alten“ Spiele fertigzuzocken hat, ihm dafür aber mittlerweile auch die Zeit fehlt.
    Das heißt, dass man gelernt hat, abzuwarten, bis sich bei den neuen Spielen die Spreu vom Weizen getrennt hat, und die Spiele nur noch in den seltensten Fällen bei Erscheinen kauft. Und in der Zwischenzeit hat die Industrie für teures Geld mehrere Spiele rausgehauen, die das Geld nicht wieder reinbringen.

    Irgendwann hat jeder einmal begriffen, dass ein bunter Einband noch kein gutes Buch macht.

    Ich sehe das auch so, dass die Spieleschmieden überleben werden, die ihre Fanbasis pflegen, ihre jeweilige Nische mit guter Qualität bedienen und statt Fernseh- oder Kinowerbung darauf setzen, dass im Zeitalter von DSL und Blogs für jedermann die gute alte Mund-zu-Mund-Propaganda riesige Dimensionen erreicht.

  29. waaaaah! wie krieg ich denn den schrecklichen halb transparenten Balken mit dem Text “
    Senior Gamer
    Bloggen Sie auf WordPress.com. Theme: Quintus.“ weg? Q_Q *help pls*

  30. Ich fühle mit Dir … bei mir taucht das in unregelmäßigen Abständen auf und ich habe keine Ahnung, wo ich das grundsätzlich abstellen kann, ob ich es überhaupt abstellen kann.

  31. Deswegen zielen viele AAA-Spiele auch auf ein juveniles Publikum, welches noch nicht über den Erfahrungsschatz eines alten Sacks verfügt. Dort wird bereits erstes Geld verdient (oder die Eltern, Großeltern sind spendabel), es gibt noch keine familiären oder anderen finanziellen Belastungen. Was einem an Geld zur Verfügung steht, kann zu großen Teilen in Spiele investiert werden. DAS ist die Hauptzielgruppe der Majors, denn hier bilden ungetrübter Kaufwillen und eine akzeptable Kaufkraft eine fast ideale Kombination.

  32. Kein Wunder, daß die Geschäftsmodelle nicht funktionieren, wenn die so entfremdet von der Realität sind. Mag sein, daß in den USA das juvenile Publikum fett Kredite aufnimmt und schon mal Geld für Videospiele ausgibt, das noch gar nicht verdient wurde (und niemals wird, das wird noch ein lustiger Crash).

    In Europa kann ich nichts dergleichen entdecken. Abgesehen davon, daß es zunehmend an der eben genannten Altersgruppe mangelt, ist diese auch noch überwiegend arbeitslos oder unterbeschäftigt. Ergebnis: Außer alten Säcken kauft eigentlich niemand Spiele, es wird so ausnahmslos kopiert, daß es schon das Verständnis einer ganzen Generation verändert und schließlich zur „Piratenpartei“ geführt hat.

    Wenn es also passionierte Videospieler gibt, die es bis Mitte 30 geschafft haben, auf eine einstellige Anzahl Vollpreistitel zu kommen, dann platzt da wohl angesichts der Millionenplanungen demnächst eine dicke Blase…

  33. Ich hab ja gehört, dass der Balken ganz einfach abschaltbar ist. Einfach einen Account bei Harz-Soft eröffnen, den Client herunterladen und den „Free View“-DLC für nur 15,99 Euro herunterladen. Anschliessend nur noch 2 Wochen warten, bis man die Probezeit hinter sich hat und voila… freie Sicht! 😀

  34. Manchmal hab ich das gefühl durch adblock und noscript schon was zu verpassen ^^

  35. Ich bin mit meinen 24 Jahren zwar vermutlich noch kein SeniorGamer, spiele aber bereits seit ich 7 bin und kaum lesen konnte vornehmlich Point&Click Adventures sowie Rollenspiele.

    Was da momentan in der Spielebranche abgeht, wird in diesem Blog ja zur Genüge diskutiert und auch ich hab teilweise den Schaum vor’m Mund, aber Dead Space 3 ist für mich mal wieder ein Paradebeispiel für die völlige Ignoranz gegenüber seinen Fans.

