Ein Selbstversuch

Den immer größer anwachsenden Berg ungespielter Titel, entstanden in erster Linie auf Grund etlicher Sales und nicht besonders effektiver Selbstkontrolle (nie mehr lästere ich über Frauen, die im Schrank etliche Dutzend Paar Schuhe und Handtaschen haben, die sie niemals tragen werden), habe ich desöfteren thematisch verwurstet und verkäst. Mich immer damit rausredend, ich sei ja Sammler und ich müsse die erworbenen Titel gar nicht spielen, weil ich ja Sammler bin, haben sich im Laufe der letzten Jahre knapp 900 Spiele mit einer grob geschätzten durchschnittlichen Spielzeit von nicht einmal einer halben Stunde angesammelt. Manche Titel habe ich nie angerührt, anderen (sehr wenigen) habe ich dreistellige Stundenanzahlen gewidmet. Geldmäßig habe ich hier, ebenfalls grob geschätzt, im Laufe der Jahre so einige tausend Euro gelassen. Die ich, um es mal weniger freundlich zu formulieren, eigentlich auch aus dem Fenster hätte werfen können.

Jetzt habe ich einen Plan gefasst, um aus diesem Teufelskreis auszubrechen.

  1. Ich installiere alle Titel, die ich noch nicht durchgespielt/angerührt habe.
  2. Ich beginne mit A und spiele mich im Laufe der kommenden Monate/Jahre bis Z durch. Zuerst meine GOG.com-Erwerbungen, dann die Steam-Bibliothek.
  3. Was angefangen wird, wird auch durchgespielt. Heißt hier, die SP-Kampagne, falls vorhanden. Nicht gespielt werden klare Fehlkäufe wie z.B. Alan Wake oder Titel, die im Rahmen eines HumbleBundles zwar mit erworben wurden, die mich aber nicht einmal ansatzweise interessieren.
  4. Es wird erst dann das nächste Spiel angefangen, nachdem ich zumindest ein paar Kurzeindrücke über bewältigte Spiel hier im Blog veröffentlicht habe.
  5. Es wird dieses Jahr nichts mehr neu hinzugekauft.
  6. Die einzige Ausnahme von Regel 5: Pillars of Eternity. Vielleicht nicht unbedingt gleich zum Release, aber definitiv dieses Jahr.

Jetzt liegen etwa 3 TB an Daten auf der Festplatte. Der Desktop ist aufgeräumt, enthält nur noch das Wesentliche.

Ich bin guter Dinge und klicke auf “Aarklash – Legacy”.

60 Kommentare zu „Ein Selbstversuch

  1. Großartig. GROSSARTIG. Groß und auch ein bisschen ab-artig 😉 Als Dein begeisterter Leser freue ich mich jetzt schon auf die aus diesem Großprojekt entstehenden Einträge, als kritischer Leser prohphezeihe ich ein Scheitern des Selbstversuchs. Aber vielleicht irre ich ja. Jedenfalls viel Spaß mit Aarklash (dass ich beispielsweise nicht weit zockte, alldieweil die Kämpfe zwar flutschig waren, aber die Seele fehlte.

  2. Zu 4.: Ich habs mir auch vorgenommen, bin schon durch 3 Games dieses Jahr!

    Zu 5.: Muhahahaha! Das sag ich mir bei jeder Email die ich von Humble / Steam / GOG oder Bundlestars bekomme 😉

    Ich drücke Dir die Daumen und freue mich auf die vielen Testberichte bzw Blogeinträge die mich dann neugierig machen und mich dann gegen Punkt 5 verstossen lassen :)=

  3. Das klingt ja fast nach Arbeit…. Computerspiele sind für mich nichts was man machen „muss“ sondern etwas auf das ich Lust habe. Oder auch nicht. Irgendwo bewunderswert was du dir da vorgenommen hast, aber irgendwo auch etwas zu „gezwungen“ wenn man so will 😉
    Zum Glück ist mein Pile-of-Shame aber auch sehr übersichtlich… ist im Moment nur Dark Souls ^^

  4. Zm Thema „Arbeit“: Ich nehme mir nur Titel vor, die mich ernsthaft interessieren. Bereits identifizierte Fehlkäufe bleiben in der Gruft, die rühre ich nicht mehr an. Spiele, mit denen ich bereits angefangen, auch recht weit gekommen bin, aber nie abgeschlossen habe, rühre ich von Fall zu Fall an oder eben nicht. Hier wird spontan entschieden.

