Klüger als der Rest

Ubisoft gehört zu den Firmen, über die ich mir in der Vergangenheit oft genug das Maul zerrissen habe. Ubisoft ist einer der Majors, deren Verschwinden allenfalls nach oben gezogene Mundwinkel hervorrufen, aber sonst keine Lücke hinterlassen würde, die es wert wäre beachtet zu werden.

Allerdings, ich muss zugeben, trotz diverser Stirn-auf-Keyboard-knall- und Gebiß-in-Tischkante-verbeiß-Vorfälle, im Großen und Ganzen ist Ubisoft in den letzten Jahren recht geschickt vorgegangen. Die Umsätze konnten gesteigert werden, ohne durch massive Marketingausgaben das Geschäftsergebnis wieder in die roten Zahlen zu drücken. Es wird stetig ein solider Gewinn erwirtschaftet, es gibt mehr schwarze Zahlen als Ausreisser nach unten.

Was macht Ubisoft anders als zB. EA?

Nun, Ubisoft stellt sich nicht so dämlich an!

Da man in Rennes (im schenen Fronkreisch) nicht über so alles erdrückende und genre-dominierende Mega-Seller wie CoD verfügt und auf diesem Ruhekissen sanft die steten Veränderungen des Marktes verschlafen kann, musste man sich tatsächlich Gedanken darüber machen, wie man im Spielebereich Geld verdienen kann. Die Lösung für Ubisoft lautete daher folgendermaßen:

1. Keinen billigen Schrunz für die Wii anbieten, sondern konstant und weiterhin qualitativ gute Spiele anbieten. Der Lohn bestand darin, dass Spiele für die Wii lange Zeit großen Anteil am Umsatz Ubisofts hatten, man auf dieser Plattform das Geschäft machte, welches die anderen Majors scheinbar nicht haben wollten oder mit erschröcklichem Müll selber kaputt gemacht hatten.

2. Nicht überall nur nach der jeweils größten Zielgruppe und Marktsegment streben, sondern sich diversifizieren und den Umsatz auf eine breite Basis stellen. Man mag es nicht für möglich halten, aber Ubisoft leistet sich aktuell drei Exklusiv-Serien für den PC. Weil, Uplay-DRM hin oder her, Ubisoft auch hier durch gute, plattform-spezifische Qualität überzeugt, welche sich in entsprechenden Umsätzen bemerkbar machen. Natürlich ist das nichts, wofür Bobby Kotick morgens aufstehen würde, aber zum einen ist Bobby durch den Dauererfolg von CoD faul und träge geworden und zum anderen macht Kleinvieh auch Mist. Fällt eine Plattform oder ein Franchise aus, wird dieser Ausfall durch andere Plattformen oder Franchises wieder wettgemacht. Kein Hexenwerk, nur eine grundsolide Geschäftstrategie.

3. Vergleichsweise hohe Qualität. Der Anteil billiger Schnellschüße im Programm ist relativ gering, Ubisoft-Spiele sind für die Fans eines jeweiligen Genres oder Franchises weniger oft ein kläglicher Reinfall als bei den Produkten der Konkurrenz.

4. Kontrollierbare Kostenstrukturen. Gut, zu diesem Punkt habe ich nur wenig Informationen und muss etwas spekulieren, aber mir scheint, dass Ubisoft es halbwegs hinbekommt nicht jedes mal vergoldete Pyramiden zu errichten, wenn man „nur“ ein simples Actionspiel machen möchte. Ubisoft veröffentlicht viele kleine Spiele, die bei der Konkurrenz entweder viel zu teuer produziert würden oder so billig runtergerissen werden, dass man das Teil gleich wegwerfen kann. TripleA wie Assassins Creed ist latürnich teuer, aber so kleine Schmankerl wie zB. M&M Clash of Heroes bekommen sogar ein ordentliches Multiplattform-Release, ohne dass man Meldungen über enttäuschende Umsätze mitbekommt.

