DOOM Mehternal

Auf einer rationalen Ebene kann ich die Begeisterung vieler über das neue Doom sehr gut nachvollziehen. Ich lausche andächtig Mick Gordons Metal-Geschraddel, bewundere in Benchmark-Videos die flüssig dahingleitende Optik und die Mühe, die man in die Optimierung selbiger Optik auch für schwächere Hardware gemacht hat. Ich freue mich, dass es wieder einen aufwendig produzierten, anspruchsvollen AAA-Shooter gibt. Ich freue mich, dass Bethesda alle Steam-Kunden zum Release zusätzlich (!) mit einer DRM-freien, Denuvo-freien Exe versorgt hat. Good Guy, Bethesda … *gnihihihi*

Und dennoch …

Vor vier Jahren erschien DOOM 2016 und überraschte die Welt und auch Bethesda mit der Geburt von id Software 3.0, weil der Vorgänger, id Software 2.0, nach dem Abgang John Carmacks endgültig in die Bedeutungslosigkeit abzudriften schien.

Anmerkung: id Software 1.0 ist die legendäre Rasselbande der 1990er. Noch mit John Romero und Tom Hall.

Ich war natürlich ebenso erfreut und als Bethesda nach einer Weile Denuvo entfernt hatte, habe ich selbstverständlich zugeschlagen. Auch hier kann ich auf einer rationalen Ebene sehr gut nachvollziehen, warum die Leute so begeistert sind. Metal-Geschraddel. Schnelles, flüssiges No Nonsense-Gameplay. Geile und flüssige Optik, ohne dafür die eigenen Kinder in die Sklaverei verkaufen zu müssen, weil man sich sonst nicht die erforderliche Hardware leisten kann, usw. usf.

Und dennoch …

Ich habe DOOM 2016 in der Zwischenzeit mehrmals angefangen. Was in erster Linie dem phantastischen Soundtrack von Mick Gordon zu verdanken ist. Den ich immer wieder „einfach so“ höre, dann Lust auf dieses Spiel bekomme und …

Es ist immer dieselbe Stelle. Der Doom Slayer hat sich eine Weile an der frischen Marsluft getummelt, alle Spielmechaniken kennengelernt, ist wie ein Irrwisch alle sechs Raumachsen diverser Maps entlang gerast, hat dabei geglorykilled, als ob es morgen keine Glorykills mehr geben würde. FUN!!!! Dann betritt er wieder Innenräume, ballert sich dort noch ein paar Minuten durch teilweise neue (alte) Gegner und … legt sich dann zum Schlafen hin, weil ihn ansatzlos ein heftiges Gähnen überkommt.

Ich habe lange überlegt, an was es liegt. Zwar bin ich nicht mit allem superglücklich, was DOOM 2016 betrifft, aber was mich … das Wort „stören“ ist eigentlich zu viel … aber was mich eher weniger in Begeisterung versetzt, was ich aber ohne viel Nachdenken hinnehme und akzeptiere, weil es Teil des Spieles ist, es scheint sich zu summieren und führt dazu, dass ich mich nach dem Adrenalinrush der ersten ca. zwei Stunden frage, was ich hier eigentlich verloren habe.

Sind es die Glorykills? Sind es die bunten Power-Ups, die nach jedem Glorykill aus den Dämonen sprudeln? Ist es der übermäßige, für mich teilweise fast schon lächerlich-übertriebene Splatter, der mich von einem Moment zum anderen ansatzlos aus dem Spiel reisst?

Zu DOOM Eternal kenne ich nur Gameplay-Videos. Ich sehe dort nicht nur NOCH MEHR Glorykills, sondern auch die Notwendigkeit von Glorykills zur dringend notwendigen Beschaffung von Ammo, Health und Armor. Ich sehe haufenweise Plattform-Herumgespringe, inklusive entsprechend gestalteter Maps, die ich eher in einem Titel wie Darksiders oder Tomb Raider erwarte.

Ich sehe auch unglaublich dynamische Gefechte und ich glaube denjenigen, die sagen, dass sich alle neuen Gameplay-Elemente wunderbar im Spiel zusammenfügen und weniger isoliert und „gimmicky“ wirken als in DOOM 2016.