    Sobald ich jedoch merke, dass das in Arbeit und „Zwang“ ausartet, breche ich das Experiment ab. Ich will mir nicht aus lauter Sturheit das Lieblingshobby kaputtmachen.

    Mein eigentliches Ziel dabei: Anstatt immer neue Spiele anzuhäufen, endlich die Perlen entdecken, die ich bereits habe!

  5. Hört sich für mich nach einem noblen Vorhaben an. Habe ich vor zwei (?) Jahren mit meinem Turm von ~20 Spielen gemacht, ist bei mir also nicht quantitativ vergleichbar. Seitdem habe ich nie wieder so eine Ansammlung entstehen lassen, ich würde sogar sagen, dass es mir viel Spaß gemacht hat, alles „Alte“ abzubauen und den Turm der Schande abzureißen 😀

    In diesem Sinne: Frohes Gelingen!

  6. Dieser Blogpost zauberte mir ein Lächeln aufs Gesicht. Auch die Ausreden fürs Geld aus dem Fenster werfen kommen mir sehr bekannt vor. Das Hauptproblem ist wohl, daß man den Krempel nicht einfach gesammelt in eine Kiste tun und zur eBucht tragen kann.

    Ein ähnliches Projekt habe ich vor ein paar Jahren gestartet, nachdem ich gemerkt hatte, daß ich kurz davor stand einen älteren 10€-Titel bei Steam zu kaufen, der bereits in meiner Library war (ich hatte ihn schlicht vergessen). Das Projekt endete aber schon nach einem einzigen erfolgreich durchgespielten Spiel.

    Immerhin: eines mehr. 🙂

    Inzwischen häufe ich DVDs für meine Konsole an. Die kann ich wenigstens wieder reinstellen, wenn ich sie doch nicht mehr anrühre und mir neue schicken lassen.

    Trotzdem viel Erfolg!

  7. Na dann viel Glück. Ich habe mir das auch schon vorgenommen. Bin bei Alan Wake aber auch nicht weitergekommen als beim letzten Mal, bei Dragon Age: Origins hat mich gleich nach Ostagar die Lust verlassen und Arcanum und Planescape: Torment habe ich noch gar nicht wieder installiert.
    Stattdessen habe ich in den letzten Wochen mal wieder 30+ Stunden in das nunmehr fünfte?, sechste? Stalker-Playthrough versenkt und zum dritten Mal Jedi Academy durchgespielt. Falls jemand fragen will: Ja, es macht noch genau so viel Spaß wie vor 10 Jahren.

    Immerhin Enslaved: Odyssey to the West konnte ich dieses Jahr schon von meinem PoS schubsen.

  8. Gute Idee. Sag mir, wie’s ist.
    Ich kam mit Aarklash leider nicht weit, bis ich… naja, die Hektik, der Streß, die Suche nach dem Ring of Royal Grandeur…

  9. @ arillo
    Kommt mir bekannt vor. Habe mittlerweile 370 Stunden in Skyrim zugebracht, obwohl noch andere Titel auf meiner Platte rumfahren die ich teilweise nicht einmal durchgespielt habe. Man bleibt halt doch zu oft an den Sachen hängen die einem wider besserer Erklärung doch gefallen.

  10. Über Punkt 3 solltest du dringend nachdenken und es eher wie der CRPG Addict halten und die Spiele einfach nur mindestens…uhmm…sagen wir 6 Stunden anspielen(…ok für First Person Shooter, Racing und Beat em Ups reichen auch 30min.) und verschwendest keine kostbare Lebenzeit!!!