Witzig ist dabei, dass Ubisoft schlicht und einfach die EA-Strategie der 90er kopiert, die EA erst zu DEM (Ex-)Giganten der Spielebranche gemacht hat. EAs Erfolg beruhte schlicht und einfach darauf, dass man sich breit aufstellte und die Qualität der Spiele so hochschraubte, dass von zehn Releases nicht acht komplette kommerzielle Totalausfälle waren, sondern eben nur sechs. Oder vielleicht sogar nur fünf, während die fünf anderen Spiele gute Gewinne erzeugt haben.

Und jetzt, jetzt möchte Ubisoft mit „Might & Magic X“ ein Rollenspiel exakt im Stile der alten Serie veröffentlichen. Nischiger und nerdiger geht nicht mehr. Und warum tut  Ubisoft etwas, was bei der Konkurrenz nur schallendes Gelächter auslösen würde, wenn jemand sowas vorschlägt? Weil man bei Ubisoft sieht, das man Retro-RPGs gutes Geld machen kann, wenn man es schafft die Leute enstprechend zu erreichen und anzusprechen. Und wie tut man das? Ganz einfach, man macht ein kleines Retro-RPG. Übersichtliche Kosten, kleines Risiko und langfristig ein zusätzliches Umsatzstandbein, wenn die Sache klappt.

Nicht, dass ich jetzt Ubisoft schmachtend um den Hals falle, aber ich muss anerkennen, dass man hier zumindest aus meiner Warte relativ vernünftige Geschäftspolitik betreibt. Wenn man das beibehält, könnte sich Ubisoft nach dem Ende des CoD-Hypes plötzlich als Branchenführer wiederfinden.

26 Kommentare zu „Klüger als der Rest

  1. Ubisoft sehe ich selber mit gemischten Gefühlen, besonders, wenn ich in mein Spieleregal sehe. Dort stapelt sich einiges aus dem Hause von Ubisoft, teilweise direkt von ihnen (Beyond Good & Evil, Rayman zb) oder übernommene Franchises, wo sie spielbare Nachfolger produziert haben (Might & Magic, Prince of Persia, Myst, Splinter Cell (bis Chaos Theory), Rainbow Six fallen mir ein). Leider fallen die letzten Ableger teilweise ziemlich flach ab (v.a. die Actiontitel)

    Es fällt bei Ubisoft schon auf, daß sie ihre Blockbustertitel ziemlich mit Uplay verdongeln, andererseits aber auch ihre kleineren Titel nicht mit harten DRM (bis gar keinen) belegen, so wie das angesprochene Might & Magic: Clash of Heroes oder Rayman Origins.

    Beim neuen Might & Magic der Hauptserie wird es spannend, wie weit sie den Entwicklern freie Hand lassen und auch diese überhaupt noch genug Gefühl für die Serie haben. Man kann nur hoffen, daß sie auch die älteren Titel der Reihe gespielt haben, die neueren waren durch die Bank eher mau (höflich gesagt).

    Bei 4players.de hab ich ja im Thread das etwas breiter ausgetreten, was meine Befürchtungen sind.. aber man wird sehen.

  2. Ich würde jetzt nicht sagen, dass Ubisoft bestimmte Dinge besonders gut macht. Ich sage nur, dass man sich teilweise nicht ganz so dumm anstellt wie die Konkurrenz 🙂

  3. Und dann war da noch Trials Evolution Gold, der PC-Port des genialen XBLA Moped-Stunts-Wahnsinns den ich gerne noch mal gekauft hätte. Einfach um die Entwickler zu unterstützen. Leider hab ich mich vorher noch mal informiert. Anscheinend läuft Steam da nur als Launcher für Uplay, es gibts ärgerliche Performance-Probleme die auf einen hingeschluderten Port schliessen lassen und mit Controller-Unterstützung abseits von Xbox360-Pads sieht’s mau aus. Zumindest der letzte Punkt betrifft mich jetzt nicht, aber sorry, so nicht.