    Wie bereits Resident Evil und Silent Hill wird auch hier eine Marke, die als Survival-Horror-Action eine wenn auch nicht übermäßig riesige, aber solide und vor allem loyale Fanbasis besitzt, vor die Hunde geworfen.

    Und wofür?

    Damit ein paar schlipstragende BWL-Schnösel auf der nächsten Aktionärsversammlung hübsch bunte Power Point Folien mit steigenden Kurven präsentieren können.

    Ich halte mich daran: Solche Spiele werden nicht gekauft, auch nicht für 5.- im Super-Sonder-Deal.

    Dass man nach wie vor Spiele mit Seele produzieren kann, zeigen Titel wie Dark Souls, Legend of Grimrock, Drakensang und der besonders für mich als Adventure-Liebhaber efreuliche Boom an P&C-Adventures der letzten paar Jahre (Edna bricht aus z.Bsp. ist der Hammer!).

  36. Zu Spielen mit Seele: Ja, natürlich kann man solche Spiele nicht nur produzieren, man kann auch gutes Geld mit ihnen verdienen. Zwar nicht so viel, wie das ein Konzernriese wie EA benötigt, aber das spielt ja keine Rolle, wenn man nicht so groß wie EA ist.

  37. Bei solchen Diskussionen fällt mir mal wieder auf, wie sehr die Spielergemeinschaft es gewohnt ist in Studios zu denken. Das gibt es beim Film fast nie (auch wenn es versucht wird mit „von den Produzenten von…“). Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel, wie das Gerangel um „The Amazing Spiderman“ und Sony zeigt. Allerdings würde niemand sagen: „Universal-Filme schaue ich nicht, die machen mir mein Hobby kaputt. Warner Brothers dagegen kann man guten Gewissens schauen.“ Bei EA und Blizzard sieht man aber genau das.

    Das Bewusstsein für Spiele als Produkt ist dabei immens. Eigentlich etwas, was den Studios nicht recht sein kann, denn Produkte verkauft man meist über Emotionalität an den (oft jugendlichen) Endverbraucher. Das Crowdfunding weiht die Kundschaft noch mehr in die Prozesse der Produktion ein, so dass sich die Kunden nicht nur als Konsumenten, sondern eher als Vertragspartner bzw. Kleininvestoren sehen.
    Dann macht es aber auch Sinn, dass Studios sich um ihr Image sorgen müssen, ähnlich, wie es z.B. bei kleineren Buchverlagen der Fall ist, deren Käufer oft blind zugreifen, weil sie auf die Qualitätsprüfung durch den Verleger vertrauen.

    Schlussendlich kommen bei Indies und Crowdfunding, die Mechanismen der Filmbranche zum tragen („Das sind die, die schon bei [insert popular oldie] mitgearbeitet haben.“ „O.K., da investiere ich mal.“). Oder kennt jemand den Produzenten von COD:MW 3? Kleiner Tipp: Dead Space 🙂

  38. Den Vermutungen 1. – 3. von Harzzach ist nicht viel hinzuzufügen, ebensowenig wie der unleugbaren Tatsache der „Vercasualifizierung“ von allen halbwegs geeigneten IPs, die bei drei nicht auf dem Baum sind. Ein anderes leuchtendes Beispiel dieser Entwicklung ist der schleichende Richtungswechsel der „Resident Evil“-Reihe. Dort hat man ja seitens der Publisher alle heuchlerischen Beschwichtigungen (absichtlich oder aus Dummheit?) beiseite gelassen, um erstmals das Kind beim Namen zu nennen, sinngemäß so:
    „Wir wollen das größtmögliche Stück vom CoD-Kundenkuchen, deshalb müssen wir das ursprüngliche Rezept unseres eigenen Gebäcks soweit verändern, dass es dem Fast-Food-Geschmack der erfolgreichen Konkurrenz möglichst 1:1 gleicht. Natürlich Schade für all diejenigen, die wir damit verprellen, aber: Alternativlos!“