    Hey! Du hast mir immerhin beigebracht dass 90% von Allem Scheiße ist. 😉

    Ich freue mich jedenfalls schonmal auf haufenweise interessante Artikel!

  11. Schon witzing…über sowas hab ich vor kurzem auch nachgedacht und mir mal eine Tabelle gemacht mit allen Spielen die ich besitze und alles durch- und angespielte markiert. Erschreckend-etwa die Hälfte von einigen hundert Spielen nicht mal angefasst, und nur ca. 5 % wirklich durchgespielt.

    Merkwürdigerweise verliere ich auch bei eigentlich guten Spielen häufig nach der Hälfte das Interesse.

    Vorsatz: was ich anfasse auch durchspielen, es sei den das Spiel entpuppt sich als Stinker. Nur nicht nach Alphabet…obwohl, von Act of War bis Xenogears….hätte auch was.

  12. @anigunner:
    Ist Skyrim für dich sowas wie guilty pleasure? 😀
    Für mich auch. Stalker dagegen ist einfach toll und je nach Mod noch besser.

    Viel wichtiger wäre, mal wieder ein paar Level für Broforce zu machen, um mich wieder ins Gedächtnis zu rufen. Meine beste rutscht bald sicher auf Platz 5 im Workshop.

  13. Schon witzing…über sowas hab ich vor kurzem auch nachgedacht und mir mal eine Tabelle gemacht mit allen Spielen die ich besitze und alles durch- und angespielte markiert. Erschreckend-etwa die Hälfte von einigen hundert Spielen nicht mal angefasst, und nur ca. 5 % wirklich durchgespielt.

    Daraus könnte man doch ein tolles Meta-Spiel machen: Data Becker Spielfortschrittmanager 2000 😉

    Mich würde mal interessieren, wieviel von den ungespielten Steam-Spielen zum Vollpreis gekauft oder gar vorbestellt wurden. Aber nun ist auch klar, warum die den Gebrauchthandel digitaler Güter fürchten, wie der Teufel das Weihwasser.

    Merkwürdigerweise verliere ich auch bei eigentlich guten Spielen häufig nach der Hälfte das Interesse.

    Das wissen die Publisher schon aus eigenen Studien. Deswegen fließt der größte Teil des Budgets in die ersten Stunden des Spiels – weil die meisten Leute und Reviewer den Rest nie zu Gesicht bekommen. Blöd ist, wenn man einem gut gestarteten Titel anmerkt, daß man im Sparteil der Kampagne angekommen ist. Einige sind auch gleich konsequent und liefern ab Stunde 5-8 keinen Content mehr und verweisen auf DLC.

  14. Mhhh, wäre es nicht geschickter, mit dem Steam-PoS anzufangen? Immerhin ist da nicht gesichert, dass der Service auf unbegrenzte Zeit zur Verfügung steht und Du deine Spielchen auch in Zukunft noch installieren und spielen kannst 😀
    Die GOG-Spielchen sollten sich hingegen alle – sofern downgeloadet und lokal abgespeichert – auf jeden Fall noch installieren lassen, egal ob dein Internet abgeraucht ist und unabhängig von der Verfügbakeit von irgendwelchen „Gamingplattform“-Onlineservices…

    Zu Cyanide möchte ich nur sagen: Wann kommt Styx auf GOG.com?

  15. Ich entnehme dem, dass Du in diesem Jahr nicht von einer tatsächlich spielbaren PC-Version von Witcher 3 ausgehst. Kluges Kerlchen.

  16. Ich habe für alle meine Steam-Spiele die passende Offline-Version als Backup. Ich muss Valves Untergang nicht fürchten.

    @Archer: Da ich erst noch TW2 vor mir habe, juckt mich TW3 derzeit nicht stark genug. Von daher darf CDP gerne eine massivst bessere Releasequalität vorlegen, ich hole mir das Teil dennoch frühestens erst nächstes Jahr 🙂

  17. Sehr nobles Unterfangen, vorbildlich. Bin auf die folgenden Blogposts gespannt, es scheint ein interessantes Jahr zu werden.

    Nur rein Interessehalber: welche waren denn die dreistelligen?

