Untote können doch sterben

Jetzt ist es soweit. Disney macht LucasArts dicht. So richtig dicht. Vollständig. 150 Leute dürfen sich neue Jobs suchen und laufende Projekte werden eingestellt.

*paff* *vorbei*

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Ist man jetzt baff, weil ein großer Name, nein, DER große Name der Videospielgeschichte nun endgültig Geschichte ist?

Nö. Lucasfilm Games, später LucasArts war schon lange tot. Kreativ runtergewirtschaftet durch häufigen Personalwechsel inkompetenter Geschäftsführer und seelenlose Filmausschlachtungen der Star Wars-Saga. All die kreativen Köpfe, die Spielegeschichte geschrieben haben, die besondere Chemie einer sich gegenseitig ergänzenden Gemeinschaft talentierter Wirrköpfe, das alles gibt es seit langer Zeit nicht mehr. LA war nur ein Schatten früherer Zeiten, ein Studio-Untoter, dem Disney jetzt die Schrotflinte an die Schläfe gesetzt und den Abzug betätigt hat.

Gut so!

PS: Ich habe die Schachtelung der Kommentare testweise ausgeschaltet. Bitte schreien, wenn die Übersichtlichkeit nun ganz flöten gegangen ist.

57 Kommentare zu „Untote können doch sterben

  1. AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAaaaaaaaaaaaaaaachich bin zu früh dran. Nicht genug Kommentare zum Schachteln vorhanden….

  2. Menno, jetzt ist mein Blog kaputt!

    Abgesehen davon finde ich es erstaunlich, was für ein zT. irrationaler Hass jetzt auf Disney losbricht, nur weil man einem waidwunden Pferd endlich den Gnadenschuß gegeben hat.

  3. Da kann ich Harzzach nur zustimmen. Das Studio hatte für mich schon seit Jahren keinerlei Relevanz mehr und schien mir lediglich wie eine leere Hülle.
    Namen sind Schall und Rauch, ob nun id, LucasArts, EA oder sonst ein Unternehmen, irgendwann gehen sie alle – ja, auch die lebenden Toten wie man bei LA nun sieht- und es rücken neue Hoffnungsträger nach.

  4. Abgesehen davon finde ich es erstaunlich, was für ein zT. irrationaler Hass jetzt auf Disney losbricht, nur weil man einem waidwunden Pferd endlich den Gnadenschuß gegeben hat.

    Naja, die 150 Leute dort hätten sicher auch gern auf Kosten von Disney Kaffee getrunken und ohne nennenswerte Resultate weiter am PC herumgespielt.

    Die paar Fähigen darunter werden sicher längst woanders untergekommen sein, um die anderen ist nicht wirklich nicht schade.

  5. Hab mich erst vor zwei Tagen mit einem Bekannten, der einige jahre jünger ist, über Spieleklassiker meiner Generation unterhalten, wobei wir auch auf Lucas Arts zu sprechen kamen. Kommentar „Lucas Arts? Sind das nicht die, die keine Spiele mehr machen?“. Und es stimmt ja, abgesehen von dem obskuren Star Wars 1313 war von Lucas Arts seit gefühlten Ewigkeiten nichts mehr zu hören.

    (Da fällt mir ein wenig vom Thema ab ein… was ist eigentlich mit HL Episode 3? Hat man sich damals nicht für die Episodenvariante entschieden, um die Geschichte schneller fortführen zu können? 😀 )

    Was die Kommentarfunktion angeht – wenn man es weiss, ist es in Ordnung. Kommentiert man halt mit einem @ und dem entsprechenden Namen. Im letzten Beitrag waren die Kommentare irgendwann wirklich ein wenig unübersichtlich.

  6. Für einen Moment war ich traurig, weil ich mit LucasArts ja schon einige tolle alte Spiele verbinde…dann hab ich mich an The Force Unleashed 2 erinnert und plötzlich war ich gar nicht mehr traurig.

