Dem Alien sein Spiel des Jahres: STALKER – Anomaly

Das Alien hatte sich gewünscht, dass ich mir mal einen STALKER-Mod anschaue, der ihn schwerst beeindruckt hat. Zu meiner großen Schande bin ich mit der STALKER-Reihe (oder dem geistigen Nachfolger METRO) nie besonders warm geworden. Ich bin, was das große Shooter-Genre betrifft, halt mehr der Arcade-Ballerer, weniger der Survival-Spezialist.

Deswegen … soll der Fach-Fan aka Das Alien doch einfach selbst zu Wort kommen:

Da ich nicht nur ein riesiger Fan der STALKER-Reihe bin, sondern in letzter Zeit auch massig Spaß mit solch einem entsprechenden Produkt habe, dachte ich mir, frag den Harzzach doch mal, ob er schon einmal etwas von „Stalker: Anomaly“ gehört oder selbiges vielleicht sogar schon gespielt hat.

Nope. Weder, noch.

Ich gehe mal davon aus, dass das nicht der Fall ist, du scheinst mir ja eher ein Fan von schnellen Retroshooter im Quake-Stil zu sein und wenn, dann hättest du es wohl auch schon selbst einmal erwähnt.

Korrekt.

„Anomaly“ jedenfalls ist eine absolut kostenfrei auf ModDB herunterzuladende Mod für Stalker. Obwohl es das nicht ganz trifft, was man mit dem Download erhält ist ein komplettes Stalker-Spiel und zwar eines, in dem die Maps aus allen drei Spielen, Shadow of Chernobyl, Clear Sky und Call of Pribjat, zu einem neuen Ganzen zusammenfügt, inklusive neuer Story- und Questlines.

Dabei haben es die Macher jedoch nicht belassen. Grundlage für das Ganze ist zum Beispiel eine aufgebohrte und sehr stabile 64-bit Version der ursprünglichen 32-bit X-Ray Engine, welche zwar eine grandiose Optik zauberte, aber doch leider sehr instabil war.

Ansonsten haben wir: ein neues Crafting-System, neue Gegnertypen und Mutanten, wie gesagt neue Quest- und Storylines, neue Anomalien und Artefakte, überarbeitet Fraktionen, ein überarbeitetes A-Life System, ein Stealth-System, Tonnen neuer Waffen; Gebrauchsgegenstände und konsumierbare Dinge. Selbst an Dinge wie ein käuflich zu erwerbendes oder zu craftendes System zum schnellen Abwerfen des üblicherweise immer überladenen Rucksackes im Falle einer notwendigen Flucht wurde da gedacht.

Dabei hat man das Spiel unfassbar anpassbar für jeden Spielergeschmack gemacht. Für Hartcoremasochisten existieren dann zum Beispiel auch ein ‚Iron Man‘ Modus und Permadeath, wer es entspannter mag darf gerne die
Schnellreisefunktion einschalten und ansonsten ist so ziemlich alles, von der Häufigkeit der Psistürme bis zu den von Händlern gezahlten Summen einstellen. Nett ist auch der Modus, bei dem man bei Ableben in den Körper eines x-beliebigen Stalkers irgendwo in der Zone übernimmt. (Dumm ist dann, wenn man alle seine Vorräte in der Basis einer Fraktion gelagert hat, mit dem der neue Charakter spinnefeind ist.)

Und ansonsten gibt es für „Anomaly“ inzwischen eine unfassbare Menge von Addons. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Neue Highres-Skins für Gegner und Mutanten. Neue Animationen für beide und auch beispielsweise
für den Konsum von Lebensmitteln oder Drogen. Neue dramatischere Todesanimationen und Effekte, wie zum Beispiel kleine Staubfontänen oder Blutnebel, wenn Kugeln in Wände und Gegner einschlagen. Neue Effekte für Anomalien und Artefakte. Modifikationen für das Verhalten von NPCs und Tieren oder Händlerlisten.