    Da muss ich mir aber auch an die eigene Nase fassen. Es ist echt übel wie Steam das einen wie einen Spiegel entgegenhält. Vor allem wenn’s jenseits von 500 in einem Jahr ist. Und das nur von EINEM Spiel.

  18. Titan Quest, Defense Grid 1, Warhammer 40K – Dawn of War 2 (Hauptspiel und Addons). Und bei Grim Dawn habe ich jetzt schon fast 100h angesammelt, obwohl das Teil noch gar nicht offiziell erschienen ist und einiges an Content fehlt.

    Überraschen tut mich dabei Dawn of War 2. Mich nicht mehr daran störend, dass es kein RTS ist, sondern waschechtes Taktik-RPG, spiele ich es wieder und wieder, probiere mal die Skillung und jene Squad-Kombination aus. Ein Dawn of War 3 als konsequent designtes Taktik-RPG mit Tonnen von Loot und einer Inventory-Verwaltung, die nicht ständig Schreikrämpfe hervorruft … *hach* *seufz*

  19. @ Arillo
    „guilty pleasure“ trifft es extrem gut. Es macht halt einfach Spaß Mod´s durchzuprobieren, ist genauso wie Minecraft. Das sieht interessant aus, müssen wir ausprobieren. Beides sind halt zwei große Sandkästen, in denen man sich austoben kann… da kann mir jedes hochglanzpolierte, lineare Produkt gestohlen bleiben wenn ich ehrlich bin.

  20. Ich weiß nicht, ob du dir dadurch nicht einfach den Spaß an Spielen versaust, die vielleicht in einem anderen Kontext und in einer anderen Tagesstimmung echt cool gewesen wären. Ging mir jedenfalls so mit Spielen wie Dungeons of Dredmor (o.s.ä.), Wasteland 2 oder auch Farcry 4. Wasteland 2 ist bis heute nur 3 Stunden weit gespielt, weil es schlicht nicht genügend Munition in der Welt gibt, um alle Viecher zu platzen. Muss man wohl doch auf Fallout 4 warten, wenn man Bock auf sauber designte Postapocalypse hat.

    Aber gerade Farcry 4 habe ich neulich nochmal mit einer lockeren „Mal wieder leise ’nen Außenposten entwohnen“-Stimmung angegangen und hab seitdem, fast aus Versehen, bestimmt 40 Stunden drin versenkt, mit schallgedämpfter Kugelspritze ganze Landstriche zu demokratisieren.

    Ähnlich ging’s mir auch mal mit Assassins Creed 4: ein bisweilen unglaublich atmosphärischer Spaß, mystisch angehaucht, story-mäßig interessant und an keiner Stelle frustrierend…. uiuiui… aus mir ist ein echter Casual Gamer geworden. :-}

  21. Oh ja, DoW2, eines der wenigen Spiele wo der Entwickler verstand, dass es doch Leute gibt, die die vollständige Kampagne Coop zocken wollen. Heutzutage heißt Coop ja meist irgendein Survival-Modus für zwischendurch. Aber DoW2, jederzeit wieder gerne.
    War da mal nicht ein DoW3 in der mache? Wenn ich mich recht erinnern kann, ist das aber der THQ Insolvenz zum Opfer gefallen. Die ganzen Warhammer Lizenzen sind dann doch bei Sega gelandet, oder?

    Meine erwähnten dreistelligen sind in Kerbal Space Program untergegangen. https://xkcd.com/1356/ und https://xkcd.com/1244/

  22. Ist das nicht illegal, Steam-Spiele „offline“ zu machen? Also zumindest zur Installation muss der Client doch online, oder? Ich hab keine Ahnung, ich mache ja um derartige Angebote immer noch einen Riesenbogen.
    Das hilft aber auch gerade heutzutage, den PoS niedrig zu halten 😀

  23. @Ridikuli:
    Mein Ziel ist es hier nicht so sehr stur die Linie durchzuboxen, Regeleinhaltung um der Regeleinhaltung Willen, sondern sich ENDLICH mit den Spielen näher und intensiver beschäftigen, die ansonsten nur digitalen Staub ansetzen. Es ist der Rahmen, der mir auch dabei helfen soll, nicht schon wieder bei einem Sale ein weiteres halbes Dutzend Spiele auf die Halde zu kippen.