    Ernsthaft…ich weiß nicht ob ich vielleicht nostalgieblind bin, aber was im letzten Jahrzehnt aus Star Wars geworden ist war bis auf wenige Ausnahmen (KOTOR) einfach nur eine Schande. Egal ob es um Filme, Serien oder Spiele geht, mit Disney kann es im Grunde nur noch besser werden.

  7. Die LEGO Star Wars Reihe hat mir (und besonders dem Junior) im coop/splitscreen Modus sehr viel Spass und Freude bereitet. Es scheint dass ich genau die schwächeren Titel ausgelassen hab, sogesehen schade drum. Aber es stimmt schon dass da seit einiger Zeit ruhig um Lucasarts geworden ist und das was man von 1313 gesehen hat, hat mich spielerisch nicht vom Hocker gerissen (das sah ja extrem nach QTE-Queuing aus).

  8. Hach…eins der ersten richtig hübschen Spielchen auf dem C64: The Eidolon. Die in viktorianischem Gilb gefasste Anleitung hängt heute noch in meinem PC- Zimmer. Seit damals hat sich viel getan: „Die Trolle waren ganz willens mich durchzulassen“…damals gabs eben noch keine Internet- Foren.
    Dummerweise hatte ich nur die Datasetten- Version (ob es eine Floppyvariante gegeben hat weiss ich nicht), und jeder Level wurde viertelstundenlang nachgeladen…ich habs nie ganz durchgespielt.

  9. Tjo, was will man zu Lucasfilm Games noch viel sagen?

    Sie hatten sich selbst überlebt, nachdem das grottige Flucht von Monkey Island und Grim Fandango erschienen ist.

    Vielleicht sollte man noch als alter Sack die Gelegenheit nutzen, das Patcharchiv und die Webseite nach Downloadbaren fürs Archiv abzugrasen, bevor diese auch zugemacht wird.

  10. Wenn es jemand interessiert, die Patches für Spiele sind (noch) leicht zugänglich auf deren FTP-Server versammelt: ftp://ftp.lucasarts.com/patches/

    Es hat mich etwas überrascht, daß diese ihre Sachen dort lagern und nicht – wie inzwischen üblich – irgendwo tief hinter Flash- und Javascriptmüll verbergen.

    In den anderen Ordner sind noch paar Videos und Demos abgelegt.

  11. So wirklich überraschend ist das nicht. Bei LucasArts hat man vor zehn Jahren aufgehört ernsthafte Geschäfte betreiben zu wollen. Die Webseite ist seitdem nahezu unverändert gewesen, es hat sich keine Sau mehr um irgendwas gekümmert.

  12. @miranda: Grim Fandango ist vielleicht technisch etwas gehandicapped gewesen (wenn ich da an die steuerung verbunden mit den Kamerawechseln denke), aber die Geschichte und den Grafikstil fand ich damals schon großartig (wobei die Szene mit dem Bieberstaudamm schon grenzwertig war.. ). Bei Monkey Island 4 muss ich Dir leider beispflichten, mehr als ein Mal habe ich es nicht „geschafft“ durchzuspielen!

  13. Zu MI4: Ich muss zugeben, ich habe es NIE durchgespielt. Grim Fandango so oft, dass ich irgendwann den Walkthrough auswendig kannte, aber MI4? *achselzuck*

  14. @Joe: „Naja, die 150 Leute dort hätten sicher auch gern auf Kosten von Disney Kaffee getrunken und ohne nennenswerte Resultate weiter am PC herumgespielt.

    Die paar Fähigen darunter werden sicher längst woanders untergekommen sein, um die anderen ist nicht wirklich nicht schade.“

    Woher nimmst Du das Recht oder Wissen, so über diese Leute zu urteilen? Ich meine vor allem den zweiten Absatz…

  15. Ich verbinde viele Kindheitserinnerungen mit diesem Namen. Monkey Island, Star Wars: Rebel Assault, Indiana Jones Adventures etc. Waren alles tolle Spiele. Nur bin ich auch Realist genug um zu wissen das die heutige Firma mit diesen Produkten nicht mehr viel gemeinsam hat außer eben diesen Namen. Das Studio geht, die Produkte bleiben. Ich denke viel weltbewegendes hätte man von LucasArts nicht mehr erwarten können.
    Das die Star Wars Fans nach all dem Schrott der schon verbrochen wurden nach guten Titeln lechzen ist verständlich. Ich kann deren Enttäuschung gut nachvollziehen. Aber in jeder Pleite steckt auch immer die Chance drin das jemand anderes das Ruder übernimmt und es besser macht. Ich würde es den Fans zumindest gönnen.