Und dennoch …

*meh*

Vor einigen Monaten habe ich wieder Shadow Warrior 2 gespielt. Ist bunt und grell wie Doom 2016, die Maps quellen über von Loot-Drops, die Monster platzen herrlich auseinander, wenn ich sie mit meinen Melee-Waffen in handliche Stücke schneide … und ich höre nicht auf, bis ich wieder das Ende erreicht habe. Was ist nun in SW 2 anders? Was motiviert mich hier, was mich in DOOM 2.0 schläfrig werden lässt? Denn es gibt in DOOM 2016 nichts, was mich nervt. Es gibt vieles, was mich aufrichtig (!) begeistert. Was aber zur meiner nicht geringen Verwunderung nicht genug ist, um diese Zwei-Stunden-Grenze zu überschreiten. Es scheint, als ob ich mich in diesen zwei Stunden genug an Splatter und frenetischen Arena-Fights sattgespielt und keinen weiteren Bedarf mehr nach genau dieser Art Spiel habe.

Ja, ich denke, genau das ist es! Ich bin nach zwei Stunden satt, rundum zufrieden und brauche nichts mehr. Weder mehr DOOM 2016, noch Eternal. So ganz ohne negative Gedanken, ohne Frustration. Es ist alles in Ordnung, wie es ist, aber es ist auch schnell wieder genug.

Ich wünsche denen, die viel Spaß mit Eternal haben wollen, von ganzem Herzen genau diesen Spaß dort auch vorzufinden … aber ich bin raus. Verzicht wegen Übersättigung.

Veröffentlicht in Hype

22 Kommentare zu „DOOM Mehternal

  1. Das ging mir bei DOOM 2016 auch so, geiles Spiel, viel Fun aber nach zwei Stunden war die Luft raus … habe es insgesamt auf 4 Stunden gebracht. War dann völlig übersättigt und zufrieden … wie nach nem dicken Steak. War lecker braucht man aber nicht noch mehr … ich glaube für DOOM Eternal bin ich zu alt. Zuviel Hektik und Rumgehüpfe … auch wenn es mich schon in den Fingern juckt … aber neee.

  2. Vor Jahren hatte mir jemand erzählt, dass er deswegen die Serious-Sam-Spiele nach kurzer Zeit wieder weglegen muss. Sei alles spassig und es fetzt und es sei gut für’s virtuelle Abreagieren … aber es reicht dann auch so nach dem ersten Drittel. Er kennt alle Teile, keinen davon jemals zu Ende gespielt.

  3. Ich teile Deine Einschätzung und mir geht es ganz genauso; Doom Eternal scheint die 2016er Version vollgerichtig zu perfektionieren und ich verstehe jeden, der sich von dieser Spielmechanik mitgerissen fühlt. Dies gilt insbesondere für die Generation, die mit demn Ur-Doom nie selbst in Berührung gekommen ist. Mein Problem mit den neuen Doom-Titeln und damit größter Unterschied zum Doom von id1.0 ist die Tatsache, dass sich durch die gescripteten Spawns in mehr oder weniger „geschlossenen Arenen“ ein vollkommen anderes Spielgefühl einstellt als die dadurch viel offeneren Maps der Urversion, indem man genau wußte, dass jeder Gegner von Anfang an dort ist wo er ist – von vereinzelt gespawnten Events mal abgesehen.
    Mich als id1.0-Romantiker hat das schon bei Doom3 massiv abgeschreckt – diese Abkehr von der Idee, dass ein Level mit allen Monstern so existiert wie es ist, unabhängig davon, wann irgendein Marine meint Punkt A oder B zu betreten.
    Ich bleibe bei der letzten Brutal-Doom Modifikation des Erstlings und metzele mich lieber mit nicht minder glorreichen Nahkampf-Kills durch diese alte Mechanik, die rückblickend so viel von dem ursprünglichen Charme des Spiels ausgemacht hat. Würde sich dieses alte Spieldesign heute wirklich schlechter verkaufen als diese nervigen Level-Arena-Abschnitts-Gefechte?

  4. „Würde sich dieses alte Spieldesign heute wirklich schlechter verkaufen als diese nervigen Level-Arena-Abschnitts-Gefechte?“

    Nein, höchstwahrscheinlich nicht, aber das neue id-Team hat das Gameplay-Design eben so ausgerichtet, wie man es eben ausgerichtet hat.