    @Michael:
    Die Feinheiten wachsweich und undeutlich formulierter Gesetze interessieren mich nicht mehr. Ich habe für das Spiel Geld bezahlt, ich mache es offline, wie es mir in den Kram passt.

  24. „Ich beginne mit A und spiele mich im Laufe der kommenden Monate/Jahre bis Z durch“

    Ältester Mensch der Erde: 122 Jahre und 164 Tage.

    Viel Glück.

    Spiele haben es bei mir heutzutage viel schwieriger als vor 10 Jahren. Verliere wesentlich schneller die Lust mich einzuarbeiten/auf das Spiel einzulassen. Während ich damals die komischen AD&D Regeln bei Baldurs Gate 2 spannend fand, hab ich bei der EE heute einfach nach 3 min schon wieder aus gemacht, obwohl das eins meiner Lieblingsspiele ist. Sich mal zu zwingen den Spielen ein wenig Zeit zu geben muss daher nicht in Arbeit enden, wenn der eigentliche Inhalt einen danach Spaß macht.

  25. Dein Pile of Shame fängt wenigstens nicht mit einem Titel mit einer Nummer am Anfang an, du glücklicher Bastard. 🙂

    Ganz davon abgesehen, dass sich in meinem Pile ein paar solcher Titel verbergen, hätte ich auch mal wieder Lust auf 1869, 10th Frame (na gut, dafür benötigt man keine Stunden) oder 4D Sports Boxing.

  26. Mache das ebenfalls schon ne ganze Weile so. Wenn ich ein Spiel anfange, versuche ich es bis zum -manchmal auch bitteren- Ende duchzuspielen.
    Und ja, das kostet oft auch etwas Überwindung und hin und wieder einiges an Nerven. Allerdings gehört für mich ein bißchen Leiden zum Hobby Gaming dazu. Ich will mich ab und zu über so was Banales wie ein Spiel gewaltig aufregen können, ich brauche die Emotion und Leidenschaft und ohne ein bißchen Leid ist die Freude oftmals im späteren Verlauf auch nicht so stark ausgeprägt.

    PS: Gerade Episodes from Liberty City angefangen und weiß schon vorher das wird nix mit Durchspielen. Rockstar und Bethesda Spiele schaff ich nicht, die schaffen mich.^^

  27. Schade. Gerade die Episoden zu GTA4 lohnen sich weit mehr als das Hauptspiel, allein schon wegen der viel stärkeren Haupt- und Nebenfiguren.

  28. Ein nobles Unterfangen, allerdings würde ich hier – aus jahrelanger eigener Erfahrung – einfach nur zu völliger Tiefenentspannung raten. Es ist nun mal Fakt, dass derzeit (und wohl auch zukünftig) mehr Titel erscheinen als man jemals wird spielen können, und zwar zu (Sale-)Preisen, dass man sie gleich dutzendweise erwerben kann. Sich dabei zu irgendetwas zu zwingen, macht schon deshalb wenig Sinn, weil Du, sollte Dich das Hobby so lange begleiten, auch an Deinem Todestag immer noch einen riesigen Berg Ungespieltes vor Dir her schieben wirst. Klar kannst Du darauf Einfluss nehmen, ob das am Ende 2000, 1000 oder vielleicht nur 500 Titel sein werden, aber macht das letztlich wirklich einen Unterschied?

