Käse zum Whine

Letztlich ein Video zu Descent gesehen. Wieder Bock auf Descent bekommen. Dann doch Overload installiert. Weil’s geiler ist. Als Descent-Profi natürlich „Hotshot“ als Schwierigkeitsgrad ausgewählt. Alles drüber ist nur was für Masochisten. Geschwitzt, geflucht und ab Level 8, Titan Forge vollkommen entnervt aufgegeben.

Gute Güte! Wenn man da nicht vorher ALLE Upgrade-Points in den vorherigen Maps gefunden und dann auch noch RICHTIG verwendet hat, kannse das knicken. Keine Schanze! Bin dann ein wenig miffig zu „Novice“ gewechselt, auf dem ich vor zwei Jahren Overload gespielt hatte. Das Ergebnis war … interessant. Noch schneller das Game Over erlebt. Was? Wie bitte? Ein Bug? Natürlich, das MUSS ein Bug sein. Oder ein späterer Patch, der das Balancing teilweise drastisch verändert hat. Ja, das muss es gewesen, doppelschwör! 🙂

Ok, dann eben „Trainee“ *murmel, grummel, fluch* Mit Müh und Not, wirklich mit Müh und Not den Reaktor erreicht und dann beinahe noch bei der Flucht krepiert, weil ich die beiden Kamikaze-Bots im Ausgangsschacht vergessen hatte. Ich habe diesen Level schon beim ersten Mal vor zwei Jahren gehasst. Verworrene Felsstollen, meist ohne Beleuchtung und kaum Orientierung. Normalerweise verirre ich mich nicht bei Descent. Ist mir nie, ganz ehrlich, nie passiert. Hier passiert es mir schon wieder. Die Automap von Overload ist hier keine Hilfe! Haufenweise Gegner mit zielsuchenden Raketen. Oder mit zielsuchenden Minen (letztere auch gerne in großen Gruppen, weil fuck you!), gepaart mit Kamikaze-Bots produzierenden „Mutter“-Bots und in stockdunklen Ecken lauernden Kreissägen-Nahkämpfern. Mit einem herzhaften „Danke, Du Arschloch!“ in Richtung des Leveldesigners gebe ich dann doch widerstrebend mit beiden Mittelfingern INFERNO ein.

Wirklich, ich hasse diesen Level. Gut, je nach Mindset kann man auch in Ehrfurcht erschauern und sich selig an Descent erinnern, wo für einen Großteil der Spieler in Level 7 Ende Gelände war, weil sie dessen Mini-Boss ums Verrecken nicht besiegen konnten. Nicht einmal das Finale von Descent war so schwierig. Ich hasse sowas.

Es gibt Aussagen der Entwickler von Overload (die sich rein zufällig aus vielen Veteranen von Parallax & Volition zusammensetzen, den Entwicklern von Descent 1 und 2) , dass man zum Playtesting explizit Leute geholt hat, die keine Erfahrung mit 6DOF-Shootern hatten. Die alle angeblich auf keine grundsätzlichen Probleme gestoßen sind und keiner habe den leichtesten Schwierigkeitsgrad gewählt. Es seien nur viele ständig an der gleiche Stelle gestorben.

Hahaha, wie lustig! Nein, ich bin und war nie ein Freund von „Ich spiele meinem Kumpel einen Streich“- Aktionen, in denen man ihnen was über den Kopf gießt, man nicht ganz unwichtige Dinge versteckt oder ihnen sonst irgendwelche Unannehmlichkeiten bereitet. Menschen Unannehmlichkeiten bereiten ist nicht lustig! Effin Vollidioten! Und Du Leveldesigner da, Du gehörst dazu!

Nachdem ich mich wieder beruhigt hatte, musste ich vor mir dann doch zugeben, derzeit nicht in der Verfassung für hinterfotzige Spiele wie Overload zu sein. *grummel, murmel, zeter*

Ja, der Käse zum Whine schmeckt, danke!

Richtiger Zeitpunkt ist wichtig. Selbstverständlich können Entwickler es nicht jedem Recht machen und manchmal muss man auch den Umstand anerkennen, dass ein Spiel entweder temporär oder ganz grundsätzlich nichts für einen ist. Dennoch, ich muss es immer wieder betonen, besteht ein Unterschied zwischen „Anspruch“ und „unfairem Gewichse“.