  16. Disney macht es ja genau richtig. Sie lösen das wenig erfolgreiche Inhouse-Studio auf und wollen künftig genau das tun, was schon in der Vergangenheit für die besten SW-Spiele gesorgt hat: Vergabe an externe Studios! Und wenn man weiß, dass zB. bei Telltale so einige ehem.LA-Veteranen tätig sind, muss man sich weder um künftige SW-Spiele, noch um andere Spiele aus dem IP-Archiv von LA Sorgen machen.

    Ich kann daher weder das jetzt aufbrausende Geflame gegen Disney, noch diese Traueranfälle nachvollziehen, die seit gestern durchs Gamer-Netz schwappen. Emotionalisiertes und vor allem uninformiertes Geblähe! Schlimmer als beim Split einer populären Boyband 🙂

  17. Spieler sind eben ein nostalgischer und konservativer Haufen. Das erklärt auch den Erfolg der ganzen Kickstarter-Projekte von Branchenveteranen, die die Rückkehr zu alten Zeiten versprechen.

  18. Maniac Mansion, ZacMcCracken, X-Wing, Sam&Max, Full Throttle… good times!

    RIP LucasArts

  19. Ich hab auch erst gedacht: oh Nein… und dann: wieso eigentlich „nein“? Mir fällt ja nicht mal ein neueres Produkt von denen ein. Und die Erinnerungen an die Faszination, die ich beim lesen der ersten Ankündigung von Maniac Manson erlebte.. bleiben mir ja als Erinnerung.

    Übrigens: das komplette Abschaltung der Verschachtelung ist eine, ohne Ironie, gute Flucht nach vorne bei WordPress. Äh, finde ich… 😉

  20. Woher nimmst Du das Recht oder Wissen, so über diese Leute zu urteilen? Ich meine vor allem den zweiten Absatz…

    In der harten, bösen Realität beurteilt man Leute nach ihrer Leistung – mithin an den Ergebnissen. Nicht nur ich – Disney offenbar auch. Was da in der letzter Zeit aus dem Hause LucasArts kam, verursachte kaum mehr als eine hochgezogene Augenbraue.

    Also weg mit dem Zombie.

  21. Die einzelnen Mitarbeiter kann man aber nicht nach der Leistung des Arbeitgebers beurteilen. Deswegen fand ich Deine Aussage ziemlich mies. Heutzutage flamt ja jeder in den Foren einfach so rum, aber würde man einem der Mitarbeiter das ins Gesicht sagen wollen?

  22. Nach meiner Erfahrung verhält es sich bei solchen Firmen folgendermaßen: Wer etwas kann, der geht kurz- und mittelfristig, wenn die Rahmenbedingungen und das Arbeitsklima nicht stimmen. Wer nichts kann oder einfach nur einen bequemen Job in der gefundenen ökologischen Nische haben will, der bleibt. Weil er meint, er findet nirgendwo etwas anderes oder weil er zu faul ist.

    Sprich, wenn eine Firma sich allmählich selber zu Grunde richtet, dann bleibt zum Schluß nur noch der, brutal gesagt, Ausschuß übrig. Leute, die nichts können. Leute, die nichts können wollen. Und hoffnungslose Naivlinge, die jedes Mal auf die Tschakka-Reden der Vorgesetzten reinfallen. Alles andere ist die Ausnahme von dieser Regel.

  23. Denkt denn niemand an die Kinder? hehe

    Nein, ehrlich! Schade, dass es wohl nie ein Day of the Tentacle als Special Edition geben wird.
    Das Allerbeste Spiel Punkt.