    Nutze einfach das Füllhorn des Überangebots und akzeptiere Titel, die Du vielleicht niemals spielen wirst, als ganz natürliches und selbstverständliches Phänomen. Und mein wichtigster Rat: Gehe NIEMALS, never never ever alphabetisch vor, sondern vertraue Deinem Bauchgefühl und spiele immer genau das, wonach Dir gerade ist. Nur so hast Du wirklich Spaß und ganz nebenbei auch eine viel bessere Chance, einem individuellen Titel gerecht zu werden. Und blicke öfter mal auf die umfangreiche Liste der Spiele zurück, die Du bereits gespielt hast, und weniger darauf, was die Halde für – letzlich unerfüllbare – Ansprüche stellt 😉

  29. Das strikte Vorgehen nach Alphabet führt mich aber aus meiner Bauchgefühl-Blase, aus meiner Komfort-Zone. Ich beschäftige mich dann mit Titeln, die ich sonst ständig übergehen würde.

  30. Bei Deiner Erfahrung solltest Du Deinem Bauchgefühl problemlos vertrauen können! Wenn das bei bestimmten Titeln zu einem Übergehen führt, wird sich vermutlich am Ende in acht oder neun von zehn Fällen heraus stellen, dass es dafür auch tatsächlich gute Gründe gab. Alphabetisches Vorgehen hat halt doch sehr starken Auftrags- und Arbeits- und wenig Lustcharakter und das ist psychologisch nicht unbedingt vorteilhaft. Ich würde das vielleicht zumindest dadurch etwas auflockern, gelegentliche (jeder zweite oder dritte) „Lusttitel“ in den alphabetischen Ablauf einzustreuen. Das wäre doch ein guter Kompromiss zwischen Pflicht und Kür.

    Du musst das mal so sehen: Entweder schaffst Du Deine Liste irgendwann komplett; dann ist rückblickend aber auch die Reihenfolge egal. Oder Du schaffst sie nicht; dann spielt es aber auch keine Rolle, ob die verbliebenen Titel nun mit A bis M oder mit N bis Z beginnen. Das ist ja letzlich nur total bedeutungslose Syntax.

  31. Viel Glück dem Harzzach. Wobei ich es für beinahe unmöglich halte, das ganze Jahr über kein Spiel zu kaufen. Da gibts wohl zuviele verlockende Indie-Games die da plötzlich wieder beim Fenster reinschneien. Freu mich auf die Rezensionen der Projekt-Games.

  32. Bei den ganzen Sales ist konsequenter Verzicht fast unmöglich. Ich wollte bei GOGs jüngstem Double Insomnia auch nichts kaufen, aber FTL Advanced für 2,29, Legend Of Grimrock für 2,69 oder Banished für 5,39 waren als Angebote einfach zu gut, um sie ungenutzt verstreichen zu lassen.

  33. Bei Banished hat es zwar gezuckt, weil mich das Teil prinzipiell interessiert … aber das wäre dann NOCH ein zusätzlicher Stein auf der Halde gewesen.

    Ob ich das so strikt bis zum Ende durchhalten kann … ich weiß es nicht. Ich möchte wenigstens zwei Ziele erreichen: 1. Nicht mehr blind Spiele im Sale aufhäufen, 2. bewusster spielen und genießen, nicht einfach nur alle Titel kurz anhecheln.

  34. @ c. pohl – Was Bethesdas Spiele angeht, da bin ich mir inzwischen nicht mehr sicher ob man die überhaupt durchspielen MUSS, um sie wirklich durchzuspielen. Bei Fallout: NV habe ich das Ende der Hauptquest IMMER noch nicht gesehen und dabei habe ich bei diesem Spiel gerade die 300 Stunden-Marke durchbrochen. Da kann man mir wirklich nicht vorwerfen, ich hätte mich nicht mit dem Spiel beschäftigt und mit der Dampfpresse jeden, wirklich jeden Tropfen Spielspaß herausgepresst. Da mag es viele Leute geben, welche die Hauptstory von F:NV durchgespielt haben, ganz toll. Und ich hab trotzdem locker 280 Stunden mit dem Spiel mehr auf dem Buckel.

