Ein Satz mit X: Auch das war nix!

Als vor zwei Jahren Warner mit Justice League mal wieder versuchte mit viel Geld und Aufwand ähnlich viel Geld wie Disney mit den MCU-Filmen zu verdienen, gehörte nicht viel Wahrsagetalent dazu diesem Ansinnen keine guten Aussichten auf Erfolg zu geben. Es gehörte auch nicht viel Wahrsagetalent dazu diesem Ansinnen die gleiche Qualität wie bei allen vorherigen Warner-DC-Verfilmungen vorab zu bescheinigen. Hübsche Effekte, der Rest greulich bis einschläfernd.

Es kam auch, wie es kommen sollte und Justice League hat bei Produktionskosten von ca. 300 Mio. Dollar „nur“ ca. 650 Mio. Dollar eingespielt, was unter dem angestrebten Break-Even von 750 Mio. Dollar lag. Die Kritiker haben auch nur die alten Reviews von Batman vs. Superman herausholen und den Namen des Filmes austauschen müssen. Das war alles wie zu Erwarten wieder gar nix! Dennoch … als harmlose Sonntagnachmittags-Unterhaltung im Streaming-Abo taugen solche Filme allemal.

Nach nur wenigen Minuten schalte ich wieder ab und schaue lieber weiter Gotham. Habe ich schon erwähnt, dass das ne geile Serie ist? Von der TV-Tocher von Warner übrigens. Ohne Zack Snyder und weil man hier keine Trillarden Dollar einspielen kann, mischt sich auch niemand vom Vorstand ein.

Nein, der Film ist nicht so schrecklich wie befürchtet. Warner hat Netflix lediglich (schon wieder) fürchterlich schlecht komprimiertes Streaming-Material zur Verfügung gestellt. Denn auch Superman vs. Batman, den Vorgänger, kann man sich auf Netflix als Kinofan mit auch nur halbwegs ausgeprägten Ansprüchen in Sachen Bildqualität fast nicht anschauen. Viele Artefakte, teilweise sogar noch DVD-Qualität unterschreitend. Es half auch nicht, dass Superman in jenem Film ein rotes Cape trug, weil bei der Farbe Rot nimmt unser Auge diese Bildkompression besonders gut wahr. Es hilft diesem Film nicht, dass Superman weiterhin ein rotes Cape trägt und viele Szenen farblich so komponiert sind, dass einzelne rötliche Bildquellen vor einem düsteren, grauen Hintergrund entsprechende Akzente setzen. In einer entsprechend hohen Auflösung sieht das auch alles ganz wunderprächtig aus, hier aber … NICHT! Die ganz unten liegende Meßlatte von Pacific Rim wird zwar nicht erreicht, aber ich kann das so nicht anschauen. Ich habe im Regal noch etliche DVDs stehen, die allesamt eine bessere Bildqualität haben.

Hier ein Beispiel:

Dies wäre das Bild in herkömmlicher HD-Qualität
Dies ist das Bild in etwa der Streaming-Qualität, die auf Netflix zur Verfügung steht.

Auf den ersten Blick, so aus der Ferne ist nicht viel zu erkennen, aber wenn man genauer hinschaut sind die Farbverläufe platter, es gibt weniger Details, es gibt deutlich sichtbare Konpressionsartefakte. Im Standbild ist das zwar noch zu ertragen, aber im bewegten Bild, vor allem bei schnellen Actionsequenzen steht man unwillkürlich auf und prüft am Router nach, ob da nicht irgendwo der Datenstrom beeinträchtigt wird. Weil am Bildschirm nur Pixelbrei ankommt.

Nein, ist alles in Ordnung. Andere HD-Inhalte auf Netflix, vor allem Eigenproduktionen wie die Dark Crystal-Serie (nur zu empfehlen!) kommen entsprechend knackscharf rüber. Sogar die aktuell bei Netflix befindlichen MCU-Filme wie z.B. Thor – Ragnarok oder die Iron Man-Filme, auch wenn sie nicht in der allerbesten Filmqualität vorliegen, sind dennoch deutlich besser als der Pixelmatsch, den Warner zur Verfügung stellt.

