Wie man glaubt im Internet Geld verdienen zu können

Die Gamestar gehörte neben der PC Games lange Zeit zu den Zeitschriften, die man als deutscher PC-Zocker zu lesen hatte. Weil es L’Internet noch nicht gab, bzw. lediglich eine akademische Spielerei ohne nennenswerten Mehrwert für die Allgemeinheit war. Doch das war früher.

Über zwanzig Jahre später muss man sich fragen, warum es sie und die versammelte Print-Konkurrenz überhaupt noch gibt. Die Druckauflagen sind überall drastisch gesunken …

… bei der Gamestar (siehe oben) so sehr, dass ihr neuer Eigner sie vorletztes Jahr sogar aus der IVW-Zählung herausnehmen ließ.

Ihr Heil suchen die Verlage teilweise in einer zunehmenden Kommerzialisierung des Online-Auftrittes. Da gibt es verstärkt Werbung und seit einer Weile immer mehr kostenpflichtige Zusatzangebote, hinter deren Paywall sich Inhalte befinden, von denen die Redaktion glaubt der Leser würde für sie bezahlen wollen. Ob sich das rentiert, ob die Erwartungen erfüllt werden, kann ich nicht sagen. Ich kann nur sagen, dass gerade die Gamestar es, wie immer, auf ihre ganz „spezielle“ Art versucht Leser zum Abschluss eines Paywall-Abos zu bewegen.

Die Webseite besuche ich nur noch, um mich zu amüsieren, denn die bei der Print-Gamestar traditionell maßlose Übertreibung wird online ohne Rücksicht auf Verluste fortgeführt. Man versucht den Leser nicht durch substanzielle und qualitativ hochwertige Inhalte zum Zücken der Kreditkarte zu bewegen, sondern durch … Clickbait!

Heute morgen bescherten mir die Redakteure zum Beispiel ein ganz besonderes Schmankerl ihres hemmungslosen „LOS, KLICK MICH, DU SAU!!!“-Journalismus.

An anderer Stelle wird dieser PLUS-Artikel mit „Wäre Cyberpunk 2077 in Deutschland möglich? Meinung: Piranha Bytes könnte das auch!“ angerissen.

Ich musste danach einige Kaffeespritzer vom Bildschirm abwischen.

Die Gamerstar ist zwar schon lange nicht mehr relevant für den Gaming-Hobbyisten, hat aber ganz offensichtlich eine Nische als das Branchenäquivalent zur Titanic gefunden. Doch leider ist dies keine Satire, da die blinde, kritiklose Liebe der Gamestar zu deutschen Entwicklern, allen voran Piranha Bytes, ein nicht ganz unwichtiger Teil der Magazin-Geschichte ist.

Das meinen die tatsächlich so … *schauder*

24 Kommentare zu „Wie man glaubt im Internet Geld verdienen zu können

  1. Nagut … ^^ Ich bin vor kurzem vom Games Aktuell zum GameStar-Abo gewechselt … einfach weil es noch ein „recht“ hochwertiges Magazin für „PC-Spiele“ ist. Ein Konsolen-Kollege von mir abonniert seit Jahren nur die M! !!

    Nachdem du dies nun kaputtgeschlagen hast, welches „PC-Spiele“ Abo kann ich nun noch bedenkenlos abonnieren? Ich hoffe du hast eine Lösung, sonst wäre der ganze Post doch einfach nur daneben … ODER? Bitte um extem gute Alternative!!

  2. Ja, ich habe die auch gekauft (und manch andere); da hatte man was zum lesen, während das Modem sich fröhlich piesend eingewählt hat. Damals (zumindest in meiner Erinnerung) noch mit echtem Informationswert.

    Irgendwann gab es dann immer weniger darin zu lesen, was mich interessiert hat und ich habe solche Zeitschriften nur noch gekauft wenn einen die Vollversion auf der CD gelockt hat.

    Irgendwann hatte sich das durch Spielepyramide usw. auch erledigt und inzwischen ist GoG meine Quelle.

    Ich lese online gerne mal drüber, aber im Grunde sind es dann entweder sowas wie Picard-News, die ich anklicke oder ich beobachte einfach, um was sich der nächste Hype aufbaut (momentan 2077).
    Insgesamt liefern sie nichtmal genug interessantes, dass ich auch nur ein einziges Script deswegen freischalten würde – und die Plus-Sachen wirken keineswegs interessant.