    Wobei mich diese Neuausrichtung als solche gar nicht mal stört und diese dämliche Plattformhüpferei in Shootern (ich mag ja das Plattformer-Genre als solches, will das in Shootern aber nicht mehr sehen) kann ich auch erdulden, wenn der Rest entsprechend überzeugt. Der Gag ist ja … der Rest überzeugt in der Tat, aber irgendwann ist genug. Nicht für den Tag genug und morgen geht es weida, sondern ganz grundsätzlich genug. Ich spiele bis zu Punkt X und wende mich dann hochzufrieden (!) anderen Dingen zu.

    Eternal ist also bestes Sale-Material. Irgendwann für ein paar Euro geholt und nach ein paar Stunden herrlichem Spaß wieder beiseite legen. Ich habe damit kein Problem 🙂

  5. Doom 2016 hab ich noch gefeiert. Für mich wunderbar. Bei Doom Ethernal wiederum ging es mir dann ganz genau so. Ich hab es zurück gegeben. Neben der kleinen Mäkeligkeit, dass nach dem irren Sound gleich beim Einstieg, nach dem ich vorfreudig die erste Knarre in die Hand nehme, und diese beherzt abfeuere, in meinen Ohren irgendwie nur ein leises „Plopp“ ankommt…

    …merkte ich, dass ich auch in einem Punkt zu alt geworden bin. Nicht im abhebenden Sinne, sondern wirklich zu alt. Bei dem schnellen hin und her Gehüpfe, sehe ich kaum noch was: ein Feind, ballern, weg hüpfen, den nächsten anballern, wegschliddern, den nächsten anballern usw usw. Keine Zeit zu fokussieren. Keine Zeit, dass direkte Ergebnis meines schiessens zu sehen. Kein optisches Trefferfeedback. Ich sah nie wirklich ein direktes Einschlagergebnis, außer bei den Glory Kills. Das Ergebnis: ich betrete eine Arena, zucke viel hin und her, sehe n mal die selbe Glory-Kill Animation und irgendwann ist der Ausgang offen, weil ich wohl oft genug schießend rum gesprungen bin.Mir war das Laaaangweilig und höchst unbefriedigend. Hab ich noch mal Wolfenstein, the new Order, installiert.

  6. Also ehrlich, mehr als übersättigt bin ich schon seit ca. 2 Jahren von …

    – Zombie-Spielen
    – Roguelikes
    – Metroidvanias
    – Zombie-Spielen
    – Zombie-Spielen
    – Zombie-Spielen (oh gott, mehr geht nicht mehr)

    Da bin ich mal froh, wenn es endlich mal wieder einen normalen Shooter gibt, auch wenn ja diese zwingenden Glory-Kills etwas nerven und ich nicht zwingend Metal-Fan bin. Aber Gott sei dank mal nicht gegen Zombies!! … ODER?! …………….. ODER?! 😀

  7. Doom Eternal, voller Vorfreude erwartet und direkt in die Schlacht gestürzt und direkt Spaß gehabt… einige Spielstunden später: Das Spiel liegt in der Ecke und wird zwei Level vor Schluß nicht mehr beendet.

    Vielleicht liegt es am Alter, nicht nur wegen der Reaktionsfähigkeiten die abnehmen, sondern auch weil man alles schon gesehen hat, aber wo das ein Megaspiel sein soll erschließt sich mir nicht.

    Selbst auf easy ist es ziemlich schwer und auch einfach arg unfair. Stichwort: Marauder.
    Die Arenen sind im Großen und Ganzen immer genau gleich. Es gibt ein Areal und nach und nach spawnen alle Gegner, die man bisher schon getroffen hat. Sicher fehlt hier und da mal ein Gegner, aber mehrheitlich ist es doch immer wieder der gleiche Ablauf. Dazu kommt die Munitionsknappheit und die Glory Kills. In 2016 fand ich das alles noch ok, da fühlte sich das gut an es ab und an zu machen. Hier MUSS man es aber im Endeffekt bei jedem Gegner tun, sonst gibt es auf die Mappe.

    Garniert wird das Ganze mit einer abstrusen Story, nach der niemand gefragt hat. Wenn das jetzt die neue Blaupause für moderne Shooter wird, hole ich lieber wieder NOLF 2 raus.

