Endlich halbwegs DSGVO-kompatibel (wahrscheinlich)

So, nicht erschrecken, jetzt auch hier ein Cookie-Banner. Gültigkeitsdauer nach Einwilligung 180 Tage. Sollte ausreichen. Es kratzt mich aber auch nicht, wenn ihr das alles wegfiltert und die Webseite OHNE Einwilligung nutzt, ihr Schlingel 😛

Und ne Privacy Declaration, wo ich einfach die von Automattic genommen und leicht abgeändert habe, eine von Automattic selbst empfohlene Vorgehensweise für Blogs auf WordPress.com. Thema abgehakt.

Vielen Dank an Askies, der mich daran erinnert hat, das ich hier ein paar Dinge nachholen muss, die ich beruflich bereits vor gefühlt einer Ewigkeit für die Firmenwebseite angestoßen und umgesetzt habe. Ja, das ist alles nervig, für Seitenbetreiber und Besucher und ja, es ermöglicht gewerblichen Abmahnern neue Raubritterzüge und ja, man hätte das alles besser umsetzen können, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Daten, die Euch betreffen, sollten durch Euch kontrolliert werden können.

Für die Google-Webfonts, die hier in diesem Design verwendet werden, habe ich allerdings keine Lösung. Das ist kein selbstgehostetes Blog, sondern nur ein Account bei WordPress.com. Ich kann hier nichts „lokal“ installieren. Eventuell könnte es helfen ein Custom Design zu verwenden, wo explizit nur Standardschriften verwendet werden. Da muss ich mich noch näher mit beschäftigen.

Meine Kontaktadresse findet man übrigens in der Executive Summary. Oder man benutzt einen Comment und stellt dumme Fragen, auf die es unter Garantie um Größenordnungen dümmere Antworten gibt.

11 Kommentare zu „Endlich halbwegs DSGVO-kompatibel (wahrscheinlich)

  1. Das ging flott! Ein leidiges Thema. Gut gemeint, doch die „kleinen“ die nichtmal bewusst Daten sammeln, machen z.T. ihre Seiten dicht und Giganten wie Meta umgehen die Thematik geschickt.

    Abmahnsicher ist dein Blog mit dem Webfont (welcher noch nicht im Datenschutz erwähnt wurde) wohl noch nicht, aber vielleicht geht der Kelch ja wirklich an WordPress.com. Das Cookiebanner muss meinem Halbwissen nach auch Opt-out und mit konfigurierbaren Servicen sein. Andererseits nutzt du ja wirklich nur Funktions-Cookies…

  2. Ich kann schon nachvollziehen, wenn man da als Handwerker oder Inhaber eines kleinen Geschäftes den Rappel bekommt. Das IST ein Aufwand. Bei dem man auch viel falsch machen kann, selbst wenn man genug Aufwand investiert, aber die falschen Leute gefragt hat. Oder meint sich selbst einlesen zu können.

    Würde ich das Blog so ausbauen, wie ich das eine Weile durchgespielt hatte, wäre eh Ende mit WordPress.com. Das ist für größere Dinge ganz grundsätzlich nicht rechtssicher genug.

  3. Das muss mir ohnehin mal jemand erklären, ich halte diesen Zustand, so ich da nicht etwas komplett missverstanden habe, für eine Fehlkonstruktion.

    Wie kann es sein, dass irgendwelche Anwälte ohne Auftrag von meinetwegen Google, wild abmahnen und Gewinn damit machen? Vielleicht erinnert sich ja der eine oder andere noch an die Amiga 500 Zeiten und den in der Szene berühmt-berüchtigten Freiherr von Grafenreuth und seine ‚Tanja‘. Da war es ja sogar so, dass der feine Herr Anwalt die Leute erst zu Straftaten /aufforderte/, indem er seine ‚Tanja‘ Briefe mit dem Vorschlag, Raubkopien zu tauschen, an Leute schicken ‚ließ‘, die in den einschlägigen Magazinen inseriert hatten.