    Und weil es Off-Topic gerade passt: „Die Zeit“ nervt mich inzwischen ziemlich, weil sie Artikel gerne in den Plus-Bereich verschiebt. Inzwischen öffne ich alle Seiten eines längeren Artikels in Tabs, wenn ich z.B. abends weiterlesen will. Ich frage mich, wer sich so einen Schwachsinn ausdenkt.

    Habe letztens mal wieder gedacht, ich komme ihnen entgegen und schalte ihr Skript an, als Würdigung, dass sie als wenige wirklich zu fast allem die Kommentare offen haben (die oft informativer sind als der Artikel).
    Was hatte ich davon? Eine viel unübersichtlchere Darstellung der Kommentare mit peinlichster(!) Werbung dazwischen. Script wieder aus – und zu testen, wie das ganze ohne Adblocker aussieht, will ich mir dann erst garnicht antun. ^^“

    Irgendeine Zeitung (mir ist gerade entfallen, welche das war) zählt mit Scripten die Artikel mit, die man liest und nach X ist schluss – ohne Scripte kann man lesen, so viel man mag. Wer programmiert sowas?

  3. Du kannst, sollst, darfst alles lesen und abonnieren, was Dir gefällt. Denn meine Probleme mit der Art und Weise, was man bei der Gamerstar unter journalistischer Arbeit versteht, müssen nicht Deine sein.

    Von daher … wenn es für Dich ok ist, ist es für Dich ok 🙂

    Ansonsten besteht die Alternative immer darin möglichst viel zu lesen. Es gibt meiner Meinung nach nicht DIE Seite oder DAS Magazin.

  4. @Hand:

    Die Zeit habe ich abonniert, lese aber hauptsächlich via Pad, bzw. online. Wenn Dich bestimmte Artikel interessieren, kann ich sie Dir gerne zusenden.

    ZON benutze ich nur mit Adblocker. Kannste ja ohne fast keine Webseite mehr aufsuchen.

  5. Ich bin großer Fan von 4Players geworden und sponsore die auch.
    Durch diese Seite wurde ich auf super Indies aufmerksam und ich mag deren kritischen Stil. Zudem kommen zu besonderen Titeln richtig gute Essays rum (zB Ausflüge in die nordische Mythologie zum letzten God of War oder ein super Beitrag zu H.P. Lovecraft)

  6. Ich bin online tatsächlich auch gerne auf 4players unterwegs. Vom Print bin ich bei „www.pcgamer.se“ gelandet. Die website ist nicht unbedingt die hübscheste, aber das Heft kommt alle 2 Monate mit schön ausführlichen Artikeln. Dabei ist aber hier eher die Lust am lesen, und weniger der Wunsch nach neuen Informationen der Grund für das Abo.

    Und die Zeit lese ich recht gerne, auch wenn ich teils ein wenig geschockt bin wie viele Artikel in den letzten Jahren zum Krieg trommeln. Aber vielleicht war das früher auch schon so und ich bilde mir das einfach nur ein.

  7. Das ist die Linie des Chefredakteurs der Zeit, di Lorenzo, der schon damals unbedingt dafür war, dass Deutschland in den Golfkrieg zieht. Nicht er persönlich natürlich, andere. Anstelle von ihm. Gleichzeitig gibt es aber auch eine Gegenlinie dazu.

    So was ist im deutschen Blätterwald nicht ungewöhnlich, bei der Süddeutschen gibt es auch zwei politische Fraktionen, SPD-nah und CSU-freundlich. Die FAZ hatte eine Weile ihre Kernleserschaft mit optionaler Kapitalismuskritik verschreckt, als der Herausgeber seine Lehren aus der Finanzkrise der 2000er gezogen hatte. Aber nach Schirrmachers Tod herrscht da wieder brav die Handschrift derer, die schon alles haben und trotzdem den Hals nicht voll bekommen.

    Die Zeit habe ich übrigens abonniert, weil sie grundsätzlich dem Sensationalismus abgeschworen hat, den andere an den Tag legen. Bei der Zeit ist das alles schön hanseatisch unaufgeregt. Da wird z.B. bei aktuellen Ereignissen nicht mit „Live-Tickern“ Substanz simuliert, wenn es noch nichts konkretes zu berichten gibt.