Ganz ehrlich, wenn das Standard im Netflix-Programm wäre und nicht nur eine Ausnahme, hätte ich schon längst wieder als Pirat angeheuert. Denn ein schneller Check zeigt, dass wenig überraschend die Bildqualität eines handelsüblichen Piraten-Streams dieses Filmes deutlich besser ist, von diversen Bluray-Rips gar nicht erst zu reden.

Wie auch immer … da Batman vs. Superman immer noch in dieser kaputten SD-Qualität vorliegt, gehe ich bei Justice League nicht von einer Nachbesserung aus, wie wir es z.B. bei Pacific Rim sehen konnten. Denn hier hat Warner reagiert und einige Monate später klar besseres Ausgangsmaterial nachgereicht. Man macht das also nicht grundsätzlich, sondern nur bei … hmm, Moment mal!

Ein geheimer Plan, der dafür sorgen soll, dass so wenig Menschen wie nur irgendwie möglich die DC-Filme von Warner anschauen sollen? Das überprüfen wir schnell und siehe da … bei Wonder Woman springe ich willkürlich in eine Szene im letzten Drittel und ich sehe Artefakte wie in JPG-Bildern aus der GeoCities-Ära, ca. Mitte der 1990er.

Ok, das ist keine Vermutung mehr. Irgendjemand bei Warner will aus dem DC-Deal raus und sabotiert die Filme nach besten Kräften, auf allen Plattformen und Kanälen.

9 Kommentare zu „Ein Satz mit X: Auch das war nix!

  1. Ja, es war tatsächlich NOCH SCHLIMMER als in der Erinnerung.

    Ich habe Ende der 90er für Web.De als Studi Homepages für die Aufnahme ins damalige Verzeichnis geprüft. GeoCities-URLs waren ein Garant für schallendes Gelächter oder, viel öfter, leises Weinen auf der Toilette und depressive Anfälle. Sturgeons Law, nach dem 90% von allem Mist ist, wurde bei GeoCities klar widerlegt. Da war 99,98% von allem abgrundtief schlechter Mist.

  2. ICH – mein lieber Herr Jansen – lese hier alle Kommentare ;). Und ich muss euch sagen, dass Geocities eben durch die 99,98% miesem Inhalt gerade in den 90igern besser als jedes Fernsehen war. Was habe ich spaß gehabt – Trash verkauft sich, sofern man Trash mag 🙂

  3. Geocites, Lycos (?) Tripod, arcor homepage, de.vu Adressen – das habe ich auch noch einigermaßen beisammen. Vor allem MIDI-Musik damals runtergeladen von solchen Seiten und dann auf Disketten kopiert, die ich immer noch habe 😮

    Harzzach, sicher dass es bei Wonder Woman so mies ist? Hatte den Film vor einigen Monaten gesehen. Jedenfalls kann es beim Springen auf eine beliebige Zeitmarke passieren, dass er die ersten X Sekunden (sage mal 3s bis hoch in die 15s) nur eine Art Vorschau streamt gefühlt 240p, bevor er das richtige SD-Material – geht ja bis 540p – lädt.

    Ich sehe es für mich sowieso anders: Während es bei Spielen nicht unter Max-Texturen geht (der wichtigste! Schalter noch weit vor AA+Schatten+Shader & Co), verzeihe ich bei Filmen auch VHS-Qualität – kann ja dafür 3-8x soviel Filme speichern. Liegt sicher auch ein gutes Stück daran, dass ich auf UT angewiesen bin und daher vom Film immer abgelenkt bin.

    Falls jemand was damit was anfangen kann: Ich kodiere die Filme ab h264 meist mit 750 kbit/s und halte das allgemein für einen super effizienten Wert. Genauso wie jpg Generell mit 66% abgespeichert werden; bei empfindlichen Bildern 80%.