    Was Neukäufe angeht, da bin ich inzwischen allerdings auch ein wenig vorsichtiger geworden. Gerade bei Sales gehe ich inzwischen bei jedem potentiellen Kauf die Checkliste durch. Habe ich derzeit ein Spiel in der Mache? Habe ich potentiell Lust auf ein Spiel, welches in meinem Pile of Shame rumdümpelt? Würde ich dieses Spiel WIRKLICH gleich in Angriff nehmen oder ist es doch wieder nur dieses „Uuuuh, sieht spannend aus, das würde ich sicherlich irgendwann einmal spielen.“-Gefühl? Vor allem wenn ich die letzte Frage mit „Nein“ beantworten muss, lasse ich es erst einmal links liegen.

    Klar, das funktioniert nicht immer. Aber die Zahl neuer Archivleichen ist doch um Einiges geringer geworden seitdem ich das so handhabe. Und die Spiele, welche ich dann doch kaufe, werden dann in der Regel auch gleich gespielt. Mit „Besiege“ zum Beispiel habe ich schon jede Menge Spaß gehabt, wenn ich manisch lachend meine neueste Belagerungsmaschine auf ihre erste Testfahrt schicke. Und „Dying Light“ hat mir inzwischen auch so manche Nacht mit wilden Zombiekloppereien versüßt. Aber wie gesagt, da wusste ich auch zu 100%, dass ich die Spiele wirklich und sofort spielen würde.

  35. Sehr löbliches Projekt, aber was ist mit der Genugtuung des puren Erwerbs, die subtile Freude über die Möglichkeit, gerade die Tiefen dieses einen sale indie-Klassikers womöglich im verdienten Altersruhesitz auskosten zu können? Ein ganzes Jahr darben?

    Oder man legt sich ja einen Spontangroschen zur Seite, falls doch mal die sale-Lust anklopft.
    Dann kann man das Projekt laufen lassen und hat nicht gleich das Siegel gebrochen, wenn es einem doch in den Fingern juckt und man irgendwo Beute schlägt. Und sind es wirklich ungespielte schlechte Gewissen-Spiele oder nur eine andere Art von pile of Goldmünzen auf denen man als Drache da wohlig haust?

  36. @arillo
    Denke ich werde in Liberty City sicherlich noch einige Stunden verbringen, wobei ich zur Motorradgang und ihren sicherlich gut gezeichneten Figuren bisher einfach nicht so recht den Zugang finde. Glaub ich kann mit der Bikerszene nicht so viel anfangen.
    Aber solange es nicht so ein dicker Brocken wie San Andreas ist, habe ich mit dem Vorhaben, den Endscreen entspannt zurückgelehnt begutachten zu können, noch nicht abgeschlossen.

    @Das Alien
    Da stimme ich Dir zu. Bethesda Spiele sind eine Art Entdeckungsspielplatzpark, wobei die Mainstory hier eher uninteressant und zu vernachlässigen ist. Meist habe ich mich nach 20-30 Stunden irgendwo verfranzt und dann die Lust verloren. Aber bis dahin hat es eigentlich immer Spaß gemacht.

  37. Du willst dir wohl unbedingt den Spass am Hobby verderben…sIeh deine Ausgaben einfach als Unterstützung für darbende Spielemacher und hake die Sache ab. Is einfacher 🙂

  38. Hehe! Das kann ich immer noch tun, wenn ich merke, dass dieser Plan nicht einmal ansatzweise umgesetzt werden kann 🙂

  39. Vor dem Hintergrund bin ich wirklich froh, dass mich meine starke Abneigung gegen Steam, Uplay und Co. (wo ich wirklich nur sehr selten und nur sehr ausgewählte Titel kaufe) praktisch ausschließlich zu Retail und GOG greifen lässt. Da wächst der Berg schon mal deutlich langsamer 😉

  40. Mal ’ne dumme Frage: Was für Spiele sollen eine durchschnittliche Spielzeit von einer halben Stunde oder noch weniger haben??
    Solche Spiele gibt’s doch kaum, das müssen extreme Indie-Titel sein – und selbst die haben meist eine durchschnittliche Spielzeit von einer Stunde und mehr.
    Ältere Spiele, irgendwelche Retroteile von gog.com, haben sogar oft mehr als heutige Titel!
    Aber Spiele mit ’ner durchschnittliche Spielzeit von einer halben Stunde… welche sollen denn das sein??