    Das Schlimme ist, dass bei ALLEN großen Publishern mittlerweile die Entscheidungsträger in der Mehrzahl sind, welche den letzten Abschnitt ohne mit der Wimper zu zucken unterschreiben würden. Mehr noch, diese Leute wären ehrlich und wahrhaftig entsetzt, wenn man ihnen zu erklären versuchte, dass der Karren durch solche Aktionen nur schneller im Dreck versinkt.
    Wie dem auch sei, der Erosionsprozess hat eingesetzt und wäre meiner Meinung nach nur noch durch ein vollwertiges Wunder umkehrbar. Das die Hoffnung für einen Wechsel auf ein anderes Modell als das klassische Publisher-zu-Handel-zu-Kunde schneller gehen könnte als vermutet, beweisen die aktuellen Entwicklungen, angefangen von Direktvertrieb, Gerichtsentscheide zur Weiterverkaufbarkeit von Softwarelizenzen und zunehmende Plattformunabhängigkeit von digitalen Vertriebsplattformen (in Kürze: Steam auf Linux, etc.). Was mich allerdings heute ehrlich und im positiven Sinne sprachlos gemacht hat ist die Tatsache, dass dieser Aufbruch alter Strukturen auch die Hardware erreicht hat. Dabei spreche ich nicht von neuen Entwicklungen im PC-Bereich, der ja per se schon immer „offen“ war. Nein, ich rede vom bisher verschlossensten Bereich überhaupt, von Konsolenhardware! Wenn man diesem Link folgt:

    kann man live mit dabei sein, wie aktuell mit den Füßen abgestimmt wird. Ziel war eine knappe Million, erreicht wurden 2 Mio. nach nicht ganz 24h für eine OFFENE Konsolenhardware ohne Restriktionen. Änderbar, modifizierbar und damit mögliches Mediencenter Deluxe, oder GaikaiOnLive-Streambox für 99$. Exakt genau der 180° entgegengesetzte Ansatz aller bisherigen Konzepte. Auf dem Weg zum größten Kickstarterprojekt aller Zeiten. Nach nur einem Tag. Ohne Werbung. Das ist Wandel.

    Änderungen? Ich freu‘ mich drauf!

  39. Ouya ist sicher nicht schlecht, aber 2 GB RAM und ein oder zwei weitere USB-Ports wären nicht schlecht, genauso wie eine angepasste Linuxdistribution anstatt Android (der Droid is ne Krankheit).

  40. Jepp. Das ist Wandel. Gleichgültig, was man persönlich davon hält, aber das ein ein weiteres Zeichen dafür, dass die alten Strukturen immer unwichtiger werden. Denn mit Ouya gibt es keinen Konsolenzyklus mehr, keine zentralen Major Player, die den gesamten Markt über ein Netzwerk aus etablierten Vertriebsstrukturen des Retail-Handels, Medienerzeugnissen und und Werbekampagnen kontrollieren.

    Ich bin mal ganz wagemutig und behaupte, dass CoD das letzte Spiele-Franchise sein wird, welches in derartigen rauhen Mengen verkauft wird. Eine derartige Marktkonzentration wird es nicht mehr geben, kann es in den offenen und dezentralen Strukturen, die sich hier allmählich andeuten, auch nicht mehr geben. Als Vorbild für diese Entwicklung sehe ich den Musikbereich, in dem es immer mehr Künstler gibt, immer mehr Veröffentlichungen gibt, weil die Major Labels nicht mehr die notwendige Vorraussetzung sind, um Musik mit entsprechendem Niveau zu produzieren und zu verkaufen. Die Zeit der Megastars ist dort schon seit einer Weile vorbei.

  41. Ich gebe zu, dass ich immer noch skeptisch bin, was den Wandel in Technologie und Ideologie angeht, aber hoffen lassen diese Ansätze doch.

    Und an der Zeit wäre es. Wir haben hier ja nun schon oft genug diskutiert und analysiert, was bei der Content.Industrie im Allgemeinen und mit der Software-Industrie im Besonderen alles im Argen liegt. Aber es stimmt schon – auch die Faxen der Hardwareindustrie lassen diese für einen Wandel im Denken reif werden.

    Alleine diese unsäglichen Grabenkriege zwischen AMD und Intel und die Scharmützel auf dem Nebenschauplatz Grafikkarte konnten einem in den letzen Jahren durchaus den Spaß verderben. SLI auf einem Intelboard? Wo kommen wir denn da hin? Inzwischen ist zumindest hier eingesickert, dass man sich damit nur Kunden verprellt und mein neuestes Mainboard kann wieder wieder gleich gut mit beiden Karten.