    Anyway, was bei mir First-World-Problem-Stirnrunzeln verursacht: Das aufkommende 8k und eigentlich auch 4k:

    720p ~ 1 Mio. Pixel
    1080p ~ 2 Mio. Pixel
    4k ~ 8,3 Mio. Pixel
    8192p ~ 33 Mio. Pixel

    Dass ist um Faktor 16x bis 32x höhere Bandbreitenbedarf. Das steht in absolut keinen gesundem Verhältnis zur Bildsteigerung. Dann wird erst richtig tot komprimiert ohne Ende.
    Lieber knackscharfe 1080p @ 2 Mbit, als das gleiche Filmmaterial @8k @ 20Mbit – ersteres wird VIEL VIEL besser aussehen…

  4. Ich habe dieses „Willkürlich in den Film springen und eine Minute laufen lassen“ auch mit einigen Netflix-Produktionen und anderen Nicht-Netflix-Filmen ausprobiert. Gerade um auszuschliessen, dass hier gerade ein Datenschluckauf auf meiner Seite passiert. Da war die Bildqualität so knackscharf-HD, wie ich sie erwarte. Wenn es hier ein technisches Problem gab, so lag das nicht auf meiner Seite. Aber gerade eben … Batman vs. Superman sieht zwar immer noch so fürchterlich grieselig aus, aber sowohl Wonder Woman als auch Justice League werden nun in immer noch nicht berauschender, aber doch deutlich besserer Qualität gestreamt. Keinen Schimmer, was da passiert.

    Und zu 8K enthalte ich mich jeden Kommentars. 4K ist schon ein schlechter Witz, vor allem angesichts des kaum vorhandenen 4K-Materials, aber 8K ist wie der 3D-Fernseher … ein Hype, von dem in fünf Jahren niemand mehr redet. Ich habe heute hochaufgelöste Youtube-Videos auf einem eher mittelprächtigen Samsung-4K-Monitor angeschaut (jepp, lahmer Tag auf der Arbeit 🙂 ). Z.B. das hier: https://www.youtube.com/watch?v=1La4QzGeaaQ

    Zwar ist von 1080p auf 4K schon ein kleiner Sprung wahrnehmbar, aber einerseits muss ich schon nahe ran an den Bildschirm und andererseits die mehrfach nötige Datenmenge für diesen kleinen Sprung? Meine erstes 1080p-Video war Anfang der 2000er, die Collectors Edition von Tomb Raider mit Frau Jolie. Da lag der Film zusätzlich noch in 1080p bei. Mein Rechner konnte das zwar kaum abspielen, aber Hölle, war das geil für meine DVD-Quali gewohnten Augen!

    Der Sprung von HD zu 4K? Erm …

  5. Sehe ich weitgehend so wie du, wobei ich mit DVD-Qualität (aka 576p) eigentlich auch super happy bin; schaue aber nur auf 22″. HD vs 4K: Vielleicht hat deine Sehkraft im Alter einfach nur nachgelassen muahaha.. – sorry hat sich angeboten die Steilvorlage. Aber stimmt schon, FullHD finde ich ebenfalls als vernunftbegabteste Lösung. Vernünftiger als 4k Handys… WTF

    Servus!

  6. Korrekt, der Sprung von FHD auf 4K ist ein Kleiner im Vergleich zu SD auf HD. Manchmal aber sichtbar. Gute Beispiele sind hier die UHD-Bluray von (wer hätte es geahnt) Blade Runner 2049 und eben die von Dir schon angeschauten Reise-Trailer von Jakob & Katie Schwarz.
    Aber.
    4K UHD taugt nichts (gar nichts!) ohne hohen Farbraum und HDR! Ich habe mich bei meinem neuen 2018er TV (bewusst kein OLED) nur deshalb für einen 4K entschieden, weil mein gewähltes Modell eine hohe Spitzenhelligkeit, vollen Farbraum und HDR hat. Schau Dir den Peru-Trailer unbedingt noch einmal auf einem HDR-Monitor/TV an. DAS ist ein Augenöffner! Merke: 4K ist nur ein bedingt notwendiges Anhängsel für perfektes HDR

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