  8. Ähm ja, also Zombies… die habe ich streng genommen schon gesehen im neuen Doom. 🙂 Das sind diese Munitions und Lebensenergieauffrisch Gegner. Also das was mal die Pickups waren und was man jetzt Glory Killen, verbrennen oder zerkettensägen muss um weiter Glorykillen, ballern usw. zu können.. Ist schon ein gut gemachtes Spiel, ich habe es selber, aber das Spielprinzip – Arena- laufen – klettern – Arena – laufen – klettern/springen.. ist irgendwann echt langweilig. Ich wusste ja eigentlich was mich erwartet und konnte es dennoch nicht sein lassen, weil Doom halt.. Aber ein drittes Mal mache ich das nicht mit. Die Nummer ist jetzt durch.

  9. „Vielleicht liegt es am Alter, nicht nur wegen der Reaktionsfähigkeiten die abnehmen, sondern auch weil man alles schon gesehen hat, aber wo das ein Megaspiel sein soll erschließt sich mir nicht.“

    Könnte es nicht sein, dass hinter all dem Hype nur ein ganz normaler 08/15-Arena-Shooter steckt? Und nicht das herbeigehypte Meisterwerk für Äonen? Wobei „ganz normal“ und „08/15“ zumindest in meinen Augen überhaupt kein negatives Urteil ist. Gerade im Kontext von Videospielen. Denn da denke ich mir beim Zocken doch nicht: „Woahhh! Ich spiele gerade ein Meisterwerk, von dem man noch in 30 Jahren sprechen wird!“. Ich denke mir: „Hey, das ist nett und spassig!“. Und gerade letzteres habe ich bei so vielen Titeln erlebt, die mit den Worten „durchschnittlich“ oder „08/15“ von manchen geradezu in der Luft zerrissen wurden. Weil jedes Spiel das nächste Meisterwerk sein muss und man glaubt nur noch atemlos von einer Sensation zu nächsten taumeln zu müssen.

    Und wenn ich DARÜBER etwas nachdenke, fällt mir auf, wie sehr wir gerade bei Spielen vom Marketing der Anbieter in unserem Denken beeinflusst wurden. Es muss immer alles doller, sensationeller, irrer sein, weil das die Leute an die Kassen treibt. Aber selbst der beste Entwickler der Welt kann nicht bei jeder Iteration etablierter Mechanismen das Rad so neu erfinden, dass man vor Ehrfurcht erstarren muss. Wir spielen in 99 von 100 Fällen nur harmlose Standard-08/15-Kost. Und ob der eine, aus der Reihe tanzende Titel dann auch wirklich so dolle ist, oder einfach nur anders, ist wieder eine ganz andere Geschichte. Und wenn wir begreifen, dass an Standard-08/15-Kost überhaupt nichts Schlimmes ist, befreien wir uns selbst, wir befreien die Entwickler und wir können uns dann so richtig freuen, wenn wir eines Tages doch über etwas stolpern, was tatsächlich sensationell ist 🙂

  10. Ich denke diese Frage muss jeder für sich beantworten. Für mich ist es sogar weniger als 0815, weil man zwar etwas versucht hat, es für mich aber so rein gar nicht funktioniert.

    Es muss natürlich nicht immer die neue Megaerfahrung sein, was auch gar nicht möglich ist. Ich habe z.B. enorm viel Spaß an EDF. Da ist auch ein Teil wie der andere und ich weiß was ich bekommen werde. Bei Doom war das anders. Da hat mich 2016 auch erst abgestoßen, basierend auf den ganzen Vorabvideos, dann beim Anspielen fand ich es doch ganz gut und auch die neuen Features durchdacht.

    Von Werbung versuche ich mich fernzuhalten, auch wenn das nur schwer ist. Neulich sah ich ein Video der Gamestar, in dem es darum ging zu erläutern wieso doch Doom Eternal das Genre maßgeblich neu definieren wird. Oben rechts in der Ecke stand klein „Werbung“ und ein Gamestarfuzzi laberte drauf los. Sich ganz davon zu lösen geht dann wohl doch nicht.

    Das Tolle bei wirklich neuen Ideen und Konzepten ist ja, dass sie dann nicht zwingend gekauft werden, selbst wenn sie wirklich toll sind. Aktuell behalte ich das hier im Auge: https://www.youtube.com/watch?v=NM2bOvd752s (In Other Waters). Kommt morgen raus und schaut ganz nett aus. Da sind die 15€ sicher auch besser in den Entwickler investiert, als die 60€ die ich für Doom Eternal in den Lokus gekippt habe.

