Falsche Zielgruppe

BlizzCon. Check!

Alle Jahre wieder. Check!

Ein großer Haufen von Fanboys vor Ort und online. Marketing-Ausgaben decken sich selbst. Check!

Jeder ist gespannt, weil Blizzard dubiose Diablo-Ankündigungen macht. Check!

Diablo 4? *kreisch* Hype!!!! Check!

Blizzard lüftet den Schleier für ein … Diablo-Mobile-Spiel, welches zudem nix weiter als ein Reskin eines bereits existierenden Blizzard-Mobile-Spieles ist.

What?

So gut wie kein Applaus nach dem Ende dieser Präsentation. Frage eines Fans aus dem Publikum, ob das ein ausserplanmäßiger Aprilscherz sei. Fan wird zum Held des Abends. Pampige Antwort der Entwickler. Youtube-Video wird massiv runter gevotet. Kritische Anmerkungen werden von Blizzard gelöscht.

Shitstorm.

Wenig verwunderlich, weil Blizzard versucht hat der falchen Zielgruppe das falsche Spiel anzudrehen. Und weil bei Blizzard ja keine Vollidioten herumlaufen, wurden alle Zweifel durch die Umsatzprojektionen beiseite gewischt, weil die potentielle Install-Basis für so ein Spiel alles übertrifft, was an Desktop-PCs und Konsolen in den Haushalten steht. Also zieht man das auf dem BlizzCon gnadenlos durch. Geld ist gut! Aber mehr Geld ist besser!

Und die Hardcore-Fans müssen eine harte Lektion lernen … Blizzard braucht Euer Geld von Jahr zu Jahr immer weniger. Bereitet Euch bitte darauf vor, auf absehbare Zeit als Kunde für Blizzard irrelevant zu werden.

Ihr seid mittlerweile die falsche Zielgruppe.

12 Kommentare zu „Falsche Zielgruppe

  1. Hm, inzwischen macht Activision/Blizzard glaube ich mehr Gewinn mit legaler Steuervermeidung als mit irgendetwas anderem. Ist schon praktisch, wenn man sich seine Gesetze maßgeschneidert bestellen kann und dann auch noch geliefert bekommt.

    Es ist schwer, da konkrete Zahlen zu finden, aber anscheinend schiebt Activision/Blizzard inzwischen jährlich Milliardenbeträge an der Steuer vorbei – weil die maßgeschneiderten Steuergesetze in den USA sagen, man zahlt dort Steuern wo der Gewinn gemacht wird, was dank Briefkastenfirma angeblich in den Niederlanden passiert und dort sagt das Gesetz, bitte dort zahlen, wo der Hauptsitz liegt, also in den USA. Und im Endeffekt zahlt man dann gar keine Steuern.

    Komisch, irgendwie fällt es mir inzwischen schwer, im Download von Sicherheitskopien noch irgendetwas Böses zu sehen. Bezahlt habe ich das doch ohnehin schon mit der steuerfinanzierten Infrastruktur, die Firmen wie Activision/Blizzard kostenlos nutzen dürfen.

  2. Hallo? Ich bitte Euch – das sind alles die Leistungsträger der Gesellschaft, die sich Anwälte und Steuerberater leisten können um noch … äh … gerechter Gewinn zu erwirtschaften! Wieviel Geld wollt ihr Firmen denn abnehmen? Etwa fast die Hälfte von allem was sie Einnehmen und dann später vielleicht noch andere Abgaben und indirekte Steuern oben drauf? Das wäre ja wohl vollkomen lächerlich! Wer würde soetwas mit sich machen lassen?

    Ich habe übrigens alles wo „Diablo“ draufstand blind gekauft. Bis sie mir dann erst D3 (auch noch Blindkauf) mit dem Echteldauktionshaus und dann mit anderen Späßchen zerschossen haben. Die Krönung war dann der zu bezahlende Totenbeschwörer und das war dann eben auch das erste, was ich nicht gekauft habe (und Immortal schließt sich da nahtlos an).