Und auch viele Spielmechaniken sind anpassbar, so können Leute, die es sich so richtig hardcoremäßig geben wollen ein Addon installieren, welches ein Magazinsystem für Schusswaffen einführt, da muss man dann also nicht nur darauf achten, dass man genug Muni dabei hat, sondern auch darauf, immer genügend Magazine dabeizuhaben und dass selbige dann auch (von Hand) geladen sind.

Mir wurde dieser Tage die Frage gestellt, was denn mein Spiel des Jahres 2021 sei – und mir ist nicht eine einzige Neuerscheinung eingefallen, die mich wirklich fasziniert und lange gefesselt hat oder die zumindest wenigstens ein wenig hängengeblieben ist. DAS war für mich in diesem Jahr eindeutig „Stalker: Anomaly“.

Das Spiel ist der Hammer, erst recht wenn man bedenkt, dass man das ganze für umme bekommt und nicht einmal eines der Originalspiele benötigt. Die originalen Spiele waren schon nervenzerfetzend gruselig, aber was man hier nochmal an Spannung und Grusel herausgeholt hat, ist beachtlich.

Hier der Link zur entsprechenden Seite auf ModDB:
https://www.moddb.com/mods/stalker-anomaly

Und hier ein wirklich klasse gemachtes deutschsprachiges Video in welchem „Anomaly“ in ALLEN Details vorgestellt und auch noch die Installation der Addons erläutert wird:

Danke!

Und wenn ihr meint, dass irgendein bemerkenswertes Werk aus diesem Jahr vergessen, ignoriert, bzw. von den Systemblogs eiskalt verschwiegen und übergangen wurde … jetzt ist Eure Chance: Was war denn Euer Ding in diesem Jahr? Was hat Euch das Blech weggehauen?

8 Kommentare zu „Dem Alien sein Spiel des Jahres: STALKER – Anomaly

  1. Metro ist keinesfalls der geistige Nachfolger von S.T.A.L.K.E.R.
    Metro 2033 ist ein Roman von Dimitri Gluckowski, während das oben genannte Spiel nur auf den Stalkern des Romans Picknick am Wegesrand von Arkadius und Boris Strugazki basiert.
    Kann man nachlesen.

  2. STALKER-Veteranen haben GSC auf Grund der turbulenten Entwicklung des Spieles verlassen und sich mit einem sehr ähnlichen Gameplay-Konzept selbstständig gemacht. Als Setting wurde der Metro-Roman lizenziert, weil es zum Gameplay passte. Und weil Stalker 2 jahrelang in der Developement Hell verschwunden war, galt die Metro-Serie als geistiger Nachfolger.

  3. Meine spiele des Jahres waren mal wieder recht viele. Ich habe alles von mimimi Games nur so verschlungen: Shadow Tactics und Desperados 3, wirklich schön gemachte und anspruchsvolle Spiele. Ich sollte mal den Jungs und Mädels mal nen Kasten vorbeibringen, ich habs nicht so weit zu denen.

    Ein anderes Highlight war definitiv Riftbreaker. Selten so viel Spass mit einem Genremix von hask&slash, Erkundung, Basisbau + tower defense gehabt. Nächstes Jahr dann das ganze auch mit COOP. Das wird schön.

    Und sonst, auch was mods so angeht. Ich hab zum 10-jährigem Skyrim Jubiläum es mal mit Mods überflutet und tatsächlich durchgespielt. Außsnahmsweise mal nicht nur dutzende neue Charaktere mit anderer Spielweise ausprobiert sondern fast alles abgegrast. Unglaublich wie viel man da verpassen kann wenn man nur blind die Hauptquests durchrennt.

    Und noch mehr mods: Mechwarrior5. Die modding Szene blüht da richtig auf, die Qualität und Vielfalt stimmt. Das 2. DLC bringt da zum Teil Missionen mit die den „klassikern“ aus so ziemlich allen alten Mechspielen im nix nachstehen.