  11. Ging mir auch so mit D’16. Merkwürdig. Andere (meist alte) monotone Shooter spiele ich begeistert vom Anfang bis Ende. Mit Bulletproof ging es mir übrigens ähnlich – was niemand versteht.

  12. Ich hab Doom 2016 geliebt und spiele das immer noch. Hab’s mir sogar irgendwann nochmal für die PS4 gekauft und versuche derzeit, alle Trophäen zu sammeln. Eternal hab ich nach knapp zwei Stunden und vielen vorsichtshalber noch geschauten Let’s Plays refundet. Weil das für mich irgendwie kein Doom mehr ist.

    Erstens, wenn ich einen Plattformer oder ein Hüpfspiel zocken will, dann kaufe ich mir ein entsprechendes Spiel aber NICHT Doom. Weil ich sowas dort nicht erwarte, ganz im Gegenteil. Diese elenden und mitunter recht gnadenlosen und meiner Meinung nach auch von einer gewissen Schwammigkeit geplagten Hüpf-, und Kletterpassagen, ich bin wiederholt gestorben weil Doomguy eben NICHT nach der Plattformkante griff oder danebengrapschte, gingen mir sehr schnell auf den Docht.

    Zweitens fühlt sich Doomguy viel verletzlicher und schwächer an. Was auch an diesem bescheuerten System mit den Schwachpunkten liegt. Da kann man sein komplettes Arsenal in einen Gegner ballern, aber solange du diese eine leuchtende Stelle nicht triffst, bringt das gar nichts.

    Was dann drittens auch durch die neuen Spielmechaniken noch verschlimmert wird. Im Grunde hat jeder Gegnertyp exakt EINE Waffe, auf die er in erwarteter Weise, nämlich durch Abnahme der Trefferpunkte und letztlich mit dem Ableben reagiert. Und auch dann nur, wenn der Schwachpunkt getroffen wird. Und dann kloppt man den runter und muss TROTZDEM noch einen Glory Kill hinlegen. Den immer selben Glory Kill. Wieder und wieder und wieder.

    Dass man permanent unter Munitionsknappheit leidet, macht die Sache noch unerträglicher. 16 Schuss für die Schrotflinte, echt jetzt? So gut wie keine herumliegende Munition, die kann nur durch die immer gleichen Kettensägenkills aufgestockt werden, die aber nur bei den kleinen Gegner funktioniert. Denn auch hier sind die Energiezellen knapp und die Selbstaufladung schafft nur einen Balken. Und dann rennt man blöde herum, wartet bis das Fichtenmoped den nächsten Kill schafft, dann ein paar Schuss Munition in Form schillernd bunter… öhm… Dinger aufsammeln, ein paar Schuss auf den Schwachpunkt des großen Jungen, Glory Kill uuund von vorne bitte.

    Ich hatte daran jedenfalls so gar keinen Spaß, keinen Drang und auch keine Möglichkeit, mal mit den Waffen und ihren Mods zu experimentieren. Ich hasse die blöden Kletter- und Hüpfpassagen. Ich fühle mich in ein extrem enges Korsett gepresst, was die Spielweise angeht.

    Ich muss da gerade an Mad Max denken. Dieses… diesen Ding da drin… das ist nicht Doom.

  13. Phil und Alien fassen ganz gut zusammen, warum mich die neuen Dooms nicht wirklich interessieren (und ich liebe den ersten und den zweiten Teil – Quake war auch fantastisch). : )

    Shadow-Warror 2 finde ich ganz lustig, nur irgendwie hatte ich irgendwann keine Lust mehr die ganzen gesammelten Upgrades durchzugehen nach einer Map (die mir sogar tendenziell zu lang dauern für zwischendurch – zumindest, wenn man jedes Eck durchstöbern möchte). ^^“

  14. Ich finde das Konzept tatsächlich ziemlich dufte. Man hat 3 Ressourcen die man im Auge halten muss und jede kann man dadurch bekommen Gegner zu töten, ist also gezwungen wie ein Berserker anzugreifen.

    Eine für mich willkommene Abwechslung zu den Deckungsshootern welche hinter Deckung liegen belohnen, und eine schöne Erweiterung zu den klassischen Shootern, bei denen die Ressourcen ’nur‘ herumlagen und nicht durch Eigeninitiative erarbeitet werden können.

