Adventures in F2P: War Thunder

Wie es der Zufall wollte bin ich über die Feiertage auf Gameplay-Videos zu „War Thunder„, genauer gesagt auf Videos von PhlyDaily gestoßen und konnte, zu meiner eigenen Überraschung, nicht aufhören mich durch die Liste seiner Videos zu wühlen. Besonders beeindruckend war eine Custom-Mission mit angeblich 64 Mitspielern, die sich an den weltgeschichtlichen Ereignissen rund um Dunkirk orientierte. Vor allem, weil man sich in Modding-Umfang und finalen Schnitt der diversen Ereignisse während der Mission stark vom gleichnamigen Film Christopher Nolans inspirieren ließ.

Ich bin ja ein kleiner Tankaboo (in einem früheren Leben war ich staatlich geprüfter Richtschützen-Heinz für den Leopard 2A4) und kann mich stundenlang durch alle möglichen panzer-relevanten Bücher, Videos und Internet-Einträge wühlen. Von daher war es doch keine große Überraschung, dass ich mir stundenlang Videos zu Aberdutzenden von Panzermodellen und ihr Auftreten im Spiel reinziehen konnte.

Jetzt ist es ja nicht so, dass es solche Spiele nicht erst seit Gestern existieren. Der große Dominator in diesem Genre, World of Tanks, hat bald zehn Jahre auf dem Buckel. Doch haben mich diese Spiele nie sonderlich interessiert. In erster Linie, weil mich die dort üblichen Monetarisierungspraktiken abgeschreckt haben.

Die sind bei War Thunder zwar nicht ganz so extrem wie beim Genre-Primus mit seiner hinterfotzigen Premium-Munition, aber die Mechanismen sind die gleichen. Erheblicher, teilweise extremer Grind für die besten Modelle kann mit Echtgeld abgekürzt werden und diverse Skinner-Boxen binden den dafür anfälligen Spieler leichter Hand an das Spiel und seinen Ingame-Shop, in dem man Premium-Fahrzeuge erstehen kann, die einen kleinen Tacken besser als ihre durch Grind erspielbaren Varianten sind. Dass durch den stark simulationslastigen Gameplay-Ansatz War Thunders im „Realistic Battle Mode“, wo Erfahrung und Skill deutlich mehr zählen als die Belastbarkeit der verfügbaren Kreditkarte, solche kaufbaren Vorteile in den meisten Fällen keine große Rolle spielen, ist dabei nur ein schwacher Trost.

Dennoch habe ich nach ein paar Tagen Video-Konsum den Versuch gewagt. Habe ich alter Sack es noch drauf? Ist meine kümmerliche „echte“ Erfahrung aus grauer Vorzeit noch etwas wert? Ich war angefixt und wollte es wissen. Zumindest in diese Falle bin ich mit offenen Augen getappt.

Nun … auf die ersten Partien bilde ich mir lieber nichts ein, denn die sollen angeblich fast nur aus Bots bestehen, um den Spieler das Gefühl zu geben, er sei ne total geile Zocksau, die locker das gesamte Spielfeld dominiert. Zugegeben, ich war nach der ersten Partie, wo ich nach souveränem Erobern aller Strategic Points auch noch als Bester im Team abgeschlossen hatte, einerseits schwer von mir selbst beeindruckt, andererseits auch etwas skeptisch. Gleich in der ersten Partie nach dem Tutorial überhaupt? Ist ja nicht so, dass der Gegner sich total blöd angestellt hatte, aber … ja, alles nur Bots.

Als sich dann während einer Partie der Chat mit dem für N00bs wie mich üblichen, weil absolut unverständlichen Gelaber gefüllt hatte … ahhh, endlich menschliche Mitspieler.

War ich immer noch so „gut“? Nun, ich war nicht so schlecht wie befürchtet. Mehr Partien gewonnen als verloren. Mehr Gegner ausgeschaltet als selbst Opfer geworden. Und das alles in diesem putzigen italienischen Selbstfahrsarg.