  4. Wenn Du bei Mimimi vorbei gehst … richte bitte dankende Grüße aus. Die Leute dort können wirklich was, da stimmt so vieles in deren Spielen.

    Freut mich gutes über Riftbreaker und MW5 zu hören. Das erstere wartet auf den richtigen Moment, das zweite auf neue Hardware. Der Hangar kriecht immer noch im einstelligen FPS-Bereich herum und die Ladezeiten sind angesichts meiner krummen Festplatte auch nicht gerade lustig.

  5. Kann Stalker Anomaly auch nur wärmstens empfehlen.
    Und morgen soll angeblich Escape from Prypiat 3.0 erscheinen. Eine Modsammlung für Anomaly, die hunderte (!) Mods beinhaltet welche kompatibel gemacht wurden.

  6. Habe lange kein Stalker mehr gespielt, vielleicht schaue ich mir der Mod Mal wieder rein. Danke für die Empfehlung!

    Habe dieses Jahr ein – gefühlt – ähnliches Spiel entdeckt:

    Into the Radius VR.
    Extrem dichte Atmosphäre wenn man wirklich mit den Controllern Steinchen schmeißt um Anomalien zu entdecken. Auch wenn einem beim nachladen der guten alten Doppelläufigen aus Nervosität die Patrone runterfällt macht es eine ernste Situation direkt zu einer Lebensbedrohlichen.

    Und wenn draußen Schritte (oder Flügelschläge) um das Haus kreisen zählt man seine paar Patronen dann doch lieber zweimal.

    Spieltechnisch ist das ganze sehr darauf bedacht langsam und ‚realistisch‘ abzulaufen. Man hat nur wenig Ausrüstung, zwischen den Runs wird viel Zeit darauf verwendet die Waffen zu säubern und zu ölen, die Magazine werden Kugel für Kugel aufgefüllt und es wird gut überlegt wie viel Ausrüstung für den Einsatz tatsächlich gebraucht wird, da es ein faires Gewichtslimit gibt.

    Die Stimmung ist mit einer Mischung aus deprimierendem Ostblock-Charme und Lovecraft’schem Horror nicht unbedingt für jeden etwas. Ich habe auf jeden Fall etwas gebraucht um mit dem Surreal-Alptraumhaftem Thema und Gegnerdesign warm zu werden.

    Wenn einem das gelingt ist dieses Spiel jedem ans Herz zu legen der eine VR-Brille besitzt, oder in seiner lokalen Bibliothek ausleihen kann. Ich habe abseits von Alyx selten ein Spiel gespielt in dem VR so gut ins Spielerleben eingewoben wurde.

    Wenn sich Bethesda mit seinen VR-Portierungen auch nur einen Bruchteil der Mühe gemacht hätte, die dieses Spiel aufwendet, hätten wir jetzt in jedem Zweiten Haushalt eine VR-Brille und würden schon darüber diskutieren ob ein Holo-Deck wirklich Not tut.

    Achso, und spielt das Tutorial. Ohne das kann die später Intuitive Steuerung am Anfang etwas überfordern.

  7. Mein Spiel des Jahres war Psychonauts 2. Hier stimmt einfach alles. Eine solche geballte Ladung an Kreativität bei Leveldesign und Grafikstil findet sich nur selten. Und mein Negativspiel des Jahre war Divinity Original Sin 2 (ja, hab es erst jetzt gespielt). Nach hervorragendem Beginn kippt dieses Spiel in immer nervigere Kämpfe, eine komplett sinnbefreite Itemspirale und eine Story, bei der keiner einer Ahnung hatte wann denn mal gut ist und man vielleicht mal ein passendes Ende schreiben sollte.

  8. Vom Setting her mag „Metro“ ein geistiger Nachfolger sein, vom Gameplay her aber ist es mehr schnöder Shooter, während S.T.A.L.K.E.R. durchaus Rollenspielflair versprüht…

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