  4. Du, ich könnte hier auch das Gezeter über die PC-Version des aktuellen AC-Teils anführen, wo nicht Ubisoft, sondern Ubischrott auf der Packung steht.

    Dennoch, im Großen und Ganzen leistet man sich nicht so viele Fehler.

  5. Ich weiß was du meinst, aber schon irgendwie traurig wenn „bauen weniger Mist als die anderen“ das Beste ist was man über die großen Publisher sagen kann.

  6. Es dauert eine Weile, aber irgendwann hat man begriffen, dass alle anderen (alle anderen Menschen, Firmen, Organisationen) auch nur mit Wasser kochen. Es rennen überall auch nur Menschen herum, die oft genug keinen Plan von dem haben, was sie offiziell eigentlich tun sollen. Ich kenne zB. Vertriebs-Vorstände, die haben nicht nur KEINE AHNUNG von Vertrieb, sondern auch davon, was man als Vorstand so alles zu tun hat. Dennoch läuft die Firma so irgendwie und wurschtelt sich so irgendwie durch.

    Und so ist das auch bei den Majors und kleinen Studios in der Spielebranche. Es gibt einige wenige, die es wirklich können und dann gibt es den großen Rest derer, die sich mal besser, mal schlechter durchwurschteln. Den Abschluß bilden die Vollidioten. Die nichts können. Und auch nur manchmal zur Verantwortung gezogen werden.

  7. Stimmt natürlich auch. Da brauch ich mich nur an meinem Arbeitsplatz umzusehen, um dasselbe zu sehen. Andere Branche zwar, aber das wird überall so sein. Ist wohl eine der Erkenntisse, die mit steigender Lebenserfahrung kommen.

  8. Komischer Zufall. Gerade hatte ich wieder Rainbox Six: Vegas 2 in meinen Händen und habe mit den Gedanken gespielt es wieder mal zu installieren. Aber nachdem ich gekuckt habe welche Kopierschuztmaßnahmen auf der Disc sind habe ich das schnell wieder verworfen. Auf mein frisches Win 7 kommt sicher kein Safedisc oder Securom drauf…

    Das Spiel kommt noch aus der Zeit wo Ubisoft noch mehr Arschloch als jetzt war wegen DRM. Das ist Schade, weil Vegas 2 ist an sich ein nettes Spiel. Aber dank des Kopierschutzes, der übrigens bis auf alle Ewigkeit mit dem Spiel verbunden sein wird, ist das jetzt eher ein Kandidat zum Staub ansetzen im Regal. Eine Mahnung an mich nicht mehr so dumm wie damals zu sein und diese Spiele einfach zu ignorieren.

    Es mag sein das Ubisoft sich nicht ganz so dämlich wie EA anstellt, aber mit Assassins Creed fahren sie auch schon seit einer Weile das EA´ische „Jahresupdate“ Verfahren.. und stopfen das Spiel mit immer mehr Contentideen zu damit es nicht ganz so offensichtlich ist das man hier eigentlich fast immer das gleiche Spiel zum Vollpreis kauft.

    Wenn ich mich zwischen zwei Publishern entscheiden müsste würde ich wohl auch zu Ubisoft tendieren. Aber mögen tue ich keinen von beiden. Mir ist es auch dementsprechend egal was die treiben, solange sie nicht endlich mal diesen Blödsinn mit dem exessiven DRM lassen gibt es keine Chance das ein Produkt von denen bei mir im Regal landet. Da stehen schon Vegas 2 und Silent Hunter 3 als Mahnung… das reicht.

  9. Hast du den ersten Rainbox Six: Vegas Teil auch gespielt? Wenn ich mich noch richtig erinnere war mir der erste nämlich lieber, weil da mehr Geballer in knallbunter Casinokulisse war, während in Teil 2 die grauen Hinterhöfe als Ort des Geschehens drastisch zunahmen.