    Einfach immer und immer wieder genial!

    Und wenn ich an die vielen endlos erscheinenden Stunden Mi2, Mi, IJatFoA, Mi3, The Dig, Sam & Max usw. denke. Wahnsinn was ich da an Lebenszeit verblasen habe.

    Tja, aber so ist das eben. Die großen Kaufen die Kleinen und schließen den Laden.

  24. Ich finde es ohne Verschachtelung in den Kommentaren besser. Für mich ist es übersichtlicher und wenn sich jemand ausdrücklich auf einen vorherigen Post oder einen Teil davon bezieht, kann man ja immer noch, wie z.B. Joe das macht, zitieren.

    Eine richtige Zitierfunktion wäre natürlich trotzdem schön.

    Zum Ende von Lucas Arts habe ich ich im übrigen nichts zu sagen. Ich habe nur mit den Schultern gezuckt, als ich diese Meldung gelesen habe.

  25. Ähem, die haben den Laden zwar dicht gemacht, aber die marken doch nicht. Nehme ich mal, weil nicht nach gelesen, so an. Eher im gegenteil, und das sage ich mit etwas Bangen.

  26. Und wenn ich dann wieder Ami Spielesites sehe wo dann wieder die mitleidstour gepredigt wird… 😀

  27. @ LordFjord

    Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, dann war die Lego Star Wars Reihe noch nicht mal von Lucas Arts.

  28. SSSSSSSSSCCCCCCCCCHHHHHHHHHHHRRRRRRREEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    #schrei…

    hmm also schachtelung ist besser… da es ansonst schwierig wird auf einzelne posts zu antworten bzw disskusionen zu führen

    @topic
    hmm schade um lucasarts… super star wars return of the jedi war eines meiner ersten games… naja hoffen wir mal, dass die wenigstens die lizenzen nicht verstauben lassen… ein neuet jedi academy oder battlefront würde mir schon dat wasser im munde zerlaufen lassen… allerdings hätt ich die games lieber von nem moderaten mittelständischen A oder AA team als son sinnloser activision, ea, ubisoft AAA „call of jedi“ scheiß

  29. p.s.
    ich finds lustig wie man den rahmen hier sprengen kann^^

    !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  30. Ich möchte mich gegen eine Schachtelung in den Kommentaren aussprechen, da ich öfters deinen Blog auf einem Netbook lese und zur besseren Lesbarkeit die Schriftgröße/Zoomstufe höher stelle. Dabei skaliert leider das Layout nicht mit und die eingerückten Kommentare werden weit nach rechts gerückt und ab der dritten Stufe schon nach 2-3 Worten umgebrochen.

  31. Die einzelnen Mitarbeiter kann man aber nicht nach der Leistung des Arbeitgebers beurteilen. Deswegen fand ich Deine Aussage ziemlich mies.

    Ich geh mal davon aus, daß die bei Disney nicht so blöd waren, lauter Überflieger rauszukegeln, auch wenn manche nun versuchen, das so darzustellen.

    Dafür spricht schon, daß LA auch nicht direkt sofort nach der Übernahme dichtgemacht wurde (sowas gibt es nämlich ebenfalls), sondern das wird sich der ein oder andere aus dem Disney-Management schon (in Quartalen gemessen) relativ lange und gründlich angeschaut haben.

    Daß man sich von Low-Performern trennt, ist in der freien Wirtschaft halt üblich, auch wenn Mittelschichtskreisen mit ÖD-Background die Kenntnisnahme solcher Fakten schwerfällt.

  32. @Harzzach…
    Nein! Ich bin selber in einer vergleichbaren Situation, und es gibt sehr wohl andere (gute) Gründe, warum man bei so einer Firma bleibt, bzw. nicht die Möglichkeit hat, in seiner Umgebung einen adäquaten Job zu finden. Und ich betrachte mich ganz sicher nicht als Ausschuss oder Naivling… Nicht jeder kann einfach so den Job wechseln.

