Die Welt ist ungerecht

Vorgestern ist Mick Schnelle verstorben.

Wer ist Mick Schnelle? Ein Urgestein der deutschen Videospiel-Presse.

Das kann man genauer und sehr viel besser, als ich es tun könnte, bei Gamers Global nachlesen:

Nachruf auf Mick Schnelle

Nicht, dass ich seine Reviews mochte. Oder ihnen gar zustimmte. Mir hat sein Review-Stil nicht so wirklich gefallen (um es höflich auszudrücken), vieles wirkte sehr oberflächlich und er gab auch offen zu, dass er bei einem Spiel nach spätestens einer Stunde weiß, ob es etwas taugt oder nicht.

Aber immerhin hat er sich nicht über grau-braunen Pixelbrei beschwert, so wie das nicht wenige seiner Branchenkollegen taten, wenn ein Spiel nicht das allerneueste Graphikblitzblendvorgaukel-Feuerwerk ablieferte, sondern es kam dann immer nur der trockene Satz: „Es sieht halt so aus, wie es aussieht!“

Nicht, dass ich ihn kannte. Nein, ich kenne ihn nicht. Aber er war wohl ein halbwegs angenehmer Mensch und er war über viele Jahre hinweg fester Bestandteil meiner Videospielewelt. Ich finde es sehr schade, dass er nicht mehr da ist … offenbar war er mir doch im Geiste nahestehender, als mir bewusst war.

Derweil es leider weiterhin Menschen im gesegneten, hohen Alter gibt, welche die Gesellschaft weiterhin mit ihrem unsäglichen Narzismus vergiften, die andere Länder überfallen lassen, weil sie sich im Recht glauben oder die „nur“ gierige, skrupellose Funktionäre sind und andere Menschen zu ihrem eigenen Vorteil ausbeuten. Die sind immer noch da und sorgen für Hass und Unfrieden und sogar den Tod vieler zehntausender Menschen. Die fallen nicht endlich mal die Treppe runter, brechen sich nicht das Genick oder geraten rein zufällig, blöderweise, konnte ja niemand ahnen, in die Flugbahn einer versehentlich abgefeuerten Kugel. Nein, die können sich teure Ärzte und umfangreiche Spezialbehandlungen leisten, so dass nicht einmal irgendeine beschissene Krankheit sie schnell genug unter die Erde bringt, bevor sie noch mehr Schaden anrichten.

Verzeiht bitte diesen Rant, aber die effin Welt ist effin ungerecht!

10 Kommentare zu „Die Welt ist ungerecht

  1. 😦 Ich fand ihn immer super symphatisch. Er war für mich ein fester Teil der Jahre, die die GameStar ausgemacht haben. So wie Michael Hengst damals die PowerPlay für mich verkörperte. Ich liebte Mick’s Humor. Noch heute denke ich oft an Henry Ernst. Das tat mir richtig weh.

    Und nun Mick.
    Ruhe in Frieden, Mick. Alles alles Liebe.

  2. Der Nachruf war wirklich lesenswert, danke für den Link. Scheint ne echte Type gewesen zu sein.
    ^^

    Das Welt mag „effin ungerecht“ sein kurzfristig (wie eben Menschenleben so sind), aber dem Tod kann man das wahrlich nicht vorwerfen, der macht langfristig alle gleich. : )

  3. Keine Frage:

    Aber ich leide eben noch wenig in der Welt der Lebenden 🙂

  4. Oh man…
    Natürlich kannte ich Mick. Allerdings habe ich so viele unterschiedliche Magazine verschlungen so das ich mich an keinen Artikel erinnern kann. Aber ich kenne auch Jörg und kann mich an keine Artikel erinnern. Aber auch an keine von Doc Bobo und Freund.

    Sehr traurig. In den Kommentaren wird aber eines erwähnt, an das wir alten Säcke uns halten müssen.

    Dazu möchte ich ein Plakat einer Krankenkasse zitieren.
    „Es gibt viele Gründe nicht zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen! NUR KEINE GUTEN“.

    Man, er war so alt wie ich…
    Möge er in Frieden ruhen.

    Danke für den Artikel, ich folge keinen Gamingseiten mehr.

  5. Wie Du schon sagst: Die Welt ist ungerecht.
    Davon abgesehen ist das wirklich ein sehr guter Nachruf von Jörg Langer.

  6. Der Nachruf von Jörg Langer ist tatsächlich ein schöner und gelungener.

    Ich hatte gedacht, Mick Schnelle aus der Zeit der „neuen“ Powerplay zu kennen. Aber die Gamestar habe ich früher (davor) auch ab und an mal gelesen.

    Als ich in den letzten Jahren die Retro Gamer entdeckte, habe ich seine Beiträge sehr gemocht. Die hatten tatsächlich einen kauzigen Touch.

    Wie Harzzach schon quasi meinte, waren seine Tests recht eigenwillig, ich erinnere mich aber sehr gerne an den unterhaltenden Faktor seiner Artikel.
    Und für den habe ich ihn immer gerne gelesen. Zumal er seine Standpunkte tatsächlich immer klar und direkt vermittelt hat. Das war schon bemerkenswert.^^

    Auch ich danke für den Link zu Jörg Langers Nachruf und auch ansonsten hätte ich das wohl gar nicht mitbekommen.

    Insofern halte ich das hier mal wieder für einen guten und wichtigen Senior Gamer Beitrag.
    Danke!

  7. Oha, ich erinnere mich an ihn aus meiner Gamestar-Zeit Anfang der 2000er. Jetzt nicht irgendwelche Artikel sondern eher vom Klamauk (Raumschiff Gamestar etc.).

    Schade, wenn man schon so früh gehen muss.

  8. Oh je… Ich denke gerne an die Sim-Tests zurück und fand sie immer besonders kauzig und toll! Bei Mick wusste man immer direkt was man bekommt.

    Ich hoffe hoffe jedoch das ihr entgegen deiner Annahme im Geiste nicht all zu nah standet – die letzten Jahre waren seine Posts auf Facebook ziemlich Banane und unsympathisch. Dennoch hätte ich ihm gerne ein langes und harmonisches Leben gewünscht.

  9. Dass er auf Facebook seiner inneren Gefühlslage und Frust über die eigene Krankheitssituation durch entsprechendes Austeilen gegen alle und jeden Ausdruck gab, ist mir erst die Tage über bekannt geworden.

  10. Auch wenn ich deinen Frust über das Nicht-ableben bestimmter Persönlichkeiten sehr gut nachvollziehen kann, sei dir gewiss, auch diese Mitmenschen werden irgendwann gehen. Dass deren Einfluss so nachhaltig- und prägend ist, liegt auch mit an uns als Gesellschaft. Sonst hätten diese besagten Mitmenschen nicht so viel Erfolg mit ihrem Bullshit. Und du kannst davon ausgehen, dass die nächsten Jahre noch schlimmer werden. Keine schöne Aussicht, aber es werden auch wieder bessere Zeiten kommen. Ist nicht das erste Mal, dass die Menschheit durch schwierige Perioden geht.

    Zu Mick Schnelle, er mit seiner Arbeit vielen Menschen Freude bereitet, und er schien auch ein angehmer Mitmensch gewesen zu sein. Es ist immer Schade, wenn jemand krankheitsbedingt frühzeitig verstirbt. Mein Beileid für seine Familie und Freude.
    Was seine Aktivitäten auf den sozialen Medien angeht, ich bin da kein Freund von. Es passt aber leider zum toxischen Zeitgeist der sozialen Medien. Wird langsam Zeit, dass die nächste Dotcom-Blase platzt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s