Erste Eindrücke – Desperados 3

Wenn man eine Demo beginnt und nach wenigen Minuten schon hektisch die Bediensteten in die Software-Gruft schickt, weil dort irgendwo das gleichartige Spiel desselben Entwicklers herumliegen muss und nach zwei Stunden der letzte Überlebende der ausgeschickten Gruppe mit letzter Kraft mir einen mit Dämonenschleim verschmierten und daher heftig rauchenden Datenträger überreicht, bevor er an den Folgen eines überaus unangenehmen Fluches stirbt … nein, haha, ich habe natürlich keine Software-Gruft, wo eklige Dämonen hausen und auch keine Dienerschaft, die nicht alle paar Tage erneuert werden muss, weswegen ich einfach zu re-animierten Toten greife … nein, auch das nicht.

Erm, wo waren wir?

Ah, ja, die Demo zu Desperados 3.

Die Desperados-Serie hat sich im Laufe der Jahre (inklusive Helldorado) eine treue Fan-Gemeinde erarbeiten können, weil der Entwickler Spellbound das mit Commandos: Behind Enemy Lines etablierte Gameplay (gibt es dafür eigentlich eine eigene Bezeichnung für dieses RTS-Subgenre?) sehr gut kopiert und mit Bedacht weiterentwickelt hatte. Commandos hatte ich nie richtig verstanden, vermutlich weil ich nicht die nötige Geduld aufbringen konnte, um mein Team durch kreative Umgehung und Beseitigung des Gegners zum Ziel zu führen, anstatt einfach einen Rahmen zu ziehen, Attack Move auslösen und das Beste zu hoffen. Desperados war für mich daher nichts weiter als ein Commandos-Klon mit breitrandigen Hüten und klirrenden Sporen an den Stiefeln anstatt Stahlhelmen und auf den Beton knallenden Stiefelabsätzen.

Besser in Erinnerung ist mir das spielerisch gleichwertige Robin Hood: The Legend of Sherwood geblieben, aber auch da bin ich schnell an einen Punkt gekommen, wo ich Robin und Bruder Tuck und Little John schmählich im Stich lassen musste, weil ich nicht die nötige Muße für eine besonders knifflige Stelle aufbringen konnte. Aber das war ein hübsches Spiel, mit viel Grün und komplexen Burganlagen in der Aufschnittsdarstellung, so dass man die holden Kämpfer für die Armen und Verfolgten auch gut sehen konnte. Ich mag Burgen! So wie Sheldon Cooper Züge mag! Aber ich mochte nicht stundenlang auf meinem Arsch sitzen und austüfteln, wie man die Nottinghamer Wachen überlisten kann, ohne ständig Alarm auszulösen.

Ah, ja, sry, Desperados 3

Ich kann, wenn ich ehrlich bin, gar nicht so viel über die Demo zu Desperados 3 sagen, ausser dass sie in mir den Reflex auslöste Shadow Tactics: Blades of the Shogun zu installieren, mir Desperados 1, 2 und Helldorado in die GOG-Wishlist zu stellen und zu versuchen das Robin Hood-Spiel zum Laufen zu bringen. Und während ich mich vom Durchwühlen verstaubter Regalinhalte erhole (nein, wirklich keine Gruft mit Dämonen und Zombies und so, doppelschwör), spiele ich Shadow Tactics, welches mich vor allem dadurch total kirre macht, dass man die Sprachausgabe auf Japanisch stellen kann. Ich kann die effin Ninjas und Samurais und Geishas effin Japanisch reden hören. Während ich Dächer entlang haste, Wachen mit Sakeflaschen ablenke, mit zarten Blicken verführe und die dann bewusstlos geschlagenen Wachen in Brunnen werfe, somit ich hinterher behaupten kann, voll total gewaltlos gespielt zu haben. Ich liebe dieses Spiel! Großartig!

Sprich, mir hat so sehr gefallen, was ich sehen und spielen konnte, dass ich gerade in einen, es gibt wirklich keinen griffigen Namen für dieses Subgenre, fuck … Echtzeit-Taktik mit starken Schleichelementen-Flash verfallen bin.

SO, EFFIN SO hat eine Demo zu sein. Hell yeah!

Nein, feine Sache! Glückwünsche nach München! Die Jungs und immerhin drei ganze Mädels von Mimimi haben einen exzellenten Job gemacht. Ich bin schwer begeistert. Was man vielleicht daran merkt, dass meine Neuronen wild durch die Gegend feuern und ich ständig abschweife

Übrigens, best studio name ever! Period!!

Ach, stimmt, sry, wieder abgeschweift. Ja, Desperados 3.

Geile Sache das. Nee, ehrlich, Demo ziehen, Tutorial und erste, umfangreiche Mission spielen, Spaß haben und vielleicht fällt Euch ein guter Name für dieses Genre ein.

6 Kommentare zu „Erste Eindrücke – Desperados 3

  1. Mimimi ist auf jedenfall ein mehr als genialer Name für ein Studio, hihi! ^^

    Ich fand die Desperados 3 Demo ganz gut, aber auf Dauer ist es nichts für mich, zu stressig und schwer. Vor allem wenn ich die Tests von bspw. Game Two gesehen habe, wie gesagt auf DAUER halt sicherlich nicht.

    Aber ich denke gerade an Shadowrun Returns zurück, da bin ich doch auch nur mal gefühlt zu 20% durch. Ich muss da mal wieder eintauchen!! >_<

  2. Den Namen kann ich noch verzeihen, aber der Introschnippsel geht gar nicht.
    Lässt sich zum Glück, bei der noch offenen Plattform PC, löschen.

  3. Ich glaube den Namen den du für das Genre suchst nennt sich RTT(Real Time Tactic). Sofern man der Folge GameTwo glauben darf die über Desperados ist 😉

  4. Die Genre-Bezeichnung Echtzeit-Taktik hat sich, so so mein Eindruck, etabliert für diese Art von Spielen. Ich selbst bin auch verliebt in Desperados 3, entgegen der Empfehlung der Entwickler spiele ich es auch direkt auf dem Desperado-Schwierigkeitsgrad und fühlte mich wirklich bestens unterhalten. Toll, dass wir nach langer Durchstrecke in diesem Genre wieder so tolle neue Spiele bekommen! Hoffe, dass Mimimi nicht langsam genug davon hat und wir auch in den nächsten Jahren mit solchen Spielen rechnen können 😀

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