  8. 4players.de habe ich vor Jahren das letzte Mal gelesen. Den Schwachsinn den Herr Luibl und Kollegen nach der Uebernahme von Computec da geschrieben haben war nicht mehr auszuhalten. Hat sich das etwa inzwischen geaendert?
    Leider ist das Niveau bei der internationalen Vertretern wie pcgamer.com und besonders Rock Paper Shotgun nachdem sie von Gamer Network gekauft wurden ebenfalls stark eingebrochen. Die einzigen guten Artikel da schreibt Tim Stone und das nur einmal pro Woche.

  9. Ach, der PLUS-Artikel ist schon ganz ok. Aber die Überschrift ist natürlich ein Witz. Und „passt“ auch so richtig schön zu der letztens großartig veröffentlichten Kodex-Dings-Richtlinie, wo ja u.a. drin steht „kein Clickbait“.
    Dann im Artikel wird sehr wohl das Fazit gezogen, nein, in Deutschland wäre das nicht möglich, weil zwar finanziell durchaus denkbar, aber das nötige Know-How für solche Mega-Projekte total nicht vorhanden ist.

  10. Rein digital bin ich eigentlich hauptsächlich auf 4Players unterwegs. Ich unterstütze die auch. 4Players sind halt etwas kritisch und machen nicht jeden Hype ständig oberstumpf mit, sehr angenehm …

  11. Bei Gamestar klicke ich hin und wieder für Tests rein. Bei deutschen Entwicklern kann man meist 10 Punkte abziehen. Die angesprochene Kolumne in deinem Artikel ist an Unprofessionalität nicht zu übertreffen!

    Gamersglobal hat sich ja leider auch hinter einer Paywall vergraben. Die Redakteure waren allerdings auch größtenteils nie mein Fall, das Design und Konzept ein Grauen.

    Ich gucke am liebsten bei Kotaku.com – die haben super Artikel zuweilen, blicken schön über den Tellerrand, mit dem Zweithobby „Youngtimer“ kann ich auch immer schön zu Jalopnik aus dem Netzwerk rüberklicken und das Highlight Reel ist ein dufter Pausenfüller!

    pcgamer.com ist inzwischen aus den Favoriten raus. Die besten Autoren schreiben nichts mehr, die Tests sind ein oberflächlicher Witz, die Kommentarspalte bringt mich trotz ruhigen Wesens in 2 Sekunden auf 180.

    Für analytische Texte hab ich archaeogames.net für mich entdeckt. Tipp!

  12. Bei mir ist es eine Mischung aus Gamestar.de, PCGH.de, 4players.de und Eurogamer.de. Am besten gefällt mir da noch Eurogamer.de.
    Man muss sich einfach die besten Sachen raussuchen und Tests bzw. Kritikpunkte in Tests miteinander vergleichen. Gamestar ist teilweise schon peinlich mit ihren Überschriften. Aber einige Redakteure finde ich sehr gut. Außderdem haben die ganz gute Videotests.
    Bei 4players stelle ich fest, dass sie oft zu kritisch sind und Spiele nur in der Vanillaversion testen. Werden Kritikpunkte später per Patch behoben, wird das nicht erwähnt. Das finde ich in der heutigen Zeit nicht mehr zeitgemäß. Natürlich sollte ein Spiel bei Veröffentlichung rund laufen. Aber wenn ein Spiel wie Kingdom Come im Laufe der Zeit doch von total verbuggt in Richtung „gut spielbar“ gepatcht wird, sollte man das wenigstens mal erwähnen. Könnte ja auch für spätere Käufer interessant sein. Aber ok, das ist deren Philosophie. Muss man wissen.
    Am besten finde ich Eurogamer.de. Deren Tests gefallen mir in der Masse am besten. Auch die anderen Artikel dort finde ich oft sehr interessant.

  13. @askies:

    Danke für den Tipp mit „archaeogames.net“. Wirkt auf den ersten Blick interessant, möchte ich mir näher anschauen.

  14. @peps0dent:

    Genau das dieses Verhalten macht die Gamestar so unseriös. Zuerst in wilden Schlagzeilen und Artikelanreissern X suggerieren, um im Nachhinein doch Y auszusagen.