  3. Blizzard soll angeblich jetzt schon zum dritten Mal den Immortal-Trailer gelöscht und neu hochgeladen haben, um dem Dislike-Shitstorm zu entgehen und jedes Mal entwickelt sich das Abstimmungsverhältnis erneut überdeutlich ins Negative. Dieses Spielchen wird Blizzard nicht gewinnen.

    Bethesda hat das alles viel schlauer gemacht. Auf der E3 hat man zwar auch irgendso ein Mobile-Gedöns angekündigt, die Presse-Konferenz aber mit einen kleinen, offiziellen Teaser für Elder Scrolls 6 abgeschlossen. Fans sind happy, keine schlechte PR, kein Shitstorm. Dass Blizzard ernsthaft dachte, die Hardcore-Crowd der BlizzCon würde von einem Smartphone-Spiel begeistert sein und deswegen müsse man dieses Spiel zum Abschluss und Höhepunkt der Präsentation machen … die Reaktionen des Präsentators und alles was Blizzard dazu mittlerweile gesagt hat, deuten auf einen erheblichen Realitätsverlust hin. Man begreift bei Blizzard nicht, was man falsch gemacht hat.

  4. Auf jeden Fall amüsant anzusehen wie man sich selbst so in den Dung werfen kann. Mir taten die armen Menschen auf der Bühne fast Leid. Immerhin mussten Sie neben der demütigenden Vorstellung nix anderes ertragen, da das Werfen von fauligen Tomaten und Eiern aus irgendeinem Grund in der Gesellschaft nicht mehr akzeptiert scheint 😀

  5. Blizzard. Eine Firma die Ghost und Titan eingestampft haben, weil sie die eigenen Qualitätsansprüche nicht erfüllt haben. Und jetzt das. Erinnert mich an den mobilen Ultima Ableger von EA (wobei das noch ne Schippe lächerlicher war).

    Ich fänd ein mobiles Diablo eigentlich mal ganz cool. So als Spin-Off… Auf dem Tablet spiele ich doch gerne mal eine Runde Warhammer Quest – ein rundenbasiertes Diablo (der erste Teil sollte ja sogar ursprünglich rundenbasiert werden) mit schön gotisch düsteren Dungeons. Das würde mir tatsächlich gefallen.

  6. Hallo! 🙂 Einige Artikel hier gelesen. Scheint ein netter Ort zu sein.

    @Topic: Ich glaube nicht (kann nicht, will nicht), dass Blizzard seine Zielgruppe geändert hat. Vielmehr will man diese offenbar erweitern. Ich werde das Gefühl nicht los, dass sich hier grade einige Machtkämpfe hinter den Kulissen abspielen. Vielleicht hatte der Rückzug von Mike Morhaime doch nicht nur private Gründe? Wusste Chris Metzen, dass sich vieles ändert? Und wo ist eigentlich Didier Samwise?

    Diablo Immortal hätte keinen gekratzt, wenn es nicht so prominent als Hauptspiel vorgestellt worden wäre. Und man präsentiert doch kein WarCraft 3 Reforged vor (DAS wollten die Fans sehr wohl), wenn da nicht noch irgendwo ein nerdiges Herz pocht. Denn die große Geldmaschine wird dieses Spiel wohl eher nicht. Und ich bin zwar nicht der große WoW-Spieler, aber auch dort scheint man vieles richtig zu machen. Ebenso bei Overwatch.

    Die Hoffnung stirbt zuletzt. Gameplay first. Das ist die erste und größte Regel bei Blizzard. Mike Morhaime hat aufgehört, weil er seine Pension genießen will. Chris Metzen hat seine Karriere gegen Gesundheit und Familie getauscht. Und Didier Samwise arbeitet irgendwo, in den weiten Hallen des Hauptquartiers in Irvine, geheim am nächsten großen Blizzard Titel. Das will ich glauben und daran glaube ich. Wenn’s um Gott geht, bin ich Atheist. Aber bei Blizzard hört sich der Spaß auf.