  10. Ich habe auch den ersten Teil hier stehen, ja. Schenken sich beide nicht viel, aber soweit ich mich erinnere hat mir der zweite Teil etwas besser gefallen. Er hatte am Schluss glaube ich noch Missionen wo man alleine unterwegs war. Und die waren anspruchsvoll, das hatte seinen Reiz. Außerdem hat Vegas 2 alle Klischees die einen modernen Shooter so aufzuwarten hat. Durch die Bank durch. Aber man spielt so ein Ding ja nicht wegen der Story her *Seiteblick auf Spec Ops werf*, sondern um in knalliger Kulisse jede Menge böse Jungs auszuknipsen. Und ich muss zur meiner Schande gestehen, Vegas 2 hat mir in der Hinsicht Spaß gemacht.

  11. sprachlos – das ich einmal sowas von dir hier lesen darf.

    Der Unterschied zu EA ist simpel: bitte vergleiche einmal Ricitello und den guten Yves Guillemot. Und das meine ich ernsthaft! Yves ist ein positiv denkender Visionär, der stets die Balance zwischen Gewinndruck eines 7000 Mann Konzerns und dem Gedanken des eigentlichen Spielens auf recht hält. Und er ist loyal zu den Teams, dank der französischen Pro-Arbeitnehmermentalität (was auch den hohen Frauenanteil in Führungspositionen erklärt 🙂 ). Beidseitige Loyalität ist auch die Basis für Vertrauen, um immer mal wieder mit überschaubaren Risiko die Vorschläge der etablierten, kreativen Köpfe umzusetzen. I am Alive, From Dust, Track&Shootmania und eben die von dir erwähnten Legacy u Clash of Heroes.

    Doch keine Frage, es wurden auch viele Fehler gemacht. Das wurde ja bereits mit deiner beliebten Schreibe kommentiert 😛
    Diese Fehler werden auch zukünftig geschehen – ich will hier auch keine Werbung machen – meine Botschaft ist schlicht der Hinweis auf den großen Lenker des Unternehmens. Yves Auftritte bei den Konferenzen sind stets authentisch, der kleine Mann mit den großen Visionen.
    Ein eiskalter Ricitello sieht daneben mal so ganz anders aus…

  12. Komisch, mir fällt beim besten Willen kein Ubisoftspiel der letzten Jahre ein, was mir auch nur ansatzweise Spielspaß vermittelt hat. Die Tom Clancy Reihe hat man zu Tode vercasualisiert (man schaue sich nur den letzten Ghost Recon Teil an. Au Weia!), Bei AC war schon Teil 1 langweilig, weil anspruchslos und immer nur der gleiche Ablauf und gleiche Miniquests. Die anderen AC Teile sind ja auch nur lauwarmer Aufguss. Far Cry ist das AC der Egoshooter. Die Silent Hunter Reihe hat man mit Teil 5 endgültig versenkt. Splinter Cell vercasualisiert mit „I win“ Knopfdruckautomatismen und dann noch dieses unsägliche Uplay, welches auch noch riesengroße Sicherheitslücken in die Computer der ahnungslosen Kunden reisst. Ich sehe da für mich keinen Unterschied zu den anderen Publishern.

    Ach übrigens bei R6: Las Vegas 2 hat Ubisoft sich damals doch tatsächlich eines Cracks (Fairlight oder Skidrow, weiß nicht mehr) bedient und ihn in einem ihrer Updates verwendet. Und das auf dem Höhepunkt der DRM Debatte. Nee, Ubi sind alle nur heuchlerische Lügner und Spieleverderber.

  13. Ubisoft hat beim M&M Heroes Franchise schon zwei Osteuropäische Studios bis aufs Mark ausgequetscht (Nival & Blackhole), und keines dieser Studions scheint noch Wert darauf zu legen jemals wieder für Ubisoft zu arbeiten …

  14. Ubisoft ist bei mir allein schon wegen ihrem DRM unten durch … die müssten echt schon einiges gutes bringen (ohne drm) um in meiner gunst wieder zu steigen.
    Vielleicht beziehe ich meine games daher in letzter Zeit nur noch via gog.com
    Da bekommt man wenigstens ein echten Gegenwert für sein Geld…