    Ich frage mich echt, woher Du die Chuzpe nimmst, so Dinge pauschal zu behaupten…

  33. „Daß man sich von Low-Performern trennt, ist in der freien Wirtschaft halt üblich […]“ (Joe)

    Also waren alle Mitarbeiter Under-Performer?

    Damit Ihr mich nicht falsch versteht, mir ist im Prinzip egal, ob LucasArts dicht gemacht wird. Ich finde es nur nicht richtig, dass wir hier ohne Wissen über die Zustände dort einfach so pauschal die Mitarbeiter da diskreditieren.

    Kann ja sein, dass da gute Stimmung herrschte, nette und gute Leute da arbeiteten… und nur die Projekte nicht so der Burner waren. Alles Vermutungen…

  34. Mitch, es gibt immer Ausnahmen. Die Regel besteht aber weiterhin. Wenn eine Firma sich über viele Jahre, klar erkennbar für alle, selber zu Grunde richtet wie man das bei LA getan hat, dann muss man sich schon fragen … was sind das für Leute, die dann noch dort arbeiten?

    Ich weiß, dass es schwierig ist sich neue Arbeit zu suchen, wenn man selber tagsüber malochen muss. Ich weiß, dass man mit Familie auch in den USA nicht einfach so mal schnell umsiedelt. Aber das sind die Ausnahmen. Leute, die eigentlich weg wollen, auf Grund bestimmter Umstände dies „so einfach“ aber nicht können und dann eben innerlich kündigen, so dass ihre Arbeit nicht dazu geeignet ist die Attraktivität der Produkte der Firma zu steigern. Es ziehen sich dann alle gegenseitig runter. Die Lowperformer und die Frustrierten.

    Wie genau sich Disney LA angeschaut, das weiß ich nicht. Die Ansage, dass man IPs lizenzieren will anstatt inhouse zu produzieren, spricht aber ein eindeutiges Urteil über die Unfähigkeit von LA etwas aus dem Goldschatz zu machen, auf dem man all die Jahre saß.

  35. @ Mitch
    LucasArts hat die letzten Jahre kaum etwas selbst gemacht. Ich glaube einzig „The Force Unleashed 2“ kaum direkt von LucasArts, alles andere wurde von anderen Firmen produziert. Und das Spiel war nicht besonder gelungen. Wenn eine Softwareschmiede viele Jahre lang nichts produziert ist doch irgendwas faul. Entweder das Studio ist nicht in der Lage vernünftige Produkte abzuliefern, oder es war für den Besitzer billiger- und besser es anderweitig machen zu lassen. Beides spricht nicht gerade für LucasArts.

    Ich bin auch dagegen die Mitarbeiter dort über einen Kamm zu scheren, ich habe mich auch schon in einer ähnlichen Situation befunden. Nur das ich gekuckt habe das ich von dort wegkomme, weil es mich selbst angeödet- und nicht wirklich befriedigt hat in dieser Situation zu stecken. Es kann sein das viele auch dort geblieben sind weil sie gehofft haben es kommen wieder besser Zeiten. Es wird auch sicher solche gegeben haben welche die Situation so „ausgenutzt“ haben und ein relativ bequemes Leben geführt haben. Ich denke du hast in dem Punkt Recht das es hier eine breite Variation an Motivationen gegeben hat. Das Problem ist halt an der Stelle LucasArts war nicht besonders produktiv, und der Besitzer hat daher die Notbremse gezogen. Die Lizenzen sind immer noch gutes Geld wert, und andere Studios werden weiterhin Produkte entwicklen. Wie sie es schon die letzten Jahre getan haben.

    Wir werden es wohl nie richtig erfahren was LucasArts das Genick gebrochen hat.

  36. ani, wir wissen, was LA langfristig das Genick gebrochen hat. Eine ganze Reihe von Fehlentscheidungen, die von einer ganzen Reihe ständig wechselnder Führungspersonen getroffen wurden.