Ok, war ich nun am Haken? Für immer an War Thunder verloren und nichts mehr anderes spielen könnend, weil ich nicht Monate, bzw. sogar Jahre darauf warten wollte, um mir alle relevanten Tier Sieben-Modell „leisten“ zu können? Oder wäre ich ein Wal geworden, der Euro um Euro in dieses Spiel kippt, nur um immer ganz vorne und ganz oben mithalten zu können?

Nope. Ich habe logischerweise bald wieder aufgehört. Leider. Mit einer kleinen, im Augenwinkel verdrückten Träne.

Auch wenn mir der Simulationsansatz von War Thunder sehr, sehr gut gefällt, das Panzer-Gameplay sich einfach „richtig“ anfühlt und die Kombination aus Bodenfahrzeugen, Flugzeugen, Helikoptern und Schiffen komplexe und mitreissende Spielsituationen ergeben können … ich hasse diesen F2P-Gedönskram. Wie die Pest!

Wieso kann es solche Spiele, so ein Gameplay nicht als vollwertiges Einmal-Bezahl-Spiel geben? Ja, ich kann diese Frage selbst beantworten … weil man mit Free2Pay um Größenordnungen mehr Geld verdienen kann, weil die diversen Psychofallen und Skinnerboxen ÄUSSERST effektiv darin sind ahnungslose Spieler an sich zu binden und maximalst auszunehmen. World of Tanks soll mittlerweile nach eigenen Angaben mehr Umsatz mit digitalen Gütern erzielen als ein Word of Warcraft. Vorletztes Jahr wurden damit fast 500 Millionen Dollar Umsatz erzeugt.

Arghll!!!!!

13 Kommentare zu „Adventures in F2P: War Thunder

  1. Ist auch besser, dass du die Finger vom Spiel gelassen hast. So sehr das Spiel durch die einzigartigen Spielweisen besticht…so sehr ist das Unternehmen inkompetent und der Besitzer arrogant. Beispiele:
    – Balancing der Fahrzeuge ist jenseits von Gut und Böse. Manche Fahrzeuge werden OP belassen, dafür werden deren Reparaturkosten ins unermessliche (Teils über 100K!) erhöht, statt die Fahrzeuge anzupassen. Somit können nur die sehr guten Spieler diese OP Vehikel leisten, bringen gute Ergebnisse heim…was zu weiteren erhöhten Reparaturkosten führt. Like a crazy circle.
    – Premiumfahrzeuge werden sehr gerne total OP eingeführt, nur um dann später (nach genug Verkauf) spürbar zu verschlechtern. Bei Fahrzeugen, welche man für echt Geld gekauft hat! Ich weiß nicht mal, ob sowas legal ist. Stell dir vor, du würdest morgens aufwachen und dein Auto hätte 100PS weniger…
    – Karten sind absolut unbalanciert. Teils kann man vom Spawn in den anderen Spawn schießen. So viel Spaß entsteht dabei…der Wahnsinn
    – Einnahmen ingame werden vom Patch zu Patch verringert, während immer mehr und mehr Hightier, und somit teure Fahrzeuge, eingeführt werden. Ohne Premiumzeit kaum spielbar
    – Flugzeuge dominieren Panzergefechte
    – Hubschrauber sind ohne wirkliche Zweck im Spiel und passen nirgendwohin
    – Schiffe sind absolut katastrophal umgesetzt und erfordern moch extrem viel Anpassung
    – Bugs werden nach eigenem Ermessen gefixt. Teils seit Jahren existierende, sehr schwerwiegende Bugs, werden bewusst (wurde sogar so offiziell in Streams) gesagt, nicht gefixt. Direkt nach dem Motto „wenns nicht pass, spiel was anderes“  Zitat von Anton (Eigentümer Gaijin) aus einem der letzten Streams
    – Spawnprotection bei Panzern ist sehr schlecht umgesetzt. In der Luft überhaupt nicht vorhanden, weshalb einige weniger, gekonnten Spieler ganze Gefechte mit solchen Assimitteln entscheiden
    – Die meisten Marathons für Premiumfahrzeuge sind reine Glücksspiele mit willkürlichem Output
    – Man wird immer mehr und mehr gezwungen deren Börse zu benutzen. Somit hat Gaijin drei Einnahmequellen
    o Golder Eagles (Premiumwährung) oder Silber (Ingame verdienbare Währung) für Echtgeld
    o Packete mit speziellen Fahrzegugen für Echtgeld
    o Börse mit seltenen Fahrzeugen…oder schlimmer noch mit lauter Glückskisten, für ebenfalls Echtgeld