  15. denke ich an Ubisoft denke ich an das grausame Schicksal das der Silent Hunter Reihe beschieden ist. Diese einstmals reinrassige Sim geht jetzt als F2P MMO für immer in die ewigen Tauchgründe (ich meine…wtf? MMO? Browsergame? F2P? das ist doch direkt aus dem Folterkompendium des großen Johann Riccitiellodingsbums abgeschrieben: Klingende Markennamen rücksichtslos auspressen bis man sie wegwerfen kann, ohne Rücksicht auf Fanbasis und ursprünglichen Spielinhalt). Okay. Um ehrlich zu sein: bei SH ist die Reihe eigtl. schon mit dem katastrophal verbuggten Launch von SH IV beerdigt worden. Von SH V ganz zu schweigen. Silent Hunter: Online ist da nur das i-Tüpfelchen. Hat mit dem ursprünglichen SH noch so viel gemein wie Sim City Online mit Sim City. Aber Hauptsache…na ihr wisst schon. Microtransaction und Itemshop. Tscha, Herr Kaleun…ich fürchte: bei Ubissoft sind nicht mehr alle Aale im Rohr.

  16. Ubisoft hat einfach die Jagdgründe gewechselt. Während zB. EA immer noch im F2P- und Browserspielbereich herumexperimentiert und Activision mit Bungies Destiny einen traditionellen Top-Down-Ansatz als Ersatz für CoD fährt, ist Ubisoft schon seit geraumer Weile auf neuem Kurs. Es bekommt kaum jemand mit, aber mittlerweile hat man bei Ubisoft ca. zwei Dutzend Browserspiele im Angebot. Blue Byte in Mühlheim wird gerade zu Ubisofts Browserspiel-Zentrale umgebaut. Hier sollen vor allem die Technik und Grundlagen für künftige Projekte dieser Art entstehen.

    Auch macht Ubisoft in Sachen Marketing einiges besser. Man erzählt den Leuten keinen Scheiss, sondern befleissigt sich simpler Aufrichtigkeit. Man versucht nicht den Fans von Offline-Spielen einzureden, dass Online das neue Offline ist, sondern man macht einfach Marketing für eine Zielgruppe, die Online-F2P-Browser-Spiele bereits mag.

  17. Du, unter den Blinden ist der Einäugige König und rein geschäftlich-strategisch IST Ubisoft nunmal ziemlich breitgefächert und besser aufgestellt.

  18. @Might&Magic: nah, ich weiss nicht.
    Diese Ego-Schizophren-Perspektive mit dem nicht sichbarem Team war doch irgendwie zu Anfang immer nur eine Notlösung, weil man die Gruppe anders in 3D nicht darstellen konnte.

    Irgendwann soll das dann ein „Spielstil“ geworden sein. Ich kam aber immer besser mit Iso-Ansicht zurecht.

    Außerdem störte mich immer, dass die Begleiter naturgemäß keine Persönlichkeit hatten. Im Grunde hätte man auch alleine laufen können, nur eben mit mehr Fähigkeiten. So hatte es sich ja ohnehin angefühlt.

  19. Du bist im falschen Genre, wenn dir nur 3D-Spiele mit Schulterperspektive gefallen.

    Dazu kommt noch, daß es deine „Notlösung“ seit 1984 besteht und es im Genre ganz gängig war, mit einer Gruppe Abenteurer (schrittweise) durch die Dungeons zu ziehen. Ich frage mich ausserdem, welche „Begleiter“ der Gruppe du meinst? Du spielst die ganze Gruppe und wenn man da länger mit denen unterwegs ist, sieht man diese nicht als „Schizophrenie in 4 bis 8 Teilen“, sondern als eigene Figuren an, die ans Herz wachsen. Wie handhabst du dann die Magic Candle-Serie, wo man mehrere Dutzend Helden steuert (gleichzeitig aber immer nur bis zu 8)?

