Kopfkino

Sodeli, die Herr- und vielleicht auch Damschaften! Der Betreiber dieses Blogs bekam heute die Nachricht, dass sein Steam Deck zum Kauf bereitstünde und er sage und schreibe bis übermorgen Zeit habe sich zu entscheiden, ob er schlappe 680 Ocken ausgibt oder 5 Ocken Hinterlegungsgebühr auf die Steam-Wallet zurückgeschrieben bekommt.

Hmmm …

Fünf Euro reichen heute nicht einmal mehr für einen Döner.

680 Euro sind aber auch ein gewichtiges Wort, welches nach zwei Jahren Pandemie mit Kurzarbeit, diversen Preis- und Mieterhöhungen und Spenden an Leute, welche die Kohle dringender brauchen, erheblich an Bedeutung gewonnen hat.

Hmmm …

Investieren und das Teil dann auf eBay für’s Doppelte oder mehr vercheckern?

Nä! Für diese läppische Summe verkaufe ich nicht meine Seele. Unter einer hohen neunstelligen Summe mache ich es nicht.

Arghll! Ich WILL ABER!!!!!

Doch ich sollte nicht.

Schnell noch ne Gehaltserhöhung rauspressen? Leuten, die es eher nötig haben, den Zeitungsausträgerjob wegnehmen?

Hmmm …

Ganz ehrlich, es würde natürlich reichen. Ich mein, wer braucht schon Reserven? Wird doch nix kaputtgehen, bis man sich wieder den aktuellen Stand vom Mund abgespart hat. Hat mich als Studi früher™ auch nicht interessiert, wenn am Ende des Geldes zum Glück auch der Monat zu Ende war. Ja, damals™ …

Meine Ratio will mich austricksen. Ein Bild erscheint vor meinem Inneren Auge. Ich bin glücklicher Besitzer eines Decks und nach einigen Monaten liegt das Ding doch wieder in der Ecke, weil ich lieber am PC zocke.

Was für ein heimtückischer Angriff! Mein Id kreischt entsetzt auf. Rauch steigt von seinen Schuppen auf, als es sich fluchtartig in die Untiefen zurückzieht, um Schutz vor dem gleißenden und brennenden Licht der Vernunft zu finden. Die Erde bebt, kleine Steine rollen den Hang hinunter. Mein Id ist wütend, so richtig wütend und rüttelt wild an den Konvektionsströmen im Erdmantel.

Mein Ego will sich gerade triumphierend abwenden, da zupft etwas an seinem Ärmel.

Super-Ego deutet leicht entnervt auf die Risse an seinem Haus, entstanden durch Ids wütendes Rumoren in der Erdkruste. Am Horizont bricht gerade ein Vulkan aus, die Aschewolken formen deutlich ein „ICH WILL ABER HABEN!!!“.

Ego zuckt nur mit den Schultern. Nicht sein Problem.

Super-Ego beginnt damit die nächsten Monate durchzukalkulieren … vielleicht, vielleicht doch …

13 Kommentare zu „Kopfkino

  1. Sieht für mich nach einem sehr kleinen, sehr teuren Bildschirm aus, mit dem ich dann unterwegs spielen könnte. Also ein Gameboy für moderne Spiele, der vermutlich Wlan braucht.
    Da bin ich nicht die Zielgruppe. ^^

  2. Ich kenne das Gefühl. Nicht beim Steamdeck, aber bei ähnlich ’nutzlosen‘ Investitionen.

    Es kann aber beides gleichermaßen Befriedigend sein.
    Manchmal muss man das ‚Es‘ von der Leine lassen und ihm den benötigten Auslauf lassen, Mal ist es ungemein zufriedenstellend wenn das Über-Ich die Kontrolle hält und die Rationalität siegt.

    Ich wünsche dir viel Spaß bei Kampf und Ergebnis!

  3. Vor 3 Jahren hätte ich mir sowas tatsächlich zugelegt.
    Jeden Tag insgesamt 1,5-2 Stunden in UBahn/Bus auf dem Arbeitsweg verbracht.
    Inzwischen an Homeoffice gewöhnt und auch wenn man sich hin und wieder im Büro blicken lässt, die meiste Zeit wird es Homeoffice bleiben. In diesem Sinne, danke Corona dass ich mir kein Steam Deck zulegen muss!

    Hätte aber schon was gehabt, so das eine oder andere Spiel in der UBahn zu zocken.

  4. Für’s Commuten ist das IMHO zu groß. Ich hatte die Gelegenheit für ein paar Wochen den großen Tolino Epos 2 auszuprobieren (https://mytolino.de/produkte/tolino-epos-2). So zum Lesen natürlich klasse, aber das Handling in der Strassenbahn war doch einen Tacken zu sperrig.

    Und wenn ich sehe, dass mein alter Nintendo DS seit Jahren in der Schublade liegt, weil ich unterwegs lieber lese, ich zu Hause ja den PC zum Zocken habe und wenn ich auf der Couch liege, dann eben was lese …

    Die Vernunft triumphiert! Während im Hintergrund der Vulkan nur noch verschnupft und eingeschnappt ein paar kleine Rauchwolken ausstößt.

