Erste Eindrücke – Everspace 2

Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2020. Vor zwei Jahren hat der hier schreibende Herr Everspace erstanden, weil er in dem Moment dachte, dass er eines Tages Bock auf Weltraum und unendliche Weiten haben könnte und weil das Spiel gerade im Angebot war …

Was für andere Handtaschen, Schuhe oder Heimwerkerausrüstung sind, sind für mich Videospiele. Sie werden manchmal (mwahahaha, „manchmal„!!) auf Vorrat gekauft. Ja, ich weiß …

Everspace habe ich laut Steam-Client etwa 20 Minuten gespielt. An viel kann ich mich nicht erinnern. Nur daran, dass mein Schiff schnell den Geist aufgegeben hatte, mir dann die Möglichkeit gegeben wurde mit einem neuen Schiff und einem Teil der alten Ausrüstung und Cargospace-Inhaltes neu zu beginnen. Und dass das Geschehen auf dem Bildschirm alles sehr, sehr spacig und hübsch und nett aussah. Das frühe Hinwegstähärbähn hatte mich nicht demotiviert, ich habe schnell begriffen, dass dies wohl eine wichtige Spielmechanik ist. Rumfliegen, Zeugs einsammeln, besser werden, an zu starken Gegnern scheitern und dann, auf dem aufbauend, was man bereits erreicht hat, sich erneut ins Getümmel eines heimtückischen Universums zu stürzen.

Nein, das waren unterhaltsame 20 Minuten. Habe ich schon gesagt, dass dies alles sehr hübsch aussah? Seitdem habe ich Everspace nicht wieder angerührt. Es genügte mir das Spiel in der Bibliothek zu haben, für den Fall, mich überkommt spontan das Bedürfnis nach Weltraum und unendlichen Weiten. Spiele nicht auf Halde, sondern auf Vorrat kaufen. So habe ich mir das immer schöngeredet.

Die Demo zu Everspace 2 versprüht den selben Charme wie der Vorgänger. Ich fliege herum, sammle Zeugs, rüste mein Schiff auf, werde reicher, niete freche Spacer Outlaws um, sammle XP, steige auf, verhelfe mysteriösen Schattenwesen zur Fortpflanzung und bin bislang noch nicht gestorben. Weil ich mich wohl nicht ganz so planlos angestellt habe wie damals beim Vorgänger.

Auch das hier sieht sehr hübsch aus …

… und es spielt sich recht angenehm. Zumindest bei mir gibt es keine technischen Probleme zu melden, die Demo (wieder auf UE4-Basis) läuft (fast) flüssig auf maximaler Detailstufe unter 4K.

Spielerisch wird man wohl deutlich mehr tun können als im Vorgänger, zumindest wird auf der Kickstarter-Seite so einiges versprochen. Angesichts der Größe des Teams (18 Leute im Kernteam, dazu nach Bedarf Freelancer) ist das ein wagemutiges Unterfangen. Doch der Vorgänger scheint gut angekommen zu sein, das Budget ist wohl doppelt so groß und die Demo ist trotz steter Beteuerung des Entwicklers, dass man hier nur einen frühen Prototypen spielen kann, qualitativ recht weit fortgeschritten.

Ich behalte das auf jeden Fall im Auge (aua!), bzw. unter Beobachtung.

Übrigens, ich habe bei meiner Auswahl von Demos überhaupt nicht darauf geachtet, aber nach King Arts (Iron Harvest) und Mimimi (Desperados 3), kommt auch der Entwickler von Everspace 1 und 2, Rockfish Games aus Deutschland.

Hmm, trägt die oft belächelte, weil so typisch deutsche Herangehensweise, Videospiel-Entwickler ersma in einem Studium ordentlich auszubilden, bevor man sie auf die Menschheit loslässt, allmählich Früchte? Besteht dann die Hoffnung, dass eines Tages, so in dreissig, vierzig Jahren, Spiele von Piranha Bytes endlich mit einem vernünftigen Kampfsystem und ansehnlichen Animationen aufwarten können? 😛

Everspace 2, nette Sache, definitiv was für Freunde von Weltraum und unendlichen Weiten.

11 Kommentare zu „Erste Eindrücke – Everspace 2

  1. Ich danke herzlich für den Hinweis dass Everspace 2 eine Demo besitzt. Habe den ersten Teil hart gesuchtet und den zweiten für Ende 2020 in meinem gedanklichen Kalender vermerkt. Und bisher sonst nicht so viel davon mitbekommen. Wird direkt mal gezogen und reingeschaut.