  15. @ Harzzach

    Danke, das ist wirklich ein freundliches Angebot. Aber ich hätte wohl ein schlechtes Gewissen, Dich mit sowas zu belästigen. Aber wer weiß, vielleicht gibts ja mal nen Plus-Artikel mit nem Schwerpunkt, dem ich nicht widerstehen kann. Spock, He-Man oder Gandalf. ; )

    Was mich auch etwas ärgert ist, wenn sie Artikel hinter den Plus-Wall verschieben, die vor etwas gefährlichem warnen (aktuell der über Hirnhautentzündung – ich hatte ihn davor gelesen).
    Also entweder ist es dann doch nicht so wichtig, oder nicht sehr weit her mit dem humanistischen Gedanken der Aufklärung dahinter. ^^“

  16. Habe früher auch gerne die GameStar gelesen, aber die letzte Ausgabe, die ich da wirklich ernsthaft gelesen habe, war gut ein Jahrzehnt aus. GamersGlobal … nun da habe ich mich bereits 2013[1] verabschiedet. Danach war die Luft aus, so hab ich mich eine Weile (ein wenig immer noch) mit 4players.de gerettet, wo dann die Reise bislang mit RockPaperShotGun war, daß sich aber seit der Geschichte mit Cyberpunk 2077 disqualifiziert hat. Dennoch, die Hardware-News lese ich noch gerne, auch die sonntäglichen Kolumnen.

    Inzwischen sind da die Reviews auf GOG bzw Steam für mich ausschlaggebend, kombiniert mit Videoreviews auf Youtube.

    Petra Fröhlich hat früher btw schöner ausgesehen, nicht so verkniffen und ausgemergelt…

    [1] https://shakeyourbunny.blogspot.com/2013/01/sendezeiten-im-internet-und-wieso.html

  17. whoops? „Computer-Bild Spiele“ eingestellt? Print IST tot!

    Nein, natürlich nicht tot im Sinne von „nirgendwo mehr existent“, aber als Geschäftsmodell für die großen Verlage mit einer entsprechenden Renditeerwartung … für die ist Print tot. In der Nische kann Print noch lange, LANGE existieren.

  18. Wäre wirklich schade drum. Wenn Print ganz zuende gehen würde. Nicht dass ich der Computer Bild nachweinen würde. Aber in Schweden ist die zweite große Gaming-Zeitschrift dieses Jahr auch Hops gegangen. Und Svenska-Pc-gamer hat es Anfang des Jahres durch einen Betrugsfall fast die existenz gekostet. Zumindest mussten sie eine Ausgabe ausfallen lassen, was bei zweimonatigem herausgeben schon echt ne lange Zeit ist.

    Aber ich denke auch dass die Zukunft der Gaming Zeitschriften in (relativ) teuren aber Umfangreichen Sonderheften liegt. Sowas wie die wasd. Oder diese ganzen Fischerei- Eisenbahn- oder Militärhefte in der Bahnhofsbücherei. Und unsere Enkel werden sich verwundert über die schrulligen alten den Kopf kratzen während sie auf ihrem Tablet „CoD22 – Ultimate Rerelease“ streamen.

  19. Genau, ich will Heftchen haben, die „Der Shooter-Landser“ heissen und von den Tagen berichten, wo aufrechte, stolze Gamer noch richtige Spiele gezockt haben 🙂

    Nein, „wasd“ und Co. wird bleiben. Massenmagazine werden sukzessive verschwinden.

  20. Ich bitte hiermit ausdrücklich um eine Sonderfolge des Blogs als Erstausgabe des „Der Shooter-Landser“!

    Bitte die Pin-Ups nicht vergessen.

  21. Musste beim Lesen des Artikels mehrmals an Gamersglobal denken. Gamersglobal hatte dieses Modell der Paywall schon vor Jahren, lange bevor die GS überhaupt daran dachte so etwas einzuführen. Jörg Langer hat dies in der Vergangenheit ziemlich lautstark und mit jeder Menge verbalen Entgleisungen gegen jegliche Kritik verteidigt. Man könnte sogar einwerfen, das Gamersglobal damit quasi den Pionier in Sachen Paywall darstellt. Wobei mich umso trauriger stimmt, das dieses fragwürdige Geschäftsmodell immer weiter um sich greift.

    Selbst einfache, regionale Tagesblätter bilden da keine Ausnahme. Aber da viele Medien lange Zeit die Videospiele Nerds und ihr Hobby, sowieso nur aus Perspektive des mordlüsternden Killerspielers dämonisierten, weine ich diesem elitären Kreis des „Qualitäts“ Journalismus keine Träne nach. Und seien wir mal ganz ehrlich. Das was den Videospiele-Print-Journalismus wirklich auszeichnete, ist doch schon anfangs der 2000er gestorben (Videogames, MegaFun, FunGeneration) und endgültig mit dem Verschwinden der GamesTM.