Spellforce 1 ist zum Beispiel ein krudes Sammelsurium aus einerseits „Viel zu einfach“ und andererseits „Um Gottes Willen! Wie soll man das bitte schaffen?“. Die Map „Mulandir“ ist ein perfektes Beispiel. Wenn man weiß, wie man en Detail vorzugehen hat, ist das zwar immer noch kein Kindergeburtstag, aber gut schaffbar. Wenn man das aber nicht weiß … Boyohboy, was für ein frustrierendes, überaus nerviges Stochern im Nebel der Ratlosigkeit. Oder der Abschnitt „Meat Circus“ in Psychonauts. Für mich war das ein Grund irgendwann zutiefst frustriert einen Trainer einzuschalten und dieses ansonsten göttliche Meisterwerk eben nicht mehr als göttliches Meisterwerk zu betrachten.

Und so viele Entwickler merken nicht (oder es ist ihnen egal oder ihnen rennt die Zeit davon), dass das, was sie für „Anspruch“ halten, nichts weiter als unfaires Gewichse ist. Oder sie sind wie Tim Schafer, der als Reaktion auf entsprechende Spielerkommentare zu „Meat Circus“ nur dreckig lachte, wohlwissend, was die Absicht hinter diesem Leveldesign war. Um dann doch Jahre später diesen Abschnitt etwas zu entschärfen. Weil es halt unfaires Gewichse war.

Keine Frage, solche Stellen in Spielen können als Motivation dienen sich erst richtig reinzuknieen. Für manche Menschen ist die Wand, gegen die sie gerade mit Wucht geworfen wurden, erst Recht ein Grund sie einzureissen. Oder der Grund das Spiel hochkant aus dem Fenster zu werfen und jedem zu erzählen, der es nicht hören mag, was für ein dummer Dreck dieser Mist doch sei. Das liegt dann an jedem selbst, wie man darauf reagiert. Auch Masochisten wollen mit Videospielen Spaß haben, das ist vollkommen in Ordnung ;-P

Der Käse zum Whine, schmeckt er immer noch?

Uh, ja, total lecker!

Ich stelle an solchen Situationen übrigens faszinierenderweise fest, dass ich trotz meiner leicht fortgeschrittenen Jahre (hüstel) und eines gewissen mentalen Reifegrades manchmal doch das ungeduldige Kind in mir entdecke, welches alles sofort haben will und wenn es das nicht bekommt, die Luft anhält und bockig wird. Eine Stelle schon wieder spielen? Sich zum dritten, vierten Mal mit einem harten Gegner abmühen? Mit zusammengekniffenen Augen vor einem Rätsel sitzen, derweil vom ständigen Kopfkratzen bereits Blut auf die Tastatur tropft? Ich will aber weiterspielen. Den Flow erleben. Das Ende sehen. Dammich. JETZT!

Ok, dann ab sofort Kekse zum Whine? Und dann kein Whine mehr, sondern heiße Schokolade?

Heiße Schokolade? Mit Keksen? Haben will!!

Hmmm, läcka!

Manchmal habe ich keine Geduld! Warum auch? Das ist ein fuckin Videospiel, meine Freizeit, mein Ding und nicht irgendeine Wand, welche einem das Leben gerne mitten im vollem Lauf in den Weg stellt. Von denen habe ich schon genug erlebt, dass ich das in Videospielen nur noch bedingt und unter ganz bestimmten Rahmenbedigungen ertragen möchte.

ARGHLLLLL!