  5. den DS verstauben lassen? Pfui sag ich, pfui!
    SCUMMVMDS möchte ein Wörtchen mit dir reden, spiele damit gerade die Gobli(i(i))n Trilogie nochmals und hoffe, dass irgendwann „Woodruff and the schnibel of azimuth“ läuft 🙂
    Und außerdem: SWITCH anyone? handlich und wesentlich mobil-freundlicher und da hats auch vieles Schönes (hab grad den „Fehler“ begangen Slay The Spire damit zu zocken…)

    Das Deck wär schon cool aber is glaub wegen Akku, Kompatibilität, Größe und Lautstärke eher was für early-adoptende-Einstellungsfrickler als für Sofagamer also eh noch bissl warten bis das ausgereifter ist.

    Mir gehts so mit der PS5, wäre nett aber zu viel Aufwand/Geld um das wirklich bewusst zu kaufen, wenn mal zufällig stressfrei eine abfällt sag ich nicht nein aber sonst… selbst meine Bauern-PS4 läuft noch tadellos und zu mehr als Elden Ring komm ich eh nicht (hab gestern Abend übrigens Sly 2 in die PS2 gesteckt, is ja nicht so, dass ich nix zum spielen hätt)

  6. „den DS verstauben lassen? Pfui sag ich, pfui!“

    Ich schäme mich auch ganz förchterlich … nicht 🙂

    Der DS war ne Weile gut, weil ich beruflich längere Strecken, auch mit Übernachtung unterwegs war. Beim täglichen Commuten bevorzuge ich den Reader. Ein paar Seiten Lesen, bis man um- oder aussteigen muss, passt für mich in dem Kontext besser.

  7. Ich bin heiß wie Frittenfett auf das Deck! Das wird für mich die Möglichkeit, zusammen mit Frau und Kindern in meine Dungeons der Schande hinabzusteigen. Ich freue mich auf kooperative, Rätsel, Quiz und Sportspiele aus meiner Steam Bibliothek.
    BTW: was soll denn die Docking Station kosten?

  8. Also mein letzter Handheld war ein Game Gear.
    Damit warste der King aufm Schulhof und die Nintendo Fraktion konnte einpacken.
    Ich glaub auch ich belasse es bei diesen Erinnerungen und zock weiter am heimischen Rechner.
    Schöner Artikel!

  9. King war man dann aber auch nur für die Große Pause, weil dann waren die Batterien durch. 😉

  10. Ich war auch wieder in Versuchung über die letzten paar Wochen. Jetzt habe ich endlich die Zusage für eine neue Wohnung, also ist das Thema erstmal vom Tisch. Ich brauche demnächst andere Dinge, um Raum zu füllen. Vielleicht später. Und vielleicht mit einer verbesserten Iteration des Geräts, falls es die geben wird.

    Ich entgleise nur ein bisschen und docke am der Tolino Erwähnung an.
    Mein Tolino Vision 2 hat vor ein paar Wochen nach 7 Jahren Dauerbetrieb die Haxen in die Luft gerissen. Bestürzt bin ich über das neue Design der Modelle. Ich pflege auf der Seite liegend und lesend einzuschlafen. Meine Hände sind Bratpfannen, mit denen ich den guten alten Reader mit Daumen und Mittelfinger halten und ohne großes Umgreifen blättern kann. Egal auf welcher Seite ich liege. Irgendwie konnte ich mir nicht vorstellen, dass das mit dem neuen „Haltegriff“ funktioniert.
    Dankbar bin ich für Gebrauchtelektronikhändler und die Gelegenheit, jetzt mit dem Vision 4 HD das deutlich schärfere Schriftbild zu genießen.

  11. Ich fühle dich. Die neuen Kobo/Tolino-Reader sind zwar technisch ein sauberes Ding, haben auch in der Verarbeitung/Software zum Kindle aufgeholt … aber der Wegfall des Tab2Flip-Features ist fast ein Dealbreaker. Es ist so praktisch beim Commuten den Reader bequem in einer Hand zu halten und zum Weiterblättern kurz mit einem Finger auf die Rückseite zu tippen. Best feature ever!

  12. Tap2Flip habe ich nach den ersten Monaten nicht mehr genutzt, weil ich mit den an der Bratpfanne montierten Daumen und Mittelfingern auch problemlos auf der Vorderseite nach links oder rechts tippen kann. 😀
    Mir war das Feature bei anderen Gelegenheiten etwas zu leichtgängig – Gerät abgelegt – wieder zurückblättern.

    Ist aber trotzdem Mist, dass das anscheinend gestrichen wurde.

  13. Da Kobo jetzt seine eigenen Baureihen unter der Tolino-Marke verkauft …

    https://gl.kobobooks.com/collections/all?utm_source=Kobo&utm_medium=TopNavTest&utm_campaign=All_ROW (die kommen Dir bekannt vor? 🙂 )

    … wurde das Feature nicht gestrichen, sondern es existiert in den Kobo-Readern einfach nicht. Der 4HD war der letzte Tolino-Reader. Anyway, sollte der 4HD irgendwann den Geist aufgeben, wird es halt ein Kobo-Reader. Die sind qualitativ inzwischen fast auf Kindle-Niveau und ich spare mir die ständige Konvertiererei mit Calibre von EPUB zu AZW/KFX.

    Amazon will jetzt zwar auch EPUB unterstützen, aber das glaube ich erst, wenn ich irgendwo in der Praxis sehe UND ich nicht erst den Umweg über „Mail an Kindle-Adresse senden“ gehen muss.

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