    Wie gesagt, das Spiel selbst ist…wenn man mit den oben genannten Punkten leben kann, ist das Spiel wirklich einzigartig und bietet sehr sehr sehr viel Spaß. Aber wenn man die oben genannten Punkte störend findet…und die siend schon teils echt echtrem, dann sollte man lieber die Finger vom Spiel lassen….

  2. Danke für den Kommentar! Ich hatte zwei Stunden lang WIRKLICH Spaß damit, habe die Panzer-Mechaniken genossen, aber gerade weil es bei einem F2P-Titel nur darum geht im Spiel Gameplay-Abhängigkeiten und Balancing-Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Spieler ihr Heil beim langfristigen, kompetitiven Spielen nur in erheblicher Geldausgabe finden können … nä!

    Es ist so schade, dass dieser phänomenale Gameplay-Kern in so ein mieses, von skrupellosen Ratten betriebenes Geschäftsmodell eingebettet ist …

  3. Mich kann man vermutlich als Wal bezeichnen. Habe über die Jahre sicher an die 500€ (in etwa 100 pro Jahr) und 1200 Spielstunden investiert.

    Habe aber seit längerem nicht mehr das Bedürfnis das aktuelle Geschäftsgebaren weiter zu unterstützen – ich spiele es weiterhin, weil es echt Spaß bringt, aber ich sehe über 1-2 Jahre keine Zukunft für das Spiel wenn sie nicht massiv entgegensteuern.

    Bis dahin war es aber eine gute Zeit die ich sehr genossen habe.

  4. Anhang: Mit ‚das Geschäftsgebaren unterstützen meine ich Geld ausgeben.‘ Ich spiele weiterhin, sehe aber keinen Sinn darin Geld in etwas zu investieren welches sich in die falsche Richtung bewegt.

  5. F2P funktioniert für mich nur unter zwei Bedinungen:

    – Ich gebe niemals etwas dafür aus. Erstens, weil ich sonst nicht wüsste, wo ich damit wieder aufhören sollte und zweitens, weil ich sonst überhaupt keinen Vergleichsrahmen habe um mich mit anderen im Fortschritt zu vergleichen (so bleibe ich 100% vergleichbar mit allen anderen, die nie zahlen).

    – Es macht trotzdem Spaß; ist also auch ohne Geldeinsatz fair genug.

    Über die Jahre konnte mich da nur Hearthstone halten bisher (so viele Macken es auch haben mag, ich hatte bis auf ganz am Start nie das Gefühl, Casher hätten einen ernsthaften Vorteil).

  6. @Hand
    Kannste froh sein, dass du vernünftige Leute hast, die dann auch mitziehen. Ich hatte da weniger Glück ^^

    Ich hatte mal eine Phase gehabt, wo ich dachte F2P könnte funktionieren. Ich meine mich zu erinnern, dass es Star Trek Online war – in Ermangelung gut spielbaren Trek-Materials habe ich mir das n halbes Jahr oder so mal gegeben. Hab aber recht fix gemerkt, dass das mit der Premiumwährung (Dilithium?) ziemlich schnell ziemlich sackgängig wurde und du merkwürdig schnell in einer Tretmühle warst, die einfach nur Wartezeit gefressen hat.

    War vom Gefühl her wie Autofahren mit zugefrorenen Scheiben, wo du n Guckloch freigeschrubbert hast – irgendwie anstrengend und nich besonders schlau. Und das konnte ich auch mit viel Spielzeit nicht kompensieren. Und was haben mehrere meiner damaligen Mitspieler gemacht? Dem Druck nachgegeben und Kohle gezückt. Schon wars mir zu dämlich.