    Und dass bestimmte Gegner bestimmte Waffen benötigen ist mir auch nicht aufgefallen. Je nach Laune habe ich ganze Räume mit Minigun, Plasma-Gewehr oder Shotgun leer geräumt.
    Lediglich die Marauder sind mir negativ aufgefallen, aber da die auch nur in meine Richtung blocken haben ferngezündete Raketen da Wunder gewirkt.

    Bei den JumpnRun Passagen stimme ich euch aber zu, die hätte man gerne weglassen können.

    Was mich tatsächlich am ehesten gestört hat ist dieser komische Battlepass mäßige Freischalt-Kram. Es wirkt ein wenig als ob Bethesda da noch mit Microtransaktionen plant.

  15. Die Erklärung vom Alien betreffend Glorykills find ich gut! Hier möchte ich hinzufügen, dass ich zwar Fan von guten Bewegungs- und Spielanimationen bin, aber es mich nervt, wenn Animationen die Kontrolle über die Figur abnehmen.

    Das fing z.B. bei Jump & Runs in den 90ern an – wenn man einen Angriff oder einen Move zu früh startet, die Animation aber stur zuende ausgeführt wird und Haare raufend zuschauen muss wie ein Frecher Gegner das schamlos ausnutzt). Und das ist auch bei Finishern so. Es macht mich nervös, dass überall um mich herum Gefahren sind und schön der brutale Kill langatmig zelebriert wird von diesem Typen, den ich doch steuere! Da werd ich richtig ungeduldig und nervös.

    Das mag ich eben an alten Spielen – keine (oder wenige) Videos, keine Scripts, kein Waffe Nachladen, keine Animationen – die pure Kontrolle und die ganze Zeit das Spiel spielen, statt das Spiel zur Hälfte nur gucken zu dürfen.

  16. @Askies

    Da hast Du gut zusammengefasst! Diese „Moves“, die man wie von Außen betrachtet, zerstören bei mir auch immer die Immersion. ^^

  17. Mit einer der Gründe, warum ich die aktuellen Doom´s nicht gespielt habe. Eigentlich alles, was einem aus dem „Flow“ rauszieht. Zumindest, was diese Oldschool shooter angeht. Sei es diese dämlichen glory kills, oder der Umstand, das man mit der Kettensäge agieren muss, um Panzerung/Munition wieder zu kriegen. Und soweit ich den Review von Cevvie 11 gesehen habe, ist das aktuelle Doom in der Hinsicht noch weiter gegangen. Und zu allem Überfluss muss jetzt auch noch eine „““““““epische““““““ Geschichte darum gestrickt werden, die mittlerweile so generisch ist…. warum? Müssen Superheldenplots jetzt überall mit enthalten sein?

    Ich meine ich zweifle nicht die Qualitäten dieser Spiele an, eine Menge Leute haben damit ihren Spaß. Und es sei ihnen vergönnt. Aber für mich ist es einfach nichts. Da habe ich mehr Spaß mit Ion Fury, das ist für mich näher an der Art von Shootern, die ich mag. Ich bin zu 99% Herr der Steuerung, und ich kann das Spiel in dem Tempo spielen, welches ich mag. So wie Askies es auch beschrieben hat.

  18. Doom 2016 war ein wenig eine Offenbarung, weil es anders war als die Shooter der letzten Jahre. Oder anders: Es war kein CoD / BF. Kein Deckungsshooter. Mit SP Fokus, auch wenn die Bethesda Füchse das Niemandem verraten wollten.
    Für mich war es allerdings ein dezenter Hinweis, dass ich zu alt werde. Ich konnte eine Mission machen und danach war mein Puls so hoch, dass ich an dem Tag nicht mehr zocken konnte. Immerhin kann man so die Spielzeit strecken.
    Doom 2016 hat es geschafft, dass ich es EINMAL komplett und ohne Cheats durchgespielt habe. Das können bei mir nur wenige Spiele…

    Aber: EINMAL. Denn warum sollte ich das nochmal spielen wollen? Es ist nur eine Sammlung von Arenen und Bock, sich nochmal alles freischalten zu müssen, hab ich nun auch nicht. Es hat nicht den „Fun“ Faktor eines Doom oder Shadow Warrior, das einen halt einfach noch mal ein paar Dinge totklicken lässt.