    Ein Beispiel: Die Produktion eines SW-MMOs an eine Firma (Bioware) zu vergeben, die KEINE Erfahrungen in der Entwicklung von MMOs hat, gleichzeitig einer anderen Firma (Sony), die wiederholt bewiesen hat, dass sie MMOs langfristig gewinnbringend entwickeln & betreiben kann, die SW-Lizenz zu entziehen. Es ist daher kein Wunder, dass SWTOR nichts weiter als ein verkrüppeltes Singleplayer-Kotor 3 mit angeflanschten MP-Features geworden ist.

    Ehrlich, wtf?

  37. Das ist aber eher der Chefetage von LucasArts bzw. deren Inhaber zuzuschreiben. Ich bezog ich eher auf die „normalen“ Mitarbeiter von LucasArts, welche für die Planung u. Erstellung der Produkte zuständig sind. Ich habe mich nur laut gewundert das halt so viele Projekte außer Haus vergeben wurde, und das eigene Studio die letzten Jahre eher „geschont“ wurde wenn man so will. Und was dazu geführt hat.

  38. Eine weitere Fehlentscheidung. Man hat talentierte Kräfte ziehen lassen, zT. durch entsprechendes Verhalten massiv abgeschreckt (Ron Gilbert ist nicht freiwillig gegangen, Tim Schafer wurde ebenfalls nur mit einem Achselzucken verabschiedet usw.) und hat nichts getan, um neue Talente einzustellen, heranzuziehen. LA machte nicht mehr den Eindruck, dass hier Leute arbeiten, die gute Spiele produzieren können. LA war für entsprechende Talente nicht mehr attraktiv. Da war irgendwann niemand mehr da, der GUTE Spiele machen konnte. Also hat man kaum noch Spiele gemacht. Und wer gut ist und ums Verrecken SPIELE machen möchte … der ist gegangen.

  39. Na also, das hört sich doch viel differenzierter an. 😉
    Kenne selber die Situation, dass die Führung von oben fehlt, oder die Geschäftsleitung fragwürdige Entscheidungen trifft, die das Ganze in Schieflage bringen. Man will, dass das Produkt ein Erfolg wird, kann noch so gut arbeiten, aber wenn das Management Fehler macht, hilft das nichts.

    Im Grunde ist es ja gut, wenn die IPs wieder frei werden und gute neue Games rauskommen, die mit LA nicht (mehr) zu erwarten gewesen wären.

  40. Die „Diskussion“ von Mitch und dir möchte ich um eine Perspektive ergänzen: Klar, es gibt Frustrierte, es gibt Low-Performer und höchstwahrscheinlich (gerade bei LucasArts in höherer Dosis) eine Menge Finanzjongleure und inhaltlich industriefremde Blender auf Entscheidungspositionen – alles richtig. Doch eine weitere Motivation für das Verbleiben und dem Arrangieren mit der negativen Situation ist das private Umfeld. Die meisten Leute in dieser sehr volatilen, schnell-lebigen Industrie kommen irgendwann an einem Punkt, wo sie eben nicht mehr einen Standortwechsel zu einem neuen, interessanten Arbeitgeber und einem weiteren (temporären) Projekt in Betracht ziehen können. Es ist der Partnerin und möglichen Kindern irgendwann einfach nicht mehr zumutbar. Allenfalls in Standorten wie Seattle, Montreal oder Silicon Valley, wo es ja durchaus viele, lokale Alternativen gibt. Doch anderswo ist diese Industrie so unglaublich schädigend gegenüber einer normalen Familienplanung, dabei sehnt sich jeder Nerd irgendwann mal nach Zuneigung und heimliger Atmosphäre – naja, fast jeder 🙂
    Ich selber habe meiner Partnerin in 4 Jahren 3 Umzüge zugemutet, davon die Hälfte der Zeit in einer Fernbeziehung – einfach weil ich eben nicht zu den Frustrierten gehören wollte und stets offen für bessere Angebote war. Doch irgendwann muss damit Schluß sein – sollte es mit dem aktuellen Arbeitgeber nicht passen, bleibe ich am gleichen Standort und wechsel halt die Industrie. Daher gilt mein Mitleid primär den LA-Mitarbeitern und deren Familien, die wegen Frau und Kindern vor Ort geblieben und sich „facepalmend“ das Desaster mitanschauen mussten. Eine Firmenübernahme mit zeitlich verzögerter Kündigung bis zur Firmenschließung – das durfte ich auch schon in dieser Industrie erleben und ich kann erahnen, wie beschissen die zurückliegenden, unsicheren Monate waren. Wenigstens haben sie jetzt die nötige Gewissheit.