    Ich habs dann noch mit so nem Ballerspiel versucht… mir fällt der Name nicht ein. Gabs n F2P-Shooter, welcher wohl angeblich Einfluss auf eine Fernsehserie haben sollte oder so. Irgendwas mit Archenmüll, der alle Nase lang aus m Orbit geknallt kam. Wollten wir zu dritt spielen. Der Dritte konnte aber erst ne Woche später. Wir also zu zweit schon mal los und hat sogar Spaß gemacht. Wir wollten dann neue Charaktere erstellen, damit wir mit dem Nachzügler auf einem Stand waren.
    Tja, dann kam der besagte Dritte – und er hatte so ein Premium-Bezahl-Kram am Start
    Levelmäßig hatte er uns innerhalb eines Tages überholt. Da zuckste dann auch nur noch mit den Schultern, wenn du das Spiel dann von der Platte putzt und fragst dich, warum es manchen Menschen so verf… wichtig ist, andauernd „Bess0rianer“ zu sein.

    Warframe dasselbe. N Freund wollte mich überzeugen. Game sah erstmal echt gut aus. Deutlich mehr Klassen als in Destiny? Eigenes Schiff zum heimelig und muckelig machen? Das will ich! Bissl gespielt, wollte „Frame“ wechseln… ja geht nich, meinte er… musste Platinum undso auf externer Börse irgendwo Browser aufmachen und dann deinen ergrindeten Kram handeln und blablabla…. Ja…

    So schnell habe ich glaube ich noch nie ein Spiel deinstalliert…

    Problem ist: Du bist auch in Vollpreistiteln vor so nem Murks nicht mehr sicher. Hatte mir mal Division 2 gegönnt. Kumpel hat sich aber die Gold-Ultimate-KeineAhnungversion gekauft und ich nur die Lappenvariante. Fazit: Du bekommst während des Spielens auf der Minimap ständig ins Gesicht gedrückt, dass da eine geheime Mission ist, die du nicht spielen kannst. Das Symbol geht auch nicht weg, plärrt dich sogar an, wenn du mit der Maus ausversehen drübergehst, damit du räudiger Hund auch ja nich vergisst, dass du es gewagt hattest, nur 40 Euro abzudrücken. Und willst du eine eben neu eingeführte Klasse mit besagtem Premiumhab-Freund spielen? Ja geht nicht – denn DU musst die neue Klasse erst freispielen mit sinnlosem, mehrere Abende dauerndem Grind.

    Die Penetranz dieser Psychotricks ist schon bewunderns- und verachtenswert. Hook – Habit – Hobby funktioniert bei mir aber irgendwie nicht. Für mich ist es schon absurd, mehr als 60 Euro für ein Game auszugeben, aber die Summen, die manche dafür hinblättern, das sollte man echt mal gesetzlich deckeln und alles was auch nur im Entferntesten mit Zufallsloot in kaufbaren Kisten zu tun hat – gleich ganz verbieten – wenn ich sehe, was meine Kinder für Free-Apps auf ihren Handys und sogar auf dem 3DS(!) daddeln (wenn ich nich hingucke)… das hätte ich zu Amiga-Zeiten schon nicht mal mehr mit dem Arsch angeschaut und dann ist das auch noch durchmonetarisiert bis zum Erbrechen.

    Frei nach Dominion: Was für eine Welt…

    Nunja…. Mehr Storys habe ich erstmal nicht zu diesem Thema… Ich esse jetzt einen Apfel.

    Grüße….. Sarabi

  7. Weisste … eigentlich soll darf, kann jeder mit seinem Geld anfangen, was er möchte. Aber gerade hier, wenn die Leute in so offentlichtliche Psychofallen gelockt werden, die keinen anderen Zweck haben als die dafür anfälligen Menschen, die Wale, nach Strich und Faden auszunehmen … das ist nicht einfach nur „mit ein paar Euro dem Entwickler was zurückgeben“. Diese Grenze ist HIER bereits kilometerweit überschritten. Man muss lange suchen, um halbwegs „faires“ F2P zu finden und selbst hier ist IMHO auch nur der Vater Wunsch des Gedankens, es müsse doch irgendwo „faires“ F2P geben.