  2. Ich bin ja nun ein großer Fan von allem, was auch nur entfernt mit Science Fiction zu tun hat, und ich liebe Space-Shooter. Und zugegeben, ich bin kein Fan von Roguelikes, aber wenn die gut gemacht sind (Caves of Qud zum Beispiel rockt), dann lasse ich mich durchaus darauf ein.

    Der Grund in ‚Everspace‘ ist aber extrem nervig, das Gefühl von Fortschritt hat sich bei mir kaum eingestellt, die Verbesserungen tröpfeln laaangsam und dröge ein. Mal die Schilde oder Waffen ein paar Prozent verbessert, mal der Antrieb ein paar Prozent schneller… Und dabei sind die Missionen ewig gleich, man erlebt im Grunde das gleiche Gefecht wieder und wieder und wieder. Murmeltiertag im Weltall, man weiß schon, was kommt. Horden von Gegnern, Massen von Kanonenfutter und dann kommt der dicke Pott und haut dich klein.

    Und was Piranha Bytes angeht… die lernen das nicht. Dazu sind sie viel zu sehr in ihrem elitären ‚wir machen halt Spiele mit Anspruch und für Hardcore-Fans‘-Denken verfangen. Ich fand ‚Elex‘ anfangs richtig gut, da wird sooo viel richtig gemacht, aber nach 50 Stunden hab ich aufgehört und werde das Spiel wohl auch nie wieder anfassen und zu Ende spielen.

    Es sind ja nicht nur die Animationen, der Fakt; dass alle weiblichen Charaktere den selben Überbiss haben oder das furchtbare und sperrige Kampfsystem die mich abgeschreckt haben, sondern die Tatsache, das ‚Elex‘ schlichtweg UNFAIR und extrem unbalanciert ist und man das dann ‚anspruchsvoll‘ nennt. Und dann auch noch versucht, allerlei Schlampigkeiten mit dieser Ausrede zu kaschieren.

    Wenn Kleriker und Baumkuschler Magie ohne Einschränkung benutzen dürfen, dies den Outlaws aber nur mit massiven Nerfs möglich ist, dann ist das schon einmal bekloppt. Wenn man sich mühsam 50 Stunden lang hochgelevelt hat und immer noch von mickrigen Banditen und irgendwelchen Kleinviechern mal ganz beiläufig weggehauen wird, dann nervt das. Wenn man eine halbe Stunde gegen ein paar Banditen kämpft und dann doch stirbt; weil sich ein zufälliig vorbeilaufender niedrigst-leveliger Mutantenkäfer dazu entschließt in den Kampf einzugreifen (was dann IMMER auf Seiten deines Gegners geschieht) und dich aus 20 Metern Entfernung one-shotted und wenn du einem kleinen Mutanten der 20 Level unter dir ist 30 (!) Pfeile in die Rübe jagst, ohne dass ihn das besonders kratzt, wenn von dir gelegte Minen zwar dich schädigen; den Gegner aber nur zum Straucheln bringen… dann ist das ganz, ganz großer Murks.

    Und einen eigenen Spielstil lässt ‚Elex‘ auch nicht zu, man wird im Grunde gezwungen, auf eine ganz bestimmte Weise zu spielen. Zum Beispiel ohne Begleiter spielen, der dann Aggro zieht und als Tank dient? Keine Chance, funktioniert nicht.

    Ich denke, Piranha Bytes hat seine besten Zeiten hinter sich. Die haben mal ein paar gefeierte Spiele geschaffen und ruhen sich bis heute darauf aus, ohne in der Lage zu sein; etwas moderneren Ansprüchen gerecht zu werden. Und all die kleinen und großen Schlampigkeiten, Fehler und Mankos entschuldigt man dann entweder mit einem kleinen Budget oder damit, dass man halt einen gewissen Anspruch zu bedienen gedenke. Dabei sind die oft zitierten Spiele der ‚Dark Souls‘-Reihe auch bockschwer, aber letztlich eben nie unfair. Da WEISS man, warum man ins’s Gras gebissen hat und kann dann durch Anpassen seiner Vorgehensweise ein erneutes Ableben verhindern. Bei ‚Elex‘ ist das nicht der Fall, das Spiel ist einfach brutal unfair und das lernt man bei PB auch nicht mehr.

  3. In Everspace (1) hat halt Hauptsächlich die Ausrüstung den Ausschlag gegeben wie gut so eine Mission lief. Daher war es auch meist sinniger nicht die Stats hochzuleveln sondern sich das extra an Slots für Waffen und Items frei zu schalten.

    Und auch später konnte man durch Starter-Runen, und die Wahl wohin man fliegt recht gut beeinflussen ob man High-Risk, High Reward spielt, oder eher auf der sicheren Seite bleibt. Vor allem mit der Erweiterung gab es echt beeindruckende Schlachtschiffe zu besiegen.