  41. Spiele, in die ich im Schnitt vielleicht nur ne halbe Stunde lang reingeschaut habe 🙂

  42. Oops, da habe ich das falsch verstanden, hätte genauer lesen sollen.
    Ich kannte das bisher nur so: „…die durchschnittliche Spielzeit ist ein Mittelwert für die Zeit, die ein Spieler benötigt, um den Einzelspielermodus, die Kampagne etc. durchzuspielen.“

    Also eine Angabe zum Spiel, so wie das Erscheinungsjahr, Beispiel: bei dem Shooter „Legendary“ beträgt die durchschnittliche Spielzeit ca. 8 Stunden.

    Wie gesagt, hatte es nicht gerafft – kein Wunder mit nur einer Gehirnzelle 😉

    Geht mir übrigens ähnlich. Steam, du bist ein Fluch!! Vor allem wenn die – wie so oft – einen Sale machen und ich feststellen muss, dass ich die Spiele schon habe! Für teuer Geld vor Urzeiten erworben und nur wenige Minuten angespielt… dann beiße ich gerne mal vor lauter Ärger in die Tastatur^^

  43. Dass ich auf Steam noch nie Vollpreis bezahlt, sondern immer bei Sales zugeschlagen habe, ist mir nur ein schwacher Trost 🙂

  44. Bei mir ist es eher umgekehrt: ich will in der Regel immer gleich das haben, was ich gesehen habe, worüber ich gelesen habe, ein Let’s Play gesehen habe, oder wenn ein lange erwartetes Spiel neu erscheint. Und ein paar Wochen später gibt’s einen Sale und ich ärgere mich, vor allem wenn
    ich das Spiel noch nicht durch habe 😉

  45. Hi Leute,
    ich habe auch mit meiner STEAM-Bibliothek angefangen,übrigens bei Alan Wake. Ich weiß ehrlicherweise gar nicht was du hast, ist doch gar kein schlechtes Spiel. Die Story und Grafik ist sehr gut, das Gameplay erträglich. Ist halt viel gescriptet, so ein Filmspiel. Schön gruselig. Für die paar Euros eigentlich ein Witz.
    Vieleicht reicht aber ein Spiel nicht, besser du nimmst zwei. Ein was zum wegballern und ein ehrer ruhiges je nach gegenwärtiger Verfassung.
    Und das nächste Bundle ist auch schon unterwegs^^.
    Mal schaun ob du es durchhalten kannst..

    P. S.
    Ich warte eigentlich noch auf dein Bericht von deinem neuen Handy, sollte doch ein Fairphone sein oder? Taugt das was? Traue den Berichten aus Magazinen grundsätzlich nicht. Würde mir aber gerne auch eins holen.

    Gruß Micha

  46. Ich bekomme bei Alan Wake das Kotzen, weil ich die Position der Kamera schrecklich finde. Ich kann zwar nachvollziehen, dass dies die Idee der Entwickler war, den Kamerafokus auf das zu richten, was die Taschenlampe beleuchtet, anstatt sich auf die Spielfigur zu konzentrieren … was im Endeffekt aber dazu führt, dass mein Alan ständig stockbesoffen an diversen Levelbegrenzungen rechts und links entlang schreddert, anstatt einfach sauber gerade aus von A nach B zu laufen. Auch das Savesystem halte ich für wenig, hmmm, gelungen. Um es mal ganz höflich auszudrücken. Weniger höflich: Die beschissenste Implementierung eines Savepoint-Systems, die mir bislang begegnet ist.

    Zum Fairphone: Der Erwerb hat sich verschoben und jetzt, nachdem alle verkauft wurden, muss ich eh auf den Nachfolger warten, sry.

  47. Jep, die Kamera ist mir auch aufgefallen, man hat immer das Bedürfnis doch wieder in die Mitte des Bildschirms mit seiner Spielfigur zurückzulaufen.
    Gerade beim Rennen irgendwie komisch. Naja muss ich jetzt durch^^.
    Zumindest bis zum 26.03. habe ja auch gebakert 😉

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