    Nein, gibt es nicht, da auch simple Kosmetik Teil eines psychologischen Hakens ist, nämlich das Bedürfnis des Menschen, sich von seinen „Billig“-Mitspielern abzusetzen.

    Es gibt kein einziges „faires“ F2P, das sind ALLESAMT schmierige Psychofallen in lediglich unterschiedlicher Ausprägung der Schwere. Fair ist nur das Spiel mit fixen, klar kommunizierten und überschaubaren Kosten. Sprich, Festpreis vorab oder fixe Abo-Kosten. Alles andere ist nichts weiter als Beschiss. Und das muss in die Öffentlichkeit und somit Politik getragen werden. Dieses Geschäftsmodell muss entweder vollständig verboten oder stark reglementiert werden, so wie man das nicht ohne Grund bei traditionellem Glücksspiel macht.

    Aber so wie es jetzt ist, vollkommen skrupelloser Wilder Westen … dieser Zustand ist unerträglich!

  8. Also mit Warframe komme ich eigentlich ganz gut klar. Ist zwar alles harter Grind wenn man kein Geld ausgibt…. aber selbst wenn man Geld ausgibt kann man dannach einfach nur anders weitergrinden. Und da ich nur alle paar Monate reinschauen kann/will habe ich immer deutlich mehr Inhalt als ich je zocken könnte.

    Das Problem ist tatsächlich die „Grenze“. Hier wären klare Regeln wünschenswert. Von mir aus kann man auch gerne Lootboxen und ähnlichen Tünnes anbieten, aber soll sich dann gerne Glückspiel-Regularien unterwerfen. Keine Öffentliche Bewerbung, nur ab 18 usw usf.

    Am meisten hat mich tatsächlich bisher der Appstore bei Android angeekelt. Ich meine, ich wollte ja Geld für ein gutes Tower Defense oder irgendwas Qualitativ Hochwertiges ausgeben…. Aber selbst die teuren Spiele haben teils Ingame-Werbung, Ingame Währungen oder ähnlichen Mist. Ich hoffe das bleibt uns am PC erspart… auch wenn die großen Publisher hart dran arbeiten einen ähnlichen unhaltbaren Zustand zu erreichen.

    Ps.(Offtopic): Ich habe gerade mitbekommen dass es Staffel 3 und 4 von Expanse gibt. Das ist ja mal richtig super! Und macht mir direkt noch mehr Lust auf Star Citizen.

  9. Zum Terminus „F2P“ lt. Wikipedia:
    Volle Zustimmung, regulieren bis die Schwarte kracht, inkl. Einstufung als Glücksspiel mit Ab-18-Zugangsbeschränkung und Altersnachweis, festen monatlichen Maximalbeträgen pro Account und fetter Extrabesteuerung des Anbieters/Publishers. Bei Verstößen seitens des Anbieters dessen Webseite(n) in D sperren. Zwangsweise so hohe Hürden bauen, dass definitiv ausgeschlossen ist, dass jemand Ahnungsloses zufällig in die Falle tappt.

    Zum Terminus „F2P“ lt. GOG:
    Die einzig wahre Definition. Verschenken eines der besten story-getriebenen Indie-RPGs der letzten Jahre mit einer im Positiven eigenwilligen Geschichte. Pausierbares Echtzeit-Kampfsystem, AAA-Look, geiles Art-Design. Irre, wie das (selbst kleine) polnische Studios immer wieder hinbekommen.

    Tower of Time.

    Noch ~24h, frei, zum Behalten. Echtes F2P. Auf GOG.
    2019, ending on a high note.

    Guten Rutsch 😉

  10. @Sarabiofnine

    Da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt: ich bezog mich auf alle Spieler, die nichts zahlen. Zwar zahlt in meinem Freundeskreis wirklich niemand etwas dafür (die spielen aber auch kaum), aber es geht mir wirklich nur um die rein theoretische Vergleichbarkeit. Das klingt vielleicht wirr, aber es erspart mir z.B. mich mit irgendwelchen „erfolgreichen“ Spielern vergleichen zu müssen, denn es ist klar, dass die entweder zahlen oder die Sachen als Streamer so bekommen.