  22. PS: Man darf natürlich nicht vergessen dass die (Spiele)welt sich Anno 2019 komplett verändert hat. Guten Journalismus findet man auf breiter Front nur noch selten. Vielleicht noch Kolumnen bei 4Players oder Bloggern. (soll jetzt keine Schleimerei sein 😉

    Der überwiegende Content von kommerziellen Spiele-Seiten sind heutzutage nun mal Newsmeldungen, die eins zu eins irgendwo abgeschrieben wurden. Ich denke diese Form der kurzweiligen Inhalte macht einfach inzwischen den überwiegenden Anteil der Besucher aus, die eben von Twitter, Facebook etc. nichts anderes mehr gewöhnt sind als Schlagzeilen. Mit dieser Kurzweiligkeit konnten Printmedien für Videospiele einfach nicht mehr mithalten. Wer will schon 1x im Monat paar Euro für Newsmeldungen die 3-4 Wochen alt sind locker machen? Das macht das www schneller und kostenlos. Kein Wunder das nicht mal mehr Redakteure echte Journalisten sind (wobei das viele Schreiber von Kultmagazinen auch nicht waren) die nicht mal Geld für ihre Arbeit bekommen.

    Letztlich bliebe also nur noch ein Angebot, abseits vom Mainstream, mit welchem man sich versucht vom Free Content abzuheben. Das Problem ist hier aber das selbe: Testberichte? Willst Du als braver Konsument am DayOne spätestens lesen und nicht 3 Wochen nach Release. Da verkommt die Bewertung des Spiels zum Reinen Debugmode-Adventure. Auch wenn gefühlt ein Großteil der Spiele heute über Sales an den Spieler geht, bleibt die Mentalität doch überwiegend der Run auf den großen Releasehype. Sale Angebote sind oft nur das, was dann als Pile of Shame nebenher angehäuft wird. Aktiv gezockt wird der TripleA Müll, der Freundeslisten wie einen Heuschreckenschwarm durch die Releasewellen dirigiert. Daran orientiert sich eine ganze Branche nun mal. Neben Google Analytics, Werbepartnern und natürlich den Klicks bringenden Besucherzahlen.

    Traurige Spiele-Journalismus Welt.

  23. „Guten Journalismus findet man auf breiter Front nur noch selten.“

    Es gab im Spielebereich NOCH NIE guten Journalismus. Erst in den letzten Jahren kam da etwas Anspruch in die Sache, wurde über mehr berichtet als nur das jeweils neueste Spiel. Stellvertretend für diese Entwicklung will ich Jason Schreier von Kotaku nennen, den man durchaus als ersten Enthüllungsjournalisten der Branche bezeichnen könnte. Youtuber wie TotalBiscuit selig oder Ex-Journalisten wie Jim Sterling haben die Professionalitäts-Latte stark angehoben, in dem sie entweder sehr transparent und eindeutig in ihren Inhalten waren oder sich eben ganz frei von der Abhängigkeit von Werbung gemacht haben. Neue Magazine wie die WASD haben ihre Leser gefunden und werden bleiben. Die klassischen Magazine hingegen werden entweder komplett verschwinden oder im Internet als irgendein belangloses 08/15-Werbeportal überleben.

    Ich empfehle dazu: „Media Literacy and Game News“

    Nicht nur übrigens das Video, auch den Ersteller, der als ehem. Journalist in der Regel weiß, wovon er redet.

    Von daher sehe ich das alles andere als negativ, für mich sind hier sehr positive Dinge zu erkennen. Nicht ganz so fundamental wie Anno dunnemals, als die Druckpresse die informationelle Hoheit der Kirche gebrochen hat, aber etwas in der Art. Denn die Industrie bestimmt nicht mehr in dem Ausmaß, was wir als Gamer an Nachrichten, an Inhalten und Berichten über Spiele sehen können. Gaming-Journalismus ist nicht länger fast ausschliesslich eine ausgelagerte PR-Agentur der Majors, wo man sich darauf beschränkte die Gegenwart und unmittelbare Zukunft des Release-Kalenders nahezu kritiklos zu bejubeln. Gaming -Journalismus kann jetzt endlich Journalismus sein!

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