    Doom Eternal, ich sagte es an anderer Stelle, ist für mich die neue Definition von „Zuviel des Guten“ Eternal setzt da an, wo 2016 aufhört und versucht sich dann zu steigern.
    Was halt bedeutet: MEHR Gegner, mehr Bullshit, mehr alles!
    Absolut jeder Gegner in diesem Spiel ist hypermobil und mindestens genauso schnell wie der Spieler, wenn nicht sogar schneller. JEDER!!! Auch die verkackten Marines. Und die Zombies haben jetzt Waffen, die wehtun.
    Das habe ich eine gewisse Weile durchgehalten, bis zum, glaube ich, dritten Slayer Gate? Auf jeden Fall habe ich den ersten „Boss“ erledigt.
    Und DER hätte mich schon warnen sollen.
    Du nervst dich also durch dessen Arena, weil die halt neben dem „Futter“ noch normale Gegner spawnen, damit du dich ja nur nicht auf den Boss konzentrieren kannst. Und wenn du dann im Schweiße deines Angesichts mit dem fertig bist, sagt Jemand „Wir sind noch nicht fertig“ und wift dich in eine Arena mit ZWEI von diesen Arschlöchern.
    Und so zieht sich das durch. Das Slayer Gate, was mich dann geknackt hat, war: Hey, hier hast du zweimal unsere Version vom Cyberdemon. Ja, der kommt in der Kampagne erst VIEL später, aber du wolltest ja 100% pro Missionsansatz, viel Glück!

    Später (Trainer sei Dank) geht das in den Missionen dann auch so. Hey, hier haste erstmal eine Gruppe Zeugs, warte, hier kommt noch eine. Moment, hier ein Archvile, Prise Marauder gefällig? Wie wäre es mit allem von oben zusammen? SPAẞ, oder?
    Das wurde immer länger und damit immer langatmiger.

    Und das ist dann (m)ein anderes Problem mit Doom 2016 und Eternal: Doom II macht mir auch mit IDDQD und IDKFA Spaß. Da renn ich durch und baller ein paar Dinge um.
    2016 und Eternal machen mit Trainer KEINEN Spaß! Weil der gesamte Witz aus dem Kampfsystem raus ist. Und dann auffällt, dass es nur ein mühseliges Arenagefuchtel ist, dass seine Schwierigkeit nur damit steigern kann, dass es dir länger mehr um die Ohren haut.
    Gerade Eternal hat sein kreatives Potential relativ früh verbraucht. Auch und gerade weil – im Endeffekt – die Gegner sich alle sehr ähnlich sind. Du hast agile Nahkämpfer und Agile Fernkämpfer. Der Unterschied besteht nur darin, mit welcher Waffe man sie ganz dringend bekämpfen MUSS!
    Und dem Marauder, der als einmaliger Boss ganz OK gewesen wäre. Aber halt, so einen Boss hat es ja, den Gladiator!

    Und so habe ich mich halt einmal durch Doom Eternal gequält, respektiere im Endeffekt deren Fähigkeit, Anspielungen in das Spiel zu kloppen und werde das nächste Doom wahrscheinlich auch mit einem *meh* erwarten.

    PS: Nein, im Ernst, mit den Anspielungen. Ich habe nicht geringe Zeit in den letzten Leveln damit verbracht, anzuerkennen, dass… wie drücke ich das jetzt aus? Dass der „Baustoff“ der Maykr auf einer Textur aus Doom II beruht. Sprich, id hat sich eine Textur von id genommen und die umgedacht. Das hat mich mehr beeindruckt als das Bücherregal (Was mich lachen ließ) und dass Eternal Doom, den Comic, stellenweise die Bücher und 2016 in einen Canon presst.

  19. Ich glaube, ich bin der einzige hier, der Doom 3 gut fand. Eigentlich sogar sehr gut. Habe es mehrmals durch gespielt.
    Die ersten beiden Dooms habe ich irgendwie verpasst, obwohl ich Wolfenstein 3D noch gespielt hatte.

    Doom 2016 habe ich auch durch gespielt.

    Für mich ist Doom ein Horrospiel. Du bist alleine, jede Menge Dämonen um dich herum. Du kämpfst ums Überleben und das ganze mit einer der besten Soundkulissen untermalt, die ich in meiner bisherigen Gamergeschichte erleben durfte. Atmosphäre pur. Für mich jedenfalls.