    Diese rekrutierbaren Begleiter, die du vielleicht meinst, die man in den Rollenspielen findet, haben allesamt ihr eigenes Profil quer durch die Serien… dazu braucht man nicht auf die japanischen Serien ausweichen.

    Wie gesagt, wenn dir solche Spiele nicht zu Gesicht stehen, lass bitte die Finger davon, damit machst du dir und den Rest der Welt nur einen Gefallen…

    Das, was Might & Magic X werden wird, wird abzuwarten sein, es ist ein Testballon von UbiSoft. Auch wenn es sich sehr an die alten Serienteile anbiedert, wird es für sich stehen.

  20. Jaa, so gesehen kann man Ubisoft wohl einen feinen survival instinct zusprechen. Für mich gilt trotzdem schon seit einer Weile, was auch für EA releases und andere majors gilt: besser Finger weg. Zu viele schlechte Erfahrungen…unterm Strich ist das Auftreten wohl subtiler, die Werbung geschickter und das Portfolio nicht so extrem über einen Kamm geschert wie bei EA. Dennoch sind die Unterschiede zwischen den majors am Ende was die generelle Marsch Richtung angeht her marginal. Na ja seis den Franzosen gegönnt: jeden Scheiss machen sie offenbar nicht mit 😀

  21. Köstlicher Beitrag. 🙂 Bin erst jetzt auf deinen Blog gestoßen und bin begeistert. Es ist doch sehr erstaunlich, was man alles noch für Perlen im Internet findet. Da meint man mal, alles gesehen zu haben und dann das.

    Zum Thema: Might & Magic X… Na DA bin ich ja mal gespannt. Ich kann es mir ehrlich gesagt noch nicht so wirklich vorstellen, wohin der Markt da gehen wird.

    Ubi Soft ist aber gar nicht mal so verbohrt wie EA. Rayman haben sie neu aufgelegt und Michel Ancel konnte sich ein neues Denkmal setzen (was für ein geiles Spiel und lokal, zu viert, was die heutige Jugendn icht mehr kennt, ein Traum-Spaß!). Interessant ist, dass die Idee nun mehr in Richtung „Wir-machen-Spiele“ geht, also nicht mehr nur in die Richtung „Wir-setzen-Projekte-um“. Wie du sagst: Übersichtliche Kosten, kleines Risiko und langfristig ein zusätzliches Umsatzstandbein, wenn die Sache klappt.

    Und ich kann mir schon vorstellen, dass es klappt. Plattformen wie GOG zeigen, dass die Leute spielen möchten und es nicht immer nur darum geht, ein Bombast-Projekt mit 500 Entwicklern und straffem Zeitplan auf der neuste 3D-XL-Engine zu veröffentlichen. Assassin’s Creed und Co. werden in Zukunft noch seltener anzutreffen sein, dafür wird die Verwurstung zunhemen, Sequels, Prequels, Spin-Offs… Das kann nicht auf die Dauer der richtige Weg sein und gerade deshalb sind die genannten Entwicklungen so etwas wie ein kleiner Lichtblick: Zurück zu den kreativen Teams, die auch mit einer „alten“ Engine (z.B. nun neuerdings Unity, höchstportabel) tolle Spiele machen können.

    Jetzt muss sich nur noch rumsprechen, dass DRM dauerhaft ein Segen ist und DRM bei älteren Spielen abgeschafft gehört. Von mir aus kann z.B. ein Konzern wie Ubi Soft seine alten PC-Schinken von vor 10 Jahren neu als DL herausbringen. Dann aber bitte ohne DRM und wenn es geht, so auch bitte auf Steam. Sonst frage ich mich ernsthaft, wie man in Zukunft „Spieleklassiker“ problemlos zocken soll. Aber noch ist zu viel Dämlichkeit im Markt.

  22. die geilen franzosen, jepp, da stehen sie da als liberale sexy großmäuler die es nicht mal schaffen sich die homo-ehe zu erlauben, stehen da mehr leute auf der straße als gegen ketten, pfui.
    was soll man von dem pack mehr als von dem in mordamerikas schmieden erwarten.
    wer denkt amelie wäre der trost all der verlorenen hat jackass nie verstanden.
    ubi besser als ea oje, glaubt ihr an den lieben softwaregott oder was reitet euch?