  7. Und alles war gut im Reiche des Gameplay…
    Doch dann kam die feige Schlange Activision und bot Blizzard den Apfel der Microtransaktionen an. „Nur einmal beißen“,zischelte Activision,“und dir können alle Reichtümer der Bürger im Reich der aufgehenden Sonne gehören.“
    Gierig Biss Blizzard in den rot glänzenden Apfel. Doch war dieser weder süß noch zufriedenstellend – Schleimige Maden krochen in Blizzards Mund, und der bittere Geschmack von Verwesung machte sich in seinem Mund breit. Und die anderen Bewohner des Reiches wandten sich ab von Blizzard, verspotten sein verzerrtes Antlitz und dort! Am Horizont leuchtete es Rot von den Fackeln des wütenden Mobs. Blizzard hatte sie verraten und von der verbotenen Frucht gegessen – dafür würden sie ihn hängen.

    Verzweifelt flüchtete sich Blizzard in Richtung Osten – auf dass die Bürger des Chinesischen Reiches ihn mit offenen Armen empfangen würden.

    Doch dies ist eine andere Geschichte, im zweiten Buche Boreas‘

  8. Für den biblischen Touch, Sätze wiederholen.

    „Und alles war gut im Reiche des Gameplay, gut war alles im Reiche des Gameplay.“

  9. Danke für den Hinweis. Werde beim zweiten Buch darauf achten 😉

    Kann ja nicht jeder von höheren Wesen Berufene ein Natur-Talent als Autor sein.

  10. Für mich ist das nur eine logische Fortschreibung: Heimcomputer -> PC -> Smartphone/Tablet.

    Die Spielepublisher sind damals auch aus Geldgier nicht dem Amiga treu geblieben, sondern zum PC übergelaufen, wo irgendwann die größere Installationsbasis und dickeren Umsätze winkten. Da sei mal an EA erinnert, die ja auf dem Amiga groß geworden sind.

    Jetzt geht es für Blizzard eben Richtung tragbare „persönliche Computer“ – logisch und nachvollziehbar. Daß man die alten Fans da nicht mitnehmen kann, hat wohl irgend jemand verpennt, aber das ist auch schon alles.

  11. Bis auf ihre Remakes/Remaster interessiert mich von Blizzards Titeln genau Null Komma Nix mehr, und das nicht erst seit gestern. SC2 weit hinter den Erwartungen, D3 furchtbar, Hearthstone ging die ersten zwei Jahre als F2P noch ganz gut, danach fing Activision langsam an, die Taschen zu filzen – nein, danke. Heroes of the Storm ist kaum ernst zu nehmen, das hätte lieber die SC2 Mod bleiben sollen – war aber als solches so schlecht zu monetarisieren. WoW kenn ich nicht, kann ich nix zu sagen. Ist, glaube ich, Blizzards letztes erfolgreiches eigenes Franchise, da führen sie noch. Was gibts sonst noch? Destiny, CoD und Candycrush, Man sieht doch glasklar, wo die Reise hingeht.

    Das bittere am Diablo Mobile ist, dass GENAU DAS immer DER Hater-Kommentar schlechthin war, wenn mal wieder die Gerüchteküche brodelte. Irgendwer kam immer angestänkert und meinte, so wie Blizzard drauf ist, kommt der nächste Diablo Titel für Mobile. Dauernd wurde gehässig in die Richtung gefrotzelt. Und dann bringen sie es TATSÄCHLICH. Und finden sich damit auch noch saugeil und wollen sich auf der großen Bühne abfeiern lassen. Da geht die Kinnlade schon gut runter. Ansonsten ist es die ganz logische Fortsetzung ihrer Bemühungen der letzten Jahre. Mehr Leute erreichen, mehr Geld verdienen, jedes Mittel ist recht und kein Opfer zu groß.

    Blizzard von früher gibts seit mindestens 10 Jahren nicht mehr, da sind nur noch Namen übrig. Ist aber auch gar nicht schlimm, gibt genug alternative Entwickler, die die alten Blizzard Tugenden auch wirklich anstreben – und nicht nur davon reden, weil ein paar ewig Gestrige es vielleicht tatsächlich immer noch glauben.

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