    Die eine Stunde die ich jetzt in der Demo verbracht habe stimmt mich auf jeden Fall positiv. Könnte die logische weiterentwicklung von Teil 1 werden.

  4. Ich muss Das Alien in allen Punkten einfach nur mehr als zustimmen, bis auf eine Sache, den Soulslike Mist fand ich noch weitaus schlimmer. Nichts mit Fair oder sonstwas. Da ist Elex einfach viel angenehmer. Dark Souls ist für mich garnichts, eher Müll, aber naja. Ich bin halt auch kein Roguelike Fan oder Fan von Soulslike. Klassiker … „Ist mir zu Soulslike, NEIN DANKE!!“

    Von Everspace 2 hätte ich echt viiiiiiel mehr erwartet. So etwas in Richtung Legende Freelancer, Starlancer oder so. Aber es sind wieder nur so Gebiete wo du hier und da etwas machst. Für mich ist Everspace 2 nun auch quasi gestorben. Jammerschade, die Optik ist aber genial. ^^

  5. Ach ja, da kann man dann doch eher wieder besser Rebel Galaxy spielen. Das oder Outlaw. Och man und ich liebe Space-Shooter doch so gerne, aber man kann nicht alles immer in Perfekt haben.

  6. Ich glaube tatsächlich dass viele von Everspace Enttäuscht sind weil sie „Freelancer“ erwarten. Und es ist halt mehr „Faster Than Light“ mit Spaceshooter. Was relativ perfekt meinen Geschmack getroffen hat.

    Das einzige was ich bisher an der Demo bemängeln kann ist, dass ich bereits alle Gebiete erforscht habe, und anscheinend nicht mehr bereisen kann. Aber abgesehen davon ist das ein sicherer Kauf für mich.

  7. Aber genau solch ein „Freelancer“ hatten uns die Entwickler doch nun versprochen … ODER?!

    Dann hab ich das wohl nicht korrekt mitbekommen. 🙂

  8. Elex ist ziemlich super, wenn einem die Kämpfe egal sind. Dann holt man sich nämlich diese eine Megaknarre, die Gegner zurückwirft und danach ist nichts mehr ein Problem.

    Die Welt zu erkunden (und das Jet-Pack) haben viel Spaß gemacht. Ich habe es schlicht nicht mehr weitergespielt, weil rauskam, dass man sich einer Gruppe anschließen muss(!), – ich halte die aber alle für Knallköpfe. ^^“

    Finde ich sehr schade, da einem bis dahin immer vorgegaukelt wurde, man könne auch als Freelancer spielen.

  9. Letztlich ein spassiges Video zu Elex gesehen, wo genau das gezeigt wurde. Sich ASAP diese Waffe besorgen, dafür auch noch einen Ressourcen-Exploit ausnutzen, damit es schneller geht und dann mit oder ohne Begleiter einfach alles wegbrennen, was nicht von alleine flieht. Alles andere an Gameplay-Mechaniken kann danach getrost ignoriert werden.

    Wenn ich sowas sehe, ist glasklar, dass dem Entwickler bewusst ist, dass er irgendwo falsch abgebogen ist, er aber nicht die Ressourcen hat diesen Clusterfuck zum Release zu fixen. Also werden solche Shortcuts eingebaut. Wie z.B. die Spruchrollen in Titan Quest, damit auch Melee-Builds gegen den Endboss vom Hauptspiel eine Chance haben.

  10. @ Pixelex – Mit den ‚Soulslike‘ ist das so eine Sache. Das KANN schon Laune machen, wenn es fair umgesetzt ist. ich hab mich hartnäckig durch das erste ‚Dark Souls‘ gefräst, obwohl schon das Setting nicht so mein Ding war, ich am Anfang Bahnhof verstanden habe und, was ich dann zugegebenermaßen nicht so prall fand, einem das Spiel viele Mechaniken gar nicht erst erklärt. Da war ich dann massiv auf Hilfe aus dem WWW angewiesen, was ich immer für eine bescheuerte Idee halte.

    Was mich dann davon abgehalten hat, die Nachfolger anzugehen, war das Fehlen einer klaren Hintergrunsgeschichte. Oh, schon klar, dass es die irgendwie gegeben hat, aber die durfte man sich dann mühsam aus Dialogen oder gar aus Beschreibungen von Gegenständen wie zB magischen Ringen zusammenpuzzeln und selbst dann war da doch vieles unklar. Wer bin ich jetzt genau? Warum mache ich das jetzt? Warum kämpfe ich gegen X? Welche Motivation hat Y? Das war für mich mehr als unbefriedigend, ich brauch da eine klare Geschichte, ich will wissen; was meine Motivation ist und ich will zumindest mal so in groben Zügen wissen, in welcher Welt ich mich bewege und welche Regeln da gelten.