    Ich hatte mich immer gewundert, warum so viele Leute Doom 3 schlecht fanden. Nachdem ich dann mal die ersten beiden Teile angespielt hatte, wusste ich es. Das sind ganz andere Spiele, die mit Doom 3 nichts zu tun hatten. Mein Fall war das nicht aber ich konnte die Faszination trotzdem nachvollziehen. Die ganzen Leute, die die ersten Teile abgefeiert hatten, wollten natürlich keinen Horrorshooter, sondern einen brachialen Arcadeshooter mit schneller Action.

    Doom 2016 fand ich dann eigentlich ganz ok. Es war zwar nicht der von mir gewünschte Horror-Shooter aber ich fand die Mischung aus buntem Arena-Shooter und schlauchigen Levelstrukturen nicht schlecht. Deshalb habe ich das auch durchgespielt. Gestört haben mich aber da schon die viel zu zahlreichen Glorykills mit ihren bunten Munitionsauswürfen. Und es hätten auch etwas weniger Arenakämpfe sein dürfen.

    Das neue Doom Eternal habe ich bisher nicht gespielt. Allerdings aus genau den von den meisten hier genannten Gründen. Ich habe mir auch das o.g. Testvideo der Gamestar angesehen. Doom Eternal ist mir einfach zu bunt und nimmt sich und seine Welt zu wenig ernst, ohne allerdings die komödiantischen Züge eines Shadow Warrior zu besitzen.
    Es sieht für mich einfach nur noch nach einem total bunten Arcade-Hüpf-Plattform-Arena-Shooter aus. Fast jedes vorhandene Element wird einfach übertrieben. Zu viel Glory-Kills, zu viele Arenen, zu bunt, zu viele Gegner (offensichtlich auch zu viele Bosse wie ich oben gelesen habe). Es ist eigentlich so wie Harzzach es oben treffend ausgedrückt hat: Das nächste Spiel muss noch besser, größer, schneller und übertriebener werden als das vorherige. Ich finde, dass kann man an DE wirklich gut erkennen. Allerdings gibt der Erfolg den Machern recht. Ist ja auch auf seine Art wirklich sehr dran an den Originalen aus den 90ern.

    Vermutlich bin ich mittlerweile mit 49 Jahren einfach zu alt dafür. Schlimm ist das nicht. Mittlerweile gibt es mehr gute Spiele als ich jemals spielen könnte. Die Auswahl an für mich guten Spielen ist riesig.

  20. @tingeltangeltom Ich mochte Doom 3. Ich mag es immer noch und spiele es von Zeit zu Zeit, vor allem mit der „Doom 3 BFG VR Fully Possessed“ Mod macht das erstaunlich viel Laune. Und ich hab allemal mehr Spaß an der eher bedächtigen Vorgehensweise bei Doom 3 als an diesem hektischen Herumgehopse in Eternal.

    Und noch ein Wort zu den Glory Kills. Zumindest auf den mittleren Schwierigkeitsgraden ist Doom 2016 komplett ohne Glory Kills zu schaffen, da liegen einfach genug Munition und Medpacks herum. GKs sind da nützlich, zugegeben, aber keinesfalls zwingend notwendig.

    Und auch wenn man in den höheren Schwierigkeitsgraden wohl nicht um die GKs herumkommt, habe zumindest ich sie auch dann wesentlich seltener nutzen müssen UND sie fügen sich hier wesentlich flüssiger in das Spielgeschehen ein, schon weil ich NICHT auf die Nutzung der Kettensäge beschränkt bin. Ich finde es einfach bescheuert, wenn ich zehn, zwanzig Sekunden lang hektisch im Kreis renne, bis sich die doofe Säge wieder aufgeladen hat. Und wie schon so treffend erklärt wurde, es ist dann immer wieder ein frustrierendes Erlebnis wenn sich Doomguy genüßlich in einer nicht abbrechbaren Animation durch einen Gegner sägt, während all die anderen kleinen und großen Scheißerle um einen herum schon wieder dabei sind, deine Lebensleiste herunterzukloppen.

  21. Ich muss Das Alien ja zum Teil zustimmen. Es gibt in der Tat wohl ein paar Elemente, die in DOOM Eternal etwas stören. Man muss allerdings auch mal loben, wie poliert das Spiel ist. Es läuft grandios flüssig auch auf schwächeren Maschinen und sieht dafür auch noch recht gut aus.

    Nur wo bitte ist der legendäre Killsound der Arachnotrons? Wie konnte man den bitte weglassen? 😦

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