Britannia soll stabiler werden

Nachdem ich Britannia letztlich nicht nur schöner, sondern Dank des aktuellsten Fan-Patch (1.19H) auch inhaltlich fehlerfreier gemacht habe, war diese Woche die Stabilität dran.

Unter Glide läuft das Spiel 24/7 durch, ohne dass rumgemuckt wird. Was nicht verwundert, galt Glide während der Entwicklungszeit von Ultima IX als DIE Graphikschnittstelle schlechthin. 3DFX trug das „Monster“ nicht nur im Produktnamen, sondern war auch ein Monster in Sachen Marktdominanz. Und weil EA irgendwann die Geduld verloren hat, blieb nicht mehr viel Zeit zur Optimierung der Direct3D-Schnittstelle. Wer damals Ultima IX nicht auf einer 3DFX-GPU spielen wollte, der brauchte viel Geduld und Langmut, um angesichts z.T. einstelliger Frameraten und häufiger Abstürze nicht alle drei Tage einen neuen Tisch beim Schreiner bestellen zu müssen, weil der alte schon wieder durchgebissen war.

Die Sache mit der Framerate, die hat sich im Laufe der Jahre mit potenterer Hardware erledigt. Die Stabilität stieg auch mit besseren Treibern an, aber so wirklich sorgenfrei zocken, das war eigentlich weiterhin nur unter Glide möglich.

Doch weil ein Großteil der neuen Texturen und Assets nur unter Direct3D korrekt angezeigt werden, hat mir es keine Ruhe gelassen. Aus Forenbeiträgen weiß ich, dass Ultima IX unter Direct3D mittlerweile problemlos, ohne Abstürze und stabil durchgespielt werden kann. In hohen Auflösungen, mit 32bit-Farbtiefe und allem Pipapo, was die „options.ini“-Datei so hergeben kann.

Mit einigem Ausprobieren und Forenrecherche bin ich jetzt auf den wahrscheinlichen Übeltäter gestoßen. Im Vertrauen auf die Leistungsreserven aktueller Hardware habe ich die sog. Clipping-Distance, die Entfernung, in der im Spiel Texturen im „Nebel“ verschwinden oder von niedriger auf hohe Texturauflösung geschaltet wird, gnadenlos hochgesetzt. Nun, zum einen wirkte die Welt auf einmal sehr viel kleiner als vorher, wenn sich die früher so endlos wirkenden Ozeane nun doch als die kümmerlichen Teiche entpuppen, die sie tatsächlich sind und ein Skyrim sich angesichts der faktischen Weltgröße in Ultima IX schief & scheppig lacht. Zum anderen, weil die Direct3D-Schnittstelle eben nur suboptimal implementiert war, stieg dadurch aber die Instabilität des ganzen Systems. Denn je mehr das Spiel unter Direct3D rendern musste, umso mehr Fehler schlichen sich ein. Eigentlich logisch. Man muss nur darauf kommen.

Ergo habe ich in der „options.ini“ die Sichtweiten wieder fast auf die originalen Werte zurückgefahren.

FarClippingPlaneDistance=10000
MiddleClippingPlaneDistance=4000
DungeonClippingPlaneDistance=2000

Damit herrscht zwar, für aktuelle Sehgewohnheiten, erneut tiefster November in Britannia, aber das Spiel läuft nun rund durch und die Illusion, dass man sich auf einer großen Welt bewegt, die wird wieder hergestellt.

Veröffentlicht in Retro

6 Kommentare zu „Britannia soll stabiler werden

  1. Das mit der Sichtweite merkt man auch gut, wenn man Morrowind mit dem MGE spielt und da die Sichtweite hochsetzt. Sieht zwar grafisch gut aus, ist aber atmosphäretechnisch gar keine gute Idee. *gg*

  2. Jepp. Man merkt an solchen Geschichten immer schnell, wie sehr die Entwickler getrickst haben, um eine überzeugende Welt präsentieren zu können, ohne sie aber faktisch darstellen zu müssen.

  3. Somit ist es wohl besser, dass ich mich nie wirklich mit einem N64 Emulator näher auseinander gesetzt habe. Immerhin hieß dieser nicht umsonst „Nebelwerfer“ 🙂 Falls das auf die Sichtweite überhaupt Einfluss genommen hätte..

  4. Seltsam?? Gab es hier nicht gestern noch einen Text über das neue Civ? Was ist denn damit passiert?

  5. Den habe ich wieder rausgenommen. War nicht wirklich zufrieden damit. Kommt aber wieder, verbessert und ohne Fehler 🙂

  6. Ah, OK. Vielen Dank für die schnelle Antwort. Mir gefällt dein Blog hier übrigens sehr gut. Du hast, wie ich finde, eine sehr angenehme Schreibe. Insofern will ich dir deinen ungenügenden Text zu CivBE verzeihen… Falls (!) die verbesserte Version der üblichen Qualität entspricht 😉 – Liebe Grüße

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