    gruß

  41. Gibt es auch, keine Frage. Das sind die vielen Ausnahmen. Aber auch hier gibt es Fälle (jetzt bitte nicht auf Dich persönlich beziehen 🙂 ), wo Partner oder Partnerin einem die Pistole auf die Brust setzen und Dich ZWINGEN Dir einen anderen Job zu suchen, gleichgültig wie teuer, hart und kompliziert mit den Kindern die Folgezeit wird, weil man es nicht erträgt, dass der Partner in solchen Firmen langfristig an Seele und dann Körper kaputtgeht.

    Ich habe Bekannte, da hat sie ihn so lange getreten, bis er einen anderen Job fand, der zwar deutlichst schlechter bezahlt war, er aber nicht mehr frustriert nach Hause kam, entspannt war, sich nicht mehr den Frust reingefressen oder gesoffen hat … und prompt kam das erste Kind und schwupps das zweite. Finanziell müssen sie ganz schön knappsen, aber sie haben was von ihrem Leben und ihrer Familie.

    Von daher … ich neige mittlerweile zur Ansicht, dass „Isch habe doch Familie“ ab einem gewissen Zeitpunkt nur noch eine vorgeschobene Ausrede ist.

  42. Vorgeschobene Ausrede? Ich kann ja meinen Fall kurz und mit möglichst wenig Informationen anreißen:
    Die Firma ist auf dem absteigenden Ast, das Haupt-Produkt verkauft sich sehr schleppend. Interessante Jobs für mich gibt’s nur ca. 70 km entfernt (da aber en masse). Hier in der Nähe vor Ort gibt’s nur ganz ganz wenige, uninteressante Stellen. Jetzt habe ich die Wahl, jeden Tag die 70km zu pendeln, was ca. dank Stau ca. 3 Stunden pro Tag ausmachen würde. Oder ich bleib in der Gegend und geniesse wenigstens mehr Zeit mit Frau und Kind. Komplett wegziehen geht auch nicht, weil wir hier ein Haus gekauft haben und meine Frau hier einen Job hat. Man ist halt in der Zwickmühle, da helfen einem sozialdarwinistische Parolen aber auch nicht weiter… 😉
    Empfehlungen werden dankend angenommen. 😉

  43. Nein, einfach ist das nicht mit Familie so gschwind Job und Stadt zu wechseln. In Deutschland kommt ja noch förderales Schulsystem hinzu, wo man aufpassen muss dass die Kinder, mal salopp ausgedrückt, nicht plötzlich in der Sonderschule landen, weil keinerlei vorherigen Leistungen anerkannt werden.

    Drum sag ich ja extra „ab einem gewissen Zeitpunkt“. Irgendwann ist das nur eine Ausrede.

  44. @Mitch: Deine Situation, die sich kurz mit „First World Problems“ zusammenfassen läßt, ist das Ergebnis Deiner persönlichen Lebensentscheidungen. Du hast Dich da selbst hinmanövriert. Erwachsene Menschen tragen die Konsequenzen ihres Handelns selbst.

  45. @Joe: Was ist denn das für eine dumme Argumentation? Vielleicht hast Du es auch einfach nicht verstanden… es geht darum Entscheidungen zu treffen, nicht sich wie ein Lemming mit den Konsequenzen abzufinden. Und manchmal ist man eben in einer Zwickmühle. Aber Dir fehlt es offenbar an der nötigen Empathie, um so etwas nachvollziehen zu können.

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