    Und dennoch hat der nie eins auf’s Dach bekommen, scheint also rechtlich alles supi zu sein. Was hab ich hier nicht oder falsch verstanden?

  4. Ist eigentlich ganz einfach. Ich bin Anwalt A und suche mir z.B. Schreiner X, in dessen Auftrag ich andere Schreiner kostenpflichtig abmahnen lasse, weil diese (im Gegensatz zu meinem Mandanten) eine Webseite mit externen Google Webfonts verwenden, was laut Auslegung des Gerichts gegen die DSGVO verstößt und Schreiner X im Wettbewerb benachteiligt, weil er sich ja an Recht und Gesetz hält, die anderen aber nicht.

    Ich kann mit diesem Mandanten aber nur andere Schreiner abmahnen. Will ich mehr Geld machen, muss ich mir z.B. einen Zahnarzt suchen, der bereit ist als offizieller Mandant zu dienen. Dann kann ich andere Zahnärzte abmahnen. Usw. usf.

    Es gibt aber auch genug Fälle, wo ich als Anwalt keinen Mandanten benötige und Firmen „einfach so“ abmahnen kann, wenn diese gegen bestimmte Gesetze und Auflagen verstoßen. Eigentlich (!) ist das ein recht sinnvolles Werkzeug, um Idioten und Arschlöcher ihr Fehlverhalten, vor allem ein anhaltendes, teuer bezahlen zu lassen, ohne extra ein Gericht zu bemühen, aber wie immer, so lassen sich auch Abmahnungen wunderbar mißbrauchen, in dem der Anwalt sie in ein florierendes Geschäftsmodell verwandelt. Was zwar illegal ist, aber das muss man dem Anwalt erst nachweisen können. Und die meisten dieser Geier sind schlau genug, sich hier keine juristischen Blößen zu geben, obwohl jeder weiß, was sie hier tun.

    Dies gesagt habend, es gibt auch jede Menge seriöse und, ja, anständige Anwälte, die es nicht nötig haben mit so einem Dreck Geld zu machen. Doch schwarze Schafe gibt es leider überall.

  5. Danke für’s Erklären, das mit dem Umweg über den oder die Mandanten wusste ich in der Tat nicht.

    Und ich muss gestehen, ich bin auch nicht mit der angeblich ehrlichen, sinnvollen Variante einverstanden – es sei denn natürlich, der Anwalt muss das Geld abgeben. Was er ja anscheinend nicht muss. Das ganze System scheint mir regelrecht auf Missbrauch /ausgelegt/, ich sehe eigentlich nicht wo sonst das enden soll.

    Wie definierst du denn ‚idiotisches Arschlochverhalten‘ welches rechtfertigt, jemanden ‚teuer‘ zahlen zu lassen? Und wie definierst du ‚teuer‘? Und wenn wir bei teuer sind, wäre dann eine Anzeige nicht sinnvoller – und hier gehe ich von den Zeiten aus, als diese Regelungen entstanden und das deutsche Rechtssystem noch nicht heillos überfordert war?

    Irgendwie hab ich jetzt die Schnauze noch mehr voll. Ich hab in meiner Zeit als Pfleger tausende Überstunden gemacht und… werde dafür bestraft, indem mir der Staat noch mehr wegnimmt als ohnehin schon. Da werden wir für Leistungsbereitschaft und Einsatzwille auch noch /bestraft/, indem wir signifikant /weniger/ Gehalt erhalten und haben faktisch für ein Taschengeld gearbeitet. Und der Anwalt darf rumlaufen und Leuten die Taschen ausräumen, geil. Ehrlich, wenn ich sowas lese könnte ich platzen. Hätte ich nur nicht gefragt…

  6. Das Abmahnwesen ist nicht explizit darauf ausgelegt mißbraucht zu werden, doch das Internet hat die Hürden für Massenabmahnungen, für gewerblich motivierte Abmahnungen so stark gesenkt, dass der ursprüngliche Zweck nicht mehr erreicht wird. Hier hinkt die Gesetzgebung der Wirklichkeit trotz ein paar Reformansätzen zur Eingrenzung des Abmahnwesens noch stark hinterher.