    Aber das beste Beispiel für unglaubliche Engstirnigkeit Arroganz und Kundenferne ist für mich Sony. Die Firma, die Unterhaltungselektronik baut, welche eigentlich höchst leistungsfähig und so richtig sexy ist. Und welche diese dann künstlich in ihrer Leistung beschneidet bis man glauben mag, die WOLLEN ihre Produkte gar nicht an den Mann oder die Frau bringen.

    Da muss ich mir nur meine PSP anschauen um auf einen Blick zu wissen, was mit Sony nicht stimmt. Das Gerät kann wirklich eine Menge, ich zum Beispiel nutze meine PSP nicht nur als Minikonsole, sondern als mobiles Taschenkino, Jukebox, Wecker, zum Youtube schauen und was weiss ich noch alles. Allein, um all die interessanten Funktionen nutzen zu können benötigt das Teil erst einmal eine CFW. Weil Sony nämlich meint, all den Schnickschnack hätte der Kunde gefälligst nicht zu benötigen. Dafür spendiert man der PSP dann eine Firmware, die das Gerät maximal einschränkt, ignoriert als Zugabe konsequent alle Kundenwünsche und wundert sich dann, warum die PSP ein Nischendasein fristet.

    Und die PS Vita? Das selbe Trauerspiel, aus ganz genau den selben Gründen. Ein zu hoher Startpreis, sony-typischer Unfug wie immens überteuerte proprietäre Speicherkarten, die Spielesammlung der PSP läuft natürlich auch nicht.
    Dabei hätte das Gerät doch durchaus seinen Markt finden und zweifelsohne auch selbstbewusst gegen Smartphone und iPad antreten können. Mir zum Beispiel sind diese Smartphone- und Padspielchen ein Gräuel. Okay, ich besitze ohnehin keines von beiden, aber die Versuche auf den Geräten von Freunden und Bekannten waren genug um zu wissen, dass ich an dieser Art zu spielen keine Freude habe.

    Da schien die Vita gerade recht zu kommen. Ein wenig mehr Offenheit und Kundenfreundlichkeit, etwas weniger Verbohrtheit und ich hätte als erster gerufen „Shut up an take my money!“.

    Was man zur Zeit so alles über die NextGen Konsolen von MS und Sony lesen und hören muss lässt ja nichts Gutes ahnen. Kein Laufwerk, permanente Onlineanbindung, Accountbindung von Spielen, um den Gebrauchtmarkt komplett auszutrocknen… wenn nur ein Teil davon stimmt, sieht auch die Konsolenzukunft düster aus.
    Da ist die Idee einer offenen Konsole wie ein Hauch frischer Luft in einem muffigen alten Keller.

  42. Zu GaikaiOnLive oder was weiß ich für streamboxen: Das mag ja der Wandel sein, toll muß ich das aber alles nicht finden. Viel Spaß dabei, darauf in zehn Jahren noch ein Spiel zu starten.

  43. Ja damit kannst du natürlich jede Diskussion abwürgen. Onlinezwang? First World Problem. Miete und Energiekosten steigen? First World Problem. Gepanschte Lebensmittel und Gammelfleisch? First World Problem! Husch husch, ab in die nächste Hilfsorganistation mit dir! 🙂

  44. Schau mal, ich kaufe schon seit Jahrzehnten nichts von Sony, ohne mich groß dafür anstrengen zu müssen, während Du Dich detailliert mit Produktpalette und Firmenpolitik auseinandersetzt. Bei der Firma braucht es nicht einmal einen Boykott, es reicht, sie einfach zu ignorieren. Die haben rein gar nichts, was nicht von anderen schöner und günstiger gibt.

    Deshalb fällt für mich Spielkonsolenaktivismus unter FWP. Das Sony-Problem wird sich in ein paar Jährchen mitsamt Sony völlig von selbst erledigen.

  45. Habe gerade einen interessanten Artikel über den werdegang des Aktienkurses von EA gelesen, evtl. möchte jmd. selbst nachschauen.
    theorigin.de/content.php?772-Warum-EA-s-B%F6rsenwert-abgest%FCrzt-ist

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