  23. Werter Kampfgenosse,

    Deine mühsamen Versuche, Dein Anliegen irgendwie in Zusammenhang mit dem Thema dieses Blogartikels zu bringen in Ehren, aber hier bist Du damit einfach falsch. Es gibt doch mehr als genug Orte im Netz, wo Du Deinen Haß auf unsere französischen Freunde diskutieren kannst. Hier möchte ich solch uneuropäischen Durchfall aber nicht lesen müssen. Wir Videospieler leben in einem globalen Dorf.

  24. UPlay – Ein Erfahrungsbericht

    Sonntag, 7:30 Uhr

    Habe mir gestern auf Steam die Deluxe Edition von FarCry3 gekauft. Bei einem Rabatt von 75% kann man nichts falsch machen, dachte ich mir. Auch mit doppeltem DRM durch Steam und UPlay. Über letzteres muss das Spiel schließlich gestartet werden. Es nervt, das wusste ich vorher, da ich bereits Assassins Creed: Revelations über Steam gekauft habe, das Außmaß der sinnlosen Umständlichkeit war mir aber wohl entfallen.

    Das Spiel ist schon installiert, also heruntergeladen, ich muss nur noch auf den „spielen“-Button klicken. Ich klicke auf den „spielen“-Button. Steam installiert erstmal 9 Updates für DirectX, Visual C+ und das UPlay-Programm. Das dauert nicht lange. UPlay wird gestartet und fordert zum Login auf.

    Zwischendurch fragt meine Firewall mehrmals nach Erlaubnis, ausgehende Verbindungen durch UPlay und Steam zuzulassen.

    7:39 Uhr
    Als ich eingeloggt bin, fragt UPlay nach dem Produktschlüssel für FarCry3, den ich nun via Copy&Paste eingebe. Das Spiel ist freigeschaltet. Ich bin verwirrt, denn ich sehe im UPlay Interface nirgends einen Button zum Spielstart. Versuche das Spiel nochmals über den Button in meiner Steam Library zu starten. Steam meldet, das Spiel liefe bereits.

    Meine Firewall fragt weiterhin in unregelmäßigen Abständen nach Erlaubnis für ausgehende Verbindungen. Ich erlaube diese weiterhin nur temporär.

    7:46 Uhr

    Ich suche immer noch nach einem spielen-Button auf der verwirrenden UPlay-Oberfläche, klicke mich durch irgendwelche Menüs. Die FarCry 3 Seite hat drei Reiter: Overview, Actions and Rewards und Achievements. Gewinne keine neuen Erkenntnisse, außer dass ich einige Solo- und Koop-Missionen erst mit UPlay-Punkten freischalten muss, die ich durch das Erreichen von Achievements im Spiel erhalte. Finde das albern und doof.

    7:52 Uhr

    Beschließe, UPlay neu zu starten. Als UPlay neu gestartet ist, sehe ich auf der FarCry3 Seite, über den Reitern einen riesigen Button: „PLAY“. Der war vorher nicht da. Die Firewall nervt weiterhin. Sie fragt auch nach Verbindungen zwischen Steam und UPlay. Ich erlaube diese weiterhin nur temporär, da ich die Vorstellung zweier DRM-Programme, die sich untereinander unaufgefordert austauschen, gruselig finde. Warum weiß ich nicht. Kenne mich nicht so gut aus. Stelle mir Leute vor, die sich gar nicht auskennen oder sich keine Gedanken machen. Entscheide, dass diese es unbestreitbar besser haben.

    7:54 Uhr

    Klicke auf den riesigen PLAY-Button. UPlay erzählt mir, dass jetzt Steam gestartet wird, um das Spiel zu starten. Ich sage dem Bildschirm dass Steam bereits läuft. Der Bildschirm reagiert nicht. Aber die Firewall ballert mich weiter mit Anfragen zu. Steam sagt mir nochmal, dass das Spiel bereits läuft. Werde langsam sauer.