    Meiner Meinung nach eine direkte Folge des Umstandes, dass in den letzten zwanzig Jahren „Jurist“ der berufliche Hintergrund für einen Großteil der Bundestagsabgeordneten war. Juristen tun sich schon alleine aus fachlichen Gründen sehr schwer damit hier etwas zu tun, weil Abmahnung für sie ein legitimes Werkzeug der Rechtsfindung ist. Die gesellschaftliche Bedeutung eines vollkommen legalen Raubrittertums durch großmaßstäblichen Mißbrauch entgeht den meisten Juristen vollkommen, sie verstehen schlichtweg die Aufregung nicht.

    Zum Glück ist dieser Berufstrend für Parlamentarier aber rückläufig, so dass man in Zukunft weniger Blockade, mehr sinnvolle Reformen bekommen könnte, so der Wähler hier genug Druck machen würde.

  7. Erstmal loben: gut gemacht Harz! ^^

    Was die Abmahnanwälte angeht, so bin ich nicht ganz drin in der Materie (man verbessere mich also gerne, falls Folgendes nicht stimmt), aber soweit mein letzter Wissensstand, haben das Nachbarländer ganz einfach und elegant gelöst. Nämlich so, dass die erste(!) Abmahnung nichts kosten darf.

    Folglich bei uns ein politisches Problem. Entweder gewollt oder unfähig. -.-„

  8. Richtig, es ist ein politisches Problem. Es sind weiterhin zu viele Parlamentarier Juristen. Die verstehen schlichtweg nicht, was hier das Problem sein soll.

    Aber ich bin da guter Hoffnung. Seit der letzten Wahl sind viele „Urgesteine“ entweder rausgewählt worden oder haben freiwillig verzichtet sich wieder aufstellen zu lassen. Wir haben immer mehr Parlamentarier im Bundestag, die weder Juristen sind, noch das Internet für so eine komische Mode halten, die auch wieder verschwindet, wenn man sie lange genug ignoriert. Sicher, sensationelle 180°-Wendungen wird es hier nicht geben, aber Schritt für Schritt … Politik ist halt ne zähe, langwierige Sache.

  9. Ob die neuen Studienabbrecher da besser sind als die Urgesteine – da habe ich auch noch so meine Zweifel. 😉

  10. @Finrods-Hand Interessantes Detail, das mit der ersten Abmahnung.

    Ansonsten mag das Problem auch einfach sein, dass wir viel, VIEL zu viele zugelassene Juristen in Deutschland haben, die natürlich auch alle beschäftigt und finanziert sein wollen.

    1915, so weit reicht die von der Bundesrechtsanwaltskammer gelieferte Statistik zurück, waren in Deutschland 12.544 Juristen zugelassen. 1930 waren es rund 16.000 (plus die im Saargebiet), 1955 nur 12.844. Ab dann stiegen die Zahlen langsam aber sicher an, aber selbst 1980 waren es ’nur‘ 36.077.

    Ab Anfang der 1990iger ist die Sache dann regelrecht explodiert und heute, 2022, sind es… 165.587. Da ist irgendetwas ganz gewaltig schiefgelaufen.

    Link (Bundesrechtsanwaltskammer) : https://www.brak.de/fileadmin/04_fuer_journalisten/statistiken/2022/entwicklung-rae-2022.pdf

  11. @Alien
    Das ist natürlich auch ein interessanter Punkt.
    Erinnert an die Mechanismen, mit denen sich Bürokratien selbstständig vergrößern wie Organismen.

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