    Ich hab jetzt für die Playse im Sale ‚The Surge 2‘ erstanden und damit habe ich erstaunlich viel Spaß. Der Vorgänger war nicht so meins, aber hier ist man viele Probleme des Vorgängers tatsächlich angegangen und hat viel verbessert. Und die Story leidet jetzt auch nicht unbedingt an zu viel Tiefgang, aber immerhin weiß ich, was Sache ist.

    Und klar hätte ich bei ‚Elex‘ diese Waffe (ich glaube, das war ein Flammenwerfer, oder?) besorgen können, aber erstens hab ich davon erst recht spät gelesen, da war ich schon weeeit in Spiel und Story vorangeschritten und der Frust war dann einfach schon zu hoch und zweitens machen mir solche Shortcuts schlichtweg keinen Spaß. Meine Frustschwelle in Sachen Computerspiele ist proportional zu meinem Alter deutlich gesunken, aber ein wenig Herausforderung will ich dann schon. Und sowas macht dann keinen Spaß, da komm ich mir billig vor.

    Und was ‚Rebel Galaxy‘ angeht, das Spiel liebe ich. Fliegt bei mir nie von der Platte, das hol ich immer wieder einmal raus. Schon der Originalsoundtrack ist einfach klasse, obwohl so gar nicht mein Musikgeschmack.

    Ich hab mich sehr auf den zweiten Teil gefreut, aber… Epic exklusiv. Den Dreck rühr ich nicht an. Was dann für mich leider bedeutet, ich werde es mir auch nach dem Erscheinen auf Steam nicht zulegen, außer vielleicht irgendwann einmal für einen massiven Preisnachlass. Bei sowas bin ich bockig und nachtragend.

    @ Finrods-Hand Yup, was die Fraktionen bei ‚Elex‘ angeht, das ist auch so ein Ding. Die sind meiner Meinung nach allesamt Idioten. Wie kann man nur ein Spiel machen, bei dem man letztlich zwangsläufig einer Fraktion beitreten MUSS und dann dem Spieler nur die Entscheidung zwischen Pest und Cholera geben?

    Und nur für’s Protokoll – ich HASSE es, wenn einen die Questgeber in einem Spiel die Kastanien aus dem Feuer holen lassen und dich DANN dafür hinterher auch noch beleidigen. Ja, du hast jetz schooon unser Dorf voller unfähiger Volldeppen drei Mal hintereinander gerettet, du hast die Seuche besiegt; die unsere Ernte verdorben hat, du hast all die Schädlinge vernichtet; welche unsere Kartoffelfelder vernichten und unsere Neugeborenen fressen, aber… du bist trotzdem scheiße, weil du ein Außenseiter bist. Vor allem diese Baumkuschler sind mir da nach einiger Zeit mal so RICHTIG auf den Zünder gegangen. Wieso glauben Entwickler eigentlich so oft, dass sowas dem Spieler Spaß macht?

    Was um so trauriger ist, weil ja viele Aspekte des Spieles, wie eben die Erkundung der Welt, so richtig Laune machen. Ich liebe es, in post-apokalyptischen Ruinen herumzustöbern und da macht ‚Elex‘ alles so vollkommen richtig und so viel besser als so mancher angebliche Platzhirsch. Bis man dann in den Ruinen, mal wieder, auf irgendwelche Mutanten trifft, die dich selbst als hochgelevelten und bestens ausgerüsteten Charakter mal ganz beiläufig verhackstücken, weil du am hakeligen Kampfystem, an dem bescheuerten Ausdauersystem und an einer völlig vermurktsten Kollisions- und Trefferabfrage scheiterst.

  11. Also expoiten wollte ich nichts. Als ich von der Waffe erfuhr, hatte ich auch schon eine andere Megawumme, ganz einfach, weil kein Gebiet vor mir und dem Jet-Pack sicher war und ich einfach überall draufwollte. ^^
    Am schlimmsten war diese Windkraftanlage. : D

    Ich bin auch davon ausgegangen, dass die Waffe erreichbar ist um genau den Spielern entgegenzukommen, die in den Kämpfen eh keinen Teil des erstrebenswerten Gameplays sahen. ^^

    Ich mochte einfach die schöne erkundbare Welt, bei der man wirklich an den abgelegensten Orten Dinge entedecken konnte. Und die Handlung war auch okay – aber das haben sie ja durch den Fraktionszwang für mich geschrottet. ^^“

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