    8:00 Uhr

    Schließe UPlay und Steam. Starte dann UPlay und klicke auf den PLAY-Button. Die Firewall beschießt, mich wieder mit Anfragen zum Austausch zwischen UPlay und Steam und ausgehenden Verbindungen. Klicke überall auf „Temorär erlauben“.

    8:06 Uhr

    Die Firewall gibt keine Ruhe. Klaue meiner Freundin eine Zigarette, rauche diese und mache Tee. Stelle mich auf eine längere Auseinandersetzung mit dieser Müllsoftware ein. Beschließe, die Auseinandersetzung schriftlich festzuhalten und starte den Texteditor.

    8:17 Uhr

    Die Zigarette ist geraucht, der Darjeeling gekocht. Schreibe erstmal ein bisschen.

    8:25 Uhr

    Schreibe weiter. Die Firewall machts mir nicht leicht. Alle 15 (!) Sekunden spuckt sie weitere Anfragen aus. Frage mich ob die Programme sich immer noch streiten, ob das Spiel nun gestartet werden darf. Trinke meinen Tee, während ich zwischen Textprogramm und Firewallmeldungen hin- und herspringen muss.

    9:00 Uhr

    Höre das meine Freundin wach geworden ist. Mache schnell Kaffee. Hab bisher gefühlte 70 Anfragen meiner Firewall temporär zugelassen. Kein Ende in Sicht. Weiß aber auch nicht in welcher Richtung das zu sehen sein sollte. Die Anfragen kommen weiterhin in kurzen und regelmäßigen Abständen. Bereue den Kauf des Spiels.

    9:09 Uhr

    Gebe auf und beantworte die Anfragen mit „Immer erlauben“. Bin gespannt was passiert. Sehe jetzt erst, dass Steam gar nicht läuft. UPlay hat versagt. (siehe 7:54 Uhr)

    9:10 Uhr

    Klicke nochmal auf den PLAY-Button. Nichts passiert. Kein Steam. Keine Firewall. Kein FarCry3. Schließe UPlay nochmal und starte es neu…entscheide mich um und starte gleich den ganzen Rechner neu. Speichere aber erstmal den Text. Als ich alle Fenster geschlossen habe, sehe ich ein kleines Steam-Fenster. „Verbindungsfehler: Verbindung zum Steam Netztwerk nicht möglich. Sie sind momentan nicht mit dem Internet verbunden oder Ihre Internetverbindung ist…blablabla.“ Optionen: Erneut versuchen, Offline-Modus oder Beenden. Das kommt davon, wenn man versucht die Durchlässigkeit der Firewall geringstmöglich zu halten.

    9:14 Uhr

    Entscheide mich für Beenden und starte den Rechner neu.

    FALSCH! Mache nämlich gar nichts. Außer zu staunen!
    Statt sich zu beenden startet Steam sich im Offline Modus, geht dann wieder aus. Stattdessen startet UPlay wieder. Die Firewall meldet sicHALTDIEFRESSE! – klicke auf „Immer erlauben“. Kaum ist UPlay an, startet FarCry3. Das Spiel läuft. Die Firewall minimiert das Spiel – Immer erlauben!
    Aber meine Freundin will Frühstücken. Beende das Spiel. UPlay ploppt auf und informiert mich über den Ubisoft-YouTube-Channel, meine Spielzeit und wieviele Achievements ich erreicht habe. Bilanz: 5 Minuten und kein Achievement. Bin enttäuscht. Finde, dass ich für die Aktion hier einige Achievements und UPlay-Punkte für neue Missionen verdient hätte. Andererseits hab ich wahrscheinlich genau das bekommen, was man verdient, wenn man DRM-belastete Titel kauft.

    9:23 Uhr

    Mache Frühstück.
    Wünsche allen einen schönen Sonntag.

    Bremen, den 23.02.2014

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