Effin Eff! Mir geht diese effin Pandemie so auf den Sack. Sind wir schon da? Meine Haare wallen über den Schädel, lockig wie in jungen Jahren, aber nicht mehr ganz so füllig. Dafür ist alles andere fülliger geworden. Immer noch Kurzarbeit. Immer noch genug Vollidioten im Internet, die dreisterweise anderer Meinung sind. Ich brauche mehr Soul Food, sonst werde ich gänzlich zum Misanthropen. Hoffe, dass es Euch gut geht und alles flutscht! Und dass ihr mir gnädigerweise nachseht, dass ich heute ein wenig rumquengele …

12 Kommentare zu „Käse zum Whine

  1. Oh, nur zu, Feuer frei. Geht mir ähnlich, nur dass ich inzwischen schon vollkommen auf der Dunklen Seite angekommen bin. Quasi zum Thanos Fan mutiert. Schon interessant, was so eine Kombination aus Staatsversagen, Virus und menschlicher Dummheit aus einem machen können…

  2. *mami, da hat jemand ne andere Meinung*

    Bei allem nachvollziehbaren und berechtigten Frust, aber von einem wie auch immer gearteten Staatsversagen sind wir hier (und anderswo) etliche Lichtjahre entfernt. Staatsversagen … das ist Somalia! Oder Syrien! 😛

  3. „Git Gud?“

    Nä. Einfach die Finger von motorisch etwas anspruchsvolleren Spielen lassen, wenn man einen schlechten Tag hat 🙂

  4. Ich habe es eine zeitlang mit den berüchtigten Soulslikes versucht…und kann mir jetzt ruhigen Gewissens eingestehen, dass diese Art von Spiel absolut nichts ist für mich. Wenn man bei Sekiro schon nach zwei Stunden nicht mehr wirklich weiterkommt muss man sich vielleicht einfach eingestehen, dass andere Publisher auch schöne Tö… Spiele haben. 🙂 In einer kleinen Ecke in mir wurmt mich das vielleicht noch, andererseits bin ich aber froh meine freie Zeit nicht mehr im Selbstmitleid und Frust ersticken zu müssen.

  5. „In einer kleinen Ecke in mir wurmt mich das vielleicht noch, andererseits bin ich aber froh meine freie Zeit nicht mehr im Selbstmitleid und Frust ersticken zu müssen.“

    Japp. Wenn ein Spiel zu so etwas führt, macht nicht das Spiel etwas falsch, sondern man selbst. FOMO (fear of missing out) ist scheisse und je eher man sich aus dieser selbstgestellten Falle befreien kann, umso besser. Früher war das bei mir auch ein gewisses Problem, aber heute kann ich mich endlich mit Leuten freuen, die in angesagten Hype-Titeln (z.B. PUBG, Fall Guys oder Among Us) tatsächlich ihr Paradies gefunden haben, obwohl das Spiele sind, mit denen ich, höflich ausgedrückt, nicht viel anfangen kann.

    Dies gesagt habend … ich hoffe mich mental bis kommenden Herbst genug frei vom Vorurteil gemacht zu haben, dass Soulslikes bestümmd nix für mich sind. Denn das muss zuerst aus’m Kopf wech, bevor ich ein Spiel aus diesem Genre austeste. Und wenn es dann nix für mich ist … is dann halt so. Im anderen Falle wächst der Pile of Shame halt wieder ein wenig, aber auch damit kann ich mittlerweile leben 🙂

    Was ich definitiv nicht mehr ausprobieren werde, das ist GTA und anderes Gedöns von Rockstar im sleben Muster. Da habe ich es mit GTA3, San Andreas und Vice City versucht … nur um bei GTA4 endlich zu begreifen, dass es an der Zeit ist von diesem toten Pferd abzusteigen. Aber wer einen feurigen Bronco unterm Arsch hat … dem wünsche ich ein herzhaftes YEEEHAWW!

  6. Man wird halt älter und das ist auch gut so. Oder würde man heute immer noch mit derselben Begeisterung Dungeon-Karten zu The Bard’s Tale auf Karopapier zeichnen, wie man das vor 35 Jahren tat? Wohl kaum. Mit sinkendem Testosteronspiegel ist halt auch nicht mehr jede Herausforderung eine, der man sich unbedingt stellen muss. Es lebe die Gelassenheit! Und hier noch ein paar Steam-Keys:

    Convoy – 8WXBT-MW6I0-V9YNW
    F1 2018 – 5P7HI-CDN8Y-BIZ85
    ROOT – P2BVJ-AT3KK-0YQJZ
    Toybox Turbos – LKG45-LWEYC-5WMZN
    Wick – 433NW-9GGFG-PWT0T

  7. Root und Wick hat auch schon jemand geschnappt, ohne hier was dazu zu schreiben. Bisschen Anstand, Leute. :/

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