    Aber der Punkt mit dem Vollpreis ist absolut zutreffend. Das hätte ich als weiteren Punkt anführen müssen: Wenn es im Spiel einen umfangreichen Shop gibt, muss es wirklich F2P sein; sprich ich will für das Spiel nichts zahlen müssen. Deswegen spiele ich auch Hearthstone aber z.B. nicht Overwatch.

    Ich mag ja nichtmal, wenn viele DLCs rauskommen. Ich warte z.B. bei Grim Dawn auf ne Goldversion, weil ich es blöd finde mir da was zusammenstückeln zu müssen, wenn dann der letzte DLC so viel kostet wie das Hauptspiel z.B.

    @Harz
    Ich bin bei Deinem Rage gegen die ganze Hintenrum-Monetairiserung voll bei Dir. Aber ich finde z.B. HS fair. Ich kann sonst leider keine anderen Beispiele anführen, aber das Spiel muss ich etwas verteidigen, da irgendwas richtig laufen muss, wenn sie mich halten können.
    Zumindest bisher – mal sehen, die vielen Erweiterungen nerven; aber dafür werden sie wieder besser.

    Bei WoW war ich z.B. schon allein wegen der kosmetischen Sachen raus. Sobald ich was bezahle, will ich mit so einem Scheiß nichts zu tun haben.
    Ich hab versucht es zu ignorieren, aber mit jedem dämlichen überteuerten Mount im Shop standen plötzlich mehr Spieler damit in der Stadt herum um „bewundert“ zu werden.
    Und das nervt mich einfach, weil ich weder fassen kann, dass man dafür Geld ausgibt, noch dass man sich dann auch noch freiwlliig zur Werbesäule macht. o,0

    Und was den ganzen Lootboxenkram angeht, bin ich absolut bei den Ländern, die das als Glücksspiel einstufen mit entsprechenden Folgen für den Vertrieb.

  11. Als während Cataclysm die Leute anfingen mit ihrem Celestial Steed, dem ersten Kauf-Mount, anzugeben, passierte das eigentlich nur auf Allianz-Seite, weil Hordenspieler sich Dank der Johnny Awesome-Quest eher kaputtgelacht hatten … ansonsten … jepp, peinliches Herumstolzieren im schicken Kauf-Mount 🙂

    Bei WoW fand ich es persönlich aber erträglich, weil es NICHTS im Shop gab, was man für das Spiel gebraucht hat, erspielte Mounts & Pets (zumindest aus meiner Sicht) meist cooler aussahen als die Kauf-Varianten. Man konnte den Shop und sein Angebot vollständig ignorieren und Blizzard war schlau genug den Spielern den Shop nicht ständig unter die Nase zu reiben. Das Spiel finanziert sich in erster Linie durch feste, planbare und übersichtliche Abogebühren, der Shop hat nur ein kleines Angebot, mit dem man sich nicht ruinieren kann, selbst wenn man alles an angebotenen Mounts & Pets & Helmen kauft.

    Ich rede aber explizit von F2P-Produkten, die ganz unmittelbar auf einen Ingame-Shop angewiesen sind, um die angestrebten Umsätze zu erzielen. Wo durch den Entwickler bewusst eine Suchtspirale aufgebaut wird, um dafür anfällige Menschen maximalst ausnehmen zu können. DAS muss reguliert bzw. im Extremfall auch verboten werden. Da bekommen entsprechend faire und gut gestaltete Angebote eine entsprechende Freigabe für das gesamte Angebot, andere müssen mehr reguliert werden, z.B. über Altersverifikation oder eine wie auch immer dann gestaltete Umsatzgrenze pro Spieler.

    Ich will nicht F2P grundsätzlich verbieten lassen, sondern wettere nur gegen diese teilweise extremen Auswüchse, wo ich Mühe habe sie von herkömmlichen Drogendealern zu unterscheiden.

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